Bewegung für die Seele

Save the Date: 14. Oktober 2020

In Deutschland ist jedes Jahr fast ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung von psychischen Erkrankungen betroffen. Es kann also jeden treffen und trotzdem gehören Depressionen, Angststörungen und Co. noch immer zu den Tabuthemen unserer Gesellschaft.

Daher ist es umso wichtiger auf diese Erkrankungen aufmerksam zu machen, zu informieren und zu diskutieren, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen und sie zu behandeln. In diesem Zusammenhang gewinnt Bewegung und körperliche Aktivität immer mehr an Bedeutung und ist sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation fester Bestandteil vieler Therapieansätze.

Um diesem wichtigen Thema Raum zu geben, veranstalten der Landessportbund Berlin, der Behinderten- und Rehabilitations- Sportverband Berlin, der Berliner Behindertenverband, SEKIS und die Seelen bewegt Stiftung in diesem Jahr die erste gemeinsame Fachtagung „Bewegung für die Seele“.

Fachtagung Bewegung für die Seele

Wann?

14. Oktober 2020

Wo?

Landessportbund Berlin e.V., Jesse-Owens-Allee 2, 14053 Berlin

Bewegungsworkshops

 

Uhrzeit

14 - 16 Uhr

Teilnahmegebühr

kostenlos, Anmeldung erforderlich

Fortbildung

 

Uhrzeit

17 - 20:15 Uhr

Teilnahmegebühr

30 €, Anmeldung erforderlich

  • Übungsleiter/-innen
  • Therapeuten/-innen
  • Ärzte/-innen
  • interessierte Bürger/-innen

BEWEGUNGSANGEBOTE

14:00 Begrüßung und Organisatorisches:

... Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin und Regionalgeschäftsführerin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin

14:30 - 16:00 Praktische Workshops:

Workshop 1 Tai Chi/ Qigong

Mirko Lorenz, Ausbilder des Deutschen Dachverbandes für Taiji & Qigong (DDQT) und Präventionstrainer

Workshop 2 Tango Tanzen

Thomas Rieser, Bewegungstherapeut und Leiter der Tangoschule Nou Tango Berlin

Workshop 3 Feldenkrais

Dirk Kubatzki, Dipl. Sportwissenschaftler und Trainer

Workshop 4 Bogenschießen

Marco Haarhoff, Mental- und Rehatrainer

Workshop 5 Parkour

Madeleine Küsel, Headcoach der ParkourONE Academy

Workshop 6 Yoga

Katrin Schorm, zertifizierte Yogalehrerin (AYA)

BEGINN DER FORTBILDUNGSVERANSTALTUNG 

17:00 Medizinischer Fachvortrag: Bewegung, körperliche Aktivität und Sport in der Entstehung und Behandlung psychischer Erkrankungen

Prof. Dr. med. Andreas Ströhle, leitender Oberarzt der Universitätsklinik Charité Berlin

18:45 - 20:15 Theoretische Workshops

Workshop 1: Rehasport - Von der Ausbildung zur Übungsleitung

Dirk Kobatzki, Dipl. Sportwissenschaftler und Trainer

Workshop 2: Sport- und Bewegungstherapie - Einsatzmöglichkeiten von Bewegung in der Therapie psychischer Erkrankungen

Christina Terán, Dipl. Sportwissenschaftlerin und Sporttherapeutin

Taiji & Qigong

 

Die Besonderheit der traditionellen Bewegungskünste liegt in der Verknüpfung von Konzentration, Entschleunigung und Entspannung mit körperlicher Bewegung, Aufrichtung und Zentrierung. Diese Kombination hat nachweislich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit sowie die ganzheitliche Entwicklung von Körper und Geist. TaiChi und Qigong fördern die Motorik und vitalisieren den gesamten Körper.

