Chronik der Pandemie

Demaskierung der Politik: Die Kinder wurden vergessen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) geht mit gutem Beispiel voran: Sowohl für die Amateure als auch die Profis startet er eine große Corona-Impfkampagne. Bundestrainer Hansi Flick „Nur im Team können wir die Corona-Pandemie überstehen – indem jeder für sich und seine Mitmenschen Verantwortung übernimmt. Impfen ist unser sicherster und schnellster Weg zurück zur Normalität. Lasst ihn uns alle gemeinsam gehen“. Die DFB-Kampagne beginnt anlässlich der WM-Qualifikationsspiele der Männer und Frauen und wird mit den übrigen Heimländerspielen der Männer, der Frauen und der U 21 bis zum Jahresende fortgeführt. Zum Einsatz kommen vor allem Impfbusse. Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg spricht die Hoffnung aus, „dass unser Leben bald wieder so ist wie vor der Pandemie, mit gemeinsamen Begegnungen und Nähe in einer unbeschwerten Atmosphäre“. Motto der Impfkampagne „Schiri, ich hab‘ schon gelb“.

Süddeutsche Zeitung vom 2. September 2021

Mit einem Aufruf an die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes unterstützt die Deutsche Sportjugend die deutschlandweite Aktionswoche der Bundesregierung „#HierWirdGeimpft“. Innerhalb der Strukturen des Vereinssports bestehen gute Möglichkeiten über die sozialen Medien und als Teil der Vereinsauftritte Impfaktionen kommunikativ zu verbreiten und eigene, niedrigschwellige Impfangebote der Sportvereine zu machen. Ziel muss es sein, dass der Sport in Deutschland nicht wieder zum Erliegen kommt.

Deutsche Sportjugend vom 9. September 2021

In den letzten Wochen wurde verstärkt die Folgen von Corona bei Kindern und Jugendlichen in den Fokus der Pandemie-Berichterstattung genommen. Der Vorstand der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) fordert jetzt vom Bundestag die Einrichtung einer Enquete-Kommission. Anlass ist die Auswertung unterschiedlichster ärztlicher Studien, die alle bisherigen Befürchtungen bestätigt. Neben Essstörungen und Übergewicht bei Jugendlichen weist der DAK-Report auch auf eine verstärkte Spielsucht im Internet durch geschlossene Schulen und einen deutlichen Anstieg bei Diabetes Typ-1 hin. So soll nach der Bundestagswahl eine Enquete-Kommission die Auswirkungen von Corona analysieren und langfristige Konzepte entwickeln. Handlungsbedarf sieht auch Hans-Iko Huppertz von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin: „Deutschland hat während der Pandemie in den letzten anderthalb Jahren seine Kinder vernachlässigt und bei den Familien zum Teil bleibende überwiegend psychosoziale Schäden hinterlassen“.

Tagesspiegel vom 9. September 2021

Nun gibt es den Pieks auch beim LSB. Zu einer offenen Impfaktion lädt der Landessportbund Berlin für den 15. September in das Manfred-von-Richthofen Haus ein. LSB-Präsident Thomas Härtel: „Wir hoffen, auf diesem Weg noch weitere Menschen zu erreichen und wollen so unseren Beitrag zur Erhöhung der Impfquote leisten“. Der Impftag ist von 8 bis 18 Uhr im großen Zelt auf den Terrassen für alle Interessierten offen. Auch der leitende Olympiaarzt, Prof. Dr. Bernd Wolfarth von der Charité, wird einen Teil der Impfungen vornehmen. Bereits am ISTAF-Sonntag zuvor wurden den Besuchern Impfangebote gemacht.

Landessportbund Berlin vom 9. September 2021

Christine Richter und Jens Anker berichten über die anstehenden Senatsentscheidungen zu weiteren Corona-Verschärfungen. So soll es privaten Veranstaltern ermöglicht werden, nur noch Geimpfte und Genesene zu empfangen, das sogenannte „2G-Optionsmodell“. Im Gegenzug können Gastgeber mehr Gäste einladen, die sich in den Räumlichkeiten auch freier bewegen dürfen. Zum Beispiel für die Gastronomie, Kulturveranstaltungen und den Hallensport. Ein Paradigmenwechsel, aber keine Impfpflicht für Erwachsene.

Berliner Morgenpost vom 14. September 2021

Der Tagesspiegel-Checkpoint stellt die Auswirkungen des vom Senat beschlossenen 2G-Optionsmodells in seinen Mittelpunkt: Masken- und Abstandspflicht für Geimpfte können wegfallen, aber Kinder müssen draußen bleiben. Also kein gemeinsamer Museumsbesuch oder Geburtstagsbesuch bei Oma und Opa. Der Kommentar von Stefan Jacobs: „Der Beschluss ist nicht mehr allzu weit weg von einer Impflicht durch die Vordertür, sofern hinter dieser Tür etwas los ist. Und er die nächste Gemeinheit gegenüber den Kindern“. Auch das Kinderhilfswerk hat den Beschluss inzwischen als „kinder- und familienfeindlich“ kritisiert.

Tagesspiegel vom 15. September 2021

Die vielfältigen Initiativen der Dachorganisationen des Sports zur Wiederbelebung des Kinder- und Jugendsports greift Udo von „hauptstadtsportTV“ auf und berichtet auf seinem Videokanal über den erstmals nach Corona wieder veranstalteten „KidsAKTIV-Tag“ des SC Siemensstadt. Alle ‚Kinder bis Acht‘ waren ins Sportzentrum am Rohrdamm eingeladen, um sich zu bewegen, auszuprobieren, oder um sich einfach wieder richtig auszutoben. Ein Beispiel von vielen, damit Sportangebote des Vereinssports wieder an Fahrt aufnehmen können.

Sportsplitter vom 15. September 2021

Eine Rolle rückwärts zu Gunsten der Kinder machte der Senat. Die gerade beschlossene G2-Option wurde einen Tag später verbessert: Kinder unter 12 Jahren können nun auch an Veranstaltungen teilnehmen, die sonst nur für gegen Corona geimpfte und genesene Personen vorgesehen sind. Kinder ab sechs Jahren müssen demnach einen negativen Corona-Test vorweisen, soweit sie nicht im Rahmen des Schulbesuchs getestet werden. Am Senatsbeschluss, der Kinder ausgegrenzt und von ihren Familien getrennt hatte, gab es von allen Seiten Kritik. Nun können wieder gemeinsam Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Restaurants besucht werden.

rbb 24 vom 15. September 2021

Den Impftag des Berliner Sports am 15. September im Manfred-von-Richthofen Haus besuchte Christine Lambrecht, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gemeinsam mit LSB-Präsident Thomas Härtel. Sie unterstrich die Notwendigkeit der Impfungen von Erwachsenen, die damit Verantwortung für ihre Kinder übernehmen solange noch kein Impfstoff für unter 12-Jährige bereitsteht. In Gesprächen mit Rebekka Kemmler-Müller (dsj) und Steffen Sambill (SJB) informierte sie sich über die Corona-Initiativen des Sports und das von der Deutschen Sportjugend entwickelte „Aktivpaket“ zur Schließung der aufgetretenen Bewegungslücken bei Kindern und Jugendlichen.

Sportjugend Berlin vom 16. September 2021

Miray Caliskan stellt die Frage „Genesen oder nicht?“ und beschäftigt sich mit der Aussagekraft von Antikörpertests. Ungeklärt ist, wann eine natürliche Immunität als ausreichend empfunden wird, wenn der PCR-Befund mehr als sechs Monate zurückliegt. Hier sind sich die Virologen noch uneinig, was bedeutet, dass sich Genesene früher oder später impfen lassen müssen, um auch von künftigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen profitieren zu können.

Berliner Zeitung vom 17. September 2021

Dr. Michael Vesper, von 2006 bis 2017 erst Generaldirektor, dann Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ist seit kurzer Zeit Präsident des traditionsreichen ASV Köln, eines besonders in der Leichtathletik bekannten Kölner Großvereins. Stephan Klemm und Christian Löer haben ihn interviewt und auch nach den Folgen von Corona für die sporttreibenden Kinder in seinem Verein befragt. Vesper: „In einer Zeit, in der man schon wieder in die Kneipe und ins Restaurant gehen konnte, war der Sport weiterhin sogar draußen verboten. Das war völlig kontraproduktiv, ein riesiger Verlust für die Kinder und Jugendlichen, die ihren Sport nicht mehr betreiben konnten. Da stand der Sport am Ende der Nahrungskette – und hat auch selbst zu wenig Kraft entwickelt, um öffentlich sichtbar zu machen, dass da etwas falsch läuft. Das war bitter. Der Sport hätte sich deutlicher artikulieren müssen. Andere haben das getan. Die Kultur zum Beispiel war besser zu vernehmen. Als die Öffnungen kamen, hätte der Sport viel früher bedacht werden müssen“. Michael Vesper (69) war 1979 Gründungsmitglied der Grünen und von 1995 bis 2002 Minister und stellvertretender Ministerpräsiden von Nordrhein-Westfalen.

Kölner Stadt-Anzeiger vom 19. September 2021

Der Tagesspiegel weist in seinem Berlinteil auf die von der Sportjugend und den Berliner Schwimmvereinen während der Herbstferien angebotenen Kinder-Schwimmkurse hin. Sie richten sich an Schulkinder der vierten bis sechsten Klasse, die coronabedingt im Sportunterricht kein Seepferdchen oder Jugendschwimmabzeichen in Bronze erwerben konnten. Die Kurse finden in zehn Bädern statt, jeweils an fünf Tagen über 45 Minuten. Die Hälfte der Kurse ist inklusiv für Kinder mit oder ohne Behinderung. Plätze gibt es für mehr als 1.800 Kinder, die Teilnahme ist kostenlos.

Tagesspiegel vom 21. September 2021

Der Berliner Senat verschärft die Corona-Regeln: Ab 26. September muss bei Anwendung der 2G-Option der Nachweis für Geimpfte und Genesene digital erbracht und mit einem Lichtbildausweis abgeglichen werden. Das gilt besonders für Dienstleistungen in der Gastronomie und auch für den Kultur- und Sportbereich. Bei den 2G-Bedingungen besteht keine Pflicht zur Einhaltung des Mindestabstands und der Maskenpflicht. Die Zulassung von Großveranstaltungen darf eine Auslastung von bis zu 100 Prozent umfassen, maximal aber 25.000 - so beim Berlin Marathon am 24. September - zeitgleich anwesende Personen. Kinder unter 12 Jahren dürfen an 2G-Veranstaltungen teilnehmen und 2G-Einrichtungen betreten, wenn sie negativ getestet sind. Die Beschränkungen für private Kontakte in geschlossenen Räumen sowie im Freien sind aufgehoben worden.

rbb24 vom 23. September 2021

Die Profiligen im Fußball und Basketball setzen auf geimpfte Akteure. So verkündet die Deutsche Basketball-Liga stolz, dass ihr Personal zu 99 Prozent gegen das Coronavirus geimpft ist. Claudio Catuogno kommentiert die Impfpflicht im Millionenbusiness Spitzensport als Teil des Geschäftsmodells Profiliga, wenn die Sportler alle paar Tage in eine andere Stadt reisen, Flugzeug, Shuttlebus, Hotel, Arena: „Die Ansteckungsgefahr ist hoch, unnötige Ausfälle sind zu vermeiden. Und wenn man die weiter vorsichtige Kundschaft an den Ticketschaltern nach dem Impfnachweis fragt, kann man auf der anderen Seite schlecht sagen, dass die Jungs auf dem Parkett übrigens ungeimpft sind“. Es ist rechtlich zweifelhaft, den Impfstatus bei Beschäftigten abzufragen. Daran hält sich im Profisport keiner, hier siegt Vertragsunterschrift gegen Grundrecht. Der Impfzwang für Athleten und Athletinnen kommt sowieso, und zwar bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022. Da muss auch der Deutsche Olympische Sportbund noch seine Position finden.

Süddeutsche Zeitung vom 24. September 2021

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) – nach dem DFB größte Sportorganisation der Bundesrepublik – zieht eine erste, positive Bilanz aus seiner Teilnahme an der Kampagne #sportVEREINTuns. DTB-Präsident Alfons Hölzl sieht gegenüber dpa gute Chancen, „die Menschen wieder zurückzuholen in den Sport“. In der Corona-Krise sind je nach regionalen Bedingungen zwischen acht und zwölf Prozent der fünf Millionen Mitglieder verloren gegangen. Der Rückgang zeigt sich besonders bei den Kindern sowie bei Vereinen mit Kursangeboten. Weniger problematisch ist es beim Wettkampfbereich und im ländlichen Raum. „Je dienstleistungsorientierter, desto problematischer“ sagt der Turnerbunds-Präsident. Er empfiehlt den Vereinen, sich dort zu engagieren, wo die Menschen sind. In Kitas und Schulen, auf Markt- und Stadtplätzen: „Wir müssen die Menschen abholen und ihnen niedrigschwellige und zeitlich flexible Angebote machen“.

DOSB-Presse vom 28. September 2021

Der Senat von Berlin hat ab 4. Oktober den Wegfall der Maskenpflicht an Grundschulen beschlossen. Das gilt für die Klassen 1 bis 6, wobei das Tragen einer Maske nicht verboten ist. Ab 7. Klasse bleibt es bei der Maskenpflicht, Ausnahmen sind bei Klausuren und Klassenarbeiten möglich, sofern die Schülerinnen und Schüler am Platz sitzen. Schulsenatorin Sandra Scheeres schloss nicht aus, in den nächsten Wochen bei zurückgehenden Inzidenzen auch auf die Maskenpflicht bei den oberen Klassenstufen zu verzichten.

rbb24 vom 28. September 2021

Julian Baumeister spricht sicher vielen Eltern von Sportkindern – und das sind ein großer Teil der Berliner Bevölkerung – aus dem Herzen, wenn er an den durch Corona erzeugten „grauen Fußballalltag“ der letzten anderthalb Jahre erinnert und die Ereignisse aneinanderreiht. Das gemeinsame Sporttreiben fehlte und die Sportverbote haben die Amateure besonders hart, unüberlegt und auch ungerecht getroffen. Corona war unberechenbar, durfte gerade wieder Fußball gespielt werden, nahte schon der nächste Lockdown mit Annullierung der Spielergebnisse. Das Recht der Kinder auf Bewegung wurde ausgesetzt und die Runden der Politik haben sich, so Baumeister, „schlichtweg mit dem Amateursport nicht beschäftigt“. Ein wichtiger Beitrag eines frustrierten Autors, der nicht in der Ablage verschwinden sollte. Er ist an die frisch gewählten Abgeordneten im Land und in den Bezirken gerichtet: Der Sport ist für die Bürgerinnen und Bürger ein Stück Heimat – hier sind sie zu Hause.

Tagesspiegel vom 29. September 2021

Text: Manfred Nippe

Vierte Welle: Kein Lockdown für Geimpfte.

Zunehmend beschäftigt sich die Medizin mit den gefährlichen Langzeitfolgen von Covid-19 für Genesene. Das hat auch Auswirkungen auf den Sport: Die Forschung schätzt, dass alleine in Deutschland mindestens 500 Sportlerinnen und Sportler an Long Covid leiden. Symptome wie Muskelschwäche und ein erhöhter Ruhepuls können den Anschluss an die Weltspitze und damit die weitere Sportkarriere für sie unmöglich machen.

ARD-Sportschau vom 1. August 2021

Die Beschwerden von positiv auf Corona getesteten Athletinnen und Athleten in Tokio werden lauter und die praktizierten Bedingungen der Quarantäne sind fragwürdig. Die taz schreibt von einem „Hotel des Schreckens“ und meint das Nice Hotel in Tokio, ein hässlicher Kasten im Zentrum der Stadt. Positiv getestete Olympia-Teilnehmer(innen) müssen sich 10 bis 14 Tage in totaler Isolation aufhalten. Das OK meldet Anfang der Woche 450.000 Tests, davon O,01 Prozent mit positivem Ergebnis. Damit dürfte ein Gutteil der insgesamt 264 Positiven mit einem falsch-positiven Ergebnis zu Unrecht in Quarantäne sitzen.

taz vom 2. August 2021

Prof. Dr. Detlef Kuhlmann kommentiert die Auswirkungen von Corona auf den Schulsport und zitiert einen längeren Beitrag in der FAZ mit dem Titel „Schulsport fällt aus“ zum Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“: „Der Wettkampf wird den Schülern immer fremder. Die Vereine erleben eine Austrittswelle von Kindern und Jugendlichen. Was können ihnen die Olympischen Spiele noch sagen?“ Das bedeutet für ihn nicht das Ende des größten Schulsportwettbewerbs der Welt, der seit 2020 pandemiebedingt ausfallen musste. Ganz im Gegenteil, die Schulsportstiftungen hat längst mit der KMK und den Sportverbänden den Wettbewerb modernisiert und einen neuen alternativen Wettbewerb ins Leben gerufen. Die sogenannte „Schulsport-Stafette“ öffnet den Bundeswettbewerb und führt z.B. eine Aktionswoche an den Schulen ein. Der offizielle Start findet am 9. August in Berlin statt. Damit kommt es auch bei „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ zum Neubeginn, ganz im Sinne der DOSB-Kampagne „Comeback der Bewegung“ für den Vereinssport.

DOSB-Presse vom 3. August 2021

Mit Grußworten des 1. Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend (DSJ), Stefan Raid, und der Bundesjugendministerin, Christine Lambrecht, wurde die neue bundesweite Bewegungskampagne für den Kinder- und Jugendsport nach Corona vorgestellt. Die Kampagne soll Kinder und Jugendliche für Sport und Bewegung begeistern und wird mit Aktionstagen der Sportverbände und Sportvereine im Herbst eingeleitet. Der erste nationale Aktionstag wird am 2. Oktober in Hamburg stattfinden. Mit gezielter Werbung in der Öffentlichkeit, besonders auch über die sozialen Medien, sollen möglichst viele Kinder und Jugendliche direkt erreicht werden. Stefan Raid: „Bewegung macht glücklich und zufrieden. Sport im Verein ist mehr als Bewegung, Gemeinschaftsgefühl, soziales Miteinander, gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung sind genauso wichtig.“

DSJ vom 3. August 2021

Felix Lill berichtet über den weiter für Tokio bestehenden Corona-Ausnahmezustand und die steigenden Infektionszahlen: Yuriko Koike, Gouverneurin von Tokio, sieht den durch Corona programmierten Ablauf der Olympischen Spiele als Erfolg. Es gibt weniger Infektionen als erwartet, da die Blase, mit der die Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmer von der Außenwelt isoliert werden, dichthalte. Toshiro Muto, CEO des Organisationskomitees, bekräftigt das: „Ich denke, wir haben es geschafft, so weit wie möglich eine Belastung für das lokale Gesundheitssystem zu vermeiden.“ Auch Premierminister Yoshihide Suga stimmt ihm zu, wenn er davon ausgeht, dass die Bevölkerung im Coronafall nur dann ins Krankenhaus muss, wenn sich ihre Situation verschlechtert: „Erholung daheim wird der Standard für Infizierte“. In der Blase bleiben oder daheim bleiben gilt gleichermaßen für Olympioniken und die Bevölkerung Tokios. Das Gesundheitskonzept der Spiele scheint aufzugehen.

Zeit online vom 4. August 2021

Zwei Tage vor Ablauf der Olympischen Spiele hat IOC-Präsident Thomas Bach eine ausgesprochen positive Bilanz gezogen. Die Spiele hätten seine Erwartungen weit übertroffen, sagte Bach vor Journalisten und betonte, dass die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus gewirkt haben. Er lobte besonders die Athleten, die den Spielen ohne Zuschauer unter den Bedingungen der Pandemie eine Seele gegeben hätten. Bach: „Aber glücklicherweise ist das, was wir hier sehen, ganz anders, weil die Athleten diesen Olympischen Spielen eine großartige olympische Seele verliehen haben.“ Der IOC-Präsident führte das auf die Freude der Sportler zurück, sich endlich wieder zu sehen, und auf die Freude darüber, dass die Spiele doch hätten stattfinden können.

FAZ vom 6. August 2021

Die Journalistin und Japan-Expertin Marei Mentlein hat im ZDF bei Rudi Cerne eine positive Bilanz der Spiele gezogen. „Es waren tolle Spiele, aber es fehlte das Aufeinanderzugehen der Sportlerinnen und Sportler auf die Bevölkerung von Tokio“. Nur bei wenigen Außenterminen – so bei den BMX-Wettbewerben - konnten die Bewohner von Tokio etwas vom Feeling der Spiele spüren, ansonsten waren sie an den TV-Bildschirmen dabei. Eine Goldmedaille haben die Japaner für die gute Organisation verdient, nun wird diskutiert, ob die Paralympics mit oder ohne Zuschauer stattfinden können.

ZDF Olympia kompakt vom 7. August 2021

Bild titelt „Auch das noch!“ und berichtet über den zweiten Coronafall im deutschen Olympia-Team. Ausgerechnet den Modernen Fünfkampf - nach dem Reit-Drama um Annika Schleu - trifft die positive Testung von Sportdirektorin Susanne Wiedemann. Ein PCR-Test hat das erste Ergebnis bestätigt, so dass sie sie nun wenige Stunden vor der Schlussfeier das Olympische Dorf mit dem Quarantäne-Hotel tauschen muss. Weitere Covid-19 Fälle im Team D sind nicht aufgetreten.

Bild vom 8. August 2021

Kathrin Erdmann kommentiert das Ende der Olympischen Spiele unter der Überschrift „Japan zwischen Begeisterung und Ignoranz“ und fragt, was außer den sieben neu gebauten Stadien und dem Olympischen Dorf für die Bevölkerung bleibt und ob die Regierung ihr Versprechen von sicheren Spielen eingelöst hat. Viele Japaner haben den Dauernotstand in Tokio ignoriert, Bars besucht und Alkohol getrunken, obwohl sie zu Hause bleiben sollten. Die Coronazahlen steigen, auch wenn das nach Aussagen der Regierung nichts mit den Spielen zu tun haben soll. Unterhauswahlen stehen im Herbst an, die Wirtschaft bricht ein, die Goldmedaillen sind das letzte Feuerwerk vor dem Herbst. Olympia hat die Gesellschaft gespalten.

Deutschlandfunk vom 8. August 2021

Kopf der Woche: Thomas Mertens, der Virologe und Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) steht unfreiwillig im Zentrum der politischen Debatte über Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Die Experten der STIKO hatten nach bisheriger Datenlage vorerst keine explizite Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren gegeben, sondern nur für Kinder dieses Alters mit Vorerkrankungen. Hingegen wollen die Gesundheitsminister und -Senatoren, dass sich auch die 12- bis 17-jährigen impfen lassen. Zum Schulstart nach den Sommerferien dringen Politiker auf eine klare Empfehlung der STIKO. Mit geimpften Kindern wäre der Präsenzunterricht an Schulen weitaus einfacher zu organisieren. Für Kinder ab 12 Jahren gibt es eine Zulassung von Corona-Impfstoffen, für kleinere Kinder bisher nicht.

Das Parlament vom 9. August 2021

In der auflagenstärksten wissenschaftlichen Zeitung „Forschung&Lehre“ des Deutschen Hochschulverbandes erklärt der Sporthistoriker Prof. Dr. Michael Krüger (Münster) den Sinn olympischer Spiele und warum deren Absage nicht in Frage kam. Er zieht ein Fazit mit mehreren Fragezeichen: Die Öffnung der Spiele für neue Sportarten sowie technische und ästhetische Innovationen hätte 2020 ein Markenzeichen der Spiele von Tokio werden können, wenn es nicht ein Jahr später Pandemiespiele geworden wären. Sie werden neben den Spielen von München wohl als traurigsten und denkwürdigsten Spiele aller Zeiten in die Geschichte des Sports eingehen. Deshalb stellt sich am Ende die Frage erneut, ob es denn richtig war, die Spiele durchzuführen: War es eine „Feier“ zu Ehren der „jugendlichen Erwachsenen“ im Sinne Coubertins? Das Wort „Feier“ hat der Tenno beim Sprechen der vorgeschriebenen Formel zur Eröffnung der Spiele übrigens weggelassen. War es ein Fest, bei dem neben „citius, altius, fortius“ (schneller, höher, stärker) auch Solidarität und Gemeinschaft sichtbar wurde, wie es sich Thomas Bach gewünscht hatte? Das IOC hatte auf seiner Sitzung in Tokio beschlossen, in der Olympischen Charta das klassische Motto der Spiele durch „communiter“ (gemeinsam) zu ergänzen. Haben die Spiele mehr Frieden für die Welt gebracht? Haben sie die Menschen einander nähergebracht – trotz Mundmaske, Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen?

DOSB vom 10. August 2021

Die Paralympischen Spiele in Tokio werden größtenteils ohne Zuschauer stattfinden. Das beschlossen die Organisatoren am 16. August auf Grund der sich verschärfenden Corona-Lage in Japan. Eine Ausnahme soll für Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Erziehungsprogramms der Regierung gemacht werden: Sie dürfen sich Wettkämpfe in Arenen anschauen, wenn die lokalen Schulbehörden dies in Absprache mit den Eltern wünschen. Das Programm ist notwendig, da in Japan Inklusion bei der älteren Generation auf Vorurteile trifft.

ARD-Sportschau vom 17. August 2021

Berlin übernimmt die Beschlüsse der Ministerpräsidenten-Konferenz, wobei es nach Aussagen des Regierenden Bürgermeisters wegen der steigenden Coronazahlen keinen Platz für Lockerungen, aber auch keine Verschärfungen geben wird. Ab 21. August müssen Ungeimpfte wieder häufiger Testzentren aufsuchen, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können. In Schulen gilt länger als bisher geplant die Maskenpflicht. Und: Der Senat wird auch in S-Bahnen impfen lassen. Bei Veranstaltungen in Innenräumen und bei Versammlungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 50 zeitgleich anwesenden Personen sowie körpernahen Dienstleistungen kommen die drei Gs – Geimpfte, Genesene und Getestete – zum Tragen. Das gilt auch bei Besuchen in Krankenhäusern, Reha- oder Behinderteneinrichtungen. Ungeimpfte müssen sich testen lassen, wenn sie Feste, Kultur- und Sportveranstaltungen aufsuchen wollen. Für Veranstaltungen im Außenbereich gilt das ab einer Teilnehmerzahl von 100 Personen. Schülerinnen und Schüler sind der 3G-Regel ausgenommen. Schulen und Universitäten gehen wieder in den Präsenzbetrieb über. Neben einer Impfkampagne per Postkarte sollen Bus-Shuttles zu den Impfzentren organisiert werden.

rbb 24 vom 17. August 2021

Früher als erwartet nimmt die vierte Welle Fahrt auf, so das Robert-Koch-Institut in seinem neuesten Bericht. Von Infektionen betroffen sind vor allem junge Menschen in den Altersgruppen der 10- bis 49-Jährigen. Angesteckt hat sich ein Teil von ihnen in den Urlaubsländern, zum Beispiel auf dem Balkan, in der Türkei oder in Spanien. Das RKI schätzt eine Gefährdung für die Gesundheit der noch nicht oder erst einmal geimpften Bundesbürger weiterhin als hoch ein. Für vollständige Geimpfte stufen die Forscher sie als moderat ein. In den Statistiken dominiert die ansteckende Delta-Variante inzwischen zu 99 Prozent. Nach Freigabe der Stiko für Impfungen von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren steigt die Nachfrage nach Impfungen sprunghaft an, so Aussagen der Kinder- und Jugendärzte.

