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„So viele tolle Menschen sind in unseren Vereinen"

Sportentwicklungskonferenz des Landessportbunds Berlin über „Personalentwicklung im Verein – Ehrenamt und Hauptamt"

Im Sport ist viel in Bewegung. Die Vereine stehen vor großen Herausforderungen. Deshalb hat der LSB vor einem Jahr die Diskussionsreihe „Sport.Vereine.Zukunft: Berlin“ gestartet. LSB- und Vereinsvertreter, Politiker und Wissenschaftler tauschen ihr Wissen und ihre Erfahrung aus. Es ging schon um informellen Sport, sozialen Wandel, Mitbewerber, Digitalisierung und Sportstätten. Aber eines der wichtigsten Themen stand am Wochenende bei der Sportentwicklungskonferenz auf der Tagesordnung: „Personalentwicklung im Ehren- und Hauptamt.“

„Die Gesellschaft verändert sich,“ sagte LSB-Vizepräsidentin Claudia Zinke. „Unser großes Problem ist, Personal zu finden und langfristig zu binden.“ Professor Dr. Jens Rowold von der TU Dortmund sprach in seinem Referat über die besondere Verantwortung der Führungskräfte. Es sei ihre Aufgabe, positiv nach vorn zu blicken.

„Die Mitglieder können dann besser das Tagesgeschäft meistern“, sagte er. Wie Ehrenamtliche entlastet und Kräfte gebündelt werden können, erläuterte Johannes Mörbe von „Sportvereine in Remseck e. V.“ bei Stuttgart. Mehrere Vereine haben einen Dachverband gegründet und trotzdem ihre Eigenständigkeit bewahrt.

Rund 50 Vereinsvertreter waren in die Berliner Stadtmission gekommen. Sie diskutierten heiß in den Workshops. Fest stand am Ende auf jeden Fall, wie es LSB-Abteilungsleiterin Anke Nöcker formulierte: „Es gibt viele Herausforderungen. Aber es gibt auch viele tolle Menschen, die wuppen das.“

Claudia Zinke zog das Fazit: „Es geht darum, mit den Vereinen noch stärker ihre Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten und sie in den Kiezen als Hauptattraktion darzustellen.“

Text: Angela Baufeld,

Fotos: Jürgen Engler

Bildunterschriften

Professor Dr. Jens Rowold von der TU Dortmund, Lehrstuhl für Personalentwicklung und Veränderungsmanagement, hat in den letzten 15 Jahren 500 Studien ausgewertet. Daraus ermittelte er Eigenschaften, die für Führungskräfte in Vereinen wichtig sind, wenn sie ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen und binden wollen: Vorbild sein, Teamgeist ausstrahlen, Wertschätzung gegenüber den anderen zeigen, innovativ sein und Leistungsbereitschaft vorleben.

Johannes Mörbe stellte „Sportvereine in Remseck e. V.“ vor. Der Dachverband mehrerer kleinerer Vereine in der Stadt am Neckar wurde 2013 gegründet und hat 4.500 Mitglieder. Er übernimmt für seine Vereine die Mitgliederverwaltung und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Er organisiert Bewegungsangebote in Schulen und Kitas, gründet Kooperationen und unterstützt die Ehrenamtlichen. Die Geschäftsstelle hat vier hauptamtliche Mitarbeiter.

LSB-Präsident Thomas Härtel (li.) und Sportsenator Andreas Geisel (re.) waren sich einig, dass insbesondere Vereine mit 1000 bis 2000 Mitgliedern mehr Geld für hauptamtliche Unterstützung brauchen.

Wie kann das Ehrenamt noch besser unterstützt werden? Darum ging es bei der Podiumsdiskussion mit LSB-Vizepräsidentin Claudia Zinke (mi.) und den sportpolitischen Sprechern im Abgeordnetenhaus: Philipp Bertram von den Linken (li) und Dr. Nicola Böcker-Giannini von der SPD (2.v.r.) und Dr. Susanna Kahlefeld (re.) von Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist Mitglied u. a. im Ausschuss für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation.

Anja Herzog vom SV Luftfahrt Ringen war in dem Workshop „Qualifizierung schafft Qualität“. Sie fand gut: „Man hat gemerkt, dass man mit vielen Herausforderungen nicht allein ist. Es wird etwas getan.“

  • Thomas Härtel, Andreas Geisel
  • Podiumsdiskussion
  • Prof. Rowold hielt einen Impulsvortrag.
  • Referent Johannes Mörbes
  • Anja Herzog von SV Luftfahrt Ringen