 

 

Mirko Lorenz

...Ausbilder des Deutschen Dachverband für Taiji & Qigong (DDQT) & Gründer von Keep Moving / Taiji-Therapie für Menschen mit Bewegungsstörungen

Tango Tanzen

Im Feld der Paartänze ist Tango in zwei Richtungen etwas Besonderes. Anders als bei den europäischen Standardtänzen, die sich an festgelegten Schrittmustern und Figuren orientieren, werden die Bewegungen beim Tango Argentino frei auf die Musik improvisiert. Man weiß nach einem Schritt nicht, was als nächstes kommt. In der Improvisation ist jeder Moment neu, wir sind dabei jedoch nicht alleine, sondern erschaffen etwas Gemeinsames. Die Improvisation ermöglicht jeder und jedem einen unbeschwerten Einstieg, und die Kommunikation mit einem*r Partner*in gibt uns Halt und Orientierung in der Bewegung. In diesem Zweiklang öffnet sich Zeit und Raum, in dem wir uns sicher fühlen, und in dem sich unsere Seelen begegnen und miteinander tanzen können. Diese Aspekte des Tango lassen sich auch ohne Körperkontakt wunderbar erleben. 

 

 

 

Thomas Rieser

... Bewegungstherapeut und Leiter der Tangoschule Nou Tango Berlin

 

 

Feldenkrais – Bewusstheit durch Bewegung

In den verbal angeleiteten und aufmerksam ausgeführten Bewegungsabläufen verfeinern Sie Ihre Wahrnehmung, lernen Ihre Bewegungsmuster kennen und erleben die oft überraschende Möglichkeit von Veränderung. Gerade für Menschen mit psychiatrischer Indikation geht es um das spielerische Kennenlernen dieser Methode und um den Austausch bezüglich ihres Einsatzes im Kontext von Selbsthilfegruppen!

 

 Dirk Kubatzki

... Dipl. Sportwissenschaftler und Trainer  

Bogenschießen

Bogensport ist ein echter Allrounder: Durch das Training werden Brust-, Nacken-, Schulter- und Rückenmuskulatur gestärkt, wodurch Ihre Wirbelsäule entlastet und Ihre Haltung stabiler wird. Langfristig kann dies Nacken- und Rückenschmerzen vorbeugen und lindern. Viel bemerkenswerter ist jedoch der mentale Aspekt dieser Sportart. Der/die Aktive lernt sich zu fokussieren und störenden Gedankenballast auszublenden. Durch das Wechselspiel zwischen An- und Entspannung wird eine tiefgehende Ausgeglichenheit und der Stressabbau gefördert.

 

 

Marco Haarhoff

... Mental- und Rehatrainer

 

 

Parkour

Parkour ist eine Kunst der Hindernisüberwindung. Bei diesen Hindernissen, kann es sich um Mauern, Geländer oder Treppen handeln. Aber genauso auch um Probleme, Ängste oder Unsicherheiten: Kann ich das schaffen? Was hält mich zurück? Wo liegen meine Grenzen und wie kann ich sie erweitern? Parkour kann uns helfen das Außen und Innen in eine ganzheitliche Verbindung zu bringen. Aus dem Training gewonnene Erkenntnisse, Erfolge und Stärke lassen sich gut in das eigene Leben integrieren und auf eigene schwierige Situationen anwenden. 

 

Madeleine Küsel

... Headcoach der ParkourONE Academy

Yoga

Yoga ist ein hervorragendes “Mittel”, um Ausgleich zu schaffen und Energiereserven wieder aufzufüllen. Mit Yoga werden Körper und Geist beweglicher, aber auch belastbarer und der stressige Alltag leichter. Angeleitete Meditation sowie einfache Dehn- und Kräftigungsübungen im Stehen und Liegen helfen Ihnen ein besseres Bewusstsein für Ihren Körper zu erlangen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Übungen „richtig“ oder „falsch“ durchgeführt werden. Viel wichtiger ist es, den eigenen Körper zu spüren, die eigenen Grenzen und Möglichkeiten kennenzulernen und sich ganz bewusst auf sich selbst einzulassen

 

Katrin Schorm, 

... zertifizierte Yogalehrerin (AYA) 

 

 

Bewegung, körperliche Aktivität und Sport in der Entstehung und Behandlung psychischer Erkrankungen

Psychische Erkrankungen gelangen immer stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Sei es durch die zunehmende Bedeutung bei Arbeitsunfähigkeit und Berentung oder durch vermehrte Information und Aufklärung.