Tagesschau vom 20. August 2021

Das Verwaltungsgericht Berlin hat ein pauschales Verbot von Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen aufgehoben. Veranstaltungen ausschließlich für geimpfte und von Corona genesene Menschen werden vorläufig zugelassen, für Ungeimpfte – auch bei Vorlage eines negativen Testergebnisses – gelte das Verbot dagegen weiterhin.

rbb 24 vom 20. August 2021

Ronny Blaschke nimmt den Beginn der Paralympics in Tokio zum Anlass, auf den Behindertensport in Deutschland hinzuweisen, der durch die Pandemie viele Mitglieder – man schätzt 17 Prozent – verloren hat und von vielen Politikern und staatlichen Stellen vergessen wurde. Vereine, Rehagruppen und Präventionsprojekte waren über Monate geschlossen. Viele behinderte Menschen sind auf Grund fehlender Barrierefreiheit und fehlender Sportangebote gar nicht sportliche aktiv. Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, fasst die Situation in einem Satz zusammen: „Wir sind in einer fürchterlichen Situation und Pandemie-Opfer“.

Deutschlandfunk vom 21. August 2021

Wegen Corona wurde das traditionelle „Familiensportfest“ des Berliner Sports vom Olympiapark in zehn Kieze der Bezirke verlegt. Mehr als 10.000 Sportinteressierte nutzten unter dem Motto „Kommen, ausprobieren, weitermachen“ die Angebote der Bezirkssportbünde, Verbände und Vereine auf „kurzen Wegen“. Gleichzeitig wurde die bundesweite Kampagne #SportVEREINtuns eröffnet. LSB-Präsident Thomas Härtel „Der Kampagnentitel trifft ins Herz dessen, was uns gefehlt hat: Das soziale Miteinander wie Integration, Gemeinschaft, Teamgeist, Solidarität und vieles mehr. Wir wollen mit der Kampagne Aufmerksamkeit erzeugen und Menschen motivieren, Teil in einer dynamischen Vereinsgemeinschaft zu werden.“

Süddeutsche Zeitung vom 22. August 2021

Berlin hat sich nach zweieinhalb Jahren ohne große Laufveranstaltungen in die Laufwelt zurückgemeldet: Mit 21.000 Läufern beim 40. Halbmarathon. Für Jürgen Lock, Geschäftsführer der SCC Events, ein „Restart der Laufveranstaltungen in Europa seit der Pandemie“.

Berliner Morgenpost vom 22. August 2021

Die Corona-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen ist wieder dreistellig und damit so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Das RKI gab sie am Morgen mit 103,3 an. Am Vortag lag der Wert noch bei 99,2, vor einer Woche bei 57,2. In Berlin wurde ein Wert von 67,1 gemeldet, die höchste Inzidenz weist Friedrichshain-Kreuzberg mit 83,0 auf.

BR 24 vom 23. August 2021

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünscht sich bei den Paralympics keine Corona-Fälle, fügt aber in der „Paralympics-Zeitung“ hinzu: „Allerdings gehe ich schon davon aus, dass es im Umfeld der Spiele doch einige Fälle geben wird. Ich wünsche mir realistischerweise, dass es keine Corona-Verbreitung durch die Spiele gibt, weder in die japanische Bevölkerung noch in andere Länder der Welt“.

Tagesspiegel vom 24. August 2021

Berlins Regierender Bürgermeister lehnt in der RBB-Sendung „Wir müssen reden“ noch einmal eine Impfpflicht ab. Allerdings rechnet er damit, dass der Impfdruck durch Private aus Hotellerie und Gastronomie auf Ungeimpfte weiter steigt. Ab 11. Oktober werden Bürgertests kostenpflichtig. Wenn Ungeimpfte zu Veranstaltungen in Innenräumen wollen, müssen sie ihre Tests selbst bezahlen.

RBB vom 24. August 2021

Für die Fortsetzung seiner Impfkampagne braucht der Senat 131.559.800,92 Euro, so eine Vorlage an den Hauptausschuss mit der Bitte an das Abgeordnetenhaus, das Geld aus der Pandemie-Rücklage zu bewilligen. Wichtig ist der Erhalt der noch betriebenen Impfzentren, in denen auf Grund der gestiegenen Inzidenz und der beabsichtigten Impfung von Kindern und Jugendlichen mit einer erhöhten Auslastung zu rechnen ist.

rbb 24 vom 25. August 2021

Der Rechtswissenschaftler Steffen Augsberg beschäftigt sich mit der Zurückhaltung des Sports, insbesondere der Bundesligen, gegen von der Politik getroffene Corona-Einschränkungen allgemein und auch juristisch vorzugehen. Er hält die von Deutschland getroffenen Regelungen im europäischen Vergleich als zu streng und vermisst verfassungsrechtliche Klagen der Betroffenen. Das Hamburger 2-G-Modell, nur Geimpfte und Genesene in privaten Innenräumen zu dulden, ist für ihn kein gutes Vorbild, da man die eigentlich dringend erforderliche Risikoanalyse den Privaten überlässt und den Staat von Entscheidungen befreit.

Deutschlandfunk vom 29. August 2021

Gleich mehrmals in einer Ausgabe berichtet der Tagesspiegel über die Corona-Folgen für Kinder. So über den durch die Universität Graz festgestellten Negativtrend bei der körperlichen Ausdauer. Die Wissenschaftler(innen) schlagen deshalb vor, dass die Schulen jetzt nicht nur die eingetretenen Wissenslücken schließen, sondern auch etwas für die Fitness der Kinder tun müssen. Mit 11 Prozent hat sich die Lauf- und Bewegungsfähigkeit während des Lockdowns verschlechtert und mit 20,3 Prozent das Übergewicht der untersuchten Schulkinder erhöht. Zielgruppe des Forschungsteams waren sowohl Stadt- als auch Landkinder, damit haben die Zahlen für ganz Österreich Bedeutung und können auf andere europäische Länder übertragen werden. Die Übergewichtigkeit ist auch ein Thema bei dem von Saara von Alten mit Bernd Siggelkow vom Jugendprojekt „Arche“ in Marzahn geführten Interview. Siggelkow benennt Kinder seiner Jugendeinrichtung, die während des Lockdown 20 Kilo zugenommen haben. Das Interview spiegelt auch die Unfähigkeit der Politik, sich in Sachen Corona keine Gedanken über die Kinder gemacht zu haben. Siggelkow: „Es ist wichtig, dass die Kinder in die Schule und in den Sportverein gehen. Wenn man sagt, Kinder sind die Zukunft, dann muss jetzt in sie investiert werden“. Pastor Siggelkow liefert auch die Schlagzeile des Zeitungsbeitrages mit den im Lockdown erhobenen Zahlen häuslicher Gewalt: „23 Kinder starben an Corona, 152 durch Gewalt“. Das Interview sollte auch jenen die Augen öffnen, die uns zur Zeit von den Plakaten an den Straßenlampen anlächeln.

Tagesspiegel vom 30. August 2021

Zum Monatsende gibt es Streit zwischen der Gesundheitssenatorin und den 12 Amtsärzten der Bezirke, diesmal um einen Strategiewechsel bei der Quarantäne in Kitas und Schulen, die sich nur noch auf positiv getestete Kinder und Jugendliche erstrecken soll. Von der Quarantäne sind dann nur ungeimpfte Eltern und Geschwister für 14 Tage betroffen, während die Sitz- und Spielnachbarn der PCR-Positiven nicht belangt werden. Der Senat entscheidet sich für das 2-G-Modell für Clubs und Diskotheken und verkürzt die Quarantäne bei Schulkindern auf 5 Tage. Dass die Berliner Medien dieses Entscheidungschaos der Politik kritisieren und im Vorwahlkampf hinterfragen, ist selbstverständlich. Der Bürger wendet sich mit Grausen ab und nimmt erstmal ein kühles Bad in den wieder geöffneten öffentlichen Schwimmhallen.

Stand am 31. August 2021

Text: Manfred Nippe

Leise olympische Spiele und eine vierte Welle – wie geht’s weiter?

Der Bayerische Landessportverband und die Bayerische Sportjugend haben den Beschluss der Landesregierung begrüßt, als Ersatz für den Ausfall des Schulsports durch Corona den Beitritt zu den Sportvereinen zu erleichtern. So übernimmt der Freistaat für alle Grundschüler im kommenden Schuljahr den Jahresbeitrag bei Neueintritten in einen bayerischen Sportverein in Höhe von bis zu 30 Euro. Darüber hinaus erhalten Vorschulkinder und Erstklässler des Schuljahres 2021/22 zum ersten Kita- bzw. Schultag einen Gutschein über 50 Euro für einen Kurs zum Erwerb des Seepferdchens im Schwimmen.

BLSV vom 1. Juli 2021

Mehrere Faktenchecks beschäftigen sich mit dem Corona-Infektionsrisiko in Fußballstadien, speziell im Rahmen der Europameisterschaften. Gravierend sind die Meldungen der schottischen Gesundheitsbehörden über die Untersuchungen von Fans nach ihrer Rückkehr von Fußballspielen. So hatten 1.991 auf Corona positiv getestete Fans zuvor EM-Events in Glasgow und London besucht oder an Übertragungen in den Pubs und an privaten Feiern teilgenommen. 397 infizierte Fans besuchten das Spiel England – Schottland im Wembley-Stadion am 18. Juni und haben mit großer Wahrscheinlichkeit unbewusst das Virus verbreitet haben. Und dass, obwohl alle Besucher nach den Bestimmungen der UEFA ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen oder nachweislich geimpft oder genesen sein mussten. Nach Meinung der Virologen haben sie zwischen den vor 48 Stunden erfolgten Testungen und der Anreise zum Stadion das Virus übertragen, vor allem durch einige Superspreader. Die Gefahr, sich bei im Freien stattfindenden Fußballspielen zu infizieren, wird gering eingeschätzt. Begrenzung von Besucherzahlen und die Einhaltung der Mindestabstände sind hier ausreichend.

Deutsche Welle vom 2. Juli 2021

Unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers hat der Deutsche Olympische Sportbund eine bundesweite Kampagne nach dem Abklingen der dritten Corona-Welle begonnen. Mit den Slogans „Comeback der Bewegung“ und „Comeback der Gemeinschaft“ sollen knapp 27 Millionen Mitglieder in den rund 90.000 Sportvereinen wieder an den Start gehen und nach den Worten des DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann „zurückkehren in die aktive Bewegung und die sozialen Kontakte“. Jens Spahn ergänzte den Kampagnenstart mit den weisen Worten „Bewegung ist ein wesentlicher Baustein für unsere Gesundheit. Sie stärkt unser Immunsystem, beugt chronischen Erkrankungen vor und wirkt sich positiv auf die Psyche aus“. Das sind Sätze für das Poesiealbum des Sports, insbesondere nach dem Verlust von rund einer Million Vereinsmitgliedern durch die Corona-Pandemie.

Sport-Informations-Dienst vom 2. Juli 2021

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci stellt am 5. Juli das neue Sommerprogramm „Berlin bewegt sich“ in der Neuköllner Hasenheide vor. Diese neue Initiative des Landes soll Berlinerinnen und Berlinern nach langer Corona-Pause in Parks und Grünflächen kostenlose Bewegungsangebote machen. Vorerst sind fünf Parks vorgesehen, die zu gemeinsamer Bewegung, Spaß und Unterhaltung einladen. Jeder kann mitmachen, spezielle Sportkleidung ist nicht erforderlich. Der Landessportbund, die Sportverbände und Sportvereine sind aufgerufen, die Sportangebote durch Übungsleiter(innen) zu unterstützen. So soll durch das Angebot „Sport im Park“ die Reaktivierung und Modernisierung der in den 1970er Jahren entstandenen „Trimm-Dich-Pfade“ ausgelöst werden. Als weiterer Baustein sollen die Parks mit Sportgeräten ausgestattet werden. Ziel ist es, so die Senatorin, „öffentliche Räume für mehr Bewegung zu nutzen“. Also ein Schritt in Richtung der selbstverständlichen Daseinsvorsorge des Staates für seine Bevölkerung.

Pressemitteilung vom 5. Juli 2021

Das schon traditionelle Familiensportfest des LSB im Olympiapark muss wegen der Pandemie dezentralisiert werden. An zehn Standorten wird die Bevölkerung am 22. August zu vielfältigen und bunten Mitmachaktionen eingeladen. Damit wollen der LSB, die Sportverbände und Bezirkssportbünde auf die tollen Angebote der mehr als 2.000 Berliner Sportvereine aufmerksam machen.

LSB Berlin vom 5. Juli 2021

Das OK der Olympischen Spiele von Tokio stellt mit Besorgnis fest, dass im Internet die offizielle Kleidung der Volunteers zum Kauf angeboten wird. Die Uniform erleichtert kriminelle Machenschaften und das Umgehen der Corona-Anordnungen für Volunteers. Bei den Spielen kommen 100.000 Volunteers zum Einsatz, von denen 10.000 auf einen Einsatz verzichtet haben. Das erleichtert den Verkauf der Uniformen im Internet, die nur von den verpflichteten Helferinnen und Helfern getragen werden dürfen.

Sport1 vom 8. Juli 2021

Die japanische Olympiaministerin Tamayo Marukawa hat nach den Beratungen der lokalen Organisatoren und im Einvernehmen mit dem Internationalen Olympischen Komitee den Ausschluss für Zuschauer(innen) bei den Olympischen Spielen bekanntgegeben. Die japanische Regierung hat für Tokio bis zum 22. August den Virusnotstand ausgerufen. Es besteht eine Chance, dass bei den am 24. August beginnenden Paralympics das Zuschauerverbot aufgehoben werden kann. Insgesamt ein schwerer Schlag für die Olympischen Spiele, die nun erstmals zu „Geisterspielen“ werden.

FAZ vom 8. Juli 2021

Die Berliner Gesundheitsverwaltung wird vier von sechs Impfzentren vorzeitig schließen, so das Zentrum Tempelhof, das Velodrom sowie die Arena und das Erika-Hess-Eisstadion.

rbb 24 vom 8. Juli 2021

Kinder hören täglich, was für sie nicht geht. Keine Impfungen, keine Luftfilter, kein E-Learning. Sie tun mit leid. Haben über ein Jahr Erwachsene geschützt und viel aufgegeben. Jetzt überlässt man sie der Delta-Durchseuchung. Das ist nicht fair.

Virologe Karl Lauterbach auf Twitter vom 9. Juli 2021

Endlich mal einige erfreuliche Nachrichten über die Corona-Lockerungen im Berliner Sport konnte der LSB Berlin jetzt auf seiner Homepage veröffentlichen, die seit einem Jahr für die Mitgliedsorganisationen geschaltet ist und alle aktuellen Informationen sofort weitergibt. Ein wichtiger Service der Dachorganisation des Berliner Vereinssports.

Corona FAQ des LSB Berlin vom 9. Juli 2021

In Berlin ist die Sieben-Tage-Inzidenz wegen der Delta-Variante innerhalb einer Woche von 5,0 auf 7,3 gestiegen, das sind 28 Prozent mehr. Vor Delta schützt eine vollständige Impfung mit zwei Spritzen am besten. Diesen Schutz haben bisher aber nur 40 Prozent der Berliner. Für ein Ausbremsen der Pandemie sind nach Angaben des Robert-Koch-Institutes 85 Prozent Geimpfte notwendig, bei den über 60-Jährigen 90 Prozent.

Berliner Morgenpost vom 10. Juli 2021

Für den japanischen Premierminister Yoshihide Suga wird die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele immer mehr zum Damoklesschwert für die im Oktober anstehenden Parlamentswahlen. Kritisiert wird neben der Corona-Politik auch der autoritäre Versuch eines umstrittenen Alkoholverbots während der Spiele. Schadensbegrenzung ist derzeit angesagt, auch wenn die Delegationen der teilnehmenden Länder inzwischen in Tokio eintreffen und wahrscheinlich Kaiser Naruhito die Spiele eröffnen wird.

Welt vom 14. Juli 2021

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 11,6 steigen die Werte in Berlin deutschlandweit besonders stark an, wobei die neue Delta-Variante auf einen Anteil von 74 Prozent kommt. Mit mehreren Werbe- und Impfkampagnen will die Gesundheitsverwaltung der angestrebten Herdenimmunität näherkommen. Sie macht mit Unterstützung der BVG stadtweit unkomplizierte und kreative Impfangebote. In Neukölln wird ein Pop-Up-Impfmobil auf dem Hermannplatz stehen, in Lichtenberg wird es Drive-In- und Walk-In-Impfungen geben, in Charlottenburg und Reinickendorf werden Impfcontainer aufgestellt. Eine Impfpflicht wie in Frankreich und Griechenland ist (noch) nicht im Gespräch.

rbb24 vom 15. Juli 2021

Einen Riesenansturm auf das Pop-Up-Impfmobil am Hermannplatz zeigt das große Interesse der Bevölkerung an dezentralen und spontanen Impfangeboten. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke ist erfreut, der Wunsch nach der Impfung ist so groß, dass die bereitgestellten Impfdosen zur Premiere nicht ausreichen. Also keine Impfmüdigkeit!

Abendschau vom 16. Juli 2021

Bei den Olympischen Spielen in Tokio müssen sich die erfolgreichen Athletinnen und Athleten ihre Medaillen, die ihnen auf einem Tablett präsentiert werden, selbst um den Hals hängen. IOC-Präsident Thomas Bach äußerte sich zur Siegerehrung: „Es wird sichergestellt, dass die Person, die die Medaillen auf das Tablett legt, desinfizierte Handschuhe trägt“. Während der Zeremonie müssen alle Masken tragen, Händeschütteln und Umarmungen sind verboten.

SID vom 19. Juli 2021

Dirk Schimmelpfennig, DOSB-Vorstand Leistungssport und Chef de Mission äußerte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (DPA) seine Erwartungen bei den Olympischen Spielen in Tokio: „Aufgrund der Restriktionen wird den Spielen vieles fehlen, was Olympische Spiele normalerweise ausmacht. Das olympische Gefühl, das mit dem Zusammentreffen der besten Athleten aus verschiedensten Sportarten weltweit, wird es in Tokio so nicht geben. So werden viele positive Aspekte gänzlich fehlen. Das bedeutendste Sportfest der Welt wird viel von seinem Reiz vermissen lassen. Es wird deutlich steriler und weniger stimmungsreich sein. Was bleibt, ist der Sport mit seinen Athleten und Trainern im Mittelpunkt dieser Spiele. Die Erfahrungen, die die Beteiligten sammeln werden, werden ganz andere als bei bisherigen Spielen sein“.

Süddeutsche Zeitung vom 20. Juli 2021

Während Mallorca bereits zu einem zweiten Ischgl wird, hebt Großbritannien alle Corona-Einschränkungen auf. Ein Experiment, von dem sich mehr als 1.200 Wissenschaftler distanzieren. In den Nachbarstaaten Deutschlands steigen die Inzidenzzahlen rasant an, was rollt bei einer vierten Welle auf uns zu? Eine bei Wochenanfang nicht zu beantwortende Frage.

Berliner Morgenpost vom 20. Juli 2021

Im Team Deutschland wird über den ersten positiven Covid-Fall in der deutschen Olympiamannschaft berichtet. Simon Geschke wurde positiv getestet und kann nicht am Rennen „Radsport/Straße“ teilnehmen. Er war zusammen mit seinem Team und seinen Betreuern – alle negativ getestet - in einem Hotel außerhalb des Olympischen Dorfes untergebracht. Simon Geschke dazu: „Das ist wirklich hart, so kurz vor dem Wettbewerb aus dem Rennen genommen zu werden. Ich habe alle Hygieneregeln nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten. Ich fühle mich körperlich gut, aber emotional ist das ein schwarzer Tag für mich. Jetzt bleibt mir nur, den Jungs morgen ein ganz starkes Rennen zu wünschen.“

DOSB vom 23. Juli 2021

In seiner regemäßigen Rubrik „Was macht die Welt?“ schreibt Josef Joffe, Mitherausgeber der „Zeit“, über die 5.700 an der Eröffnungsfeier in Tokio teilnehmenden, durch Corona gegenüber Rio halbierten Zahlen der Olympia-Athleten: „Die haben ein Leben lang geschuftet, um so weit zu kommen. Schenken wir ihnen Achtung und Sympathie im Schatten von Covid. Schneller, höher, stärker ist Elixier und Belohnung. Dazu ein Milliarden-Publikum am Schirm. Und: Wie eh und je werden die Rekorde purzeln. Covid darf nicht die Macht über die Menschheit ergreifen“.

Tagesspiegel vom 26. Juli 2021

Die von Kanzleramtsminister Helge Braun ins Gespräch gebrachten Einschränkungen für Ungeimpfte dominieren die Schlagzeilen der Medien und Reaktionen der Parteien. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller steht der Debatte aufgeschlossen gegenüber und sprach sich für mehr Testpflichten für ungeimpfte Menschen aus.

Berliner Morgenpost vom 26. Juli 2021

Die Kritik an der Politik, den Sport sowie ganz besonders Kinder und Jugendliche bei den Corona-Beschlüssen kaum berücksichtigt zu haben, ist immer wieder an vielen Stellen dieser „Chronik der Pandemie“ nachzulesen. Thomas Trappe kommt auf Seite 1 des Tagesspiegels zu der ernüchternden Feststellung, dass sich die Bundesregierung nur dann mit der Situation von Kindern und Jugendlichen beschäftigt hat, wenn es darum ging, „was zuerst wieder dicht machen müsse, um der Krise zu begegnen. Maximal auch noch in Form wohlfeiler und folgenloser Zusicherungen.“ Der Kommentator stellt fest: „Die Bundesrepublik, der Staat mit der global fünfältesten Bevölkerung, hat seit Coronabeginn kontinuierlich ihre strukturell verwurzelte Kinder- und Jugendfeindlichkeit unter Beweis gestellt.“ Er konstatiert am Beispiel der Bildung Schulversagen und ruft die Eltern zum Streik auf. Ein Streik könnte die anstehenden Wahlen beeinflussen, wenn alle Eltern die ihnen zustehenden Kinderkrankentage nehmen würden, als Ultima Ratio für viele entkräftete Familien. Trappe: „Dazu braucht es Mut gegenüber den Arbeitgebern, und ein Überhören des permanenten schlechten Gewissens gegenüber der Volkswirtschaft.“

Tagesspiegel vom 28. Juli 2021

Angesichts steigender Coronazahlen hat die japanische Regierung den Notstand in Tokio bis Ende August verlängert, also über den Beginn der Paralympics am 24.8. hinaus. Mit 27 positiven Fällen im Umfeld der Olympischen Spiele wurde ein Tageshöchstwert registriert. Insgesamt haben sich 220 Sportler(innen) infiziert. Landesweit waren es mehr als 10.000 Neuinfektionen, davon 3.865 Fälle in Tokio. „Wir sind sehr besorgt“, äußerte sich Gesundheitsminister Norihisa Tamura. Eine Entscheidung, ob bei den Paralympics wie bei den Spielen keine Zuschauer zugelassen werden, ist noch nicht gefallen.

ARD-Sportschau vom 30. Juli 2021

Ob Tanzveranstaltungen auch unter pandemischen Bedingungen sicher möglich sein können, soll ein Modellprojekt des Senats in sechs Berliner Clubs vom 6.-8. August zeigen: 2.000 Menschen dürfen drinnen tanzen, ohne Maske und Abstand. Voraussetzung sind PCR-Tests vor und nach der Veranstaltung für alle Teilnehmenden. Wissenschaftler der Charité sollen nach Aussagen des Senats das Projekt begleiten.

Rbb 24 vom 30. Juli 2021

Am Ende des Monats ist die Corona-Chronik zwiespältig: Die vierte Welle rollt mit Macht heran, wer impft die Kinder? Ein erneuter Lockdown soll verhindert werden, Schulen, Kitas und Betriebe öffnen nach den Sommerferien, Events sind wieder möglich, eine Impfpflicht wird dementiert, bürgernahe Impfstellen können auch spontan aufgesucht werden, Reiserückkehrer müssen sich testen lassen. Die Bundeskanzlerin tagt mit den Ländern am 10. August. In Tokio finden derweil die „leisesten Spiele“ der olympischen Geschichte statt. Wie geht’s weiter, im Sport und im Leben?

Stand am 31. Juli 2021

Angst vor Experimenten

Mit dem höheren Impfstatus der Bevölkerung und dem Rückgang der Inzidenzwerte rückt die Wiederaufnahme des Amateursports näher. So kommt es in den Bundesländern zur Öffnung von Sportstätten, nicht nur draußen, sondern jetzt auch innen. Auch Zuschauersport ist in einigen Modellen wieder möglich. Claus Vetter stellt fest „Ein Stück Lebensqualität kehrt zurück“. Die Menschen haben sich geändert in den zurückliegenden Zeiten, auch aus Vorsicht und Angst. Übertreiben wollen wir nicht, aber der Besuch bei einer Sportveranstaltung sollte nun drin sein und die Zerstreuung bringen, die uns so lange gefehlt hat. Amateure, Profis und Zuschauer können sich freuen.

Tagesspiegel vom 1. Juni 2021

Die Deutsche Presse-Agentur beschäftigt sich mit den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten anlässlich der Finals in Braunschweig. Viele Kandidaten für Tokio fehlen und trüben allgemein die Olympia-Aussichten der Aktiven. Darunter auch der Berliner Olympiasieger Christoph Harting. Corona hat das Training so gebremst, dass Chefbundestrainerin Annett Stein „sehr besorgt ist“. Die Sorge des DLV gilt nicht nur den Verletzten, sondern auch dem einen oder anderen noch nach der Olympia-Form suchenden Athleten.

Süddeutsche Zeitung vom 3. Juni 2021

Auch im Pressedient des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gehen die Coronameldungen immer mehr zurück. Nun geht es wieder um Tokio, Klima- und Biodiversität sowie die eigenen Führungsprobleme des Dachverbandes und eine bevorstehende Vertrauensfrage.

DOSB vom 8. Juni 2021

Der Standard aus Österreich kommentiert eine Aussage von Seiko Hashimoto, die an George Orwell erinnert. Die Präsidentin des japanischen Olympischen Komitees verkündete, dass für die Spiele akkreditierte Journalisten und Medienleute via GPS beobachtet werden. Das sei nötig, um sicherzugehen, dass die Reporter nicht Bereiche besuchen, für die sie nicht registriert sind. Registriert sind sie für Hotels und Sportstätten. Bei den US Open 2020 hatte diese technische Überwachen Premiere, dort ertönte ein Warnsignal, wenn man einen nicht in seiner Akkreditierung eingeschlossenen Bereich übertrat. The Big Brother ist watching you.

DerStandard vom 8. Juni 2021

Auch die Wochenblätter ziehen ein erstes Fazit aus den Corona-Erfahrungen ihrer Kiez-Vereine. So geht Thomas Frey unter der Überschrift „Der Sport hat keine Lobby“ den Erfahrungen der Sportvereine im Norden Berlins nach. So berichten die in der LG Nord zusammengefassten drei Vereine über Mitgliederschwund im Breitensport und unverständliche Verbote des Sporttreibens im Freien. Es hat bei vielen Mitgliedern eine „Sportentwöhnung“ stattgefunden, auch wenn Gesundheits- und Rehasportkurse Anfang des Jahres wieder zugelassen wurden. Die Kiezreporter werden den „Weg aus der Krise“ weiter bei ihren Vereinen kommentieren, ein Plus der regionalen Blätter.

