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Urban Sport & Health in Berlin

Ideen für eine sportliche Stadt der Zukunft

Welcher Ort passt besser zum Thema "Stadtsport und Gesundheit" als ein ehemaliges Stadtbad, dessen Boden bis auf Beckenrandhöhe nach oben gefahren wird – das Wasser bleibt darunter im Becken – und Platz bietet für Veranstaltungen. So gesehen auf dem Kongress Urban Sport & Health, zu dem die Senatsverwaltung für Inneres und Sport, die Humboldt-Universität Berlin und das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz am 19. und 20. November nach Berlin einluden. 

Dort diskutierten 300 Experten aus Stadtentwicklung, Politik und Verwaltung, IT- und Digitalwirtschaft, Sportlerinnen und Sportler, Aktive in den Verbänden und Vereinen und Vertreterinnen und Vertreter aus den Kommunen über die sportliche Zukunft der Hauptstadt.

Wie kann eine Stadt aussehen, in der sich Menschen mehr und gern bewegen?  

Sportsenator Andreas Geisel setzte die Messlatte für diesen Kongress auch gleich hoch an, indem er sich Impulse für andere Bundesländer erhofft. Die Sportinfrastruktur der wachsenden Hauptstadt stehe vor großen Herausforderungen und folglich müsse der Sport in der Stadtinfrastruktur immer und in Zukunft noch viel stärker mitgedacht werden. Besonders der Bedarf an ungedeckten Sportflächen innerhalb des S-Bahn-Rings sei ein Problem. Wo freie Flächen ausgehen, müssten bestehende Flächen, wie zum Beispiel Grünanlagen, intensiver genutzt werden. Ein gutes Beispiel sei der Gleisdreieckspark. 

Er appellierte an die Gesundheitsverwaltung, den Impuls aufzunehmen und gemeinsam mit den Krankenkassen Gesundheitsprävention zu betreiben. Gesundheitssenatorin Kolat wies in diesem Zusammenhang auf die über 20.000 qualifizierten Angebote im Programm "Sport Pro Gesundheit" hin, das vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer entwickelt und vom Landessportbund Berlin erfolgreich umgesetzt wird. Es stelle sich aber die Frage, wo wir noch besser werden können und wie die vielen Angebote in einem Gesamtkonzept gebündelt werden können. 

Welche Chancen bietet die Digitalisierung, um Sport für alle möglich zu machen? 

In den vergangenen acht Jahren bewegen sich die Deutschen knapp 20 Prozent weniger. Während Aktive ihrem Gesundheits- und Schönheitsideal folgen, fehlt es Inaktiven meistens an Zeit, Lust und Geld. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Angebote gebe. Die Lösung: Instantfun. Der Sport müsse wieder zu den Leuten kommen und nicht umgekehrt. Eine These von Günther Lohre, einem ehemaligen Leichtathleten, der über das Thema Sport 4.0 referierte. Man müsse den Sport-Bedarf der modernen digitalen Gesellschaft anpassen, die fit und zugleich ausgeschlafen zur Arbeit gehen müsse.