Tolle Stimmung bei 30 Grad

Die Hitze beflügelt bei der Sportabzeichen-Tour in Berlin

Der zweite Tourstopp der Sportabzeichen-Tour des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat in Sachen Temperaturen gleich ein Ausrufezeichen gesetzt. Schon morgens um 9 Uhr war es im Berliner Poststadion ziemlich heiß. Die rund 1.250 Kinder hatten großen Spaß bei ihren Sportabzeichen-Prüfungen, mussten aber viel trinken, sich gut eincremen und immer wieder eine Pause im Schatten machen. 

Schon bei der offiziellen Eröffnung gab Claudia Zinke, Vizepräsidentin Sportentwicklung, Breiten- und Freizeitsport beim Landessportbund Berlin den Kinder mit auf den Weg: „Ich glaube es wird heute hier richtig voll, aber denkt daran – trinken, trinken, trinken!" Gemeinsam mit der mehrmaligen Paralympics-Siegerin im Schwimmen Kirsten Bruhn, die als persönliches Mitglied im DOSB in Berlin vor Ort war, bedankte sie sich bei den vielen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz im Rahmen der Sportabzeichen-Tour.

Traumhafte Bedingungen für ein inklusives Sportfest 

Die Botschafter der Nationalen Förderer des Deutschen Sportabzeichens gingen im Berliner Poststadion hoch motiviert an den Start. „Ich möchte am liebsten sofort loslegen", sagte die Botschafterin von Ernsting's family, Speakerin und Moderatorin Miriam Höller, beim Warm-up. „Das sind hier traumhafte Bedingungen, die zu Höchstleistungen einladen", freute sich Danny Ecker, Botschafter der Sparkassen-Finanzgruppe und Rekordhalter im Stabhochsprung in der Halle. „Die Sonne macht die Haut schnell warm, aber nicht unbedingt die Muskeln. Aufwärmen muss sein", feuerte kinder+Sport-Botschafter Frank Busemann die Mädchen und Jungen an. Der frühere Weltklasse-Zehnkämpfer machte die Übungen auf der Bühne auch gleich gemeinsam mit den beiden anderen Sportbotschaftern vor.

Danach verteilten sich die Schülerinnen und Schüler auf die verschiedenen Sportabzeichen-Disziplinen, darunter mehrere inklusive Klassen. Außerdem hatten sich einige Behinderteneinrichtungen für die Sportabzeichen-Tour in Berlin angemeldet und wurden von Anfang an in das große Sport-Event einbezogen.

Drei Partner - eine Erfolgsgeschichte

Ein besonderes Erlebnis war die Sportabzeichen-Tour in Berlin auch für 120 Studierende der Humboldt Uni. Begleitet wurden sie von Robert Schröder vom Hochschulsport. Seit letztem Jahr gibt es eine Kooperation zwischen dem Hochschulsport, den Sportwissenschaften und dem Landessportbund Berlin, bei der in einem Blockseminar neue Sportabzeichen-Prüferinnen und -Prüfer ausgebildet werden. Die Idee ist durch die Sportabzeichen-Uni-Challenge entstanden, bei der die Humboldt-Uni am 18. Juni zum zweiten Mal an den Start geht und mit sieben Konkurrenten um den Titel als „Sportlichste Uni Deutschlands" kämpft. Die Studentinnen und Studenten waren dieses Jahr aber auch in die Organisation der Sportabzeichen-Tour in Berlin eingebunden.

„Es ist toll einen Einblick zu bekommen, wie man so ein großes Fest wie den Tourstopp organisiert", sagten Gilda Hinze und Jennifer Schmidt, die beide an der HU Sport studieren, um Lehrerinnen zu werden. Sie hatten am Vormittag am Trimmy-Tattoo-Stand Dienst, wo sich die Kinder ein Tattoo von DOSB-Maskottchen Trimmy machen lassen konnten. In einem Praxissemester haben beide auch schon an einer Schule unterrichtet und ihren Schülerinnen und Schülern dort unter anderem Leichtathletik nähergebracht.

„Wir fühlen uns absolut fit in Sachen Deutsches Sportabzeichen", so ihr einstimmiges Urteil. Den Leistungskatalog des Deutschen Sportabzeichens müsste man schließlich nicht auswendig kennen. Vor ihrem geistigen Auge sahen sich die beiden schon selbst in ein paar Jahren mit ihren Klassen bei der Sportabzeichen-Tour teilnehmen. „Das ist hier für uns Pflicht und Spaß zugleich."

Im Team ins Ziel

Diesen Satz hätten wohl auch die Sportbotschafter und Ehrengäste unterschrieben. Um 11 Uhr gingen bei einer Promi-Staffel vier Teams mit jeweils drei Mitgliedern an den Start. Sie mussten jeweils 30 Meter im Rollstuhl absolvieren, danach 30 Meter einen Ball auf einer Frisbee-Scheibe balancieren und die letzten 30 Meter konnten sie so zurücklegen, wie sie wollten.

Der Sieg ging am Ende an die Staffel mit Miriam Höller, dem Special Olympics-Athleten Sebastian Girke und Special Olympics Schwimmer Kevin Koch vor dem Team mit Frank Busemann, Nicola Böcker-Giannini, SPD-Abgeordnete aus Berlin-Neukölln, und Dennis Mellentin, Special Olympics Radsportler. Auf Platz drei kam die Staffel mit Danny Ecker, Claudia Zinke und Emilio Bellucci, Vorsitzender des Landesverbandes von Special Olympics Berlin/Brandenburg und auf dem vierten Platz landete das Team um Wolfgang Schmiedel, dem stellvertretenden Vorsitzenden von Special Olympics Berlin/Brandenburg, Lauftrainer Ronny und Max Tünsmeyer, Geschäftstellenleiter von Special Olympics Berlin/Brandenburg.

Am Nachmittag konnten dann bis 18 Uhr alle, die Lust hatten, das Deutsche Sportabzeichen einfach mal ausprobieren. Zeitgleich wurde die Team-Challenge ausgetragen, zu der der LSB Berlin eingeladen hatte. Alle, die dabei mitmachten, konnten Tickets für „Die Finals – Berlin 2019” am 3. und 4. August im Berliner Olympiastadion gewinnen. Außerdem gab es einen Sonderpreis für die Organisation, die mit den meisten Teams am Start war.

Unverzichtbar Ehrenamt im Breitensport

Die Sportabzeichen-Tour 2019 unterstützt im Rahmen der Kampagne „Engagement macht stark!" die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements" und rückt bei allen Tourstopps besonders engagierte Ehrenamtler in den Mittelpunkt.

Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist bei der Sportabzeichen-Tour in Berlin Detlef Salchow vom VfB Hermsdorf gewürdigt worden. Der 72-Jährige engagiert sich seit knapp 40 Jahren für das Deutsche Sportabzeichen, bietet regelmäßig Sportabzeichen-Treffs an und ist unermüdlich als Sportabzeichen-Prüfer im Einsatz, natürlich auch heute bei der Sportabzeichen-Tour in Berlin.

Text: wirkhaus.berlin
Fotos: Jürgen Engler

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