Berliner Woche vom 9. Juni 2021

Trotz Corona haben im Vorjahr rund 400.000 Menschen unter erschwerten Bedingungen das Deutsche Sportabzeichen erworben, das gab der für Breitensport und Sportentwicklung verantwortliche DOSB-Vizepräsident Andreas Silbersack bekannt. Die Abnahmemöglichkeiten für den „Fitnessorden“ waren in Schulen und Vereinen, vor allem und auch in Schwimmbädern durch Corona stark eingeschränkt. Im Jahr 2019 war es noch zu 760.000 Verleihungen gekommen.

DOSB vom 11. Juni 2021

Bis Ende Juni werden 18.000 Helfer für die Olympischen Spiele – darunter Schiedsrichter, Anti-Doping-Kontrolleure und Volunteers – gegen Corona geimpft werden, das meldet der Sport-Informations Dienst (SID) aus der japanischen Hauptstadt. Bisher sind in Japan erst vier Prozent der 125 Millionen Einwohner vollständig geimpft. Bis Ende des Monats soll entschieden werden, ob japanische Zuschauer zu den Spielen zugelassen werden.

Sport1 vom 11. Juni 2021

Während der Sommerferien wird es wieder Schwimm-Intensivkurse für Schülerinnen und Schüler geben, das teilten der Landessportbund und die Sportjugend Berlin mit. Die Kurse richten sich an Schulkinder der 3. und 4. Klasse, die wegen der Corona-Einschränkungen im Schwimmunterricht kein Seepferdchen oder Jugendschwimmabzeichen in Bronze erworben haben. In den Herbstferien sind wieder Intensivkurse für die 4., 5. und 6. Klasse mit dem Ziel des Bronzeabzeichens vorgesehen. Veranstalter sind die Vereine des Berliner Schwimm-Verbandes, unterstützt von der Senatsschulverwaltung und den Berliner Bäder-Betrieben.

LSB Berlin vom 14. Juni 2021

Mit den bundesweit fallenden Inzidenzwerten hat der Senat von Berlin deutliche Lockerungen verfügt, so Sport im Freien und nach den Freibädern auch die Öffnung der Hallenbäder und der Wegfall der Maskenpflicht in Außenbereichen. Weitere Lockerungsschritte sollen bis zum Ende des Monats erfolgen.

rbb 24 vom 15. Juni 2021

Im Interview gibt der Sportwissenschaftler Endré Puskas Auskunft über das in Zusammenarbeit mit dem Sport-Gesundheitspark entwickelt Programm „Fidelio“, das übergewichtigen Kindern beim Abnehmen hilft. Das sich Kinder im Corona-Lockdown 12 Stunden vor dem Computer aufhalten, ist keine Seltenheit. Puskas spricht von einer „sitzenden Indoor-Generation“ und Gesundheitseinschränkungen in den nächsten Lebensjahren. „Sitzen ist schlimmer als Rauchen, weil die Folgen so schleichend kommen“. Die meisten Fidelio-Kurse finden seit 1996 im Wilmersdorfer Standort des Sport-Gesundheitsparkes statt. Bestandteil des Programms sind neben Gesprächen mit den Eltern über Ernährungsgewohnheiten regelmäßige, erlebnis- und teamorientierte Bewegungsangebote, zu denen auch ein Unterwasser-Trampolin und eine Kletterwand gehören. Sport ohne Druck und Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sind das Ziel bei der sportlichen Betreuung übergewichtiger Kinder.

Tagesspiegel vom 18. Juni 2021

Der Senat hat den Amateursport im Freien ohne Tests und Maske freigegeben. Der Regierende Bürgermeister stellt für die Sommerferien freien Eintritt in den Schwimmbädern für Schülerinnen und Schüler bis zu 12 Jahren in Aussicht, dafür zahlt das Land den Bäderbetrieben 3,50 Euro pro freien Eintritt. Die Forstämter wurden vom Senat noch einmal darauf hingewiesen, von gemeinnützigen Sportvereinen keine Gebühren für genehmigungspflichtige Laufveranstaltungen in Wäldern zu erheben. Einigen Revierförstereien ist diese Regelung nicht bekannt, was im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses bedauernd festgestellt wurde.

Tagesspiegel vom 19. Juni 2021

Wenn auch die sinkenden Inzidenzzahlen erstmals wieder Sommerferien und ein Sporttreiben versprechen, so steigt die Sorge vor einer 4. Welle im Herbst. Warnungen gibt es von Virologen, so Drosten und Streek, dem RKI-Präsidenten Wieler und der Bundeskanzlerin. Ein Wettrennen gegen die Delta-Variante, die in Großbritannien grassiert und in Portugal bereits zur Absperrung von Lissabon geführt hat, muss gewonnen werden. Der Gesundheitsminister lässt FFP 2 Masken für Kinder entwickeln und warnt vor Lockerungen an den Schulen nach den Ferien. Trotz Sommerhitze überfällt die Bevölkerung ein kalter Schauer, so schnell kann diese Corona-Chronik wohl nicht beendet werden. Vorsicht ist angesagt, Leichtfertigkeit mündiger Bürger bringt neue Gefahren. Die Coronaskala ist nach oben weiter offen.

Berliner Morgenpost vom 20. Juni 2021

Jan Friedmann und Armin Himmelrath nehmen die jüngsten, besorgniserregenden Studien über die Corona-Folgen für Kinder und Jugendliche ins Visier und stellen der Politik ein schlechtes Zeugnis unter der Kopfnote „Nichts gelernt“ aus: „Die langen Monate des Distanzunterrichts haben vielen Schülerinnen und Schülern geschadet. Die Politik verspricht, dass der Herbst besser wird – ohne sich um das Wie zu kümmern“. Die Delta-Variante in Großbritannien zeigt, dass nach vorläufigen Schätzungen Kinder und junge Erwachsene besonders durch Covid-19-Erkrankungen gefährdet sind. Auch in Deutschland steigen die Erkrankungen unter Schulkindern an, der Bundesgesundheitsminister äußert sich skeptisch über den Herbst und warnt vor einer vierten Welle. Keine guten Aussichten für den Schulbetrieb im kommenden Schuljahr, zumal Engpässe beim Personal und bei den technischen Schutzmaßnahmen für den Präsenzunterricht noch lange nicht erfüllt sind. Die politische Forderung: Endlich Vorfahrt für Kinder, auch eine Erkenntnis des Sports - und hoffentlich nicht nur bei den Eltern ein Wahlkampfthema.

Der Spiegel vom 26. Juni 2021

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben durch den Stillstand des Sporttreibens zu akuten Bewegungsmangel in allen Teilen der Bevölkerung geführt. Eine neue Kooperation soll die Bedeutung des Sports für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Gesellschaft bundesweit thematisieren und auch der Politik näherbringen: Dazu gehen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) und die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) jetzt gemeinsam mit dem „Rezept für Bewegung“ vor. Corona hat dafür gesorgt, das vor 30 Jahren mit der Bundesärztekammer entwickelte Rezept jetzt wieder zu aktualisieren und einer breiten Werbung zuzuführen. Mit der DEGAM steht jetzt ein neuer Partner bereit, das Bewegungsrezept mit den Schwerpunkten Herz-Kreislauf, Haltungs- und Bewegungssystem, Gesundheitstraining, Stressbewältigung und Entspannung gegenüber der Ärzteschaft in Deutschland zu propagieren. Sport und Bewegung sind nun mal die „beste Medizin“ – und das seit mehr als einhundert Jahren. Eigentlich keine neue Erkenntnis.

DOSB vom 30. Juni 2021

Licht am Ende des Tunnels?

Dass große Sportvereine durch die Pandemie stärker betroffen stellt das Statistische Bundesamt fest: Rund 7,3 Millionen Mädchen und Jungen bis zum Alter von 18 Jahren konnten der Auswertung zufolge im Jahr 2020 wegen der Pandemie nicht mehr in ihren Vereinen trainieren. Auch die vor allem in der Gesundheitsprävention aktiven Senioren sind besonders stark vom Sport-Lockdown betroffen. Von den 22,5 Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 60 sind, waren laut Mitteilung 20,8 Prozent oder 4,7 Millionen in einem Sportklub. Größere Vereine trifft die Pandemie überraschend oft härter als kleinere. Tobias Nordmann sieht dafür vielschichtige Gründe. So sind die Beiträge oft höher, weil eigene große Anlagen unterhalten und hauptamtliche Trainerinnen und Trainer beschäftigt werden. Im vereinseigenen Fitnessstudio oder beim Kinderschwimmen werden oft Zusatzbeiträge erhoben. Eltern, die in Kurzarbeit oder in ihrer Existenz bedroht sind, überlegen da schon eher einen Vereinsaustritt aus einem Großverein als einem kleinen Klub. Eine Sorge haben alle, dass zum Schluss viele sportwillige Kinder auf der Strecke bleiben und für sie ein Neuanfang nach Corona schwer wird.

ntv vom 1. Mai 2021

Mediziner beschäftigen sich mit der Frage, in welchem Ausmaß Covid-19-Erkrankte nach ihrer Genesung wieder mit körperlicher Aktivität bis hin zu Wettkampfsport beginnen können. Britische Wissenschaftlicher raten zur Vorsicht und schrittweisen Annäherung an frühere Sportgewohnheiten, insbesondere bei chronischen Vorerkrankungen. Die Wiedergewinnung der körperlichen Aktivität ist ein wichtiger Schritt zur Gesundheit, allerdings mit Risiken belastet und deshalb nur Schritt für Schritt zu empfehlen. Das Führen eines Tagebuches oder eine digitale Erfassung der Körperdaten wie Trainingsverlauf, evtl. Stimmungsänderungen, Herzfrequenz und Belastungen sind erforderlich und müssen notfalls zu Einschränkungen der körperlichen Belastung führen.

Deutsche Apotheker-Zeitung vom 3. Mai 2021

Detlef Kuhlmann kritisiert ein von der Kultusministerkonferenz angekündigtes Förderprogramm von 1 Milliarde Euro, das pandemiebedingte Lernverluste auf Grund von Studien bei Viertklässlern in Deutsch und Mathematik aufholen soll. Dazu sollen sogar außerschulische Lernpartner ins Boot geholt werden. Vom Schulsport ist bei diesem „Corona-Aufholpaket“ weit und breit noch nicht die Rede. Professor Kuhlmann vermisst beim spürbaren Bewegungs-Lockdown des Schulsports eine Kooperation mit den allerdings noch geschlossenen Sportvereinen. Eine Öffnung der Sportvereine wäre bei einem Aufholprogramm vielversprechender als nur die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Lehrerbildung, zum Beispiel im Fach Mathematik.

DOSB-Presse vom 4. Mai 2021

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, hat das von der Bundesregierung verfügte „Corona-Aufholpaket“ als völlig unzureichend kritisiert. Krüger, ehemals Jugendsenator in Berlin, dazu: „Natürlich hört sich ein Zwei-Milliarden-Programm erst einmal gut an, aber im Endeffekt werden damit weniger als 150 Euro pro Kind in die Hand genommen. Und wenn dann die Hälfte des Geldes unter Einbeziehung kommerzieller Nachhilfeeinrichtungen für die Kompensation der Versäumnisse der Schulen eingesetzt werden soll, ist das Paket in der Gesamtschau eher ein schlechter Witz. Zudem braucht es jetzt außerschulische Angebote unter Einbezug erfahrener Akteure der Zivilgesellschaft und Jugendhilfe, die soziale Interaktion ermöglichen, Bewegungs- und Ernährungsangebote für Kinder und Jugendliche schaffen sowie eine Ansprechfunktion in schwierigen familiären Situationen bieten.“

Deutsches Kinderhilfswerk vom 5. Mai 2021

Der Deutsche Olympische Sportbund und die 16 Landessportbünde haben sich bei einer Videokonferenz mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie befasst und fordern gemeinsam eine Öffnung des Sports. Thomas Härtel, Präsident des LSB Berlin dazu: „Mit der steigenden Anzahl von Geimpften und Genesenen, flächendeckenden Testungen und den im Sport etablierten Hygiene- und Schutzkonzepten ist die Zeit gekommen, den Sport wieder zu öffnen. Weitere Lockerungen sind ein elementarer Schritt für die Rückkehr zu einem geregelten Sportbetrieb, wie wir ihn kennen und lieben. Das gibt uns Perspektive und Zuversicht. Unsere Vereine stehen in den Startlöchern.“ Die Konferenz votierte auch für ein noch ausstehendes Impfangebot für die mehr als 440.000 im Amateursport tätigen Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Dazu die Vorsitzende der Konferenz der Landessportbünde, Elvira Menzer-Haasis: „Der Kurs der Umsicht und Vorsicht muss bei der Umsetzung von Lockerungen auch weiterhin im Mittelpunkt stehen. Sport ist wie eine Impfung auf dem Weg zur Bekämpfung der Pandemie.“

LSB Berlin vom 8. Mai 2021

Der Deutsche Fußball-Bund (DGFB) hat mit seinen Regional- und Landesverbänden eine gemeinsame Petition und Kampagne für den Amateur- und Breitensport mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gestartet. Unter der Überschrift „Draußen muss drin sein“ fordert die Initiative die schnellstmögliche Wiederzulassung des organisierten Sportbetriebs unter freiem Himmel, zunächst im Training, anschließend im Wettkampfbetrieb. Auch die Mitglieder, Vereine und Verbände anderer Sportarten sowie alle Sportbegeisterten in Deutschland können an der Online-Petition teilnehmen. Neben umfassenden Aktivitäten im Online- und Social-Media-Bereich sollen in den kommenden Tagen unter anderem ausgewählte Standorte in Berlin vorübergehend plakatiert werden. Beim DFB-Pokalfinale wird ein Riesenbanner auf der Gegentribüne im Berliner Olympiastadion für die Aktion werben.

DOSB vom 12. Mai 2021

Breiten Raum nehmen die Corona-Auswirkungen auf den Sport auch in den Kiez-Zeitungen und Anzeigenblättern ein. So titelt Katja Reichgardt „Sportvereine schlagen Alarm“ und berichtet über die Situation im Amateur- und Breitensport bei den Vereinen SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08, dem Namensvetter FC Viktoria 1889 und dem Mehrspartenverein SV Berliner Verkehrsbetriebe 49. Hier hat Corona zum Austritt vieler Kinder und Jugendlicher geführt, die hoffentlich in die Vereine zurückfinden werden. Mit viel Kreativität wurden Online-Angebote entwickelt, so unter „Viktoria live“. Alle hoffen auf Lockerungen und stimmen der Aussage eines Jugendleiters zu: „Nach so langer Zeit ist es dringend erforderlich an Lösungen und nicht an Stillstand zu denken.“

Berliner Abendblatt vom 15. Mai 2021

Er wollte 120 Jahre alt werden, weil der menschliche Körper für dieses hohe Alter gebaut ist. Nun ist Prof. Dr. Wildor Hollmann am 13. Mai 2021 mit 96 Jahren an den Folgen von Covid-19 verstorben. Bianka Schreiber-Rietig würdigt den Pionier der Sportmedizin und weltbekannten Kardiologen in einem lesenswerten und liebesvollen Nachruf. Seine Vorlesungen an der Deutschen Sporthochschule waren über Jahrzehnte „das Ereignis“ der Kölner Studentenschaft, er hatte Fans in aller Welt und war nie im Ruhestand. Seine Forschungen bewegten die Medizin. In Berlin erinnern wir uns an seine Akademietagungen und Vorträge an unserer Sportschule. Sein großes Vorbild wird uns fehlen.

sportspitze.de vom 15. Mai 2021

Prof. Dr. Helmut Digel kommentiert in seinem Blog „Sport nachgedacht“ den Bedeutungsverlust des Sports in den gegenwärtigen Corona-Wirren. Er stellt fest: “Wurden noch vor der Pandemie die Repräsentanten des internationalen Sports als bedeutsame und wichtige Partner wahrgenommen, so sind sie mit Ausbruch der Pandemie zu bedeutungslosen Personen geworden. Im Zuge der Pandemie ist jedoch nicht nur vielen Politikern und Politikerinnen sondern immer mehr Bürgerinnen und Bürgern klar geworden, dass ein Leben ohne Sport möglich ist, dass der Sport aus der Sicht der Politik nicht systemrelevant ist, dass der Sport für unsere Menschheit nicht überlebensnotwendig ist, was vor allem für den Berufs- und Zuschauersport gilt.“ Digel fordert, das Verhältnis des Sports zur Politik und die demokratische Verfasstheit seiner Führungsgremien auf den Prüfstand zu stellen und einen angemessenen, neuen Standort des Sports im Bildungssystem des öffentlichen Schulwesens zu finden. Er schließt mit den Sätzen: „Eine neue und eine sehr viel klarere Trennung des gemeinnützigen Sports von einem Sport, der nur noch privatwirtschaftlichen Interessen dient, muss so schnell wie möglich vollzogen werden. Die alten ungelösten Herausforderungen sind ganz offensichtlich auch die neuen.“

DOSB vom 17. Mai 2021

Mit der Forderung zur Öffnung aller Sportanlagen hat sich der Landessportbund gemeinsam mit den Berliner Sportverbänden und Bezirkssportbünden an den Regierenden Bürgermeister und den Sportsenator gewandt. Unter Hinweis auf die durch Bewegungsmangel ausgelösten körperlichen, seelischen und sozialen Folgen für die Gesundheit sowie die dazu vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse erwarten die 40 Unterzeichner des Briefes auch eine Öffnung der Sport- und Schwimmhallen.

LSB Berlin vom 17. Mai 2021

Statt einer ansteigenden Begeisterung vor Olympischen Spielen, wie sie sonst in den Olympiastädten festzustellen ist, wird der Gegenwind durch die japanische Bevölkerung immer stärker. Nun haben auch 6000 Tokioter Ärzte gegen die Spiele protestiert und deren Absage gefordert. Auf Anfrage der Deutschen Welle (DW) teilt das IOC dazu mit: „Die olympische Gemeinschaft auf der ganzen Welt steht an der Seite Japans und denkt an die japanischen Menschen, die von der Pandemie betroffen sind. Nur aufgrund der Fähigkeit des japanischen Volkes, Widrigkeiten zu überwinden, sind diese Olympischen Spiele unter diesen sehr schwierigen Umständen überhaupt möglich. Der Geist der Beharrlichkeit ist auch der olympische Geist.“

Deutsche Welle vom 18. Mai 2021

Eigentlich sollte der 17. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag in Essen stattfinden, nun wird er wegen Corona vom 18. – 20. Mai 2021 zum ersten Mal digital über die Bildschirme gehen. Im ZDF forderte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Jugendhilfe (AGJ), die Erziehungswissenschaftlerin Karin Böllert, mehr Anerkennung für junge Menschen in der Corona-Pandemie. Für die Politik hätten Kinder und Jugendliche über ein Jahr lang keine Rolle gespielt. „Und wenn sie sich nicht selber laut geäußert und ihre Wahrnehmung eingefordert hätten, würde sich heute noch keiner damit auseinandergesetzt haben, wie es jungen Menschen in der Pandemie geht“, kritisierte Böllert. Der größte Jugendgipfel in Europa wird von der AGJ veranstaltet, zu deren Mitgliedern die Jugend- und Wohlfahrtsverbände, der Deutsche Bundesjugendring und auch die Deutsche Sportjugend gehören.

Tagesspiegel vom 19. Mai 2021

Mike Hoffmann ist Vorsitzender eines der ältesten Sportvereine unserer Stadt, des Allgemeinen Turn-Verein zu Berlin 1861 (ATV). Er berichtet im zweiten Jahresheft von „bewegtberlin“ des Berliner Turn- und Freizeitsportbundes (BTFB) über seine Anstrengungen zur Digitalisierung gerade in Corona-Zeiten. Der Verein hat mit Unterstützung des LSB seine Mitgliederverwaltung auf ‚digital‘ umgestellt und sich bei befreundeten Vereinen Rat und Tat für Videokonferenzen und Live-Online-Sport geholt. Hoffmann: „Aktuell bieten wir mehr als 20 Sportstunden in der Woche digital an. Seit April haben wir auch unser erstes Sportangebot im Verein eingeführt, das über den Corona-Lockdown hinaus im Vereinsangebot bleiben soll.“ Er stellt aber auch fest, dass digitale Alternativen nicht alle erreichen und nicht alles ersetzen können, wobei „richtige“ Treffen natürlich unverzichtbar sind. Das BTFB-Magazin beschäftigt sich auf 42 Seiten mit der Digitalisierung und hat eine neue BewegtBerlin App geschaltet, auf der neben dem Magazin auch mehrere Vereinszeitungen abgerufen werden können.

BewegtBerlin vom 20. Mai 2021

Die Berliner Presse bemängelt eine fehlende Kritik der Berliner Parteien an einer fragwürdigen Europapokalparty der Union-Anhänger und vermutet Zurückhaltung im Vor-Wahlkampf. LSB-Präsident Thomas Härtel hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: „Und wir versuchen unter Einhaltung der Hygieneregeln den Amateur- und Breitensport zu öffnen! Liebe Unioner, wir gratulieren zu eurem Erfolg, aber wenn es stimmt, dass ihr eure Anhänger noch zu einer Feier vor dem Stadion auffordert, dann seid ihr in der Pandemie kein Vorbild.“

Twitter vom 22. Mai 2021

Im Gespräch mit Maximilian Rieger wünscht sich die erfolgreiche Para-Schwimmerin Verena Schott baldige Klarheit darüber, ob die Paralympics in Tokio tatsächlich stattfinden. Drei Mal Silber, zwei Mal Bronze hat sie bei der Para-EM auf Madeira errungen. Bei hervorragenden Corona-Schutzmaßnahmen des Veranstalters hat sie sich im Hochrisikogebiet dort „relativ sicher“ gefühlt. Nun stehen die Spiele in Tokio an, die zunehmend als Superspreading-Event angesehen werden.

Deutschlandfunk vom 23. Mai 2021

Im Rahmen des „Corona-Aufholpaketes“ soll es nach Aussagen von Jugendsenatorin Sandra Scheeres neben Ferienschulen auch Bildungsangebote für Sport- und Erholungsreisen geben. Scheeres: „Diese Angebote bieten Erholung, Entspannung und Bewegung und den Kontakt zu Gleichaltrigen.“ Am gleichen Tag titeln die Tageszeitungen ein Impfangebot für alle Jugendlichen und für Berlin ab Juni die Umrüstung von Turnhallen zu Impfzentren. Verkehrte Welt, wie wäre es mit im Moment nicht benötigten Sitzungssälen der Bezirksämter und dem leerstehenden ICC?

Tagesspiegel vom 25. Mai 2021

Als derzeit wichtigstes Ziel sieht Stefan Raid, der neue Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (DSJ), die Aufgabe „unsere Mitgliedsorganisationen gut durch die Pandemie zu bringen“. Im Interview mit Stephan Lüke ergänzt er: „Wir möchten sie unterstützen, Kinder und Jugendliche wieder aktiv für Bewegungs- und Sportvereinsangebote zu begeistern. Sportvereine bieten ihnen geschützte Räume, in denen sie gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden ihren Spaß an Bewegung, Spiel und Sport nachgehen können und wo sie sich bei zahlreichen Bildungsangelegenheiten in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln können. Wir müssen Kinder und Jugendliche wieder in Bewegung bringen.“ Weiter setzte sich der DSJ-Vorsitzende für eine Wiederaufnahme des Schulsports und eine Reaktivierung der durch die Pandemie ausfallenden Sport-Arbeitsgemeinschaften an Ganztagsschulen ein.

ganztagsschulen.org vom 26. Mai 2021

Berlin und Brandenburg gehen beim Neubeginn des Präsenzunterrichts an Schulen unterschiedliche Wege. Während Brandenburg noch vor den Sommerferien den Distanzunterricht beenden will, denkt Berlin darüber erst nach den Ferien nach. Der Regierende Bürgermeister setzt auf eine möglichst frühe Impfung von Kindern und Jugendlichen, damit nach den Ferien und nach der zweiten Impfung ein gemeinsamer Schulunterricht ermöglicht wird.

rbb 24 vom 27. Mai 2021

Zu Gast im Reiterstadion des Olympiaparks war die Sendung zibb des RBB und berichtete über das Freilufttraining des derzeit noch geschlossenen Mädchensportzentrums Centre Talma. Statt Tanzen stand dort der Disc- und Footgolf-Parcours der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit im Mittelpunkt des Programms, wobei anstelle des Golfballs die Frisbeescheiben geworfen wurden. Die Mädchen konnten sich wieder einmal treffen und unter Anleitung von Anke Rösler vom Freizeitsportteam gemeinsam Sport treiben. Das machte Spaß und unterbrach die körperliche und psychische Isolation in Coronazeiten. Im vergangenen Jahr hatten Berliner Schulen und Jugendgruppen in mehr als 100 Workshops die Angebote der LSB-Tochtergesellschaft im Reiterstadion genutzt.

RBB-Sendung zibb vom 27. Mai 2021

In einem ausführlichen DLF-Hintergrundgespräch – abzurufen unter dlf.de/497929 - beschäftigt sich Maximilian Rieger mit der Reaktion des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf die Pandemie und deren Durchsetzung und Dramatisierung gegenüber der Politik. Dazu führt er Interviews mit DOSB-Vizepräsident Andreas Silbersack und der Vorsitzenden der Konferenz der Landessportbünde Elvira Menzer-Haasis, die der Politikfähigkeit der Dachorganisation Verbeserungsbedarf bescheinigen. So wurde der DOSB vom Gesundheitsausschuss des Bundestages zweimal nicht zu den Anhörungen zum Infektionsschutzgesetz eingeladen, auch hielten vom DOSB vorgetragene Hochrechnungen näheren Prüfungen nicht stand. Dass der DOSB es nicht geschafft hat, neben den Mitgliedern des Sportausschusses auch weitere Verbündete aus der Politik für seine Anliegen zu gewinnen, stellt auch Prof. Dr. Christoph Breuer, Sportökonom von der Deutschen Sporthochschule fest: „Insgesamt hat die Krise auch in ernüchternder Weise gezeigt, dass der Sport nicht so politikfähig war, wie er das lange Zeit geglaubt hat.“

Deutschlandfunk vom 27. Mai 2021

„Kinder sind die Verlierer der Pandemie“, so Mathis Feldhoff in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Trotz Aufholprogramm ist das schlechte Gewissen der Politik unüberhörbar, die bisherige Jugendministerin gehörte dem Corona-Kabinett nicht einmal. Die Pandemie hat Kitas und Schulen geschlossen, soziale Kontakte unterbunden und – so die Experten - verstärkt die seelischen Nöte der Jugendlichen und ist mit Geld nicht zu heilen. Kinder stehen nicht im Mittelpunkt der Politik. Die Bundeskanzlerin schlägt kleine Gruppen zum „Aufholen“ vor, um Kinder nicht noch einmal zu überfordern. Jacob Maske, Sprecher der Kinder- und Jugendärzte: “Wir haben ihnen Verletzungen zugeführt, den Jugendlichen, den Kindern, nicht allen aber vielen. Wie tief kann keiner sagen, aber die Anzeichen sind alarmierend.“ Was in Deutschland fehlt, ist eine Lobby und eine Politik für Kinder und Jugendliche, und das erst nicht seit Corona. Das Leben der Kinder liegt seit einem Jahr brach, manche sprechen bereits von einer „verlorenen Generation“.

