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„Sport der Älteren“

Symposium der Landessportbünde Berlin und Brandenburg über Angebote für die Generation 60plus

Die Menschen leben länger. Das führt in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu neuen Überlegungen. So gesehen nahm das von den Landessportbünden Berlin und Brandenburg gemeinsam initiierte 6. Symposium „Sport der Älteren“ nur den Ball auf und versuchte in der Stadthalle von Falkensee Lösungen zu finden.

Gabriele Wrede, Seniorensport-Beauftragte des LSB Berlin, fand in ihrem Schlussplädoyer nur lobende Worte für die Diskussionen, die sechs Stunden dauerte. Es habe viele Anregungen gegeben, worauf sich die Vereine einstellen müssen, um für die ältere Generation ab 60 plus passende Angebote zu finden. Dabei sei bei allen Beteiligten ein Umdenken vonnöten, denn der Gesundheits- und Fitnesssport besitze oberste Priorität.

„Ein Blick zurück nach vorne“, so hieß das informative Impulsreferats von Dr. Rainer Fretschner, Professor an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. In seinem 45-minütigen Beitrag beschäftigte er sich mit den gesellschaftliche und gesundheitlichen Entwicklungen älterer Menschen, wobei er den Schwerpunkt auf den Sport legte.

Der Babyboom zwischen 1946 und 1964 und die geburtenstarken Jahrgänge führen bereits jetzt und vor allem in naher Zukunft zu erheblichen Auswirkungen und Konsequenzen. Und zwar in allen Lebensbereichen. Das bedeute beispielsweise auch eine Verdreifachung beim Pflegepersonal und bei der Altersarmut.

Um dem demographischen Wandel gerecht zu werden, kommt dem Sportverein eine große Bedeutung zu. Die Menschen wollen länger aktiv, fit und gesund bleiben. Das körperliche, kognitive und psychosoziale Training spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie das konkret aussehen kann, wurde in fünf Workshops ausgelotet.

Dabei ging es unter anderem um Themen wie „Alltags-Fitness-Test“, „Sturzprävention“ und „Moderne trifft auf Tradition“. Im letzteren Fall handelte es sich um die einerseits bekannten, klassischen Sportarten Wandern, Radfahren, Schwimmen, Gymnastik oder Tanzen und andererseits um neue Angebote wie Aqua Bouncing, Cardio Tennis, Klettern, Drums Alive, Disc- und Fußballgolf. Oder auch Tretroller – eine Neuerung beim TSV Wittenau. In punkto Sportstätten zeichnen sich ebenfalls gravierende Veränderungen ab. Es muss nicht immer eine Turnhalle sein. Es können auch Räume in Altersheimen und Kirchen genutzt werden. Oder in Parks.

Nicht selten wollen die Senioren ein Mitspracherecht haben. Sie äußern auch ihre Erwartungen. Deshalb haben Trainer oder Übungsleiter eine besondere Verantwortung. Wobei es nicht nur um eine gute Ausbildung geht, sondern auch um neue Ideen und Vorschläge. Deshalb muss der heutige Verein nicht nur flexibel und innovativ in seinen Angeboten sein, sondern auch daran denken, dass er sich immer mehr zu einer Solidargemeinschaft beziehungsweise Sozialstation entwickelt, wo sich vor allem die älteren Generationen wohl und geborgen fühlen können.

Weil all das zur Sprache kam, zog Gabrielle Wrede das Schlussfazit: Eine gelungene Veranstaltung, die sich für jedermann gelohnt hat, die Anregungen gab, was künftig zu tun sei und die den älteren Menschen aufzeigte, dass der organisierte Sport gewillt ist, künftig ihre Belange stärker als bisher zu berücksichtigen. Im Jahr 2050, so die Prognose, werden in Deutschland 36 Prozent der Bevölkerung 60 und älter sein. Text/Fotos: Hansjürgen Wille

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