Viel Spaß mit der Zwergengruppe

Es geht beim LRV Spandau nicht nur um das Voltigieren

Gemächlich zieht der 15-jährige Schimmel Bonito, unterstützt von Longenführerin der Lena Engelbrech, seine kreisrunde Bahn, während auf dem Rücken des Pferdes ein Dreikäsehoch versucht, mal sitzend, mal liegend, sich kräftig festzuhalten, um nicht herunter zu fallen. Das ganze Geschehen spielt sich auf einem etwas abseits gelegenen Terrain der Reisportanlage Dallgow-Dorf ab, wohin die Voltigierer des LRV Spandau gezogen sind - weil hier, wenige Kilometer von der westliche Stadtgrenze entfernt, finanziell günstigere Bedingungen für die Vierbeiner herrschen und sie auch mehr Auslauf haben.

"Überwiegend um Jugendliche handelt es sich bei uns, von drei bis etwa 25 Jahren", berichten Vereinsvorsitzende Katrin Blaud­szun und Sportwartin Judith Sauerbaum, die sich gemeinsam darüber freuen, dass seit 2011 der Mitgliederstand der "Voltis" von Mal zu Mal gestiegen ist und derzeit rund 65 beträgt. Sechs Gruppen haben Freude an dieser Sportart gefunden, wobei die beste vor ein paar Wochen bei den Landesmeisterschaften den zweiten Platz erreichte.

Der richtige Aufschwung begann mit einem Sommerfest vor zwei Jahren, als Eltern und Kindern gezeigt wurde, was Voltigieren bedeutet, nämlich Turnen auf einem Pferd, das sich im Schritt, Trab oder Galopp vorwärts bewegt. Anfangs waren es sechs Mädchen und Jungen, die sich dafür begeistern. "Inzwischen hat unsere Zwergentruppe weiter Zuwachs erhalten", erklärt Judith Sauerbaum, die darauf verweist, dass es mehrere Personen gibt, die sich um die Jüngsten kümmern, so eine Trainerin mit A-Lizenz Pferdezucht und Haltung, eine Sozialpädagogin, eine Physiotherapeutin, eine Lehrerin und eine Erzieherin. Schließlich werden viele sportlich, fachlich und pädagogisch ausgebildete Kräfte für eine Betreuung gebraucht, mindestens zwei bis drei pro Gruppe, um die Übungen unfallfrei durchzuführen.

"Uns geht es aber nicht allein um das Voltigieren, sondern auch darum, dass die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen", so die LRV-Vorsitzende. Das heißt beispielsweise, dass vor Beginn einer jeden Übungsstunde die Pferde, immerhin handelt es sich neben dem Schimmel noch um zwei weitere, geputzt und gepflegt und gesäubert wieder zurück in den Stall gebracht werden müssen. Das bedeutet weiterhin, dass den Kleinen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung geboten wird, die Spaß macht, dass sie Bewegungserfahrungen sammeln und ihr Selbstwertgefühl gestärkt wird, wenn sie Erfolg haben.

Aufgrund der starken Nachfrage entschloss sich der Verein im letzten Jahr, noch zwei weitere befristete Zwergengruppen ins Leben zu rufen, was voraussetzte, dass das Personal aufgestockt werden musste. Die Minis kommen nicht nur aus Spandau, sondern aus Charlottenburg, Reinickendorf und Steglitz, wobei die Muttis, manchmal auch die Großeltern, den Fahrdienst übernehmen. Gemeinsames Erleben ist ungemein wichtig, denn gerade das Voltigieren erfordert Teamgeist.