In Abhängigkeit von Art und Schwere der psychischen Erkrankung stellen i.d.R. Medikamente und/oder Psychotherapie die Behandlung der Wahl dar. Ergänzend kommen z.B. Ergo-, Musik- und Maltherapie zur Anwendung. Aber auch Sporttherapie wird häufig insbesondere bei stationärer Behandlung angeboten. Für mehr und mehr psychische Erkrankungen gibt es inzwischen auch methodisch anspruchsvolle Studien, die die Wirksamkeit von Sporttherapie beschreiben. Am besten belegt ist diese Wirksamkeit inzwischen in der Depressionsbehandlung, in der Behandlung der Nikotinabhängigkeit und bei dementiellen Erkrankungen wie der Alzheimer Demenz.

Für diese therapeutische Wirksamkeit werden verschiedene biologische, aber auch psychologische Mechanismen verantwortlich gemacht. Körperliche Aktivität und Sport scheinen aber auch das Neuauftreten psychischer Erkrankungen zu beeinflussen. So gibt es inzwischen einige Studien, die für aktive Menschen ein geringeres Risiko beschreiben, eine Depression oder eine Angsterkrankung zu entwickeln. Sport könnte also auch in der Prävention psychischer Erkrankungen verwendet werden.  

...Prof. Dr. med. Andreas Ströhle, Leitender Oberarzt der Universitätsklinik Charité Berlin, Leiter der AG und Spezialambulanz für Angsterkrankungen

Rehasport - Von der Ausbildung zur Übungsleitung

 

Ambulanter Rehasport im Verein kann Menschen mit psychischer Erkrankung dabei helfen, eine positive Beziehung zum eigenen Körper zu entwickeln, die Wahrnehmung und Einschätzung des eigenen Selbst zu verbessern, die aktive Auseinandersetzung mit der sozialen und materiellen Umwelt zu unterstützen sowie soziale Beziehungen zu gestalten.

Eigenverantwortung für die Gesundheit zu stärken, dabei langfristig und nachhaltig zum selbständigen und eigenverantwortlichen Bewegungstraining zu motivieren (z. B. weiteres Sporttreiben in der bisherigen Gruppe), sind Zielstellungen, die bei der Bewältigung psychischer Erkrankungen einen besonderen Stellenwert besitzen.

In diesem Vortrag geht es neben den Wirkweisen von Bewegung und Sport auf die Menschen mit psychiatrischer Erkrankung auch um die Qualifizierung zum Übungsleiter und zur Etablierung entsprechender Gruppen im Rahmen des organisierten Sports.

 

Dirk Kubatzki

... Dipl. Sportwissenschaftler und Trainer

Sport- und Bewegungstherapie - Einsatzmöglichkeiten von Bewegung in der Therapie psychischer Erkrankungen

Die erfolgversprechenden Effekte von sport- und bewegungstherapeutischen Angeboten (Training) in der Behandlung von psychischen Erkrankungen sind mittlerweile sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich empirisch gut abgesichert. Die physiologischen und psychologischen Wirkfaktoren z.B. auf kardiovaskuläre Risikofaktoren können sich wiederum günstig auf Morbidität und Mortalität im weiteren Verlauf der Behandlung auswirken. Beispiele aus der Praxis und der theoretischen Umsetzung zeigen verschiedene Möglichkeiten auf.

 

 

Christina Terán

... Dipl. Sportwissenschaftlerin und Sporttherapeutin im Alexianer St. Hedwig Krankenhaus

In Kürze möglich.