Berlin direkt des ZDF vom 30. Mai 2021

Eine Frage stellt sich vor dem Sommer bei allen coronagebeutelten Sportlerinnen und Sportlern „Endlich Licht am Ende des dunklen Tunnels?“. Die Antworten sind nicht einhellig, die Politik hält Zurückhaltung, die Notbremse bleibt scharf, Impfstoffe rollen an, Präsenzpflicht kommt wieder, die Außengastronomie öffnet auch innen, Fitnessstudios und Sportvereine beginnen wieder mit dem Training und der Kinderbetreuung. Die Wissenschaft diskutiert über die Langzeitwirkungen von Corvid-19, während Profivereine ihre Gladiatoren vor der ärztlichen Schonzeit zurück zum Geldverdienen rufen. In Japan schlagen die Pressemeldungen über das Für und Wider der Olympischen Spiele jeden Tag neue Volten. Kommt die Zeit für die Philosophen, über den Sinn und Unsinn des Sports nachzudenken? Professor Digel sieht den nach dem Krieg gegründeten Einheitssportverband am Ende, zweigeteilt durch die Werte des Breitensports und den Kommerz des Mediensports, was sagen Lenk und Gebauer dazu? Nehmen wir uns die Zeit, über unseren Sport vom Anfang her neu nachzudenken? Welche Reformen brauchen wir als Start-up? Ob die Chronik der Pandemie heute beendet werden kann, bleibt offen.

Stand am 31. Mai 2021

Manfred Nippe

Stillstand und Selbstbestimmung, aber auch Hoffnung

Die verschärften Corona-Beschlüsse des Senats sorgen für Unsicherheit in der Bevölkerung. Abgesagte Impftermine, ausbleibende Impfstofflieferungen, Probleme bei den Teststellen zeigen Widersprüche und behördliches Chaos in der Politik. Demgegenüber eine hervorragende Organisation und kundenfreundliche Nähe bei den von den Wohlfahrtsorganisationen betriebenen und vom Ehrenamt unterstützten Impfzentren, die Gegensätze könnten kaum größer sein. Auch der Landessportbund Berlin gibt seinen Mitgliedsorganisationen und Sportvereinen die Gelegenheit, kostenlose Selbst-Tests einzusetzen und zu vereinbarten Terminen im Manfred-von-Richthofen Haus abzuholen.

Stand am 1. April 2021

Dass die Corona-Auswirkungen für die Motivation und Psyche der bisher Sporttreibenden erhebliche Bedeutung haben, bestätigen mehrere Studien der Medizin und Sportwissenschaft. Prof. Ralf Brand von der Universität Potsdam äußert sich wie folgt: „Es geht um Wohlfühlen, soziales Miteinander und persönliche Entwicklung. Denjenigen, die es genießen, mit anderen Menschen aktiv zu sein, sei alles empfohlen, was sich an der frischen Luft und mit ausreichend Sicherheitsabstand zueinander tun lässt. Wandern, Radfahren, Frisbee, Federball – der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.“ Der Sportpsychologe würde es begrüßen, wenn Sport-Lehrkräfte in regionale Entscheidungen über Kontaktbeschränkungen im Freien einbezogen würden. Für Professor Brand ist die Freude an der Bewegung ausschlaggebend: „Wenn ich mich regelmäßig bewege, mir zum Beispiel eine bestimmte Routine aufbaue, dann führe ich das auch fort und suche mir in einer Ausnahmesituation wie der Pandemie Alternativen, die ich fortführen kann.“

Forschung & Lehre vom 6. April 2021

Prof. Dr. Gerhard Scheuch – anerkannter Aerosolforscher der Bundesrepublik – hält die Ansteckungsgefahr mit Covid 19 im Freien für unbedeutend. Im Interview mit der Abendschau sieht er die Hauptgefahr in Innenräumen, besonders bei privaten Treffen: „99 Prozent der Infektionen erfolgen innen, draußen liegt die Ansteckungsgefahr quasi bei null. Im Freien verteilen sich die Aerosole sehr schnell, auch ein Windstoße reicht nicht aus“. Er sieht eine Virenübertragung erst dann, wenn man sich im Gespräch mindestens eine viertel Stunde lang in einer Aerosolwolke gegenübersteht. Auch Chorsingen ist nach seinen Erkenntnissen möglich, wenn man die Abstandsregeln von 1,5 Metern einhält. Probleme sieht er bei der Hin- und Rückfahrt nach draußen, wenn man öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Fazit: Der Aufenthalt im Freien ist für die Pandemie irrelevant. Das ist eine optimistische Aussage für das Sporttreiben in der freien Natur.

rbb Abendschau vom 6. April 2021

DOSB-Präsident Alfons Hörmann geht davon aus, dass die für die Olympischen Spiele in Tokio feststehenden Topsportler zeitnah geimpft werden. „Insgesamt, und dabei beziehe ich die Teilnehmer der Paralympics mit ein, geht es um eine maximale Größenordnung von 2000 Menschen, die rechtzeitig geimpft werden müssten, um unser Land bei dem größten Sportereignis der Welt sicher zu vertreten“, erklärte Hörmann. Dazu gehörten auch die Betreuer. Derzeit seien bereits etwa 13 Prozent der Teammitglieder geimpft, sieben Prozent lehnten eine Impfung ab. Rund zehn Prozent hatten bereits eine Covid-19-Erkrankung.

Süddeutsche Zeitung vom 11. April 2021

Der Parasport wird durch Corona besonders hart getroffen. „Unsere Landesverbände und Vereine prognostizieren einen Mitgliederverlust von bis zu 15 Prozent, damit leidet der Behindertensport überproportional an den Folgen der Pandemie“, sagt der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher. Christoph Pisarz leitet die Rollstuhlsportabteilung vom Berliner SV Pfeffersport, dem größten Inklusionssportverein Deutschlands. Vor Corona hatte Pfeffersport etwa 4.500 Mitglieder. Seitdem gab es ungefähr 80 Austritte pro Monat. Die meisten waren altersbedingt, neue Mitglieder von der langen Warteliste werden momentan nicht aufgenommen. Pfeffersport komme also noch ganz gut durch diese Zeit. Wie viele Mitglieder eine Behinderung haben, wisse Pisarz nicht, und er will es auch gar nicht so genau wissen. Die Inklusion gelte bei Pfeffersport ohnehin für alle Bereiche.

Der Tagesspiegel vom 11. April 2021

Der Senat von Berlin hat mehr Freiheiten für geimpfte Menschen beschlossen. Wer in Berlin schon gegen Corona geimpft ist, bekommt künftig 15 Tage nach Gabe der zweiten Impfdosis wieder etwas mehr Freiheiten. Das Tragen einer FFP2-Maske ist bei Jugendlichen erst ab 14 Jahren verbindlich, zwischen 6 und 14 Jahren reicht eine OP-Maske. Die Verordnung erlaubt nun Kindern Sport im Freien in festen Gruppen von maximal 20 anwesenden Personen plus einer betreuenden Person. Bisher galt für die Kinder ein Höchstalter von 12 Jahren, künftig sind es 14 Jahre. Sollte die vom Bundeskabinett beschlossene Notbremse in der Hauptstadt zum Tragen kommen, müssten sich die Berlinerinnen und Berliner nicht nur auf die erneute Schließung vieler derzeit geöffneter Geschäfte einstellen, sondern auf nächtliche Ausgangssperren von 21 bis 5 Uhr.

rbb 24 vom 13. April 2021

Jörg Göbel und Felix Klauser beschäftigen sich im ZDF mit dem Überlebenskampf der Sportvereine in der Corona-Pandemie. Während Bundesligavereine ihre Meisterschaften ausspielen, liegt der Breiten- und Nachwuchssport in vielen Teilen Deutschlands fast komplett brach. „Wir produzieren gerade die Kranken der Zukunft“, befürchtet Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule im Interview. Weil Kinder und Jugendliche zu wenig Sport treiben, werden Krankheitsbilder, die mit Übergewicht und Bewegungsarmut zusammenhängen, in den nächsten Jahren zunehmen, befürchtet er. Dazu zählen zum Beispiel Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Froböse kritisiert, dass ausgerechnet in einer Gesundheitskrise ein flächendeckender Bewegungsmangel herrsche.

ZDF frontal 21 vom 13. April 2021

Die Münchner Sportvereine können in der Corona-Pandemie nicht auf ein finanzielles Entgegenkommen der Stadt bauen. Der Sportausschuss hat einen entsprechenden Antrag, ihnen pauschal die Nutzungsgebühren für die Sporthallen für die Krisenjahre 2020 und 2021 zu erlassen, mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Hauptgrund für die Ablehnung: die hohen Belastungen für den ohnehin angeschlagenen städtischen Haushalt. Dieses Argument stößt selbst bei Vereinsvertretern auf Verständnis. „Wir müssen alle schauen, wie wir durch diese Krise kommen“, sagt etwa Feit Hesse, Geschäftsführer des MTV München, des größten Breitensportvereins der Innenstadt. „Auch die Stadt steht finanziell mit dem Rücken zur Wand.“

Süddeutsche Zeitung vom 15. April 2021

Die Fußballabteilung des TSC Friedenau ermöglicht ihren jungen Spielern ein sicheres Training und hat eine mobile Teststation eröffnet. Sie befindet sich im Kabinenbereich des Sportplatzes an der Offenbacher Straße, wurde von der Gesundheitsverwaltung des Senats zertifiziert und wird gemeinsam mit der Burger-Apotheke betrieben. Einmal wöchentlich sollen die Spieler, Trainer und Ehrenamtlichen mit einem Antigen-Spucktest getestet werden. LSB-Präsident Thomas Härtel schaute sich das beispielhafte Konzept vor Ort an.

LSB Berlin vom 15. April 2021

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) fordert die Bundespolitik auf, bei der aktuellen Beratung des Infektionsschutzgesetzes für eine bundesweite Privilegierung des Sports für Kinder und Jugendliche einzutreten. „Die Gesellschaft insgesamt und insbesondere die Kinder und Jugendlichen müssen endlich aus der inzwischen über ein Jahr anhaltenden Bewegungslosigkeit befreit werden. Mit Hilfe der bestehenden und bewährten Konzepte des Sports sowie der vielen Engagierten vor Ort können und müssen wir zeitnah sicher und verantwortungsvoll wieder starten“, forderte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden der Regierungskoalition. Er bezog sich dabei auf die letzte Sitzung des Sportausschusses des Bundestages, der sich mit einer Resolution des DOSB und der dsj beschäftigt hatte und auf Studien der Aerosol- und Ernährungsforscher sowie jüngeren Daten aus Irland, die auf das marginale Risiko von Infektionen bei Freiluftveranstaltungen hingewiesen haben.

DOSB vom 16. April 2021

Ebenfalls auf die Anhörung des Sportausschusses vom 16. April bezieht sich Antje Widmann in ihrem Kommentar über die drastischen Bewegungseinbrüche bei Kindern und die Warnungen der Experten vor einer „verlorenen Generation“. Sie zitiert die Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen durch die Pandemie und stellt die Forschungen der Sportwissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) vor. Die steigende Bewegungslosigkeit von Kindern und Jugendlichen nennt Prof. Dr. Alexander Woll „eine tickende Zeitbombe“, da körperliche Aktivität „ein Stützpfeiler für ein gesundes Leben sei und einen maßgeblichen Einfluss auf kognitive Entwicklungen habe“. Nach Woll haben Eltern, Lehrer und Politiker einen klaren Auftrag dafür zu sorgen, dass die Kinder in Bewegung bleiben: „Englisch lernen kann man noch mit Mitte vierzig, Defizite in den körperlichen Bereichen kann man als Erwachsener nur noch schwer ausgleichen“.

Der Spiegel vom 17. April 2021

Auch die Opposition meldet sich zur Sitzung des Sportausschusses des Bundestages zu Wort. MdB André Hahn, der Sportsprecher der Linkspartei, antwortet auf die Frage, ob ihn das Ergebnis der Corona-Anhörung zum Kinder- und Jugendsport überrascht hat: „Nicht wirklich. Aber ich war schon froh, dass die Anhörung überhaupt stattfand. Man wehrt sich seitens der Koalition mit Händen und Füßen dagegen, solche Themen im Sportausschuss zu behandeln, weil der Bund angeblich allein für den Spitzensport zuständig sei. Der Breiten- und Schulsport sei Sache der Länder. Ich habe das immer für einen Fehler gehalten. Uns überrascht die negative Entwicklung bei den Kindern und Jugendlichen nicht, die jetzt durch Corona noch verschärft wird. Nehmen wir nur mal das Thema Schwimmfähigkeit: Wenn 60 Prozent der Zehnjährigen heute nicht richtig oder gar nicht schwimmen können, ist das ein erschreckender Befund.“

neues deutschland vom 16. April 2021

Klaus Weidt berichtet in seinem Blog über den ersten MOPSlauf für Jung und Alt in Brandenburg an der Havel. In Brandenburg erinnern 27 Mops-Plastiken an den großen Humoristen Loriot. Für Detlef Voigt, den Organisator des traditionellen Beetzseelaufs, eine tolle Idee in Corona-Zeiten: 1.200 Läufer waren bis nach Ostern in der Stadt mit einem Stadtplan „auf der Spur der Möpse“ unterwegs, stoppten, posteten ein Foto mit Mops und teilten ihre Laufzeit dem Veranstalter, dem VfL Brandenburg, mit. Voigt: „Wir verlangten keinen Nachweis, sondern vertrauten auf die Ehrlichkeit und sportliche Fairness der Läufer.“ Die Schnellsten, so das Fazit, hatten Loriots Möpse in 28 Minuten angelaufen. Genuss-Wanderer ließen sich siebeneinhalb Stunden Zeit, waren aber genauso begeistert. Detlef Voigt und seine Mitstreiter denken schon an einen 2. Mopslauf im Jahr 2022. Klaus Weidt erinnert an Loriot, der formulierte „Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, und schlussfolgert „Laufen mit Mops ist möglich. Und sinnvoll“. Laufen mit Humor ist trotz Corona angesagt.

German Road Races vom 17. April 2021

Das Corona-Kabinett der Bundesregierung hat am Montag entschieden, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio ein rechtzeitiges Impfangebot gegen Covid-19 zu machen. Der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, hat die Aussagen von Innenminister Horst Seehofer begrüßt und will das Angebot mit allen beteiligten Stellen auf Bundes- und Landesebene verantwortungsvoll und professionell umsetzen. Vom „Team D“ hatten zuletzt 92 Prozent der Aktiven und Teammitglieder auf Grund einer Nachfrage einen Impfwunsch geäußert, 15 Prozent sind bereits geimpft, 8 Prozent lehnen eine Impfung aus unterschiedlichen Gründen ab. Alfons Hörmann zum Impfangebot: „Wir werden weiter alles dafür tun, dass die Athleten und Athletinnen ihren sportlichen Lebenstraum verwirklichen können, die Impfung ist einer von mehreren Bausteinen dazu.“

DOSB vom 19. April 2021

Der Senat von Berlin hat ein neues Hilfsprogramm „Offensive Sportmetropole“ für Berliner Proficlubs und Sport-Großveranstaltungen beschlossen. Sportsenator Geisel stellte das 3-Millionen-Euro Programm in der Max-Schmeling-Halle vor. „Die Sportmetropole lebt. Wir haben die Perspektiven analysiert und uns den Fragen gestellt: Was bieten wir den Sportlerinnen und Sportlern, was den Zuschauerinnen und Zuschauern? Was können wir tun, um die existenziellen Bedrohungen von Vereinen und Ehrenamtlichen abzumildern?“. Bisher hat Berlin neben einem Rettungsschirm von sechs Millionen Euro für den Amateursport, der noch einmal aufgelegt wird, die Proficlubs und Traditionsveranstaltungen im vergangenen Jahr mit mehr als 2,1 Millionen Euro unterstützt. Das neue Programm unterstützt Marketingpartnerschaften und die Überlassung von Sportstätten für die Handball-Füchse, die BR Volleys, die Eishockey-Eisbären und Albas Basketballer sowie den Berlin Marathon und Frauenteams der ersten oder zweiten Bundesliga. Auch die Bundesliga-Fußballer von Hertha und Union gehören zur Sportmetropole, sind jedoch wegen der Fernsehgelder nicht in das Hilfsprogramm eingebunden.

Berliner Zeitung vom 21. April 2021

Die vom Bundestag beschlossene Corona-Notbremse gilt ab 23. April in Berlin und Brandenburg. Für Berlin neu sind die Ausgangssperren, wobei Joggen und Spaziergänge für Einzelpersonen bis Mitternacht erlaubt sind. Kontaktbeschränkungen, Einschränkung von Einkaufsmöglichkeiten und etwaige Schul- und Kitaschließungen sind von den Inzidenzwerten abhängig. Es darf nur noch kontaktloser Individualsport betrieben werden, eine Differenzierung zwischen Sport im Freien oder in Innenräumen sieht die Bundes-Notbremse nicht vor. Ausnahmen gelten nur für Berufs- und Leistungssportler(innen).

RBB 24 vom 23. April 2021

Alba Berlin ist mit seiner „digitalen Sportstunde“ bundesweit bekannt geworden und hat während der Pandemie Bewegung in die Kinderzimmer gebracht. Nun hat der Basketballclub sein digitales Angebot erweitert: Rund 25-minütige Folgen unter dem Motto „Sport macht Spaß“ kommen zur täglichen Sportstunde hinzu, sie sind auch in russischer und arabischer Sprache abrufbar. Dazu gibt es neue Fortbildungsvideos für Sportlehrerinnen und Sportlehrer. In einer ‚Albathek‘ können zusätzlich kostenfrei Sport- und Übungsstunden im Internet für das neue Schuljahr gestreamt und heruntergeladen werden. Die vom Bundesinnenministerium geförderten Videoangebote sind über youtube zu finden. Auch Sportprogramme für über 60-Jährige sind in Vorbereitung.

Deutschlandfunk vom 24. April 2021

Im Sportgespräch interviewt Jasper Barenberg den Vorstandsvorsitzenden des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Christoph Niessen, und stellt die Frage „Warum werden Kinder hier regelrecht weggesperrt“. Die Verärgerung über die Bundes-Notbremse ist im Sport besonders groß, unklare Regeln, fehlende Sorgfalt und der Mangel an Anerkennung für die gesundheitliche Wirkung und gesellschaftliche Bedeutung werden beklagt. Das betrifft besonders „das zusammengeschusterte“ Bundesinfektionsgesetz. Niessen dazu über das Verhalten der Bundesregierung: „Das beginnt bei der Bundeskanzlerin. Zuerst hat man das mit der Fußball-Bundesliga geregelt, und wenn abends die Sportschau läuft, dann herrscht im Bundeskabinett der Eindruck, mit dem Sport läuft es doch irgendwie. Aber das ist ein Prozent des Sports, 99 Prozent der Wertschöpfung des Sports werden in den Sportvereinen erbracht. Da findet der eigentliche Wert statt. Nach den neuen Regeln wird Sport für Kinder und Jugendliche zunächst gar nicht mehr stattfinden können, solange die Inzidenz über 100 liegt. Wir erleben, dass selbst geimpfte Menschen, ältere Menschen keinen Sport machen können. Der gerade wieder etwas in Bewegung gebrachte Vereinssport wird erneut vollständig zum Erliegen kommen.“ Ein Interview, das von vielen Tageszeitungen übernommen wurde.

Deutschlandfunk vom 27. April 2021

Zum Monatsende überrascht Biontech mit der Nachricht, dass ab Juni für ältere Kinder, dann ab September für alle ein neuer Impfstoff seine Zulassung bekommen wird. Studien zeigen hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit, schon für Kinder ab sechs Monaten. Eine bundesweit aufgegriffene Meldung, die in der Corona-Pandemie ermutigend ist und Hoffnungen auslöst.

Der Spiegel vom 29. April 2021

Nun die letzte April-Meldung aus Tokio: Japan erlebt dieser Tage die vierte Infektionswelle vor den Olympischen Spielen. Virologen und Intellektuelle schlagen erneut Alarm. Die Organisatoren betonen, Sicherheit habe oberste Priorität. Kritiker halten dagegen, dass die Spiele trotzdem ein Superspreading-Event werden könnten. 20 Professoren haben zum Boykott der Spiele aufgerufen. Darunter auch der Philosoph Kenichi Mishima, der sich in einem Brief an die deutschsprachige Öffentlichkeit wendet: „Es geht ums nackte Leben, nicht ums nationale Prestige, und natürlich nicht um den ökonomischen Profit. Wir appellieren an die Vernunft der Sportbranche. Kommen sie nicht nach Japan!“

Deutschlandfunk vom 30.

Text: Manfred Nippe

Eine erste Hoffnung: Land in Sicht?

Ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie und dem ersten Corona-Patienten haben sich in unserer Stadt nachweislich 129.599 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. 2.825 sind bislang an Covid-19 gestorben. 5.235 Menschen sind aktuell in Berlin mit dem Virus infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 66,3.

Berliner Morgenpost vom 2. März 2021

In einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten-Konferenz hat der organisierte Sport in Deutschland Öffnungen für den Vereinssport und seine 28 Millionen Mitglieder gefordert. Er bezieht sich dabei auch auf die jüngste Corona- und Psyche-Studie (COPSY) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Sport im Verein ist die wichtige Basis für das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Gesundheit ist sozusagen der „Identitätsanker“ des Sports; die Sportvereine nehmen dabei die Rolle einer gesundheitsfördernden Lebenswelt ein. Die Hamburger Studie zeigt in ihren Grundzügen u.a. auf, dass sich 71 Prozent der Kinder und Jugendlichen durch die Kontaktbeschränkungen psychisch belastet fühlen. Das Risiko für psychische Auffälligkeiten stieg von rund 18 Prozent auf 30 Prozent, das ist eine schlagartige Veränderung durch die Corona-Pandemie.

DOSB vom 2. März 2021

Auch Aktivisten aus dem Berliner Amateursport fordern die „sofortige Öffnung des Vereinssports im Freien“, so Gabriel Straub. Der 46-Jährige sammelt mit zwei Unterstützern im Internet Stimmen für eine Petition an das Abgeordnetenhaus. Der Lockdown führt dazu, dass „Vereine kollabieren und jahrelange Aufbauarbeit zerstört wird“, so der aus dem Hockey kommende Straub. Die Petition läuft bis zum 22. April, wenn 11.000 Stimmen erreicht sind, müsste das Abgeordnetenhaus eine Stellungnahme abgeben. Die ersten eintausend Stimmen sind auf der Plattform „openPetition“ bereits vorhanden.

Tagesspiegel vom 2. März 2021

Die ersten Lockerungen nach monatelangem Lockdown sorgen im deutschen Sport noch nicht für die große Rückkehr-Euphorie. Nur wenige Stunden nach dem Beschluss von Bund und Ländern für einen Stufenplan zur schrittweisen Öffnung forderte nicht nur der Deutsche Fußball-Bund möglichst rasche konkrete Vorgaben. Nach zähem Ringen waren verschiedene Schritte der Öffnung auch für den Sport beschlossen worden. So ab 8. März in Abhängigkeit von den regionalen Corona-Inzidenzwerten auch kontaktfreier Sport im Freien in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen. DOSB- Präsident Alfons Hörmann hat die Beschlüsse und die damit bis 5. April verbundenen fünf Öffnungsschritte als „ersten Hoffnungsschimmer“ gewertet.

Süddeutsche Zeitung vom 4. März 2021

Mit verhaltener Freude hat LSB-Präsident Thomas Härtel den Beschluss des Senats auf Grund der Ergebnisse der Beratungen mit der Kanzlerin und den Bundesländern aufgenommen. Das betrifft besonders die Forderung nach Sport im Freien für Gruppen von Kindern und Jugendlichen bis zu 20 Minderjährigen und einer Aufsichtsperson. Unverständlich bleibt für ihn, warum der Senat sich nicht dem gemeinsamen Beschluss angeschlossen hat und die Altersbegrenzung für Kinder von 14 auf nur 12 gesenkt hat.

LSB Berlin vom 4. März 2021

In einem Rundbrief unterrichten LSB-Präsident Thomas Härtel und LSB-Direktor Friedhard Teuffel die Mitgliedsorganisationen über die Beschlüsse des Senats vom 4, März und begrüßen die ersten Öffnungsschritte für den Sport ab 8. März 2021. In einem Gespräch mit Sportsenator Andreas Geisel über die abweichende Altersgruppenbegrenzung in Berlin hat dieser auf die Parallelität zur Schule verwiesen. Er kündigte an, die Altersgrenze sofort aufzuheben, wenn die Schulen auch für die Klassen sieben aufwärts öffnen. Die Sportämter haben zugesagt, die ungedeckten Sportanlagen wieder länger für den Vereinssport zu öffnen. Die Nutzung von Umkleiden und Duschen ist nach wie vor nicht gestattet, die Hygieneregeln müssen eingehalten und die Ansammlung von Eltern und Gruppen rund um die Sportplätze vermieden werden.

Mitgliederrundbrief des LSB Berlin vom 5. März 2021

Das ist eine überall gestellte Frage: Bleibt die Chancengleichheit der Athleten für Olympia durch die verschiedenen Geschwindigkeiten beim Impfen in den Ländern schon vor den Spielen auf der Strecke? Die deutschen Olympia-Kandidaten fürchten einen Nachteil, wollen sich aber – was sie mehrmals erklärt haben – nicht vordrängen. Max Hartung, Vorsitzender der Vereinigung Athleten Deutschland, dazu in einem DPA-Interview: „Früh geimpft zu sein, ist auf jeden Fall ein großer Vorteil. Der Nachteil ist jetzt schon immens und wird mit jedem Tag größer.“ Die Zahl der Länder, die ihre Athleten schon oder so schnell wie möglich vor Corona-Infektionen schützen wollen, nimmt zu. Litauen, Indien, Israel, Ungarn, Mexico und China sehen eine Impf-Priorität für ihre Tokio-Athleten. Bisher haben sich 73 Prozent der deutschen Top-Athleten gegen eine Bevorzugung ausgesprochen. IOC-Präsident Thomas Bach sieht in der Sicherstellung von Impfungen gegen das Coronavirus einen „Schlüssel für den Erfolg“ der Spiele.

Focus online vom 5. März 2021

Ein eigenes Corona-Testzentrum hat der Berliner Hockey-Club in seinem Klubhaus eingerichtet. Die nötigen Corona-Tests werden vor dem Training von Mitspielern vor Ort abgenommen. Die Männer und Frauen der Bundesligamannschaft dürfen dank einer Sondergenehmigung wieder mit dem Training starten. Durch die Regelung – auf die alle stolz sind – wurde ein Ausweichen auf Trainingsplätze in Brandenburg vermieden.

Rbb 24 vom 7. März 2021

Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes für den Präsenzunterricht in der Mittelstufe der Berliner Schulen fordert der Berliner Sport die sofortige Öffnung des Sports mindestens für 13- und 14-Jährige. „Wir brauchen jetzt Bewegungsangebote gerade für diese Altersgruppe. Es kann nicht sein, dass Berlin dies als einziges Bundesland verwehrt“, so LSB-Präsident Thomas Härtel in einer gemeinsamen Erklärung mit den größten Sportverbänden, dem Berliner Fußball-Verband (BFV) und dem Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund (BTFB). Neben Thomas Härtel haben auch BFV-Präsident Bernd Schultz und Sophie Lehsnau, die Präsidentin des BTBF), eine unverzügliche Öffnung der Trainingsstätten für alle Altersstufen in Statements gefordert.

LSB Berlin vom 11. März 2021

Als längst überfälligen Schritt hat Dr. Thomas Poller, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Schulsportstiftung, die Erleichterungen für den Vereinssport bezeichnet, die seit 8. März das Sport treiben auch in Gruppen unter bestimmten Voraussetzungen erlauben. Der frühere langjährige Schulsportreferent des Landes Berlin fordert nun auch die Wiederbelebung des Schulsports: „Die Schulen müssen sich anschließen, denn nur da erreichen wir mit Sport alle Kinder und Jugendlichen“. Er hält es für einen schweren Fehler, wenn sich die Schulen nur auf die „Kernfächer“ fokussieren und Schulsport in Coronazeiten nicht prioritär berücksichtigen.

