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Die neue SPAN ist da

Mehr Licht als Schatten für Berlins Sport

Es ist eine neue Version der Sportanlagennutzungsvorschriften (SPAN) in Kraft getreten, nachdem die alte Version turnusmäßig nach zehn Jahren erneuert werden musste. An der Erarbeitung der neuen Vorschriften waren u.a. Bezirke, Bildungsverwaltung und auch der LSB beteiligt. Ziel war es, eine für alle Seiten praktikable und nutzerfreundliche Grundlage des Sports in Berlin vorzunehmen. Eine Befürchtung hat sich dabei nicht bewahrheitet, wie LSB-Präsident Thomas Härtel betont: „Der organsierte Sport bleibt – hinter den Schulen – die Nummer Eins bei der kostenfreien Nutzung öffentlicher Sportstätten. Erst danach kommen andere Nutzerinteressen. Das ist mehr als ein wichtiges Zeichen, das ist existenziell für unsere Vereine und Verbände.“

Gelungen ist der Einsatz des LSB bei den Verhandlungen da, wo es um eine Vereinheitlichung von Vergabezeiträumen geht. In Zukunft startet der Vergabezeitraum am 1.10., bei halbjährlicher Vergabe zusätzlich am 1.4. Schulen haben ihre Bedarfe zu einem verbindlichen Stichtag vorher einzureichen, die Vergabe der Nutzungszeiten an förderungswürdige Sportorganisationen und alle anderen Nutzer ist damit besser möglich. Auch dass Schulen Samstagvormittags automatisch Sportanlagen nutzen können, gehört der Vergangenheit an. War es vorher so, dass die Vergabe wie auch unter der Woche bis 16 Uhr den Schulen vorbehalten war, können Berlins Sportvereine nun das ganze Wochenende ohne Mehraufwand die Sportstätten nutzen. 

Aber nicht alle Forderungen des LSB, die auch aufgrund von zahlreichen Eingaben aus Sportverbänden und -vereinen verhandelt wurden, haben Berücksichtigung gefunden. Ein Beispiel ist die Erhöhung der Pachtzinsen und der Nutzungsentgelte. Hier kommt es faktisch zu einer finanziellen Mehrbelastung für einige Vereine mit gepachteten Grundstücken. Gegenüber ortsüblichen Preisen stehen unsere gemeinnützigen Sportorganisationen zwar noch immer besser da als andere, aber eine zusätzliche Belastung von teilweise einigen Hundert Euro jährlich muss vom Sport erst einmal gestemmt werden. Hier können wir nicht zufrieden sein, auch weil unser Vorschlag, eine zusätzliche Bemessungsstufe beim Jugendanteil einzuführen und dadurch steigende Pachtzinsen zu kompensieren, letztlich nicht beschlossen wurde.

Bei Veranstaltungen wird künftig der Blick darauf gerichtet, wie viele Teilnehmer/-innen insgesamt zugegen sind. D.h. bei entgeltpflichtigen Nutzungen werden auch Zuschauer/-innen und passive Anwesende gezählt und entsprechend berechnet. 

Auch beim Thema Nachhaltigkeit hat sich etwas geändert. So ist künftig darauf zu achten, dass Mehrweggeschirr bei Sportveranstaltungen genutzt wird. Eine Maßnahme, die schon viele Vereine durchführen und die auch der LSB nur unterstützen kann. Strenger wird es in Zukunft bei der unangemeldeten Nichtnutzung von Zeiten an öffentlichen Sportanlagen und bei der unrechtmäßigen Weitergabe von Nutzungszeiten unter Nutzenden zugehen. Hier sind Strafen verschärft worden, auch um die Verteilungshoheit der Vergabestellen zu stärken.

LSB-Präsident Thomas Härtel kommentiert die neue SPAN mit einem Appell an die öffentliche Verwaltung: „Wir haben sicher an der ein oder anderen Stelle Bauchschmerzen und finden längst nicht alles gut, was in der neuen SPAN steht. Auf der anderen Seite gibt es eindeutig Erleichterungen für den Berliner Sport, die uns insgesamt zuversichtlich auf die nächsten zehn Jahre der Gültigkeit der Vorschriften blicken lassen. Bei alledem heißt es aber: Jede Vorschrift ist nur so gut, wie sie gelebt wird. Beim Thema Digitalisierung und einheitliche Vergabe muss die Verwaltung jetzt dringend aktiv werden, sonst ist vieles in der SPAN nicht mehr als ein Papiertiger. Der LSB unterstützt die öffentliche Verwaltung dabei sehr gern. Es geht ja auch um unsere Sportplätze und -hallen.“

Hier geht's zur neuen SPAN.

Text: David Kozlowski
Foto: Jürgen Engler

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