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Der Berliner Sport verliert 5 Prozent seiner Mitglieder

Erstmaliger Rückgang seit 13 Jahren. Größte Verluste im Turn- und Freizeitsport, Behindertensport und Schwimmen.

Der organisierte Sport in Berlin hat im ersten Jahr der Corona-Pandemie 33.117 Mitglieder verloren. Zum 1. Januar 2021 sind nach der Statistik des Landessportbunds Berlin (LSB) in Berlin 662.076 Menschen in den Berliner Sportvereinen organisiert. Das bedeutet einen Rückgang von 4,76% zum Vorjahr. Zum 1. Januar 2020 waren noch 695.193 Menschen in Berliner Sportvereinen organisiert. LSB-Präsident Thomas Härtel sagt: „Wir sind auf der einen Seite sehr dankbar, dass der überwältigende Teil der Mitglieder ihren Vereinen trotz der ausgefallenen Angebote die Treue gehalten hat. Das ist ein großartiges Zeichen für die Solidarität im Sport und der beste Beweis, dass die Sportvereine keine reinen Dienstleister sind, sondern ganz besondere Gemeinschaften. Auf der anderen Seite bedauern wir jeden einzelnen Austritt. Wir brauchen dringendst Öffnungen für mehr Sport, nicht nur für unsere Mitglieder in den Vereinen, sondern auch als unverzichtbares Angebot zur Gesundheitsförderung und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt.“

Die Berliner Sportvereine haben 14.894 männliche und 18.223 weibliche Sporttreibende als Mitglieder verloren. Mit dem Rückgang auf 662.076 Mitgliedschaften ist der organisierte Sport auf den Stand von 2018 zurückgefallen. Zugleich bedeuten die Zahlen den ersten Mitgliederrückgang seit 13 Jahren. Die größten Rückgänge verzeichnet der Sport bei Verbänden mit Sportarten, die im Innenbereich stattfinden und bei den Kontaktsportarten.

Besonders in der Altersgruppe der 0-6-Jährigen sind mit einem Rückgang von 12.087 Mitgliedschaften (-28,95%) die die meisten Austritte zu verzeichnen. Hier zeigen sich besonders die negativen Auswirkungen der Pandemie. Die erfolgreichen Kooperationen der Vereine mit den Kitas konnten seit fast einem Jahr nicht fortgeführt werden. Auch in der Altersgruppe zwischen 7 und 14 Jahren ist der Rückgang überdurchschnittlich. „Die Pandemie hat auch die natürliche Fluktuation zwischen Austritten und Neueintritten unterbrochen. Der Mitgliederrückgang gerade bei den Kindern und Jugendlichen muss besonders zu denken geben. Gerade diese Gruppe braucht jetzt Bewegung. Umso unverständlicher ist für uns, dass der Senat nicht den Beschluss der Ministerpräsident*innen-Konferenz umgesetzt hat und den 13- und 14-Jährigen als einziges Bundesland Sportangebote verwehrt“, sagt LSB-Präsident Härtel.