Vereinsprojekt des Monats

Bewegung im Alter - ein fester Bestandteil

Beim Grünauer Seesportclub kommt auch der Seniorensport nicht zu kurz

Wenn vom Seesportclub Berlin-Grünau, abgekürzt SSCBG, die Rede ist, dann denkt der Unvoreingenommene zunächst einmal an typisch Seemännische Disziplinen wie Kutter segeln und Kutter rudern, an Knoten und Tauklettern, vielleicht auch noch an Surfen und Drachenbootfahren. Doch neben diesen Disziplinen widmet sich der Verein noch einem ganz speziellen Bereich, dem Gesundheits-/Seniorensport. An jedem Dienstag treffen sich rüstige und fit gebliebene Rentner und Rentnerinnen zu fröhlichem Tun in der Waldsporthalle an der Uferbahn, nahe der traditionellen Olympia-Regattastrecke.

"Bewegung im Alter und Wohlfühlen", so lautet das Motto jener Gruppe, die bereits seit 1997 existiert und im Laufe der Jahre nicht nur personell gewachsen, sondern zu einer verschworenen und sich prächtig verstehenden Gemeinschaft geworden ist, die zudem auch das gesellige Miteinander pflegt. So trifft man sich, wie Hans Dietrich erklärt, der von Anfang an dabei ist, beispielsweise sonnabends zu einer 10-Kilometer-Wanderung, feiert zusammen Geburtstage und veranstaltet im Sommer den einen oder anderen Grillabend.

Geleitet werden die anderthalbstündigen Kurse inzwischen von Monika Jabs, die zunächst eine ganz normale Teilnehmerin war, dann aber an der LSB-Sportschule am Priesterweg ihre Übungsleiter-Ausbildung mitmachte, schließlich die Prüfung bestand und seit Januar 2012 stolze Besitzerin der C-Lizenz für den Seniorensport ist - mit der Befugnis, eigenständig diese Gruppe der Frauen und Männer 60 plus leiten zu dürfen. Und nicht nur die, denn eine weitere ist bereits im Aufbau, nachdem der Verein gezielt Werbung in der regionalen Presse unternahm und Flyer verteilen ließ.

Weil die ehemalige Vertriebsangestellte im Einzelhandel wegen des häufiges Autofahrens quer durch Deutschland Probleme mit dem Rücken bekam, nahm sie zunächst am Rehabilitationssport in einer Physiotherapie teil, ehe sie sich dann vor drei Jahren der Seniorengruppe des SSCBG anschloss. Doch weil der vorgesehene Übungsleiter das eine oder andere Mal fehlte, sprang sie kurzerhand als Aushilfe ein, weil sie dank der Reha inzwischen so einige Erfahrungen gesammelt hatte. Und sie fand so großen Gefallen daran und wurde zudem auch von ihren Mitstreitern gedrängt, dass sie entschloss, den Übungsleiterschein zu erwerben, wobei sie auf rund 130 Ausbildungs-Einheiten kam.

Intensiv bereitet sie jetzt jede Übungsstunde vor, die nach dem Warmmachen immer unter einem besonderen Thema steht, wobei es sich nicht nur um Rückenschulung, Po-, Bauch- oder Beingymnastik handelt. Und zum Schluss wird immer mit Begeisterung und großer Hingabe Prellball gespielt. Übrigens muss man nicht unbedingt Mitglied in dem Verein sein, um an den Vormittagskursen teilnehmen zu können.

Die meisten Teilnehmer kommen aus der unmittelbaren Umgebung, so aus Grünau, Treptow, Friedrichshagen und Bohnsdorf, entweder zu Fuß oder meist auch mit dem Fahrrad. Als wir uns mit Monika Jabs zu ihrer Übungsstunde verabredeten, waren gerade einmal je zwei Männer und Frauen anwesend, wobei die geringe Anzahl sonst nie der Fall ist. Als Entschuldigung mochte gelten, dass es den ganzen Tag furchtbar geschneit und sich gefährliche Glätte gebildet hatte.

Der Verein unterstützt die Aktivitäten dadurch, dass er den beiden Seniorengruppen entsprechende Kleingeräte, Bälle, Hanteln, Seile und Gymnastikmatten zur Verfügung stellte, weil er von der Wichtigkeit und Notwendigkeit des Bewegungsangebots für ältere Menschen überzeugt ist. Neben dem Sport spielt aber auch, so Monika Jabs, die Kontaktpflege eine große Rolle, getreu der Devise: Länger fit durch Spaß.