Coronavirus

Lockerungen in der Corona-Zeit

LSB erläutert Verordnung vom 9. Mai 2020

Die neue Verordnung des Senats zur Eindämmung von Corona ist seit dem 9. Mai in Kraft und verlangt nach einer kurzen Einordnung. Es gibt vereinfacht gesagt zwei Sichtweisen auf diese Verordnung: Einerseits gibt sie Anlass zur Zufriedenheit. Denn erstmals sind nun vom 15. Mai an auch Angebote von Sportvereinen möglich. Mit der Definition von bis zu acht Sportlerinnen und Sportlern inklusive Betreuungspersonal pro Gruppe ist in Berlin mehr erlaubt als in fast allen anderen Bundesländern. Überhaupt ist damit für Sportvereine möglich, was im öffentlichen Raum noch untersagt ist: die Versammlung von Gruppen. Im Austausch mit anderen Landessportbünden haben wir festgestellt, dass wir durchaus um diesen Status beneidet werden, auch was die Zulassung von Wettkampfsport vom 25. Mai an betrifft.

Doch es gibt eben noch ein Andererseits an dieser Verordnung. Es steht noch kein Termin fest, wann Sport auch in gedeckten Anlagen, also in Hallen und überdachten Sportanlagen möglich sein wird. Und weil Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland in dieser Frage vorgeprescht ist, schauen wir nun mit einer gewissen Sehnsucht nach NRW. Um es deutlich zu sagen: Wir hätten uns schon jetzt eine Öffnung für den Vereinssport in der Halle gewünscht. Und wir hatten dem Senat schon sehr früh mit unserem gemeinsam mit Professor Dr. Bernd Wolfarth von der Charité erarbeiteten 10-Punkte-Kriterienkatalog aufgezeigt, wie das auch unter Einhaltung der aktuell geltenden Abstands- und Hygienevorschriften geht. Nun erwarten wir diesen Schritt in der nächsten Lockerungsstufe.

Wie immer gibt es auch diesmal viele einzelne Fragen zur Verordnung. Wir haben wieder versucht, unsere FAQ auf unserer Internetseite so zu aktualisieren, dass möglichst viele davon beantwortet werden. Für weitere Fragen dazu stehen Ihnen natürlich auch weiterhin unsere Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung, allen voran Alexander Fuchs (030/30002-113, afuchs@lsb-berlin.de) und Antje Mantau (030/30002-135, amantau@lsb-berlin.de).

Um einiges schon an dieser Stelle zu beantworten: Leider sieht die Rechtsverordnung eben noch die Beschränkungen für Sport in geschlossenen Räumen vor, Tennis darf also im Freien gespielt werden, in der Halle aber nicht usw. Für Vereinsgaststätten gelten nun immerhin die gleichen Regeln wie für andere gastronomische Betriebe auch. Sport darf jedoch in Vereinsgaststätten und in Anlagen mit gastronomischer Anbindung nicht stattfinden. Vereine, die vor allem Hallensportarten anbieten, haben bislang leider noch keine Möglichkeit, mit einer Kleingruppe in den öffentlichen Raum auszuweichen, denn dort gelten die strengeren Kontaktbeschränkungen. Wir befinden uns derzeit in Gesprächen, um auch dies zu ermöglichen. Was schon jetzt einen Versuch wert ist: Beim Sportamt des eigenen Bezirks nachzufragen, ob auf den Sportplätzen noch eine Ecke frei ist für eine Kleingruppe. Denn nicht jeder Verein braucht den ganzen Platz und es gibt auch Nebenflächen, die in diesen Zeiten besser sind als nichts.

Vom 25. Mai an wird dann auch unter bestimmten Bedingungen wieder der Wettkampfbetrieb gestattet sein. Dazu müssen Konzepte bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport vorgelegt werden. Es reicht dabei nicht, einfach nur das Konzept des nationalen Spitzenverbandes zu verlinken. Die Senatsverwaltung erwartet dabei schon einige Stichpunkte, wie das sinnvollerweise angehängte Konzept des Spitzenverbandes auf Berlin übertragen werden kann. Dann kann es auch damit wieder losgehen.

Auch bei uns im Landessportbund geht es nun stufenweise wieder voran. Wir holen Kolleginnen und Kollegen nach und nach aus der Kurzarbeit zurück, vor allem die Sportschule fährt ihren Betrieb rasant wieder hoch, denn gerade für den Bereich Bildung und Qualifizierung ist diese Zeit eine Gelegenheit, neue Vermittlungsformate erst auszuprobieren und dann auch gleich fest einzuführen. Auch unseren Jugendferienpark in Ahlbeck, der auch Berliner Vereinen offensteht, versuchen wir Ende des Monats wieder zu öffnen. Sehr interessant sind die Möglichkeiten für Vereine im Programm „Schule und Sportverein/-verband“, in Schulen Bewegungsangebote in den Pausen und in der Mittagszeit zu machen. Hier ist Johanna Suwelack von der Sportjugend die richtige Ansprechpartnerin (030/30002-170, jsuwelack@sportjugend-berlin.de).

Auf eine digitale Veranstaltung möchten wir Sie noch gerne hinweisen. Am Mittwoch, den 20. Mai um 13 Uhr diskutieren Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki, Elke Duda, Vorstand des TSV Wittenau und LSB-Präsident Thomas Härtel unter der Moderation von VBKI-Geschäftsführer Udo Marin über die Frage: Move at Home – Wie geht es weiter mit dem Sport in Berlin? Finanzielle Hilfen für Vereine spielen dabei ebenso eine Rolle wie die weiteren Möglichkeiten für Profi- und Breitensport.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wir hoffen, dass Sie weiter gut durch diese kritische Phase kommen. Die nächste Nachricht erhalten Sie von uns, wenn der Rettungsschirm des Senats für Vereine und Verbände nun endlich aufgespannt ist und Sie Ihre Einnahmeausfälle verbindlich melden können.

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