Jugend trainiert für Olympia vom 12. März 2021

Den Internationalen Tag des Glücks am 20. März nimmt Claus Vetter zum Anlass, die Coronakrise unter dem Titel „Sportliche Wege zum Glück in unglücklichen Zeiten“ zu kommentieren: „Mit Spannung erwarten wir den „Weltglücksreport“ der UN für 2020. Womöglich steht es mit der Zufriedenheit in allen Teilen der Welt nicht mehr so ganz gut wie 2019, auch in Deutschland. Denn das Land lebt unter einer Angstglocke, die Menschen werden unter Druck gesetzt und Verboten ausgesetzt. Alles im Sinne der Vernunft und für eine glückliche Zukunft, von der niemand weiß, wann sie denn beginnen wird. Die Coronakrise ist ein Hürdenlauf, bei dem nicht klar ist, wie lange die Strecke ist. Wie erfrischend einfach ist hingegen der Sport, den wir noch betreiben dürfen.“ Vetter hält körperliche Anstrengung für einen Schlüssel zur Zufriedenheit, doch auch der Sport ist für ihn für Glücksgefühle gut. Er verweist auf die deutsche Glücksexpertin Maike van den Boom, die ergänzend zur Morgengymnastik empfohlen hat: „Die Arme in Siegerpose gen Zimmerdecke recken! Jubeln! Das hilft, positive Areale im Gehirn zu trainieren.“ Auf geht’s, das können wir beim nächsten Sieg von Hertha oder Union gleich testen.

Tagesspiegel vom 15. März 2021

Der Landessportbund Berlin bedauert die wegen der aktuellen Entwicklung ausbleibende Zulassung des Sporttreibens im Freien für Gruppen von 13- und 14-Jährigen. LSB-Präsident Thomas Härtel: „Natürlich sehen wir die steigenden Infektionszahlen mit Sorge. Sie ändern aber nichts an der Notwendigkeit, für Jugendliche im Sinne ihrer sozialen Entwicklung und einer umfassenden Prävention Sportangebote zu machen. Es ist doch viel besser, die Jugendlichen werden im Freien durch Vereine motiviert und bewegt, als dass sie sich wie jetzt gruppenweise in Parks aufhalten und somit bei Nichteinhaltung von Regeln eher zum Infektionsgeschehen beitragen.“

LSB Berlin vom 16. März 2021

Durch Corona boomt das Fahrradfahren. Das soziale Netzwerk Strava, das internetbasierte Daten sportlicher Aktivitäten auswertet, stellt bei der Bevölkerung ein „Umsteigen auf Fahrrad“ fest. Das Radfahren hat sich bei Männern und besonders bei Frauen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das betrifft sowohl den Weg zur Arbeit wie auch den Alltag. Die in Berlin eingerichteten Pop-up-Radwege kommen in der Statistik besonders gut weg. Auf dem neuen Radweg in der Kantstraße waren zum Beispiel im Dezember fünfmal so viele Menschen mit dem Rad unterwegs als vorher. 70 Prozent der Deutschen begrüßen Pop-up-Radwege. Allerdings werden aktuell in Deutschland nur elf Prozent mit dem Rad zurückgelegt, in den Niederlanden sind es mehr als ein Viertel. Luca Füllgraf schließt ihren Beitrag mit dem Satz: „Es ist also noch Luft nach oben rund um das Fahrrad in Deutschland“.

Tagesspiegel vom 16. März 2021

Der Senat von Berlin hat alle weiteren Lockerungsschritte für das öffentliche Leben vorerst abgesagt. Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen, fehlender Tests und knapper Impfstofflieferungen sei es für Öffnungen zu früh, erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller nach der Senatssitzung. „Es ist eine zermürbende Situation. Er verstehe, dass für viele Menschen das Hin und Her in der Pandemie immer schwerer hinnehmbar sei.“

Berliner Morgenpost vom 17. März 2021

Im deutschen Leichtathletik-Team hat es nach der Rückreise von der Hallen-Europameisterschaften in Torun/Polen sieben Corona-Fälle gegeben. Die positiven Testergebnisse wurden ausschließlich in Deutschland festgestellt, die lfd. Tests in Polen waren negativ. Auch andere europäische Nationen berichten inzwischen von positiven Nachkontrollen. An der EM haben vom DLV 48 Starter und 19 Betreuer teilgenommen. Für die Betroffenen wurden umfassende Maßnahmen unter Information der Gesundheitsämter vorgenommen. Alle weiteren Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden über die Situation unterrichtet.

Berliner Zeitung vom 18. März 2021

Die Coronakrise macht sich inzwischen in der Mitgliederstatistik der Sportvereine bemerkbar: Der Berliner Sport verliert gegenüber dem Vorjahr 5 Prozent seiner Mitglieder. Bisher war die Fluktuation zwischen Austritten und Neumitgliedern gerade bei den Jüngeren kein Problem, die Eintritte überwogen die Austritte, zumindest in den letzten 13 Jahren. Jetzt ist zum 1. Januar 2021 bei den Vorschulkindern und den 7- bis 14-Jährigen ein überdurchschnittlicher Verlust festzustellen. In Zahlen hat der Sport 33.117 Vereinsmitglieder verloren, was bei den Verbänden mit vielen Jugendlichen besonders ins Gewicht fällt. So beim Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund, dem Behinderten- und Reha-Sportverband, bei den Verbänden für Schwimmen, Judo, Volleyball und Boxen, also Sportarten im Innenbereich und mit Personenkontakten. Der LSB-Präsident dankt für die bisherige Solidarität der Vereinsgemeinschaften und bedauert jeden einzelnen Austritt. Thomas Härtel: „Wir brauchen dringendst Öffnungen für mehr Sport, nicht nur für unsere Mitglieder in den Vereinen, sondern auch als unverzichtbares Angebot zur Gesundheitsförderung und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt.“

LSB Berlin vom 18. März 2021

Martin Einsiedler kommentiert die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio 2021: Eine ablehnende Bevölkerung, deren Impfungen gegen Covid-19 gerade erst begonnen haben. Verunsicherte und gehandicapte Athletinnen und Athleten, ebenfalls ungeimpft und reglementiert. Einreisesperren und Aufenthaltsbeschränkungen, kein Flair von Olympia. Das „Augen zu und durch“ des Internationalen Olympischen Komitees mit ihrem wiedergewählten deutschen Präsidenten, selbst jetzt nach Sperrung des Landes für Besucher und Olympia-Touristen. Da ist nichts mehr, was motiviert und inspiriert. Was bleibt? Eine Frage an die Welt des Sports, die einer Antwort bedarf. Die Redaktion hat eine Antwort gefunden, ihre Seiten-Schlagzeile lautet: Olympia wird eine exklusive und daher auch sinnlose Veranstaltung. Noch Fragen? Nicht nur im Sport, auch bei Olympia wird es still.

Tagesspiegel vom 21. März 2021

Ski-Weltmeister Felix Neureuther in der Sportschau zu den Corona-Auflagen: „Es geht ja nicht nur um den Skisport, sondern um den Sport im Allgemeinen und den Vereinssport. Die Kinder haben so viel erlebt das letzte Jahr, auch das Thema Homeschooling und so weiter. Die bewegen sich nicht mehr! Die sind stundenlang am Tag vor dem Computer. Wir müssen es schaffen, dass wir die Kinder wieder mehr in die Bewegung bringen. Es kann nicht sein, dass unsere Kinder in Zukunft den ganzen Tag vor dem Computer oder dem Telefon sitzen und irgendwelche Spiele spielen. Das wird die ganz große Aufgabe in der Zukunft sein: Wie wir es schaffen, die Kinder weg vom Computer und wieder raus in die Bewegung und in die Natur zu bringen. Weil dieses Zeug auch süchtig machen kann. Wir können nur eine gesunde Gesellschaft haben, indem wir uns bewegen und deswegen wäre es so wichtig, dass die Kinder rausgehen dürfen. Wenn die Kinder zusammen in einem Klassenzimmer sitzen, verstehe ich nicht, warum sie nicht draußen im Freien spielen oder Sport machen können – in kleinen Gruppen. Irgendwie muss ich doch eine Regelung schaffen, dass die Kinder das ausführen können. Ich hoffe es einfach sehr, weil sonst wäre es für unsere Kinder jammerschade. Dann dürfen wir jetzt nach Mallorca fliegen, aber dürfen nicht in unserer Heimat draußen Sport machen. Wo sind wir denn?“

ARD-Sportschau vom 22. März 2021

Mit Beginn der Sommersaison werden die Corona-Auflagen eine immer größer werdende Belastungsprobe für den Vereinssport. Der Landessportbund Berlin erwartet von der Verwaltung mehr Flexibilität und appelliert gemeinsam mit den Bezirkssportbünden an die Bezirksämter, Schulhöfe, Parks und andere öffentliche Flächen für das Sporttreiben im Freien zur Verfügung zu stellen. Sportvereine können durch Hygienekonzepte problemlos Menschen in Bewegung bringen, sie brauchen dafür Platz. Da Berliner und Berlinerinnen sowieso in der Stadt bleiben müssen, ist jede Nutzungszeit ein Gewinn für den Sport.

LSB Berlin vom 25. März 2021

LSB-Präsident Thomas Härtel hat sich zufrieden über das erste Öffnungsprojekt beim Bundesligavolleyball BR Volleys gegen Düren geäußert. Die Rückkehr zum Zuschauersport war völlig problemlos. Schnelltests und Einlass der Zuschauer nebst QR-Code erfolgte in 15 Minuten, Distanzregeln und Hygienekonzept in der Max-Schmeling-Halle wurden eingehalten, alles hat gut funktioniert. Härtel: „Wir brauchen auch für den Breitensport dringend eine Perspektive. Dafür erarbeiten wir gerade Modellprojekte für erste Sportvereine und tauschen uns mit unserem Olympiaarzt Prof. Wolfarth von der Charité aus. Wir wollen damit Zeichen setzen und gegenüber Politik und Verwaltung deutlich machen, dass wir es können.“

Präsidentenbrief vom 26. März 2021

In einer fünfstündigen Sondersitzung hat sich der Senat von Berlin mit den steigenden Infektionszahlen und dem notwendigen Anziehen der Notbremse auseinandergesetzt: Beschlossen wurde eine Pflicht zum Homeoffice-Angebot für 50 Prozent der Belegschaft und zwei Selbsttests pro Woche. Beim Frisör und im Einzelhandel ist die Vorlage eines negativen Coronatests erforderlich, ausgenommen bleiben Supermärkte, Apotheken und Drogerien. Ostertreffen sind zu vermeiden und auch im privaten Bereich FFP2-Masken vorgeschrieben. Begonnene Modellprojekte und Öffnungen sollen wieder eingeschränkt werden. Experten und Wissenschaftler halten einen längeren und harten Lockdown sowie vorgezogene Beratungen der MPK-Konferenz mit der Bundeskanzlerin für notwendig.

Berliner Morgenpost vom 28. März 2021

m Interview fragt Martin Einsiedler den LSB-Präsidenten Thomas Härtel zum Stand des Breitensports, den Mitgliederrückgängen und dem Erfolg des Rettungsschirms in der Corona-Krise. Thomas Härtel: „Ich denke, dass der Sport mehr Freiheiten bekommen muss. Unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen kann das Risiko von Ansteckungen sehr stark reduziert werden. Die Sportvereine haben sehr viel für den Infektionsschutz getan. Hygienekonzepte sind erstellt und konsequent umgesetzt worden. Abstände sind eingehalten, Übungsleiterinnen und Übungsleiter geschult worden. Es ist nur noch in kleinen Gruppen trainiert worden, viele Schnelltests sind organisiert worden und vieles mehr. Wenn all das keinen Wert hat, dann hat man das Gefühl, dass die ganze Arbeit für den Papierkorb war. Der Unmut aus dem Sport wird jedenfalls immer größer.“ Zu den Folgewirkungen für den Sport nach der Pandemie äußerte sich der LSB-Präsident: „Das ist schwer zu sagen. Sicher aber ist, dass die neu eingeführten Regeln zum Infektionsschutz dann nicht einfach so beiseitegeschoben werden. Einige Regeln werden wohl überleben müssen. Der Sport hat die Gesundheit immer im Blick. Deswegen glaube ich ja, dass der Sport ein Teil der Lösung der Pandemie sein kann und auf keinen Fall das Gegenteil.“

Tagesspiegel vom 30. März 2021

Anders als im Land Brandenburg, wo vom 1. bis 6. April eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr verfügt wurde, belässt es Berlin für die Osterfeiertage mit Appellen. Erst wenn die Corona-Infektionen ansteigen, könnten weitere Kontaktbeschränkungen folgen. Polizeistreifen sollen angesichts des warmen Wetters in Parks und auf belebten Plätzen die Abstands- und Hygieneregeln kontrollieren. Berlin hält sich zurück, obwohl die Gesundheitssenatorin nach der Senatssitzung feststellte: „Wir erleben derzeit eine ungebremste Ausbreitung des Virus“. Eine Sondersitzung des Senats ist am Gründonnerstag möglich. Ostern 2021 wird in die Geschichte eingehen.

Berliner Morgenpost vom 31. März 2021

Text: Manfred Nippe

Wie lange noch?

Der neue Präsident des Deutschen Tennis-Bundes, Dietloff von Arnim, fordert in der Corona-Krise einen veränderten Auftritt des Tennissports. „Wir müssen deutlicher herausstellen, dass Tennis ein Individualsport ist. Und als solcher muss er differenzierter betrachtet werden – anders als Mannschaftssport oder Kontaktsport. Wenn ich gerade eine Firmenveranstaltung mit 60 Leuten auf 700 Quadratmetern durchführen durfte, ist nicht nachzuvollziehen, warum zum Beispiel auf einem Tennisplatz von 600 Quadratmetern nicht zwei Leute, teilweise sogar aus demselben Haushalt, spielen dürfen. Tennis ist Teil der Lösung und nicht des Problems.“

FAZ vom 3. Februar 2021

Malaika Mihambo, derzeit beste Weitspringerin der Welt, wird am ISTAF Indoor am 5. Februar in der Arena am Ostbahnhof teilnehmen. Normale Bedingungen, so Martin Einsiedler, wird die 27-Jährige freilich nicht vorfinden können. Statt rund 12.000 Fans werden sich nur von Kindern bemalte Pappkameraden und ein paar Trainer auf den Tribünen befinden. Das rhythmische Klatschen etwa zur Unterstützung vor und während des Anlaufs beim Weitsprung kommt aus den Boxen. „Man wird schon getragen vom Publikum und erzielt dadurch bessere Leistungen“, schwelgte Mihambo in Erinnerungen an Zeiten vor der Coronavirus-Pandemie. Immerhin dürfen sich die Athletinnen und Athleten ihre Lieblingsmusik aussuchen, die der Hallen-DJ bei ihren Versuchen abspielt.

Tagesspiegel vom 4. Februar 2021

LSB-Präsident Thomas Härtel und LSB-Direktor Friedhard Teuffel fordern in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel mehr Raum für Bewegung und schlagen im Hinblick auf Corona dazu auf, in den Schulen und Kitas tägliche Sportstunden stattfinden zu lassen. „Lehrerinnen und Lehrer haben erzählt, wie viele Kinder nach dem ersten Lockdown zurück in die Schule gekommen sind: blass und mit Übergewicht. Diese Situation habe Corona nicht allein verursacht. Umso wichtiger sei es nun, Bewegungsmangel in allen Alters- und Lebenslagen entgegenzuwirken. Auch weil Bewegung Bildung ist. Weil auch Denkleistungen besser werden durch Sport.“

DOSB-News vom 4. Februar 2021

Die Langhantel ist die Großmutter aller Fitnessgeräte und in Corona-Zeiten wieder besonders gefragt. „Das beste Instrument, um sich ganzheitlich zu entwickeln“, das sagt der Fitnessexperte Dr. phil. Christian Zippel über die Langhantel. Bereits in der Antike wurde sie benutzt, um Gewichte in die Höhe zu drücken. Und bis heute ist die Langhantel nicht aus der Mode gekommen. Marco Spanehl vom LSB Berlin trainiert beim TSC die Gewichtheber und Kraftdreikämpfer im Landesleistungszentrum. Er ist mehrfacher Deutscher Meister und Olympiateilnehmer und kümmert sich um Männer und Frauen sowie den Nachwuchs. Sein Credo: „Was braucht der Gewichtheber? Der braucht Beine, Beine und Beine. Wichtigste Übung und fast für alle anderen Leistungssportarten auch, das ist die Königsdisziplin, ist Kniebeuge. Fertig. Da holst du die ganze Kraft raus. Alle Kraft kommt aus dem Bein.“

Deutschlandfunk vom 7. Februar 2021

Der LSB Berlin erarbeitet derzeit mit seinen Verbänden und Vereinen ein modulares Öffnungsszenario, um den Menschen in den Sportvereinen wieder eine Perspektive zu geben. In fünf Stufen soll der Sport wieder geöffnet werden, abhängig von Kriterien wie draußen/drinnen, Individualsportart/Mannschaftssportart/Kontaktsport oder Training/Wettkampf. Entscheidend sei, dass alle Sportarten rasch wieder Möglichkeiten zum Einstieg bekommen, selbst wenn manche Disziplin dann noch nicht in ihrer kompletten Ausprägung stattfinden könne. Wichtig ist es, Kinder und Jugendliche schnell wieder in Bewegung zu bringen und die bisherigen Angebote für Kitas und Schulen nach deren Öffnung wieder in Fahrt zu bringen. Auch der Bundesligaspielbetrieb in Freiluftsportarten wie beispielsweise Hockey müsse schnell wieder möglich sein.

LSB Berlin vom 8. Februar 2021

Corona-Impfzentrum statt Boston-Marathon: Das ist das neue Betätigungsfeld für den Race-Direktor des legendären Rennens, das in diesem Frühjahr zum zweiten Mal in Folge aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht stattfinden kann und nun für den 11. Oktober geplant ist. Dave McGillivray hat anstelle seines Marathons mit seinen Mitarbeitern zwei Impfzentren in Boston auf die Beine gestellt. Seine Marathonerfahrungen mit bis zu 25.000 Athleten im Ziel setzt er jetzt im Gesundheitswesen ein: Zurzeit werden 3.000 Menschen pro Tag geimpft, das Ziel liegt bei 10.000 täglich. Er hat aus der Not eine Tugend gemacht und blickt optimistisch in die Marathon-Zukunft: „Das Comeback wird stärker sein als der Rückschlag“.

German Road Races vom 9. Februar 2021

Henrietta Fore, Exekutivdirektorin der UNICEF, sorgt sich zum Safer-Internet-Day über die Sicherheit und das psychische Wohlbefinden von Kindern. „Im Schatten von Covid-19 hat sich das Leben von Millionen von Kindern und Jugendlichen auf ihr Zuhause und ihren Bildschirm reduziert. Für viele wurde das Online-Dasein schnell zur einzigen Möglichkeit, zu spielen, Kontakte zu knüpfen und zu lernen.“

Kurier.at vom 9. Februar 2021

Die Sportministerkonferenz (SMK) appelliert an die Ministerpräsidenten, den Amateur- und Breitensport bei schrittweisen Lockerungen der Corona-Einschränkungen von Beginn an mit einzubeziehen. „Die SMK hält es für erforderlich, dem Sport, beginnend mit dem Kinder- und Jugendsport, eine Perspektive aufzuzeigen“, hieß es in einer Beschlussvorlage für die Konferenz der Länder mit der Kanzlerin. Die SMK bitte darum, den Sport in sämtlichen Erörterungen und Beschlussfassungen zu berücksichtigen. Das Gremium befürwortet ein kontrolliertes, stufenweises Vorgehen zur vollumfänglichen Wiederaufnahme des Sportbetriebs.

DPA vom 10. Februar 2021

Fabian Scheier kommentiert die jüngsten Beschlüsse der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin und schreibt „Vielleicht wäre es für Sportvereine an der Zeit, eine Abteilung für Haarschnitte zu gründen. Das gäbe mehr Perspektive als das Warten auf Lockerungen. Friseure werden bald öffnen, dem Einzelhandel wurde ein Angebot gemacht. Der Sport aber wurde wieder vertröstet. Die Sportminister hatten vor dem Kanzlerin-Ministerpräsidenten-Treffen vergeblich auf Lockerungen gedrängt. Eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet. Das ist nicht viel mehr als eine gut gemeinte Absichtserklärung, eigentlich ist es nichts. Und nichts ist nicht gut.“

Zeit online vom 11. Februar 2021

Athleten und Athletinnen des „Team D“ haben gemeinsam mit Medizinern und DOSB-Vertretern in einer Videokonferenz die Folgen der Covid-19-Pandemie für die Vorbereitung auf und die Teilnahme an den Olympischen Spielen Tokio 2021 und Peking 2022 erörtert. Dazu gehörten die Ergebnisse der in den letzten zwei Wochen unter rund 1.700 Olympiakandidaten geführten Umfragen zur Impfung gegen das Virus. 73 Prozent befürworten die bislang festgelegte Impf-Reihenfolge, lediglich 18 Prozent wünschen sich eine andere Priorisierung. DOSB-Präsident Alfons Hörmann zeigte sich erfreut über das vorbildliche Verantwortungsbewusstsein, das die Athletinnen und Athleten an den Tag legten.

DOSB vom 12. Februar 2021

In der RBB 15-Minutenreportage „Abseits“ beschäftigen sich Stephanie Barczyk und Jakob Rüger mit den Auswirkungen von Corona auf den Breitensport und die wegbrechenden Mittel durch den Mitgliederschwund. Interviewpartner sind Vereine aus Brandenburg und Berlin, so der TSV Wittenau, SC Charlottenburg, SC Siemensstadt, Alba U 14, die Wasserfreunde Spandau und Berliner Wasserratten sowie die Ruderer der Turngemeinde in Berlin. Fazit: Motivation der Ehrenamtlichen sind vorhanden, die Mitgliederzahlen sinken um 30 bis 40 Prozent, Hilfen durch Senat, LSB und Sponsoren sind dringend notwendig, die Langzeitfolgen durch Bewegungsmangel und Nicht-Schwimmer enorm und kaum in zwei bis drei Jahren aufzuholen. Wichtigste Erkenntnis: Durchhalten und jetzt neue Perspektiven schaffen.

RBB Inforadio vom 14. Februar 2021

Mit Testimonials auf der LSB-Facebookseite erzählen Berliner Top-Athletinnen und Athleten, wie sie mit der Corona-Pandemie umgehen. Es berichten u.a. Para-Schwimmerin Elena Krawzow, Bogensportlerin Lisa Unruh, Turner Philipp Herder, Kanute Conrad Scheibner und die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu. O-Ton von Elena Krawzow, der Weltmeisterin im Para-Schwimmen: „Mein Appell an alle ‚Querdenker‘: Anstatt auf die Straße zu gehen und Corona zu leugnen, geht doch einfach ins Krankenhaus und schaut euch dort die extrem schwierige Lage an.“

LSB Berlin vom 15. Februar 2021

In seinem Blog „sport-nachgedacht“ meldet sich Prof. Dr. Helmut Diegel zu Wort und geht auf die seit den 68-ziger Jahren geäußerte Sportkritik ein und vergleicht deren Umsturzversuche mit der Bewältigung der gegenwärtigen Corona-Krise. Insbesondere hat er die engen Verbindungen von Wirtschaft und Profisport im Blick und stellt fest: „Für den Sport hat sich das Duckmäusertum an der Seite der Mächtigen dieser Welt bislang gelohnt. Die „Heirat“ zwischen Sport und Macht ist eine der stabilsten, die es gibt. Eine „Scheidung“ ist höchst unwahrscheinlich. So haben sich die Verantwortlichen in den Sportorganisationen den Entscheidungen der Politik in den verschiedenen Ländern zu fügen und unterzuordnen. Obgleich das aktive Sporttreiben erwiesenermaßen in den vergangenen Jahren unter Präventionsgesichtspunkten eine große Bedeutung in den Gesundheitssystemen fast aller Staaten erlangen konnte, wird die gesundheits- und sozialpolitische Bedeutung des Breiten- und Freizeitsports bei fast allen politischen Entscheidungen während der Corona-Pandemie ausgeklammert bzw. nicht berücksichtigt. Erlaubt ist hingegen der professionelle Sport, d.h. erlaubt sind vor allem „Brot und Spiele“, so wie es die Römer einem Massenpublikum in den römischen Arenen präsentierten.“

sport-nachgedacht.de vom 16. Februar 2021

Im Interview hat sich der Sportphilosoph und Soziologe Prof. Dr. Gunter Gebauer (Berlin) zum internationalen Spielbetrieb und der Debatte über Sonderrechte des Profi-Fußballs geäußert: „Das ist maßlos, was da passiert“. Gebauer: „Die Reiselust der Profi-Fußballer ist „ein Schlag ins Gesicht für alle Leute, die sich zum Beispiel nicht weiter von ihrem Wohnort entfernen dürfen als 15 Kilometer unter den strengen Auflagen, an die wir uns alle halten müssen. Wir können auch ein bisschen durch die Gegend fahren, aber nur aus strikten Gründen, familiären und beruflichen. Natürlich ist auch das beruflich, was die Fußballer machen. Aber es geht weit über das hinaus, was man akzeptieren kann, finde ich. Die fliegen nach Ungarn, also in Länder die lockere Bedingungen haben als wir, weil man da eben gegen Engländer Fußball spielen kann, da trifft man sich auf der Wiese. Das bedeutet, der Fußball schneidert sich wirklich eigene Regelungen, schlägt sie der Politik vor und die muss abnicken. Sie könnte anders, aber sie traut sich nicht.“

rbb 24 vom 16. Februar 2021

Unter Bezug auf die Beiträge von Diegel und Gebauer geht Bianka Schreiber-Rietig in „Sportspitze(n)“ auf die Funktionärskaste im Profisport los und lässt auch die Politik und deren konsequente Inkonsequenz nicht ungeschoren indem sie feststellt: „Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass Sportfunktionäre sich und ihr Gewerbe für den Nabel der Welt halten. Regeln für alle – und das zeigt sich in der Pandemie deutlich – gelten nur bedingt oder gar nicht für Profifußball und Profisport. Ausnahmen sind gewährt, und der Sport agiert als Staat im Staate – autonom, mit eigner Gerichtsbarkeit und Rechten, die er glaubt zu haben oder sich herausnehmen zu können. Die Politik beruft sich gern auf die Autonomie des Sports, wenn sie gerade mal unpopuläre Maßnahmen ergreifen müsste – und hat sich im Laufe der Jahre eine selbstverliebte flegelhafte Funktionärskaste herangezogen.“ Als erfahrene Sportjournalistin schert sie natürlich nicht alle über einen Kamm und zollt denen Respekt, die verdienstvoll, sachorientiert und ehrlich für den Sport arbeiten. Verheerend sieht sie die Diskussionen um die Olympischen Spiele 2021 für die Athletinnen und Athleten und das Fehlen eines Plans B beim IOC-Präsidenten. Ihrer Schluss-Einschätzung für die hoffentlich baldige Zukunft ist nichts hinzuzufügen: „Sport, Pandemie und Politik – da wird es, wenn die Welt das Virus gezähmt hat, viel zu besprechen geben.“

sportspitze.de vom 17. Februar 2021

Die Sorgen des Amateursports haben die dritte Seite des Tagesspiegels erreicht. Armin Lehmann bangt um die Existenz vieler kleiner Klubs. Unter dem Titel „Der Ballverlust“ lauten seine Schlagzeilen: Spitzenfußballer fliegen um die Welt. Kinder dürfen nicht einmal vor ihrer Tür kicken. Er hat den FC Nordost in Marzahn besucht und sich mit den Ehrenamtlichen unterhalten. Der Frust über den kommerziellen Fußballsport ist groß. Klubpräsident Theofanis Eirini wollte eigentlich alles hinschmeißen und „einfach nach Hause gehen“, weil er es einfach keinem recht machen könne, der Politik nicht und seinen Mitgliedern auch nicht. Aber er ist stolz auf seinen Verein und muss in der Not dessen Insolvenz abwenden. „Wir sind hier vom Staat entmündigt worden, man traut uns nichts zu“. Von den 402 Mitgliedern sind coronabedingt 142 ausgetreten. 55.000 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren kicken in den rd. 400 Vereinen des Berliner Fußball-Verbandes. Nordost Marzahn ist ein Traditionsverein, der 1908 als Frischauf Marzahn gegründet wurde und seitdem fünfmal den Namen gewechselt hat. Er steht für die Geschichte der meisten Berliner Fußballvereine, die sich über die Jahrzehnte und wechselnde Regierungen hinweggerettet haben. Sportvereine sind der soziale Kitt unserer Gesellschaft, so lauten viele Sonntagsreden. In Marzahn wird nicht über Spielergehälter, Ablösesummen und Fernsehverträge diskutiert, das Ehrenamt und die Freude am Fußball stehen im Vordergrund. Wie lange noch?

