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„Ich bin stolz auf euch, macht weiter so!“

Yusra Mardini und LSB-Vizepräsidentin Claudia Zinke überreichten Masken an Geflüchtete, die der LSB zu Trainerinnen und Trainern ausbildet

„Die Kobra..., der Schwimmer..., die Katze...!“ Eine Trainierin macht die Übungen vor. Ghadeer Bouta führt sie exakt aus. Sie ist nicht nur sportlich, sondern kennt sich auch in der Theorie aus. Die 30-Jährige aus Syrien gehört zu den sechs Frauen und 14 Männern, die zurzeit an der Gerhard-Schlegel-Sportschule des Landessportbunds zu Breitensport-Übungsleitern und -Übungsleiterinnen mit B-Lizenz ausgebildet werden. Sie sind aus Syrien, Afghanistan, Turkmenistan, aus dem Irak und dem Iran nach Deutschland gekommen. Im Rahmen des LSB-Projekts „Sportbunt – Vereine leben Vielfalt” haben sie gemeinsam mit weiteren 120 Geflüchteten schon die erste Lizenzstufe – die C-Lizenz - absolviert. Jetzt sind sie die Ersten, die in diesem Projekt die B-Lizenz erwerben.

„Ich bin stolz auf euch, macht weiter so“, sagt Yusra Mardini. Die 22-jährige syrische Schwimmsportlerin ist durch ihre Flucht und ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio als Mitglied des Teams Refugee Olympic Athletes weltbekannt geworden. Vor den Geflüchteten, die die Trainer-Ausbildung beim LSB machen, hat sie großen Respekt: „Ihre Geschichte ist teilweise noch härter als meine“, sagt sie. „Eine erzählte mir, sie hat ihre Mutter auf der Flucht verloren.“

Yusra Mardini lebt jetzt in Hamburg. Sie sagt, sie sei gern extra zum LSB Berlin gekommen, um die Masken zu überreichen, die sogar fürs Training geeignet sind. Das wurde gleich vor der Gerhard-Schlegel-Sportschule bei einem gemeinsamen kurzen Workout unter Beweis gestellt.

Auch LSB-Vizepräsidentin Claudia Zinke machte auf der Matte mit. Sie sagte den künftigen Trainern/-innen mit B-Lizenz: „Ihr seid die neuen Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen, die dann bei euch in den Vereinen trainieren. Ihr wisst, wie Sport verbinden und die Integration voranbringen kann. Ich freue mich darüber.“

Einige der 20 Geflüchteten wollen sogar noch die A-Lizenz machen. Auch Ghadeer Bouta. Sie arbeitet schon als Trainerin im Fitnessbereich. Bei Spannkraft e. V. trainiert sie Frauen aus einer Flüchtlingsunterkunft. Außerdem hat sie im August eine schulische Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau begonnen. Sie sucht jetzt noch dringend einen Ausbildungsbetrieb. „In einem Verein zu arbeiten, das ist mein großes Ziel.“ Angela Baufeld

Fotos: Jürgen Engler

Ein kurzes Video ist hier zu sehen.

 

 

  • Yusra Mardini und Claudia Zinke übergeben Masken.
  • Gemeinsames Workout
  • Vor der Gerhard-Schlegel-Sportschule
  • Ghadeer Bouta aus Syrien