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Über 1.000 Kinder lernten in den Herbstferien schwimmen

Eine Initiative von LSB, Sportjugend, Senatsbildungsverwaltung und Vereinen

Bei den Herbst-Ferienschwimmkursen für Grundschüler/-innen haben über 1.100 Kinder mit und ohne Behinderung ein Schwimmabzeichen erworben: 234 Schülerinnen und Schüler machten das Seepferdchen, 571 Kinder das Schwimmabzeichen in Bronze und 90 erreichten Silber.

Die Kurse organisierte der LSB mit seiner Sportjugend, dem Berliner Schwimm-Verband und Vereinen sowie mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Weil seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie die Berliner Bäder geschlossen hatten, konnte das Schulschwimmen nicht wie gewohnt stattfinden.

Foto: Jürgen Engler

Außerdem haben die Wasserfreunde Spandau 04 auf Initiative der Olympiateilnehmerin Yusra Mardini geflüchteten Kindern das Element Wasser näher gebracht:

Yusra Mardini Swim Camp für geflüchtete Kinder

Die Kinder aus den Gemeinschaftsunterkünften im Westend und in Spandau sprangen am Freitag begeistert ins Wasser – zur letzten Schwimmstunde des zweiwöchigen Intensivschwimmkurses. Auf Initiative der Olympiateilnehmerin Yusra Mardini haben die Wasserfreunde Spandau 04 zwei Gruppen von geflüchteten Kindern das Element Wasser näher gebracht.

Mardini, die selbst nach ihrer Flucht aus Syrien bei den Wasserfreunden unterkam und ihre Reise zu den Olympischen Spielen begann, hat schon lange die Idee im Kopf ihre Möglichkeiten zu nutzen und etwas zurückzugeben. Im Sommer hat sie dies mit ihrem Sponsorpartner Under Armour konkret geplant. Bereits im August fand ein Event zusammen mit dem Projekt SPORTBUNT des LSB Berlin statt. Unter anderem werden bei SPORTBUNT geflüchtete Menschen zu Trainern ausgebildet.

Nun folgte das Herzensprojekt für die 22-jährige Schwimmerin, die derzeit in Hamburg trainiert und auf die Teilnahme an den Olympischen Spiele in Tokio hofft. „Berlin, das ist aber der Ort, wo ich meine deutsche Heimat habe. Nicht nur, weil ich meine Familie und viele Freunde hier habe. Die Stadt und viele Berliner*innen haben mir und meiner Familie ein neues Leben ermöglicht und das werde ich nie vergessen.“ So war es für sie selbstverständlich die Idee des „Yusra Mardini Swim Camps“ mit ihrem Heimatverein Spandau 04 umzusetzen. In die Planung und Umsetzung ist der Verein federführend und wird durch SPORTBUNT unterstützt.

Sport-Integrationscoach Mohammed El Ouahhabi hat die Kontakte zu den Unterkünften der geflüchteten Kinder hergestellt und die Anmeldung mit den dortigen Sozialarbeiterinnen koordiniert. „Im Namen unseres Projekts „SPORTBUNT – Vereine leben Vielfalt!“ bedanke ich mich bei Spandau 04 und Yusra für die großartige Arbeit. Wir freuen uns auf eine baldige Wiederholung“, sagt El Ouahhabi begeistert.

Die insgesamt 30 Kinder wurden in beiden Wochen der Herbstferien von ihren Unterkünften abgeholt und zum Schwimmunterricht gefahren. Dort wurden sie im Wasser unterrichtet. Die vier Spandauer Trainerinnen und Trainer sind darin Experten. Unter ihnen ist auch Sven Spannekrebs, der ehemalige Trainer von Yusra Mardini. „Es hat den Kindern riesigen Spaß, was für uns das Wichtigste ist“, so Spannekrebs und ergänzt: „am Ende hat aber nicht jedes Kind Schwimmen gelernt.“

Die 5- bis 11-jährigen Mädchen und Jungen haben alle auch ihre eigene bewegende Fluchtgeschichte. Teilweise hatten sie große Angst vor Wasser und mussten behutsam herangeführt werden. Spannekrebs: „Unsere Erfahrungen zeigen aber generell bei Kindern jedweder Herkunft, dass die Vermittlung der Schwimmfähigkeit schwieriger geworden ist. Woran das liegt, wird gesellschaftlich ja jeden Sommer aufs Neue diskutiert. Um so wichtiger ist die Initiative von Yusra aus meiner Sicht. Denn die Familien in Gemeinschaftsunterkünften haben leider ganz andere Schwierigkeiten in ihrem Leben zu meistern, als über die Schwimmfähigkeiten ihrer Kinder nachzudenken.“

Eigentlich war es geplant, dass Yusra Mardini selbst die beiden Wochen als Trainerin begleitet. Doch leider haben die steigenden Zahlen Sars-Cov2-Infizierten in Berlin ihre Teilnahme verhindert. Nach den Regeln an ihrem Trainingsort, darf sie kein ausgewiesenes Risikogebiet besuchen, ohne danach in eine zweiwöchige Quarantäne zu gehen. Mardini: „Dass ich bei meinem eigenen Swim Camp nicht am Beckenrand stand, macht mich sehr traurig. Ich habe mich schon sehr darauf gefreut. Es ist schon enttäuschend, wenn man die Kinder nicht persönlich kennenlernt, und ihnen vielleicht auch etwas Persönliches mitgeben kann.“ Dass die Kinder trotzdem gut aufgehoben sind, daran hat sie keine Zweifel: „Ich kenne ja die Arbeit bei Spandau 04 aus meiner eigenen Erfahrung, von daher sah ich die Kinder in guten Händen. Ich danke ihnen und dem Landessportbund Berlin für ihren Einsatz und natürlich auch meinem Sponsor Under Armour, der die anfallenden Kosten übernahm.“ Text/Foto: Sven Spannekrebs

  • Schwimm-Intensivkurs