Tagesspiegel vom 20. Februar 2021

In einem Offenen Brief an alle Fußballvereine in Deutschland fordern DFB-Präsident Fritz Keller und der für den Amateursport zuständige Vizepräsident Rainer Koch eine Perspektive für den Amateursport. Unter Hinweis auf das neue Jugendkonzept und die Kluft zu den Profis stellt Koch fest, dass vom Amateursport überhaupt kein besonderes Risiko in der Pandemie ausgeht. Deutscher Fußball-Bund: „Wir – Vereine, DFB, Regional- sowie Landesverbände – tragen verantwortungsvoll die von Bund und Ländern verlängerten Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zuverlässig mit. Doch dies darf nicht zum Dauerzustand werden.“

Berliner Zeitung vom 20. Februar 2021

Mehrere Sport- und Kulturverbände haben einen Drei-Stufen-Plan zur Wiederaufnahme von Großveranstaltungen erarbeitet. Das Konzept ermögliche es, „Breitenveranstaltungen mit vertretbarem Aufwand und Spitzenveranstaltungen unter relevanten Zukunftsinvestitionen wieder zu den Zuschauern und Gästen zu transportieren“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur aus dem 21-seitigen Papier, das vom Deutschen Bühnenverein und großen Sportverbänden wie dem DFB, DHB und DBB getragen und von 20 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen entwickelt wurde. Bei Hygienekonzepten sollen 25 bis 30 Prozent an Gästen und Zuschauern ermöglicht werden. Im Papier sollen Infektionsschutz und Interessenlagen in Einklang gebracht werden, wobei „Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Freiheitsrechte“ nicht mehr zu rechtfertigen seien.

Zeit Online vom 20. Februar 2021

Sidney Gennes kommentiert „perfide Argumente in der Lockerungsdebatte der Politik, die plötzlich das Leid der Kinder entdeckt“. Es geht um die Öffnung der Schulen, die am 13. Dezember bei einer niedrigeren Inzidenz und ohne den Ansturm der Virus-Mutanten beschlossen wurden. Ein Teil der Wahrheit, so Gennes: „Kinder sind der Politik nur wichtig, wenn sie nützlich oder im Weg sind. In Coronazeiten sind sie beides. Nützlich, um Lockerungen durchzudrücken. Und im Weg vor allem den Werktätigen – also Eltern, die im Homeoffice die Wirtschaft am Laufen halten sollen. Beides hat mit dem Wohl der Kinder aber nichts zu tun.“ Das ihr Wohl in Gefahr ist, ist indes unbestritten. Jedes dritte Kind zeigt inzwischen psychische Auffälligkeiten, Ängste, Essstörungen, Depressionen. Ob die Gewalt gegen Kinder im Lockdown zunimmt, ist umstritten, sicher jedoch ist, dass es für die Jugendämter fast unmöglich zu kontrollieren ist.

Tagesspiegel vom 22. Februar 2021

Die Zahlen sind erschreckend: 7,3 Millionen Mädchen und Jungen bis zum Alter von 18 Jahren können gerade wegen der Coronavirus-Pandemie nicht in ihren Sportvereinen trainieren. Anfang 2020 waren gut die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland in einem Sportklub als Mitglied angemeldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Den höchsten Anteil gab es in der Altersgruppe der Sieben- bis unter 15-jährigen, in der sogar 70,5 Prozent der insgesamt rund 5,9 Millionen Mädchen und Jungen Vereinsmitglied waren. Inwieweit wegen der Corona-Lockdowns und anhaltender Einschränkungen wie der Schließung von Hallen und Sportplätzen Vereinsaustritte zu verzeichnen sind, bleibt abzuwarten. In Sachsen hatte es zum Beispiel im vergangenen Jahr 20.000 Vereinsaustritte gegeben. Vor allem Kinder und Jugendliche kehren dem Vereinssport den Rücken. So entfielen bei dem Mitgliederverlust rund 13.000 auf die Altersgruppe bis 14 Jahre.

ARD-Sportschau vom 23. Februar 2021

Claus Vetter kommentiert die alarmierenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes und die DOSB-Forderungen, nach der verordneten Bewegungslosigkeit „den Vereinssport nun schleunigst wieder zum Leben zu erwecken“. Er schlussfolgert: „Wir sind in der Krise auf bestem Wege, unsere Beweglichkeit zu verlieren. Und das wird uns einholen. Es geht um die Gesundheit der Menschen. Neben der körperlichen ist das auch die soziale. Also ist Sport wichtig. Wenn das Thema Lockerungen doch mal ein breiteres werden sollte, dann darf der Sport nicht in der letzten Startreihe stehen.“

Tagesspiegel vom 23. Februar 2021

Der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) hat erste Zahlen über die Corona-Auswirkungen auf den Amateursport vorgelegt. Fast hunderttausend Mitglieder hat der organisierte Sport verloren, bei den Kindern und Jugendlichen ist jedes 20. Mitglied aus den Vereinen ausgetreten. „Es ist keine verlorene Generation. Aber es ist ein Jahrgang, um den wir hart kämpfen werden müssen“, sagt BLSV-Präsident Jörg Ammon. „Wenn man den Verein als Dienstleister begreift, dann ist der Austritt naheliegender,“ glaubt Alfons Hölzl, Präsident des bayerischen Turnverbandes und des Deutschen Turner-Bundes. Der BLSV rechnet für 2021 mit Schäden von 450 Millionen Euro, für 2020 lagen die Einnahmenausfälle bei 200 Millionen Euro. Für Ammon und Hölzl ist klar, dass sich die wirtschaftlichen Schäden beziffern lassen – die psychischen Schäden aber nur schwer.

Süddeutsche Zeitung vom 25. Februar 2021

Der Deutsche Bundestag hat zur 66. Sitzung des Sportausschusses für den 3. März zum Thema „Nationale Strategie Sportgroßveranstaltungen“ eingeladen. Dazu findet per Videokonferenz eine Anhörung von 8 Sachverständigen statt, darunter auch Kaweh Niroomand, DOSB-Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen und Präsidiumsmitglied des LSB Berlin.

Deutscher Bundestag vom 25. Februar 2021

Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) unterstützt ausdrücklich den Vorschlag der Sportministerkonferenz, so zügig wie möglich den vereinsbasierten Sport in Deutschland wieder zugänglich zu machen. Sportärztepräsident Prof. Dr. Bernd Wolfarth (Charité Berlin) unterstreicht die Dringlichkeit, da durch die fortschreitende Inaktivität der Bevölkerung eine signifikante Steigerung sogenannter nicht-übertragbarer Krankheiten eintritt: „Deutschland braucht dringend eine Rückkehr zum Vereinssport! Wenn wir nicht schnelle und nachhaltige Wege aus der Inaktivität finden, wird die Lockdown-Situation vermehrt Krankheiten wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen in der Bevölkerung provozieren.“ Wolfahrt hat ebenso die soziale Funktion des Vereinssports im Blick: „Viele Menschen werden durch die Gemeinschaft im Vereinssport einfach gezielter zur Bewegung motiviert. Gerade Kinder und Jugendliche sowie Senioren mit besonderen Übungsbedürfnissen müssen dringend zurück in die Vereine!“

DPSG vom 25. Februar 2021

„Macht bitte wieder die Sportplätze auf“ war die Kernaussage von LSB-Präsident Thomas Härtel beim Interview mit dem Radio Berlin-Brandenburg. Er stellte das vom Berliner Sport entwickelte Stufenmodell – 5 Stufen und 16 Module – vor und bezeichnete „die Kinder und Jugendlichen aus den engen Wohnverhältnissen herauszuholen und ihnen Kontakte knüpfen zu ermöglichen“ als Hauptanliegen. Er wies auf die Diskussionen mit der Sportverwaltung hin und erwartet mehr Gehör und Anerkennung von der Politik. Er geht davon aus, dass rd. 30.000 Mitglieder wegen Corona die Vereine verlassen haben und jetzt zurückgewonnen werden müssen.

RBB Inforadio vom 28. Februar 2021

Noch kein Land in Sicht.

Die Vierschanzentournee hat im Corona-Winter ein besonderes Potenzial. Die Fernsehquoten zeigen es: Der Auftakt in Oberstdorf ist nicht nur für Karl Geiger ein Erfolg gewesen, sondern auch für die übertragenden Sender: 5,43 Millionen Zuschauer im ZDF, Marktanteil 25,4 Prozent, bei Eurosport im Schnitt 350.000 Zuschauer, Marktanteil 1,6 Prozent – eine leichte Steigerung zum Vorjahr. Traditionell liegen die Zahlen beim Neujahrsspringen sogar noch höher – und klettern dann weiter, wenn es Richtung Innsbruck und Bischofshofen geht. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die Vierschanzentournee in diesem Corona-Winter, wo das Motto für alle (bis auf die Schanzenprofis) „Zu Hause bleiben“ heißt, eine besonders wichtige Unterhaltungsfunktion übernimmt.

Berliner Zeitung vom 2. Januar 2021

Die Bundesliga im Handball unterbricht derzeit ihren Spielbetrieb für die Weltmeisterschaft, die vom 13. bis 31. Januar 2021 in Ägypten stattfindet. Der Aufsichtsratschef des Bundesligisten HS Erlangen, Carsten Bissel, sagt dazu: „Die angebliche Blase in Kairo ist ein Witz. Man hat das Gefühl, dass die Veranstalter gar nicht an einem echten Hygienekonzept interessiert sind. Sie werden sogar Zuschauer zulassen, welch ein Wahnsinn.“ Bissel weiter: „Mein Wunsch wäre, dass die Bundesliga einheitlich sagt, wir gehen das Risiko nicht ein und stellen keine Spieler ab. Alle müssten mitmachen, damit es keine Konkurrenzsituation und keinen spezifischen Ärger für einen Verein gibt. Aber das bekommen wir nicht hin.“ Problematisch sei, dass Funktionäre sich ein einem Interessenkonflikt wegen Ämtern bei der Liga und im Deutschen Handballbund sowie „möglicherweise bald auch im internationalen Handballverband“ befinden würden.

Süddeutsche Zeitung vom 4. Januar 2021

Jessica Sturmberg geht im Deutschlandfunk der Frage nach, ob nach der Zulassung von Impfstoffen in vielen Ländern und den vielen auf 2021 verschobenen Sportgroßereignissen nicht Leistungssportler bevorzugt geimpft werden können. Richard Pound, mit 78 Jahren dienstältestes IOC-Mitglied aus Kanada, hatte einen entsprechenden Vorschlag für die Spiele in Tokio gemacht. Der Fußballtrainer Heiko Herrlich, die Kunstturnerin Elisabeth Seitz und der Fechter Max Hartung haben sich dazu geäußert. „Ich denke die Reihenfolge ist ja ganz klar, jetzt kommen erst mal die Alten, dann die Pflegekräfte, was ja auch Sinn macht und die Ärzte und wir stehen da weiter hinten. Es macht keinen Sinn, dass sich der Fußball da vordrängelt“, sagte Herrlich. Seitz sagte: „Ich will mich auch impfen lassen, nur würde ich es nicht wollen, dass man Sportler gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele denen vorzieht, bei denen es viel wichtiger ist, die älteren Leute, Risikopatienten, Krankenpfleger, Ärzte, aber auch Erzieherinnen und Lehrer und Lehrerinnen und da hoffe ich, dass wir noch rechtzeitig drankommen, aber gleichzeitig möchte ich, dass alle die, bei denen es wichtiger ist, vor uns drankommen werden.“ Hartung meinte: „Ich denke es kommt darauf an, wie die Knappheit des Impfstoffes aussieht, also mit wem man an Ende tatsächlich um einen Impfstoff konkurriert.“

Deutschlandfunk vom 2. Januar 2021

„Für den Sport bleibt unterm Strich eine unbefriedigende Situation“, so hat sich DOSB-Präsident Alfons Hörmann in der ARD-Sportschau zu den jüngsten Lockdown-Beschlüssen geäußert. „Ich glaube, im Moment muss die Politik wohl den Weg gehen, so schmerzlich der ist. Das hat die Kanzlerin ja klar adressiert, und das haben auch die Ministerpräsidenten jetzt reihum von Nord bis Süd und Ost bis West klar dokumentiert, bis hin zu möglichen Abweichungen in einzelnen Bundesländern oder Regionen. Oberstes Gebot scheint eben weiterhin die Vermeidung von Kontakten zu sein. Oberstes Gebot ist es, die Krankenhäuser soweit am Laufen zu halten, dass die Pandemie einigermaßen beherrschbar ist. Und da ist der Sport ebenso sozusagen in einer gewissen Form von Sippenhaft wie auch die Kultur oder andere Bereiche.“

ARD-Sportschau vom 6. Januar 2021

Der sportaffine Belarus-Diktator Alexander Lukaschenko ging selbst aufs Eis und sprach in die Fernsehkameras „Sehen Sie hier ein Virus? Ich sehe keines. Es ist wie im Kühlschrank, da hat ein Virus keine Chance.“ Diese Aussage war blanker Unsinn. Vereine und Eishockey-Profispieler sehen das anders und sehen in ihrer Sportart einen hohen Ansteckungsherd. Felix Schütz von Adler Mannheim, Olympia-Silbermedaillengewinner, hatte Corona richtig erwischt und erklärt die Infektion so: „Das Virus hält sich auf dem Eis, die Spieler wirbeln das Virus hoch, fahren durch, atmen bei Puls 180 schwer.“ Der medizinische Koordinator beim Deutschen Eishockeybund, Dr. Lutz Graumann, hat für derartige Aussage noch keine Datengrundlagen und sagt, „dass es das Eishockey so massiv erwischt hat, das beschäftigt uns“. Ein Vorteil des Eishockeys sind für ihn die belegbaren geringen Kontaktzeiten zwischen den Spielern. „Handball, wo sich vieles am Kreis abspielt, hat längere Kontaktzeiten.“

Frankfurter Rundschau vom 6. Januar 2021

Martin Einsiedler meldet schlechte Nachrichten aus der japanischen Hauptstadt, in der wie in drei benachbarten Provinzen der Ausnahmezustand wegen Corona verhängt wurde. Die Planungen für die Olympischen Spiele und die Paralympics laufen weiter. 15.000 Athleten und Athletinnen nebst einer riesigen Schar an Medienvertretern und Offiziellen werden in einem halben Jahr in Tokio erwartet. Auf die Aktiven warten vor der Olympiateilnahme noch unzählige Qualifikationen, von vielen als echte Herausforderung und mit gesundheitlichen Sorgen betrachtet. Hinzu kommt ein Meinungsumschwung der Bevölkerung, bis zu 80 Prozent der Japaner lehnen inzwischen die Spiele in ihrem Heimatland ab. Wie belastend das strenge Hygienekonzept für die Aktiven z.B. im Olympischen Dorf sein wird, ist noch nicht bekannt. Einsiedler: „Dafür ist es noch zu früh. Denn sicher ist auch in diesem Jahr bislang nur die Ungewissheit. Darüber, wie sich das Virus ausbreitet. Und darüber, ob Olympia und Paralympics stattfinden können“.

Tagesspiegel vom 8. Januar 2021

Ein besseres Sportjahr 2021, vor allem Gesundheit – das wünschen sich die Athletinnen und Athleten des Team D in der aktuellen Folge ihres Deutschland Podcasts (Team D - ?MeinWeg). Ihre persönlichen Hoffnungen äußern die Team Deutschland Athleten Frank Stäbler, Oliver Zeidler, Christina Schwanitz, Lisa Unruh, Hannes Ocik, Max Hartung, Tina Punzel, Janne Müller-Wielandt, Annika Schleu und Thomas Röhler. Im Vordergrund stehen neben der eigenen und der Gesundheit des Umfelds trotz aller Ungewissheit die Hoffnung auf Olympische Spiele in Tokio. Die deutschen Olympiahoffnungen wollen ihren Sport wieder so leben können wie vor der Pandemie, hoffen darauf irgendwann zurück zur Normalität zu kommen und dürften sich damit nicht vom Rest der Bevölkerung unterscheiden.

DOSB vom 11. Januar 2021

Prof. Dr. Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln stellte den Sportentwicklungsplan für Deutschland vor und sagte zur Corona-Pandemie: „Je länger Sportvereine ihrem Zweck nicht nachkommen dürfen, desto schwächer wirken sie als stabilisierendes Element der Gesellschaft. Es geht sozialer Kitt verloren, der gerade in einer individualisierten Zuwanderungsgesellschaft von Bedeutung ist“. Jeder zweite Sportverein (52,4 Prozent) erwarte in den kommenden zwölf Monaten eine existenzbedrohliche Lage. Die Rückgänge in den Vereinen haben sich inzwischen gegenüber den Zahlen vom November deutlich erhöht und sind statistisch signifikant. An der 8. Welle des Sportentwicklungsberichtes haben sich vom 21. Oktober bis 21. Dezember 2020 genau 20.179 Sportvereine beteiligt. Der Bericht wird vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft, dem Deutschen Olympischen Sportbund und allen 16 Landessportbünden regelmäßig fortgeschrieben.

SID vom 13. Januar 2021

Nach dem Beschluss des Senats, Kindersport in Gruppen im Freien nicht mehr zuzulassen, fordert der Präsident des Landessportbundes Berlin, Thomas Härtel, eine schnelle Öffnungsperspektive für Kinder und Jugendliche. „Die Entscheidung des Senats können wir für einen begrenzten Zeitraum mittragen, denn der Gesundheitsschutz steht auch für uns an oberster Stelle. Wir brauchen aber rasch einen Plan für Kinder und Jugendliche, weil sie unter der Situation besonders leiden. Gerade in beengten Wohnverhältnissen fällt Kindern gerade die Decke auf den Kopf. Bewegungsangebote mit fachlicher Anleitung sind bestens dazu geeignet, diese sozialen Folgen der Pandemie zu mildern. Unsere Sportvereine haben ihre Konzepte auf die Umstände der Pandemie ausgerichtet. Und die vergangenen Monate haben gezeigt, dass unsere Übungsleiter und Übungsleiterinnen sehr verantwortungsbewusst mit dieser Situation umgehen. Bei möglichen Lockerungen sollten Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche daher ganz oben stehen.“

LSB Berlin vom 13. Januar 2021

Die Deutsche Sportjugend (DSJ) beteiligt sich an den diesjährigen Aktionen des Deutschen Kinderhilfswerkes zum Weltspieltag am 28. Mai 2021. In Coronazeiten hat das Motto „Lasst uns (was) bewegen!“ eine besondere Bedeutung. Bewegungsförderung spielt eine zentrale Rolle bei einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung und dem gesunden Aufwachsen von Kindern. Der Weltspieltag wird deutschlandweit zum 14. Mal ausgerichtet. Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen sind aufgerufen, in ihrer Stadt oder Gemeinde eine beispielgebende oder öffentlichkeitswirksame Aktion durchzuführen – egal ob Spiel-, Beteiligungs- oder Protestaktion. Der Aktionstag dient ebenso der Lobbyarbeit für das UN-Kinderrecht auf Spiel. Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt für alle Mitwirkende umfangreiche Aktionsmaterialien zur Verfügung.

Deutsche Sportjugend vom 21. Januar 2021

Trotz des Corona-Notstands in Japan und der Umfrage-Mehrheiten gegen Olympia im Sommer sieht Thomas Bach keinen Anlass für eine Absage der Tokio-Spiele. „Wir haben zurzeit überhaupt keinen Grund zu glauben, dass die Olympischen Spiele in Tokio nicht am 23. Juli im Olympiastadion von Tokio eröffnet werden“, sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo in einem Interview. Bach bekräftigte, es gebe „keinen Plan B“ für die Austragung der Spiele. „Wir wollen diese Spiele sicher und erfolgreich machen“, sagte der 67-Jährige.

Süddeutsche Zeitung vom 21. Januar 2021

Die Berliner Polizei würde während der andauernden Corona-Pandemie eine erneute Begrenzung der Teilnehmerzahl von Demonstrationen sehr begrüßen. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Nachrichtenagentur DPA. Sie sieht derzeit nicht die großen Demonstrationen, sondern kleinere Aktionen, die ein neuer Trend werden könnten. „Derzeit begegnen uns etwas Spaziergänge, die immer wieder in Alt-Köpenick stattfinden. Wir sehen auch Ausweichanmeldungen: Als Parteigründung, als Gottesdienst oder als Lauftreff getarnt.“

RBB 24 vom 26. Januar 2021

Einen satirischen Band zur Pandemie haben Prof. Dr. Hans Lenk, Philosoph und Olympiasieger, und Norbert Wolf, früherer DSB-Generalsekretär, herausgegeben. Sechs Autorinnen und 17 Autoren haben Beiträge und Verse beigetragen, darunter auch der gerade verstorbene NOK-Präsident Prof. Walter Tröger. Auf 102 Seiten und mit Karikaturen von Jan Tomaschoff ist der Band „In die Maske gelacht“ gerade im projektverlag Bochum/Freiburg erschienen.

DOSB-Presse vom 26. Januar 2021

Über die Boccia Battle App lädt der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Berlin vom 15. – 21. Februar zur 1. Berline Meisterschaft im eBoccia ein. Verbandspräsident Özcan Mutlu erklärte dazu: „Wir freuen uns, dass wir den Sportlerinnen und Sportlern trotz der nötigen Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung eine Möglichkeit geben können, in Wettkampf zu treten. Nicht nur dem Wettbewerb wird eine Plattform gegeben, sondern auch der Austausch zwischen den Aktiven einer Sportart wird so gefördert. Zusammen mit unserem Mitgliedsverein Inklusivo blicken wir gespannt auf das Debut dieser Veranstaltung und freuen uns auf eine rege Teilnahme.“

LSB Berlin vom 27. Januar 2021

Der Landessportbund Berlin unterstützt die Covid19-Vereinsumfrage der Universität Mainz, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums bis zum 31. Januar 2021 läuft. An der Online-Studie beteiligen sich 12 Landessportbünde mit ihren Vereinen. Die Befragung erforderte einen Zeitaufwand von 15 Minuten und war im Internet veröffentlicht.

LSB Berlin vom 27. Januar 2021

Corona-Impfungen für eigentlich kerngesunde und junge Sportler? Ein heikles Thema, gerade in Deutschland, wo das lebensrettende Mittel wie in vielen Teilen der Welt noch Mangelware ist. Auch für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Olympia im Kampf gegen die Pandemie keine Priorität. Der Präsident des IOC, Thomas Bach, wählt seine Worte mit Bedacht, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Athleten für Tokio würden in den Impfwarteschlangen vorgelassen. So wurden den Nationalen Olympischen Komitees aufgefordert, mit ihren nationalen Regierungen in Kontakt zu treten. Es heißt, dass eine Reihe von Regierungen beim Thema Impfen bereits positive Entscheidungen zu Gunsten ihrer Olympiateilnehmer getroffen haben. Rettet der Piks die Spiele?

Berliner Zeitung vom 27. Januar 2021

Bundesfinanzminister Olaf Scholz fordert auf Twitter mehr Planungssicherheit für die Kulturbranche. „Wir wollen kleinere Veranstaltungen fördern, die wegen Corona mit weniger Publikum stattfinden müssen und es soll einen Fonds für größere Veranstaltungen geben. Ich möchte Kulturschaffende ermuntern, wieder zu planen, damit nach der Pandemie Veranstaltungen bald stattfinden können.“ Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes Berlin, antwortet: „Lieber Herr Finanzminister, wir sind dankbar für die Corona-Hilfen für die Profi-Ligen, aber auch der Sport lebt von vielen anderen Events, die für den Breiten- und Leistungssport unverzichtbar sind. Auch ISTAF Berlin oder der Berlin-Marathon brauchen Unterstützung!!“

Twitter vom 31. Januar 2021

Derzeit sind 11.556 Menschen in Berlin mit dem Coronavirus infiziert. Die Inzidenz liegt bei 83,8. Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Hauptstadt nachweislich 119.937 Menschen infiziert. Die Bundeskanzlerin wird mit der Ministerpräsidentenkonferenz innerhalb der nächsten 14 Tage über das weitere Vorgehen befinden. Die Impfstoffversorgung, der Notbetrieb in Kitas und Schulen und die Lockdown-Verlängerung werden dabei im Mittelpunkt stehen. Für den Sport gilt die Überschrift dieser Monatschronik: Noch kein Land in Sicht.

Berliner Morgenpost vom 31. Januar 2021

Ein kalter und stiller Winter für den Sport – Markt und Straßen sind verlassen.

Zitat aus der Berliner Landesverfassung zum Abschnitt „Grundrechte“ zum Monatsbeginn: „Sport ist ein förderungs- und schützenswerter Teil des Lebens. Die Teilnahme am Sport ist den Angehörigen aller Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen“.

Artikel 32 der Berliner Verfassung

Der deutsche Sport war nicht ausreichend auf die Folgen der Corona-Pandemie vorbereitet. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie „Sports Survey 2020“ des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PcW). 37 Prozent der befragten Entscheider bezeichneten die Vorkehrungen der Sportlandschaft in Deutschland im Vergleich zu anderen Bereichen als „unterdurchschnittlich“, 32 Prozent gar als sehr schlecht. Insgesamt waren 780 Entscheider aus mehr als 50 Ländern Teil der Untersuchung, 56 davon für den deutschen Markt.

SID vom 2. Dezember 2020

Der Lockdown wird in Deutschland bis zum 10. Januar 2021 verlängert. Darauf haben sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder am 2. Dezember verständigt. Angela Merkel: „Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist“. Weiter erklärte sie, dass Deutschland in der Corona-Pandemie noch „sehr weit entfernt“ von Zielwerten sei und eine sehr hohe Zahl von Todesopfern zu beklagen habe.

Berliner Morgenpost vom 3. Dezember 2020

Mit der Situation des Hochschulsports beschäftigt sich Inga Hofmann unter dem Titel „Probieren geht über Studieren“. Der Hochschulsport wird nur noch in Onlinekursen angeboten und verlangt von den Studierenden Kreativität auf allen Ebenen. Jörg Förster, Vorstandsvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh), betonte die gesetzliche Grundlage des Sports für Hochschulen im Vergleich zum privat aufgestellten Vereinssport. Er wies auf die Situation der Studienanfänger hin, für die der Sport „eine Begegnungsplattform innerhalb der Hochschule auch zur sozialen Integration“ sei.

