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Sportstätten an Oberstufenzentren

Parlamentarische Anfrage zeigt Wirrwarr bei Zuständigkeiten auf

Sportvereine nutzen in den meisten Fällen schulische Sportanlagen für ihre Angebote. Dafür sind sie auf gute Kommunikation und klare Zuständigkeiten angewiesen. Das zeigt sich im Zuge der Wiederaufnahme des Sportbetriebs während der anhaltenden Corona-Pandemie noch einmal deutlich. Wo nicht klar ist, an wen sich Vereine wenden sollen, wenn ihre Nutzungszeiten eingeschränkt oder verweigert werden, wo über sanierungsbedingte Schließungen nicht oder zu spät informiert wird und Sportarten nicht zugelassen werden wegen vermeintlicher Beschädigungen der Sportstätte, entsteht Unsicherheit und Frust bei Vereinsverantwortlichen. In vielen Fällen funktioniert das Vergabesystem ausreichend gut, um großen Unmut zu vermeiden und es gibt auch Beispiele hervorragender Zusammenarbeit zwischen Ämtern und Sportorganisationen.

Leider bilden Sportanlagen an Oberstufenzentren (OSZ) hier eine grundsätzliche Ausnahme. Das fängt schon bei den verworrenen Zuständigkeiten an: Betreiber ist die Berliner Immobilien GmbH (BIM), die wiederum der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) untersteht. Vergeben werden die Nutzungszeiten aber durch das bezirkliche Sportamt. Wenn es also zur Schließung einer OSZ-Sportstätte kommt, stehen Vereine oftmals ohne klare Informationen da. Die Halle ist zu, mehr weiß zuweilen auch das Sportamt nicht. Wann sie wieder aufmacht und wer bei der BIM Auskunft geben kann, ist vielen oft nicht klar. Diese Unklarheit hat auch dazu geführt, dass die OSZ-Hallen die letzten waren, die nach der Flüchtlingskrise wieder geöffnet wurden - fünf Jahre nach der Krise.

Dabei sind die OSZ-Anlagen allein wegen ihrer Größe eine der wichtigsten Infrastrukturen Berlins. Vereine haben oft Schlüsselverträge für diese Anlagen und profitieren von der Vielseitigkeit und Größe, um einen Großteil ihres Angebots durchzuführen.

Erstmals wurde nun im Abgeordnetenhaus gefragt, wie die formalen Zuständigkeiten sind und wer wann aktiv werden muss, wenn es zu einer Schließung kommt. Auch zu regulären Schließzeiten und Wartungsleistungen werden Aussagen getroffen. Zudem ist eine Liste aller Sportstätten in der Verwaltung der BIM angefügt. 

Die Antworten werfen teilweise weitere Fragen auf, weil etwa die Rolle der Sportämter nicht klar umrissen ist: mal ist von einer Absprache mit den Sportämtern die Rede, die getroffen werden muss, mal steuern die Sportämter die Vergabe eigenständig. Auch die angesprochenen Nutzungsregeln im Hinblick auf bestimmte Sportarten sind interessant. Das Beispiel Futsal hat es in der Vergangenheit schon gezeigt: Sportarten stehen im Verdacht, Schäden zu verursachen und werden daher nicht für bestimmte Anlagen zugelassen. Die tatsächliche Situation sieht jedoch anders aus und es gibt keinen Grund mehr, diese Sportart nicht zuzulassen (Floorball und Hockey sind ähnliche Fälle).

Der LSB bleibt an dem Thema dran und ruft alle Vereine und Verbände auf, sich zu melden, wenn es weiteren Klärungsbedarf gibt - nur durch Wissen über Ihre Erfahrungen und Probleme können wir tätig werden. 

Die Anfrage und die Antworten hierauf finden Sie HIER.


Text: David Kozlowski