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Bezirk sperrt Sportvereine aus

Bezirkssportbund und LSB: Foulspiel gegen Sportvereine in Tempelhof-Schöneberg

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bescheinigt Sportvereinen einen verantwortungsbewussten Umgang mit bestehenden Hygieneauflagen – und sperrt sie aus Gründen des Infektionsschutzes in den Herbstferien aus. Das passt für den Bezirkssportbund und den Landessportbund Berlin irgendwie nicht zusammen.

Am vergangenen Freitag hatten noch alle Sportamtsleitungen der Berliner Bezirke und die Senatsverwaltung im Manfred von Richthofen-Haus des Landessportbunds Berlin einhellig die Meinung vertreten, die Sportvereine gingen insbesondere in den gedeckten Sportanlagen sehr verantwortungsbewusst mit den bestehenden Auflagen um und hielten sich sportartübergreifend an die Hygienekonzepte.

Kaum aus der Tür heraus, verkündet Tempelhof-Schöneberg in einem Schreiben an alle Sportvereine des Bezirks die Schließung seiner Sportstätten für den Trainingsbetrieb bis zum Ende der Herbstferien. Das Bezirksamt begründet seine einsame Entscheidung mit steigenden Infektionszahlen und zum Schutze der Gesundheit von Sportlern und ihren Angehörigen. Ausgenommen seien „bereits genehmigte Punktspiele der einzelnen Sportarten in gedeckten Sportanlagen“ sowie „Spielansetzungen und Trainings auf ungedeckten Sportanlagen.“ Vereine sollten selbst entscheiden, ob sie dafür die Verantwortung tragen wollen.

Der Bezirkssportbund Tempelhof-Schöneberg und der Landessportbund Berlin sind der Meinung: Die Aussetzung des Trainingsbetriebs in den Hallen ist ein Foulspiel gegen Sportverbände und -vereine, die gemeinsam mit dem Landessportbund Hygienevorschriften für ihre Sportarten entwickelt und vorgelegt haben. Es steht außer Frage, dass für den Landessportbund Berlin gerade aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens die Gesundheit der Bevölkerung an oberster Stelle steht. Gleichzeitig gibt es bislang keinerlei signifikante Ausbreitung der Pandemie durch und in Sportvereinen, weder im Wettkampf- noch im Trainingsbetrieb. Auch die aktuelle Infektionsschutzverordnung sieht keine weiteren Einschränkungen des Sportbetriebs vor.

Ungeachtet dessen fallen nun in Tempelhof-Schöneberg die für die Vereine so wichtigen Trainingszeiten im Handball, Turnen, Tischtennis, Basketball und in anderen Sportarten weg. Fehlendes Training sorgt auch für ungleiche Voraussetzungen im Spielbetrieb. Die negativen Auswirkungen betreffen somit nicht nur den Breitensport, sondern auch die Vorbereitungen auf Turniere und länderübergreifende Wettbewerbe.

Der Bezirkssportbund Tempelhof-Schöneberg und der Landessportbund Berlin fordern das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg daher gemeinsam auf, Einzelanfragen von Sportvereinen in Ihrem Bezirk zum Training in den Herbstferien wohlwollend zu prüfen, damit auch in den Herbstferien trainiert werden kann.

Oliver Weiß