Tagesspiegel vom 3. Dezember 2020

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes findet erstmals digital statt. In einem Grußwort weist IOC-Präsident Thomas Bach auf die jüngste Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen hin, in der alle Mitgliedsstaaten aufgefordert werden „den Sport als einen Weg aus der Krise und als Teil der Lösung für die Krise“ zu betrachten. DOSB-Präsident Alfons Hörmann zum Abschluss seiner Rede: „Wir werden wieder Sport organisieren können, wir werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene wieder aktiv in Bewegung bringen und der Sport wird uns wieder alle in den Bann ziehen und die Massen begeistern“.

DOSB vom 5. Dezember 2020

Entgegen vieler Hoffnungen liegt die Zahl der Neuinfektionen auch rund fünf Wochen nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns noch auf hohem Niveau. Ein Grund, die von den Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin beschlossenen Lockerungen wieder zu reduzieren und für die Festtage neu zu diskutieren, so wird es am 2. Adventssonntag eine Sondersitzung des Ministerrats in Bayern geben.

Berliner Zeitung vom 6. Dezember 2020

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt einen kurzen, harten Lockdown als effektiv und auch wirtschaftlich, weil man entsprechend früher Lockerungen vornehmen könnte. Sie hält einen Zweistufenplan über vier Wochen für sinnvoll. Stufe I vom 14. – 24. Dezember: Aufhebung der Schulpflicht in allen Bundesländern. Stufe II vom 24. Dezember bis 10. Januar: Alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs sollten geschlossen werden, eine Verlängerung der Weihnachtsferien für Kindergärten und Schulen und keine Urlaubsreisen sowie Zusammenkünfte nur im engsten stabilen Personenkreis.

Deutschlandfunk vom 8. Dezember 2020

Matthias Friebe geht auf die lauter werdenden Rufe nach einem härteren Lockdown ein und hält es für höchste Zeit, auch über den Profisport zu sprechen: „Klar, ein erneuter Sport-Stopp hätte wirtschaftlich womöglich massive Auswirkungen. Die können aber nicht höher eingeschätzt werden als in vielen anderen Branchen. Deshalb der Appell an alle im organisierten Profisport: Nehmt Eure Vorbildrolle ernst und macht freiwillig den Laden zu in den nächsten Wochen!“

Deutschlandfunk vom 11. Dezember 2020

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, dankt in einem Brief zum Jahreswechsel den Ehrenamtlichen im Sport. „Ich möchte mich zum Ende dieses bewegten Jahres ganz besonders bei den vielen Menschen bedanken, die sich ehrenamtlich im Berliner Sport einbringen. 60.000 Engagierte tragen unter dem Dach des Landessportbundes jeden Tag dazu bei, den Sport in unserer Stadt mit Leben zu füllen, Mitmenschen zu unterstützen und unsere Stadtgesellschaft positiv zu gestalten. Das war gerade in letzter Zeit mit vielen neuen Herausforderung verbunden und verdient allerhöchste Anerkennung. Vor diesem Hintergrund ist es ermutigend, dass die Berlinerinnen und Berliner in den letzten Monaten ein klares Bekenntnis zu ihren Vereinen abgegeben haben. Der befürchtete Mitgliederschwund ist weitgehend ausgeblieben“. Er schließt mit den Worten „ich hoffe mit ihnen auf ein Jahr 2021 mit vielen guten Nachrichten, Solidarität und Sportbegeisterungen in Berlin“.

LSB Berlin vom 11. Dezember 2020

Die Bundeskanzlerin hat mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder ab 16. Dezember einen verschärften, mehrwöchigen harten Lockdown bis zum 10. Januar 2021 verhängt. Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Es besteht dringender Handlungsbedarf“. Im Mittelpunkt steht die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten sowie erneut von Einzelhandelsgeschäften, Bau- und Möbelmärkten sowie diesmal auch Friseuren und Massagepraxen. Ausnahmen gelten für Geschäfte zur Deckung des täglichen Bedarfs. Arbeitgeber werden dringend um Prüfung gebeten, ob Unternehmen entweder durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösungen geschlossen werden können. An Hotspots können Ausgangssperren hinzukommen.

Berliner Morgenpost vom 13. Dezember 2020

Der Senat von Berlin hat sich nach den Bund- Länder-Entscheidungen mit der Umsetzung der verschärften Corona-Maßnahmen in Berlin befasst und – so der Regierende Bürgermeister – auf umfassende Einschränkungen und Kontaktreduzierungen in allen Lebensbereichen verständigt. Für Schulen und Kitas werden digitale Angebote und eine Notbetreuung eingerichtet. In jeder Familie sollte geprüft werden, ob Kinder nicht zu Hause betreut werden können. Der Einzelhandel wird ab 16. Dezember heruntergefahren, Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien bleiben offen, Weihnachtsbäume dürfen verkauft werden. Die Dezemberregel gilt weiter, maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen zusammenkommen, vom 24. - 26. Dezember sind fünf Personen aus fünf Haushalten erlaubt. Bei großen Kernfamilien dürfen bis zu vier weitere Erwachsene hinzukommen. Am Silvestertag wird es ab Mittag ein Feuerwerks- und Alkoholverkaufsverbot geben. Ab sofort gilt bereits ein Verzehrverbot von Alkohol in der Öffentlichkeit. In Brandenburg sollen Schüler und Schülerinnen bereits ab 14. Dezember zuhause bleiben.

RBB 24 vom 13. Dezember 2020

Andreas Müller hat den 85-jährigen Philosophieprofessor und Olympiasieger im Rudern, Hans Lenk, über den Sport-Lockdown interviewt. Lenk hält die Pandemie aller Voraussicht nach für temporär, wenn auch sehr bitter für die Sporttreibenden. Er blickt auf frühere Pandemien zurück, äußert sich zu Olympia und der Wichtigkeit des Profisports gegenüber dem Amateursport. Lenk: „Ich denke, ethisch und pädagogisch – auch „volkserzieherisch“ – sowie sozial ist der Amateursport ungleich wichtiger. Weit über 90 Prozent der aktiven Sportler sind unbezahlte Amateure! Beides ist wichtig. Amateursport ist, neben künstlerischer Tätigkeit, die herausragende Schule der Eigenaktivität und Eigenleistung. Das gilt auch für Fairness-Einübung und Verantwortlichkeit oder Mitverantwortlichkeit in der Gruppe. Diese stellen eine jungend- und praxisnahe „Schule der Demokratie“ im Kleinen dar.“ Er geht davon aus, dass sich der Mitgliederrückgang in den Vereinen nach überstandener Corona-Krise wieder abmildern wird und sieht Versäumnisse der Politik gegenüber dem Sport: „Trotz aller Lobreden hat die deutsche Politik die unendlich wichtige Rolle und gesellschaftliche Bedeutsamkeit der größten deutschen Bürgerbewegung nicht gebührend erfasst – und zu sehr auf die bloße Medaillen-Förderung des Hochleistungssports reduziert. Wie unsere Gesellschaft auf die Sport-Werte angewiesen ist, zeigt sich darin, dass all diese nicht von Staats wegen zu erzeugen, verordnen oder durchzusetzen sind. So ist die Gesamtgesellschaft auch auf die freiwillig gelebte soziale Gruppenorientierung, Mannschaftlichkeits-, Fairness- und Verantwortungs-Schulung der Sportvereins-Mitglieder und vor allem der Sport-Übungsleiter und Sportlehrer angewiesen“.

DOSB-Presse vom 15. Dezember 2020

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörrmann, hat zum Jahresende das für den Sport herausfordernde Krisenjahr und vom Vereinssport zu bewältigende Gefahrenpotential kommentiert. Er schließt mit den Sätzen: „Die für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt unbezahlbaren 90.000 sozialen Tankstellen in unseren Vereinen werden in ihrer Struktur erheblich geschwächt, wenn nicht aktive Hilfe zur Selbsthilfe gesichert wird. Damit wir die aktuelle Situation zu einem Leistungstest für alle, denen der Sport viel bedeutet. Übernehmen wir als größte gesellschaftliche Gemeinschaft unseres Landes Verantwortung und tragen wir bis zum Ende der Einschränkungen den Rahmen mit, den die staatsbürgerliche Vernunft uns setzt! Nutzen wir jedoch zugleich die Chancen, die uns bleiben: auf allen Ebenen – von den Verbänden, den Landessportbünden und den Vereinen bis zum DOSB – warten digitale Angebote darauf, abgerufen und aktiv umgesetzt zu werden. Stehen wir gerade in schweren Zeiten zu unserem Verein, geben wir unsere Mitgliedschaft oder freiwilliges Engagement auch in ganz besonderen Zeiten nicht auf. Wenn wir diese Krise solidarisch bewältigen und gemeinsam unsere bewährten Strukturen für die Zukunft bewahren, werden wir schon bald und dauerhaft wieder Sport für alle organisieren, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aktiv in Bewegung bringen, mit Sport uns selbst und andere motivieren und die Massen faszinieren und begeistern können.“

DOSB vom 16. Dezember 2020

Im Wissenschaftsportal der Gerda-Henkel-Stiftung wird an die Ölkrise des Jahres 1973 mit der Frage erinnert: „Wie war das eigentlich vor 47 Jahren, als es schon einmal eine Art Lockdown in Deutschland gab?“ Im Rahmen des eilig verabschiedeten Energiesicherungsgesetzes sprach damals in der Bundesrepublik Kanzler Willy Brandt ein Fahrverbot für vier Sonntage aus. Davon ausgenommen waren lediglich zu der Zeit als systemrelevant eingestuften Berufe, beispielsweise Ärzte, Rettungskräfte, Bus- und Taxifahrer, Diplomaten und Lebensmittellieferanten. Wer das Verbot umging, musste mit einer Strafe von 500 DM rechnen. Zudem verfügte die Bundesregierung für sechs Monate ein Tempolimit an Werktagen, um knappes und daher teures Benzin zu sparen. Die Stiftung will untersuchen, wie die Einschränkungen damals in der Bundesrepublik aufgenommen wurden und wie sich die DDR in der Notlage verhalten hat.

L.I.S.A. vom 16. Dezember 2020

Das Manfred von Richthofen-Haus bleibt ab sofort bis mindestens zum 10. Januar 2021 für den Publikumsverkehr geschlossen. Ein Notbetrieb wird über Homeoffice aufrechterhalten, auch sind die LSB-Mitarbeiter(innen) telefonisch oder per E-Mail erreichbar.

LSB Berlin vom 16. Dezember 2020

Mit der Initiative #SupportYourSport eröffnet der DOSB den Vereinen die Möglichkeit, durch Crowdfunding über den Lockdown zu kommen. Ein erster Fördertopf über 100.000 Euro steht ab 1. Januar 2021 unter Sportdeutschland-Crowd zur Verfügung und kann ab 17.12. Projekten Beratung und Hilfe geben. Partner sind die Plattformen fairplaid.org und tiktok.com. Zusätzlich zu Sportdeutschland-Crowd hat der DOSB die Webseite www.supportyoursport.org geschaltet. Ein Online-Spendenaufruf zum Ausgang des ersten Coronajahrs.

DOSB vom 17. Dezember 2020

Horst Milde geht der Frage nach, wie es um den Laufsport in der Pandemie bestellt ist und kommentiert eine Blitzumfrage unter den Laufveranstaltern. Wilfried Raatz hat die Umfrage bilanziert: Über zwei Drittel der Veranstalter haben keine Hilfe bei einer staatlichen oder kommunalen Stelle beantragt, nicht zuletzt, weil keines der offerierten Hilfsprogramme „passend“ war. Bei den beantragten Unterstützungen ragen das Kurzarbeitergeld (13 %), die Soforthilfe für Kleinunternehmer und Solo-Selbständige (9 %), die Überbrückungshilfen des Bundes-Wirtschaftsministeriums (5 %) sowie Hilfen der jeweiligen Landessportbünde (8 %) heraus. Nicht beantragt wurden von den Veranstaltern Liquiditätshilfen der Landesbanken. Die Auswertung stützt sich dabei auf 11 % der knapp 2000 angeschriebenen Veranstalter mit insgesamt 486 Events und 764.000 Teilnehmern im Vorjahr.

German Road Races vom 17. Dezember 2020

Mit der Pandemie im Profifußball, den Geisterspielen und den Erwartungen der Manager und Fans beschäftigt sich der Spiegel in seiner Weihnachtsausgabe. Er sieht den Profifußball als Risikogebiet und gesellschaftliches Ärgernis und stellt sich die Frage „wie bedrohlich es ist, wenn sich die Zuschauer noch weiter vom Profigeschäft entwöhnen“? Fußball ist im Moment laut Spiegel reine Bildschirmunterhaltung, womit die Bundesliga wirtschaftlich die Pandemie überleben kann. Viele Beobachter spüren jetzt an sich selbst, wie die Strahlkraft der Sportart nachlässt. Vielen wird bewusst, dass der Profifußball seine Bedeutung nicht durch die Tricks des Ballkünstlers Neymar, die Tore des Weltfußballers Lewandowski erhält, sondern durch die tobende Kulisse, die die Spiele umgibt, durch die kollektive Erregung und die öffentlichen Diskussionen, die manche Partien auslösen. Ohne diesen pompösen Rahmen verliert der Fußball seine Anziehungskraft. Das bedeutet: Einstmals treue Kunden merken in der Pandemie, dass sie ihr Wochenende auch gut ohne Stadionbesuch verbringen können.

Der Spiegel vom 24. Dezember 2020

Zum Weihnachtsfest steigt die Anzahl der Corona-Infizierten in Berlin und Brandenburg immer höher. Die Kliniken rufen wegen der angespannten Lage Pflegekräfte zum Dienst und bitten ärztliches Personal um Rückkehr aus dem Urlaub. Die Notklinik des Messegeländes und die Impfzentren stehen bereit für Patienten und Risikogruppen. Der Berliner Zoo und der Tierpark haben über Weihnachten geöffnet, dann folgt Stille. Silvester gibt es Böllerverbotszonen, um die Krankenhäuser zu entlasten. Markt und Straßen sind verlassen.

Berliner Morgenpost vom 24. Dezember 2020

Keine Olympischen Spiele, keine Paralympics, keine Fußball-EM, für viele Athleten ist das Jahr 2020 ein Jahr des Stillstands. „Dennoch: Die Athletinnen und Athleten bewegt einiges. Sie übernehmen deutlich mehr Verantwortung“ so Bianka Schreiber-Rietig. Sie beschäftigt sich mit dem „aus der Zeit gefallenen“ IOC und der Wiederwahl von Thomas Bach, der erkannt hat, „dass etwas getan werden muss“. So treten Menschen- und Arbeitsrechte neben Corona – wer sich nicht ändert, der wird verändert.

Deutschlandfunk vom 27. Dezember 2020

Claus Vetter überschreibt seinen Corona-Rückblick auf 2020 mit „Wenn Wünsche gewinnen“ und zeigt Defizite und Chancen auf. Er sieht es für den Breitensport, besonders für den Kinder- und Jugendsport als besonders schwer an, Sporttätigkeiten und Vereinsmitgliedschaften zurückzugewinnen. Auch das Gemüt wird unter dem Sportverzicht leiden, „denn Sport ist ja für Körper und geistiges Wohlbefinden gut“. Das Coronajahr hat auch Gutes ausgelöst: „Wir haben Sportarten neu entdeckt, und das vieles immer geht und läuft. Das wir kein Stadion und keine Halle brauchen, um uns zu bewegen. Laufen und Radfahren zum Beispiel, Fitness im eigenen Heim oder Yoga vor dem Bildschirm begleiten uns zuverlässig. Wir haben uns neu kennen gelernt und unsere Umgebung anders entdeckt“. Es wird an den Sportvereinen liegen, Menschen zurückzugewinnen und deren Wünsche nach Bewegung und Zusammensein zu erfüllen.

Tagesspiegel vom 31. Dezember 2020

Corona zum Trotz: Das 97. Hakone Ekiden – die größte Laufveranstaltung des Jahres in Japan – findet am 2. und 3. Januar 2021 statt. Der Universitätslauf zwischen Tokio und Hakone ist ein Staffelrennen über 217,1 km für zehn Läufer pro Universität. Vom Start in Tokio geht es nach Hakone und am nächsten Tag auf der größtenteils gleichen Strecke zurück. Der seit 1920 ausgetragene Hakone Ekiden genießt hohe Popularität in Japan und wird bei Einschaltquoten von 30 Prozent live übertragen. Weitere Universitätsläufe werden als Marathon oder Halbmarathon im Laufe des Jahres ausgetragen und lösen eine Riesenbegeisterung aus. Japan läuft sich warm für die Olympischen Spiele im Juli und August 2021.

German Road Races vom 31. Dezember 2020

Auch der letzte Tag des Jahres wird von den Auswirkungen der Corona-Pandemie beherrscht. Das Robert Koch-Institut meldet 32.552 Neuinfektionen und 964 neue Todesfälle, für Berlin 1.059 Infizierte und 34 weitere Tote. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Berlin 96.799 Menschen mit Covid-19 angesteckt. Die Schulsenatorin geht davon aus, dass das Homeschooling bis zum 17. Januar weitergeht und der Ministerpräsident von Brandenburg sieht eine Schulschließung bis zu den Winterferien Anfang Februar als notwendig an. Die Bundeskanzlerin wird in der MP-Konferenz vor harte Entscheidungen gestellt, zuvor muss sich die KMK zu einheitlichem Vorgehen durchringen. Schwierige Zeiten für Schülerinnen und Schüler, gemeinsam mit ihren Freunden „groß zu werden“. Der Weg zum Impfstoff und zur Teil-Immunität ist noch weit. Auch der Amateur- und Vereinssport verharrt im Stillstand, Markt und Straßen sind verlassen.

Berliner Morgenpost vom 31. Dezember 2020

Zusammengestellt von Manfred Nippe

Exponentiell: Es kommt ein noch einsamerer Dezember

Prof. Dr. Helmut Digel befasst sich in seinem Blog mit der Zurückhaltung des Sports, auf die Corona-Anordnungen der Regierung und das damit verbundene Sportverbot in der Öffentlichkeit laut und deutlich zu reagieren. Ihm fehlt der Protest, und dazu ruft er auf. In vorderster Linie treffen die Verbote den Breitensport in den Vereinen, den Kinder- und Jugendsport bis hin zur individuellen Sportausübung der Bürger. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einer Vereinbarung mit dem IOC bestätigt, dass das aktive Sporttreiben das Beste in Pandemiezeiten ist, da die körperlichen Widerstandskräfte des Menschen durch den Sport gestärkt werden. Ein Sportverbot hält er deshalb für einen Skandal und fragt, warum die Sportlehrerverbände und die Eltern nicht gegen die Einstellung des Schulsports protestieren, ebenso die Sportwissenschaft und deren Universitätsinstitute für Sport, die Sportmediziner, Sportjournalisten und die Sportpolitiker in den Parlamenten, wenn gerade der Sport als wichtiger Teil der Alltagskultur und preiswerte „Medizin“ für die Volksgesundheit und die Bekämpfung der Pandemie durch Verbote stillgelegt wird? Auch Demonstrationen der Sportorganisationen selbst vermisst er. Prof. Digel schließt mit der Aufforderung: „Der organisierte Sport darf kein devoter Untertan einer fragwürdigen Sportpolitik sein. Mit allen in einer Demokratie zur Verfügung stehenden Mitteln hat der organisierte Sport sich gegen das aktuelle Sportverbot zu wehren und zukünftige Verbote zu verhindern. Die vielen Sporttreibenden in unserer Gesellschaft sind es wert, dass man sich für ihre Interessen einsetzt“.

Sport-quergedacht.de vom 2. November 2020

 

Der für den November angekündigte Lockdown-Light trifft den Sport in allen Bereichen und gefährdet ihn existenziell. Dazu DOSB-Pressesprecher Michael Schirp: „Der zweite Lockdown trifft das Fundament der großen und zugleich verletzlichen Gemeinschaft des deutschen Sports ins Mark“.

DOSB vom 3. November 2020

 

Mit einer Videobotschaft wendet sich Jugendsenatorin Sandra Scheeres an die digital stattfindende Vollversammlung der Sportjugend Berlin. Neben dem Dank an die größte Jugendorganisation der Stadt weist sie auf ihre Initiative im Senat hin, abweichend vom Amateursportverbot Kindern bis zu 12 Jahren das gemeinsame Sporttreiben und Training im Freien zu erlauben. Ein Silberstreifen am Coronahimmel und den von der Sportverwaltung verhängten Restriktionen.

Sportjugend Berlin vom 2. November 2020

 

LSB-Präsident Thomas Härtel hat die unterschiedliche regionale Auslegung der ab 2. November gültigen neuen Corona-Regeln kritisiert. „Irritiert sind wir über die abweichenden Regelungen in den Bundesländern. Aber selbst in den Zuständigkeitsbereichen der Berliner Senatsverwaltungen gibt es unterschiedliche Festlegungen bezüglich der Öffnung der Hallen.“ Er begrüßt die Trainingsmöglichkeiten für Bundes- und Landeskader sowie die Zulassung von sportlichen Aktivitäten für Kinder bis zu zwölf Jahren in festen Gruppen im Freien. Für ihn ist es aber nicht nachzuvollziehen, „warum diese Regel nicht gleich für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen gilt“.

Deutsche Presse Agentur vom 3. November 2020

 

Der Schweizer Sport hofft für seine Topligen im Fußball und Eishockey auf „A-fonds-perdu-Hilfen“ der Regierung. Der Bundesrat prüft entsprechende Zuschüsse zusätzlich zu dem bisher beschlossenen Darlehenspaket über 350 Millionen Franken. Nach schweizerischem Recht besteht bei à fonds perdu keine Pflicht zur Zurückzahlung, also ‚auf und davon‘.

Neue Zürcher Zeitung vom 4. November 2020

 

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die vom Bundesinnenministerium verkündete Fristverlängerung für Corona-Finanzhilfen im Profisport begrüßt. Hörmann: „Somit werden hoffentlich zahlreiche Vereine in diesem spezifischen Segment des professionellen und semiprofessionellen Sports in ihren täglich zunehmenden existenziellen Problemen unterstützt. Das stellt gerade in einer Zeit zunehmender Bedrängnis einen weiteren wichtigen Schritt für Sportdeutschland dar.“

Handelsblatt vom 4. November 2020

 

Der Präsident des Hamburger Sportbundes, Jürgen Mantell, berichtet durch die Corona-Beschränkungen von einem Mitgliederschwund im Breitensport von zehn bis 15 Prozent. Mantell: „Das ist für die Vereine ein ganz, ganz schwerer Schlag.“ Durch Corona ist auch die Zahl der Neueintritte seit März weggefallen. Kritik über er an der undifferenzierten Behandlung von Outdoor- und Indoorsport sowie des Verbots des Kindersports in Turn- und Sporthallen.

Norddeutscher Rundfunk vom 4. November 2020

 

Die Frage „wer kann, wer darf?“ steht bei den jüngsten Sportverboten immer mehr im Mittelpunkt etwaiger Ausnahmeregelungen. Im Tennis stehen die Spieler weit auseinander, Einzel ist deshalb erlaubt, Doppel ebenfalls, wenn lediglich zwei Haushalte beteiligt sind. Die Frage ist, ob städtische Sportanlagen überhaupt geöffnet sind. In der Verordnung des Senats heißt es „Der Amateursport wird ausgesetzt“, aber professioneller Fußball ist zugelassen, für Amateure verboten. Golf ist erlaubt, Judo nicht. Tischtennis ist erlaubt, Rudern ebenfalls. Rudern allerdings nur im Einer, im Zweier mit und ohne Steuermann. Karsten Finger, Präsident des Landesruderverbandes, sagt dazu halb im Scherz: „Theoretisch könnte man auch einen Achter mit Angehörigen aus einem Haushalt besetzen.“ In der Praxis bleiben die Großboote im November auf dem Trockenen. Im Bürokratendeutsch heißt das Zusammenkommen von nur einer bestimmten Anzahl von Menschen „Zerstreuungs-Gebot“, im Sport kann man auch von „Zerstreuungs-Verbot“ sprechen. Für die Menschen bedeutet Sport - lateinisch disportare - im wahrsten Sinne des Wortes „Zerstreuung“ durch Freizeit und Erholung.

Berliner Zeitung vom 4. November 2020

 

Als bisher einziges Bundesland hat Hessen den Breitensport im Freien komplett verboten, auch den von der Bundesregierung ausgenommenen Individualsport. Die hessischen Sportverbände laufen dagegen Sturm. Die Öffnung von Golfanlagen und Tennisplätzen gilt in Hessen nicht. Eine Normenkontrollklage nebst Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wurde beim Verwaltungsgerichtshof Kassel dagegen eingelegt. Die Kläger wollen, dass nicht alle Sportarten über einen Kamm geschoren werden und tragen vor, dass das kontaktlose Outdoor-Sporttreiben nur extrem geringen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hat. Kurios ist, dass auf der anderen Seite des Rheins, in Rheinland-Pfalz und im Saarland, das Golf- und Tennisspielen erlaubt ist. Das führt zu einem Lockdown-Sporttourismus. Die auch betroffenen Leichtathleten akzeptieren den Lockdown und üben Solidarität mit den anderen Sportarten. Dazu Verbandspräsident Klaus Schuder: „Die Hallensaison ist abgesagt, Weitsprung wird gerade eher schwierig, aber man kann ja individuell joggen gehen, zum Beispiel durch den Park“.

FAZ vom 5. November 2020

 

Frank Hellmann beschäftigt sich mit dem Verbot des Vereinssports für Kinder und dessen dramatischen Folgen. Das führt zu einem „Aufschrei an der Basis“ und zu verschärften Reaktionen des Deutschen Olympischen Sportbundes als Dachverband. Der DOSB gehörte bisher nicht zu den „Wutbürgern“. Man hat bisher viel Verständnis für die gegen die Pandemie getroffenen Vereinbarungen gehabt und fordert jetzt eine differenzierte Betrachtungsweise der Verbote ein. In einem DOSB-Kommentar kritisiert Michael Schirp die Politik, die den Sport in Sonntagsreden als „soziale Tankstelle“ in den Himmel hebt und jetzt „den Breitensport, der in der Pandemie mit all seinen gesundheitlichen und psychosozialen Heilkräften Teil der Lösung und nicht Problem ist, mechanisch einordnet und wegsperrt“. Hellmann zitiert den DOSB-Sprecher, dass es „jetzt an Eingemachte geht und Ermüdungsbrüche im Vereinsleben vor allem für Kinder und Jugendliche gibt“. Es verstärken sich Hinweise, dass der zweite Lockdown die Vereine wesentlich härter und spürbarer trifft. Es besteht die Sorge, dass sich etliche der acht Millionen Ehrenamtlichen ernüchtert abwenden. Die drohende körperliche Inaktivität bei Kindern und Jugendlichen, die bei den sieben bis 14-jährigen Jungen zu 80 Prozent, bei den Mädchen zu 60 Prozent Mitglieder von Sportvereinen sind, ist dramatisch. Auch die Deutsche Sportjugend fordert, „dass die Corona-Regelungen nur vorübergehend gelten können und der Vereinssport so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden muss“.

