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32 Geflüchtete erhielten Übungsleiter-Lizenz

Ausbildung und Feierstunde an der Gerhard-Schlegel-Sportschule des LSB Berlin

Für Salam Awaida Alabbas (27) aus Syrien geht ein großer Wunsch in Erfüllung: „Ich freue mich sehr, wenn ich jeden Donnerstagnachmittag drei Stunden in einem Schwimmverein Kinder trainieren kann.” Das Rüstzeug dafür erhielt sie an der Gerhard-Schlegel-Sportschule, wo der Landessportbund in den Sommerferien 32 geflüchtete Menschen zu Übungsleitern ausbildete. Sie wissen jetzt, wie sie Gruppen leiten, eine Trainingsstunde unter methodischen und trainingswissenschaftlichen Gesichtspunkten aufbauen und Sportler gesund und verletzungsfrei trainieren. Neben Theorie- und Praxis-Stunden haben sie auch einen Erste-Hilfe-Kurs sowie zahlreiche Sportkurse absolviert und parallel in ihren Vereinen hospitiert.

„Alle Teilnehmenden haben die Prüfung mit Bravour bestanden. Viele mit voller Punktzahl”, sagte Joana Seydel von der Gerhard-Schlegel-Sportschule bei der Übergabe der Lizenzen in einer Feierstunde. Sie erinnerte daran, dass es für diese Ausbildung rund 60 Bewerberinnen und Bewerber gab, die Anfang Juni zu einem Kennenlern-Tag in die Sportschule kamen. Nicht alle von ihnen konnten angenommen werden. Es kam auf die Mitgliedschaft in einem Verein und vor allem auf gute Deutsch-Kenntnisse an, denn der Unterricht fand auf Deutsch statt. Dennoch gab es je einen Dolmetscher für Arabisch und Farsi. Die Sprachkenntnisse der Kursteilnehmer sind inzwischen so gut, dass sie die Sportschule bei der Erarbeitung einer Arbeitshilfe unterstützen konnten, die in leicht verständlicher Sprache bei der Ausbildung von Trainerinnen und Trainern hilft.

„Sie haben meinen großen Respekt, weil Sie Großes geleistet haben in einem fremden Land”, sagte Klaus Böger zu den Absolventen, die zwischen 16 und 56 Jahre als sind und im Irak, Iran, in Syrien, Afghanistan, Somalia, Gambia und Senegal als Sportwissenschaftler, Lehrer, Zahntechniker, Agrarwissenschaftler oder Elektromechaniker gearbeitet haben.

„Wir brauchen Sie auch”, so Klaus Böger. „Berlin ist eine internationale Stadt, in der Sie sich wohlfühlen sollen und der Sie mit dieser Ausbildung auch etwas geben können.”

Die Trainer-Ausbildung der Geflüchteten ist eine Initiative des LSB-Projekts „SPORTBUNT - Vereine leben Vielfalt” und wurde vom Senat im Rahmen des Masterplans „Integration und Sicherheit” finanziert. Schon im vergangenen Jahr hatte der LSB 40 geflüchtete Menschen zu Übungsleitern ausgebildet.

„Mit dem Projekt SPORTBUNT unterstützt der Landessportbund die Integration. Die Übungsleiterausbildung ist ein Beispiel dafür. Wir helfen den geflüchteten Menschen und unseren Vereinen”, sagt LSB-Vizepräsidentin Claudia Zinke. Abdal Rahan Al Musa (21) aus Syrien ist dankbar dafür. Er kam vor drei Jahren nach Deutschland und legt gerade sein Abitur ab. Zugleich hat er die Übungsleiter-Ausbildung abgeschlossen. Für ihn ist „die Ausbildung ist ein gute Möglichkeit, Zugang in die deutsche Gesellschaft zu finden”.

Ein kurzes Video über die Ausbildung steht hier.

Fotos: Jaro Suffner

Fotos:

• Gruppenfoto mit allen Beteiligten

• Dr. Christian Haberecht, Leiter der Gerhard-Schlegel-Sportschule, eröffnet die Feierstunde 

• Klaus Böger und Claudia Zinke überreichen die Lizenzen

• Joana Seydel und Dr. Timo Schädler, Leiter der Akademie von Special Olympics Deutschland, stellen das neue „Wörterbuch in leicht verständlicher Sprache - Eine Arbeitshilfe für die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern" vor 

 

 

  • ÜL-Ausbildung Geflüchtete 2018 Gruppe
  • ÜL-Ausbildung Geflüchtete 2018 Feierstunde
  • ÜL-Ausbildung Geflüchtete 2018 Übergabe
  • ÜL-Ausbildung Geflüchtete 2018 Leichte Sprache