Frankfurter Rundschau vom 5. November 2020

 

Die Situation des Kinder- und Jugendsports steht auch im Mittelpunkt des Beitrages von Claus Vetter auf der Wochenendseite des „Kinderspiegels“. Er fragt sich, wie Kinder sich überhaupt noch Bewegung verschaffen können, wenn ihnen Feldhandball, Fußball auf dem Kleinfeld, Basketball auf nassem Laub, Beachvolleyball auf nassem Sand, Fechten auf dem Spielplatz oder Eishockey auf dem Teich im November verwehrt sind. Die Kleinen sollten nicht immer an das denken, was nicht geht, sondern lieber mal schauen, was geht. Wem der Spaziergang mit den Eltern zu langweilig ist, dem hilft Fangen mit den Geschwistern oder Freunden, auch Fahrradfahren auf Berlins grünen Routen. Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für den Kopf. Seine Aufforderung an die Kids: „Nur nicht rumsitzen. Bleibt in Bewegung, so kommt ihr fit durch die Krise. Und dann seid ihr auch gut in Form, wenn in eurem Verein wieder Sport möglich ist“.

Tagesspiegel vom 6. November 2020

 

Der Leiter des Forschungsprojektes „Restart-19“ vom Universitätsklinikum Halle, Dr. Stefan Moritz, sieht bei Hallensportarten eine Zuschauerauslastung von bis zu 50 Prozent nicht als größeres Infektions-Risiko. In einer Leipziger Studie wird die Auswirkung einer Hallenöffnung nach dem Lockdown als gering oder als sehr gering bezeichnet. Voraussetzungen sind Hygienekonzepte, Mund-Nasen-Schutz und vor allem ein funktionierendes und effizientes Lüftungskonzept.

Sport-Informations-Dienst vom 6. November 2020

 

Berlin hat eine Woche nach Inkrafttreten der Corona-Einschränkungen die Regeln weiter verschärft und die Schließung aller eintausend städtischen und privaten Sportstätten verfügt. Alexander Fuchs, LSB-Referent für Grundsatzfragen, hat zahlreiche Kontrollen der Ordnungsämter bei den Vereinen bestätigt. Zurzeit gibt es bei den Vereinen noch viel „Solidarität und Verständnis“ für Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie, Einsprüche beim Verwaltungsgericht sind nicht bekannt. Allerdings handele es sich bei den Hallenschließungen um eine „Rechtsauffassung der Senatssportverwaltung“, die man nicht unbedingt teile. Im Moment sei es zwar möglich, dass sich Handball-Kindermannschaften – bis zu zehn Kinder bis zu 12 Jahren einschließlich Betreuung – im Freien zum Spiel treffen können, aber faktisch gelte das wohl mehr für die klassischen Outdoor-Sportarten wie Fußball, American Football, Rugby oder Leichtathletik.

Berliner Zeitung vom 6. November 2020

 

Der Redakteur des Deutschlandfunks, Mathias von Lieben, hat die Einschränkungen von Corona auf den Breitensport bei Vereinen untersucht. Frank Fechner, hauptamtlicher Leiter des mit knapp 16.000 Mitgliedern Hamburger Großvereins TV Eimsbüttel, schildert im Interview seine Sorgen um den Erhalt der Mitgliedschaft und der finanziellen Ressourcen. Trotz intensiver Bemühungen „gibt es eine Reihe von Menschen, die Müde werden, die Einschränkungen hinzunehmen“. Er sieht das Problem, „dass sich möglicherweise das Sporttreiben in der Gesellschaft insgesamt verändert und viel stärker individualisiert, weil die Menschen Joggen oder Fahrradfahren oder ihre kleine private Trainingsgruppe im Park haben. Und da sehe ich eine Gefahr, dass Sporttreiben im Verein insgesamt an Attraktivität einbüßt“. Sein ehrenamtlicher Kollege Stephan Heuck, 1. Vorsitzender des SV Grün-Weiß Todenbüttel, eines vor dem 100. Jubiläum stehenden Kleinvereins mit 600 Mitgliedern in Schleswig-Holstein, bestätigt die sportlichen und finanziellen Entbehrungen und bezieht diese auf den Mikrokosmos Dorf: „Der normale Alltags des Sports und mit dem anschließenden Beieinandersitzen, dieser Aspekt fehlt natürlich schon. Und das ist auf einer emotionalen Schiene schon so, dass einen das mitunter auch so ein bisschen deprimiert. Und das hat natürlich insgesamt gesellschaftlich einen noch viel höheren, nicht messbaren Wert.“

Deutschlandfunk vom 7. November 2020

 

Die Corona-Pandemie führt zu erheblichen Einschränkungen des Schulsports, bietet aber jetzt auch neue Chancen für Trend- und Randsportarten. Dazu Michael Fahlenbock, der Präsident des Deutschen Sportlehrerverbandes: „Wegen der Körperkontakte werden Kampfsportarten wie Ringen und Raufen vermieden, aber auch Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball und Handball fallen im Sportunterricht oft weg. Durch Trendsportarten erfährt der Sportunterricht einen Wandel, so das Fahren mit Rollgeräten wie einem Skateboard auf dem Schulhof und das Radfahren. Bewegung an der frischen Luft bekommt wieder einen höheren Stellenwert. Das muss nicht immer mit einer sportlichen Höchstleistung verbunden sein, auch eine Wanderung durch den Wald kann zum Sportunterricht gehören“.

t-online vom 8. November 2020

 

Eigentlich sollte im November im Manfred-von-Richthofen Haus an die Berliner Sporteinheit vor 30 Jahren erinnert werden. Unter dem Titel „Sport ohne Grenzen: Der Weg in die Berliner Sporteinheit“ wollten Aktive von damals und heute mit Journalisten, Verbandsvertretern und Zeitzeugen in mehreren Runden diskutieren, speziell über die Sportarten Volleyball, Basketball und Handball. Wegen Corona musste die Veranstaltung auf 2021 verschoben werden. Eine Entscheidung, die dem Zentrum Deutsche Sportgeschichte, dem Landessportbund Berlin und dem Sportmuseum als Partner sowie der Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur als Förderer nicht leichtgefallen ist.

Forum für Sportgeschichte vom 9. November 2020

 

In einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, die Ministerpräsidenten und Ersten Bürgermeister der Bundesländer unterstreichen der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und die Präsidenten der Landessportbünde die Bedeutung des Sports in Zeiten der Pandemie: „Sporttreiben verstehen wir nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung der Pandemiebekämpfung“. Weiter heißt es im Brief: Besonders im Herbst und Winter kann Sport die Abwehrkräfte der Menschen und ihre gesamte Resilienz stärken. Es ist wichtig, dass allen Vereinen und Verbänden nach den Beschränkungen vom November 2020 schnellstmöglich wieder die Möglichkeit eröffnet wird, Sportangebote unterbreiten. Elementar ist im Besonderen der Sport für Kinder und Jugendliche innerhalb und außerhalb der Schule. Hier wirkt Bewegung nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch lernfördernd. Sport und Bewegung sind wichtiger Bestandteil der Bildung, der Sie am 28.10.2020 in Ihrer Güterabwägung Priorität eingeräumt haben.

DOSB vom 9. November 2020

 

Unter der Überschrift „Die Corona-Plauze oder: pandemische Kollateralschäden“ kommentiert Werner von Bebber die Auswirkungen des zweiten Lockdowns für Kinder und Jugendliche: „Diese Pandemie hat Langstreckenwirkung, sie macht ältere Menschen einsam und jüngere dicker. Das sind Nebenwirkungen, die das Zeug haben, das Gesundheitssystem zu überfordern“. Er verweist auf die reichlich vorliegenden Studien zu den Ess- und Bewegungsgewohnheiten von Heranwachsenden, deren Verharren im Sitzen und Daddeln vor den Computern. Er sieht die Sorge, dass auch dadurch der Impuls des Sich-Bewegens, was bei kleineren Kindern noch Ausdruck von Lebensfreude ist, regelrecht abtrainiert wird. Er fordert Eltern und Lehrer auf, etwas gegen die Stubenhockerei zu unternehmen. Die Politik fokussiert sich auf die täglichen Infiziertenzahlen und Firmenpleiten, statt die gesundheitlichen Kollateralschäden mit zu bedenken. Er stellt sich die Fragen, warum in Berlin die bis zu 12-Jährigen im Kollektiv Sport machen dürfen, nicht aber die Jugendlichen. Und ob sich Boxstudios, Handball- oder Schwimmvereine in den letzten Monaten als Virenschleudern erwiesen haben. Im Moment gibt es nur noch die Möglichkeit, mit den Kindern nach draußen zu gehen und sie in Bewegung zu bringen. Parks und Grünflächen sind vorhanden.

Tagesspiegel vom 10. November 2020

 

Der Präsident und der Direktor des Landessportbundes Berlin, Thomas Härtel und Friedhard Teuffel, haben sich in einem Brief an den Regierenden Bürgermeister und den Senator für Inneres und Sport für klare Perspektiven im Vereinssport eingesetzt und um einen spürbaren Beitrag zur Abmilderung der sozialen Folgen der Pandemie gebeten. Sie schreiben, „Für zwei Dinge setzen wir uns weiter ausdrücklich ein: Zum einen sollte Sporttreiben für Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre ermöglicht werden. Zum anderen wäre die Zulassung von Individualsport in Sporthallen ein wichtiges Signal“. Beide gehen davon aus, dass „durch diese einfach umsetzbaren Lösungen auch die Akzeptanz für die Verordnungen steigen würde und der Sport gerade in dieser Zeit sein Potenzial zur Gesundheitsförderung ausspielen kann“.

LSB Berlin vom 10. November 2020

 

Der international bedeutende und hochdotierte World Cup des Welttischtennisverbandes (ITTF) in Weihai/China läuft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ab. Für die deutschen Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franzisca, Timo Boll reiste wegen einer Rückenverletzung nicht an, ist die Teilnahme „kein Zuckerschlecken“. In Shanghai und Weihan ging es erst in Quarantäne, dann an drei Tagen zum World Cup der Männer in streng abgeschotteter Turnierblase, vorher durfte mit dem Bundestrainer in einer Kleingruppe trainiert werden. In den riesigen Hotelzimmern, so berichteten sie dpa, steht für jeden Spieler eine Tischtennisplatte mit Ball-Roboter. Das Essen wird dreimal am Tag vor die Tür gestellt, die Hotelangestellten laufen in Ganzkörperanzügen herum. Wäre ein Spieler jemals auf die Idee gekommen, sein Zimmer während der ersten Quarantänetage zu verlassen, wäre er auf dem Hotelflur sofort von den Überwachungskameras gefilmt und vom Turnier ausgeschlossen worden. Nach dem World Cup geht es dann gleich weiter zu den ITTF-Finals nach Zhengzhou. Die Aktiven machen das Spielchen des Weltverbandes wegen Karriere und Geld mit. Nach ersten Protesten folgte sofort „eine Rolle rückwärts“ – alle wollten nach achtmonatiger Coronapause unbedingt teilnehmen.

Deutsche Presse Agentur vom 11. November 2020

 

Als sinnvoll sieht es eine neue Studie der Stanford-Universität an, Restaurants, Fitness-Studios und Cafés zu schließen. Ein Forscherteam hat von März bis Mai das Verhalten von 98 Millionen Menschen in 10 Metropolregionen untersucht und Restaurants als Superspreader-Orte identifiziert, danach folgen Fitnessstudios, Cafés und Hotels. Eine Öffnung dieser Orte würde zu 80 Prozent neuer Infektionen führen.

Tagesspiegel vom 11. November 2020

 

Aufgrund der Pandemie fallen Tausende Anfänger-Schwimmkurse für Kinder im Vereins- und Schulsport aus. Die Verbände warnen vor einer „Generation von Nichtschwimmern“. Der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Achim Wiese, zur Situation: „Die Schwimmfertigkeit in Deutschland nimmt noch mal einen heftigen Knick nach unter, das ist eine dramatische Entwicklung. Schon jetzt können nur 41 Prozent der Kinder, die die Grundschule verlassen, sicher schwimmen. Da haben wir einen riesigen Nachholbedarf nach Corona“.

Tagesspiegel vom 14. November 2020

 

Der für Breitensport und Sportentwicklung zuständige DOSB-Vizepräsident Andres Silbersack wendet sich gegen Sportverbote und bekräftigt, dass Sport und Bewegung dem Wohlbefinden und der Gesunderhaltung der Menschen dienen. Er warnt vor dauerhaften gesellschaftlichen Schäden, die nicht nur im materiellen Bereich liegen, sondern bei den Betroffenen und den Ehrenamtlichen die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Sports auslösen. In Corona-Verordnungen einiger Bundesländer wird der Breitensport unter „Freizeit“ erfasst und damit mit Bordellen, Spielhallen und Sonnenstudios gleichgestellt. Die gesamte Gesellschaft ist bei Verboten des Breiten- und Vereinssports betroffen, das muss den Politikern weitaus energischer deutlich gemacht werden.

Junge Welt vom 16. November 2020

 

Nach den kontroversen Diskussionen zwischen der Bundeskanzlerin und den Ländern wird es vorerst keine Lockerungen der Ende Oktober verschärften Corona-Regeln geben. Sowohl die Bundeskanzlerin als auch der Bayrische Ministerpräsident bekräftigten den Aufruf zum Verzicht auf freizeitbezogene Aktivitäten und Besuche in Bereichen mit Publikumsverkehr. Der Amateur- und Breitensport muss sich also wahrscheinlich auf eine längere Corona-Pause einstellen. Für die Profiligen im Fußball, Handball, Basketball und Eishockey bedeutet das weiterhin nur die Austragung von Geisterspielen. „Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut für die Bekämpfung der Pandemie“ betonte Angela Merkel und kündigte für den nächsten Polit-Gipfel Rechtsänderungen für bessere Planbarkeiten an.

Deutsche Presse Agentur vom 16. November 2020

 

Christiane Peitz kommentiert auf Seite 1 die Beschränkungen der Corona-Kontakte und die Aussagen des auf 2020/21 rückblickenden Corona-Videos der Bundesregierung „Unsere Couch war die Front, und die Geduld unsere Waffe“. Jammern muss erlaubt sein, die wenigsten Menschen empfinden Nichtstun als cool, Kurzarbeit, Homeoffice, Verdienstausfall und Partyverzicht bedeuten hohe Stressfaktoren. In der Wiederholungsschleife des zweiten Lockdowns wächst die Sehnsucht nach Tempo, Bewegung und anregenden Begegnungen. Quarantäne macht einsam und dumm. Ihr Schlusssatz: „Also gestatten wir uns das Recht auf schlechte Laune, befolgen die Regeln – und bleiben auf diese Weise zusammen“.

Tagesspiegel vom 17. November 2020

 

Die vom Berliner Senat beschlossene 13. Änderung der Infektionsschutzverordnung betrifft auch den Sport. So ist ärztlich verordneter Rehasport in Gruppen von bis zu zehn Personen wieder erlaubt. In begründeten Einzelfällen seien auch mehr Personen zulässig, „wenn es absolut notwendig ist, um die Übungen ausführen zu können“, heißt es in einer Presseerklärung des Senats. Zuletzt waren auch Herzsportgruppen und Rückenschulen untersagt. Somit ist Rehasport mit der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt frühestens wieder ab 18. November möglich.

RBB Inforadio vom 17. November 2020

 

Die Kinderschutzverbände halten die Kontaktbeschränkungen „furchtbar“ für Kinder. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, Holger Hofmann, dazu: „Soziale Interaktion ist sehr wichtig, gerade für Jugendliche ist sie das zentrale Entwicklungsmoment“. Es sei völlig unverhältnismäßig und kinderfeindlich, das auf einen Kontakt zu beschränken. Mit der Schließung von Sportvereinen, Kulturstätten und Freizeitzentren werde Kindern und Jugendlichen ohnehin sehr viel zugemutet. Auch der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, spricht seine Sorge aus: „Es ist furchtbar für das Kinder, das sich zwischen seinen Freunden entscheiden soll und es ist furchtbar für jenes Kind, das im Zuge einer solchen Entscheidung vielleicht abgewiesen werden musste“.

Süddeutsche Zeitung vom 18. November 2020

 

Die Deutsche Sportjugend (dsj) hat einen Vier-Stufen-Plan für den Kinder- und Jugendsport während der Corona-Pandemie veröffentlicht. Sie unterscheidet nach „Sport ohne Einschränkung“, „Sport ohne Kontakt“ und „Sport mit kurzzeitiger Einschränkung“ differenziert nach Kindern unter 12 Jahren und Jugendlichen bis 18 Jahren. Kriterien sind unterschiedliche Hygienebedingungen für Indoor- und Outdoor-Sporttreiben.

DOSB vom 18. November 2020

 

Der Deutsche Bundestag und der Bundesrat beschließen in Eil-Vorlagen Präzisierungen des Infektionsschutzgesetzes mit der 3. Änderung des Bevölkerungsschutzgesetzes. Damit erhalten auch die Amateursportverbote und Kontaktbeschränkungen eine gesetzliche Grundlage. Mit der Novellierung sind ab sofort aber „soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen auf den Einzelnen und die Allgemeinheit“ zu berücksichtigen. Im Umfeld des Bundestages und am Brandenburger Tor kommt es zu zum Teil gewalttätigen Demonstrationen und Auseinandersetzungen.

FAZ vom 18. November 2020

 

Der Breitensport in Deutschland ist durch die Einschränkungen von Sport und Bewegung in Gruppen und in Innenräumen mit besonderer Härte betroffen. Die vom „Freiburger Kreis“ vertretenen 180 Großvereine erwarten für das nächste Jahr einen Rückgang von mehr als eine Million Mitglieder und damit für jeden einzelnen Verein einen Verlust an Beiträgen in sechsstelliger Höhe. Von der Corona-Sonderhilfe des Staates könnten die Vereine überwiegend nicht profitieren, da dafür die Gefährdung der Existenz Voraussetzung sei. Der Freiburger Kreis schlägt deshalb vor, kurzfristige Nothilfen in langfristige Zuschüsse umzuwandeln, etwa für Übungsleiter bis 2023.

FAZ vom 19. November 2020

 

In einem langen Interview hat Bianka Schreiber-Rietig den Präsidenten des LSB Berlin, Thomas Härtel, über die Corona-Erfahrungen im Berliner Sport und mögliche Hilfestellungen für die Zeit danach befragt. Sie ist dabei auch auf die Erfahrungen des Sports mit der Politik, dessen Lobby und die Auswirkungen der Pandemie auf den Breiten- und Schulsport eingegangen. Zur Frage der vor sechs Monaten bundesweit angekündigten Pleitewelle und dem vorhergesagten Untergang des Vereinssports hier der O-Ton des LSB-Präsidenten: „Wir halten uns tapfer, sind nicht am Untergehen. Natürlich sind die Einschränkungen für viele Vereine bitter, weil sie ihren Mitgliedern den gewohnten Sport nicht anbieten können. Der LSB kann aber die Belastungen – besonders auch die finanziellen – der Vereine dank des Rettungsschirms abfedern, den der Senat aufgespannt hat. Von den sechs zur Verfügung stehenden Millionen Euro wurden bisher zwei Millionen ausgegeben. Im LSB bereiten wir uns darauf vor, wie wir nach der Coronakrise Vereine unterstützen können, damit Mitglieder wieder zurückkommen. Und wie diejenigen, die jetzt Erfahrungen mit in der Pandemie eher individuellen Sport- und Bewegungsaktivitäten gemacht haben, motiviert werden, in einen Verein einzutreten.“

Sportspitze.de vom 20. November 2020

 

Bund und Länder haben sich auf den weiteren Fahrplan zur Corona-Eindämmung verständigt: Der Teil-Lockdown wird verlängert, die Maskenpflicht verschärft, ebenfalls die Kontaktbeschränkungen. Für Weihnachten sind Lockerungen geplant. Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir brauchen noch mal eine Kraftanstrengung. Dazu gehören weiter Geduld, Solidarität und Disziplin.“

RBB vom 25. November 2020

 

Mehr als 25 Prozent der Erwachsenen und rund 80 Prozent der Jugendlichen bewegen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht genug. „Jede Bewegung zählt“, so WHO-Chef Ghebreyesus. „Wir müssen uns alle jeden Tag bewegen, auf sichere und kreative Weise“. Auch in Zeiten von Corona-Lockdowns sei Bewegung wichtig, schreibt die WHO in ihren neuen Richtlinien zu körperlichen Aktivitäten. Für Erwachsene werden jede Woche mindestens zweieinhalb bis fünf Stunden Bewegung empfohlen, das sind rechnerisch mindestens 21 Minuten pro Tag. Für Kinder und Jugendliche seien sogar 60 Minuten täglich angebracht. Menschen ab 65 sollten zusätzlich Gleichgewicht und Koordination trainieren und Muskelkraft aufbauen, um Stürze zu vermeiden.

Deutsche Presse Agentur vom 26. November 2020

 

Nach der Infektionsschutzverordnung sollen Grundschüler bevorzugt im Freien in Sport unterrichtet werden, bei Oberschülern ist der Unterricht in Sporthallen generell nicht mehr gestattet. In Neukölln nimmt man das kreativ und hat das coronabedingt geschlossene Eisstadion im Werner-Seelenbinder-Sportpark für den Sportunterricht aktiviert. Der Schulsport findet auf Kufen statt. Die beiden Sportlehrer Jesco Veisz und Marco Guhl machten es zusammen mit dem Stadionverwalter Andreas Mies möglich. Bei der Neuköllner Clayschule haben sich inzwischen 15 Schulen mit rund 550 Schülerinnen und Schüler gemeldet, die am Schlittschuhlaufen interessiert sind und aufs Eis gehen wollen. Das Bezirksamt macht mit und übernimmt die Leihgebühren für die Schlittschuhe an allen Neuköllner Schulen. Kommentar: Man wird an alte Zeiten erinnert, als Spritzeisbahnen in allen Berliner Bezirken zum Schlittschuhlaufen einluden. In Wedding geht das leider nicht, dort wird das Erika-Hess-Stadion als Impfzentrum gebraucht.

Tagesspiegel vom 26. November 2020

 

Der Präsident der Internationalen Handball Förderation, Hassan Moustafa, hat die Ausrichtung der vom 13. bis 31. Januar 2021 in Ägypten stattfindenden Handball-Weltmeisterschaften der Männer verteidigt. „Die WM ist nicht einfach ein Ereignis, sondern ein weltweit bedeutendes Sportgroßereignis. Sie stellt die größte Bühne für den Handballsport dar, und daher liegt es im besten Interesse aller Beteiligten, die WM zu organisieren.“ Für die WM gibt es ein Hygienekonzept, das mit dem Gesundheitsministerium und der WHO abgestimmt ist. Süddeutsche Zeitung vom 26. November 2020 Die Diskussionen über ein europaweites Skiverbot in den nächsten Wochen haben bei den Wintersportverbänden zu Protesten geführt. Der Deutsche Skiverband und weitere Verbände warnen in einem offenen Brief vor der Umsetzung der Pläne und verweisen auf die vorliegenden Hygienekonzepte und die eintretenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nachteile. In dem Brief heißt es u.a. „Der Wintersport ist nicht gleichzusetzen mit Party-Tourismus und Apres-Ski-Events. Sport und insbesondere der Wintersport ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Die wintersportlichen Aktivitäten geben den Menschen, Halt, Motivation, Perspektive und vielen Menschen auch einen Arbeitsplatz.“

SID vom 26. November 2020

 

Der Senat von Berlin hat weitergehende Verschärfungen auf Grund der steigenden Corona-Neuinfektionen beschlossen. Auch über Weihnachten und Silvester soll es in Berlin keine Lockerungen geben. Nur fünf Menschen sollen gemeinsam feiern dürfen, nicht zehn Personen, wie es die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin am 25. November beschlossen haben. Beschränkungen beim Einkaufen und eine Ausdehnung der Maskenpflicht und Böllerverbote in Schwerpunktgebieten gehören dazu. Auch bleiben Museen, Theater und Schwimmbäder weiter geschlossen. Schulen soll Wechselunterricht ermöglicht werden, Hotels und Pensionen die Übernachtung von Weihnachtsbesuchern bei familiären Gründen gestattet werden. Der Regierende Bürgermeister wirbt um Verständnis für die Beschränkungen: „Wir müssen einen langen Atem haben, um gemeinsam durch diese lange Pandemie zu kommen“.

Berliner Morgenpost vom 27. November 2020

 

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, hat auf Grund unterschiedlicher Regelungen in den Bundesländern in einem Fernsehinterview betont: „Ob wir Weihnachten so vorbereiten und so leben im Familienkreis, dass es zum Ansteckungsproblem wird, oder wir eben genau das Gegenteil erreichen – das haben wir wirklich alle selber in der Hand. Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren sei die Voraussetzung dafür, Verwandte sicher treffen zu können“. Die von der Politik geforderten Kontaktbeschränkungen wollen die meisten Bürger mittragen. 73 Prozent der Befragten gaben im ARD-Deutschlandtrend an, Kontakte zu ihrer Familie oder Besuche an den Weihnachtsfeiertagen mehr oder minder stark einschränken zu wollen. Knapp ein Viertel (23 Prozent) plant demnach keine Einschränkung. Auch in einer Umfrage im Auftrag des Nachrichtenportals „T-Online“ gaben gut 82 Prozent an, sie würden sich wahrscheinlich an die Kontaktregeln zu Weihnachten halten.

Deutsche Presse Agentur vom 27. November 2020

 

Der LSB hat seine erste digitale Mitgliederversammlung durchgeführt. Dem Präsidium im Manfred-von-Richthofen Haus waren 70 Delegierte und Gäste zugeschaltet. Staatssekretär Dzembritzki begründete die für den Vereinssport schwerwiegenden Einschränkungen und die Notwendigkeit, Schulen und Kindertagesstätten offenzuhalten. Er kündigte Einschränkungen in der Sportförderung – insbesondere durch Ausfall von Veranstaltungen – an und rechnet mit Einsparungen von 2,2 Millionen Euro im nächsten Haushalt, zuzüglich etwaiger Nachtragshaushalte. LSB-Präsident Thomas Härtel ging auf die Corona-Maßnahmen ein und hofft auf eine baldige Wieder-Öffnung der Sporthallen und damit künftiger Perspektiven für den Vereinssport. Die Abstimmung über die eingebrachten Beschlussvorlagen erfolgt im Umlaufverfahren bis Anfang Dezember. Eine Stärkung der Vereine und die Umsetzung von zehn Wahlprüfsteinen werden Bestandteil der Mitgliederversammlung 2021 sein.

LSB Berlin vom 27. November 2020

 

Das Zweite Deutsche Fernsehen berichtet über die Corona-Auswirkungen im Breiten- und Gesundheitssport auf die 90.000 Sportvereine. Die Professoren Kleinert und Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln sehen gravierende und ernste gesundheitliche Probleme mit enormen Auswirkungen auf die Volksgesundheit, wenn 50 Prozent der 40 Millionen Sporttreibende ihre Sportaktivitäten im Lockdown reduzieren. Den Sportvereinen drohen Einnahmenausfälle und Mitgliederaustritte. Neben Vereinen in Bayern und Nordrhein-Westfalen werden auch zwei Vereine in Berlin vorgestellt, der SC Siemensstadt und die Wasserfreunde Spandau. Deren Vereinspräsidenten Matthias Brauner und Hagen Stamm bringen es auf den Punkt, die Schließung der Übungsstätten für den Breitensport führt zu einem massiven Mitgliederrückgang und dem Wegfall von Neueintritten. Beim SC Siemensstadt sind es 700 Mitglieder weniger im November, hauptsächlich durch ausgefallene Gesundheitssportangebote und abgesagte Schwimmtermine. Die Wasserfreunde haben im gleichen Monat 500 Mitglieder verloren, auch durch den Wegfall der täglichen Schwimmkurse für Kindertagesstätten. Das kann im nächsten Jahr nicht mehr aufgeholt werden.

ZDF-Sportreportage vom 29. November 2020

 

Michael Reinsch beschreibt das Zukunftsvideo der Bundesregierung nach dem Lockdown, in dem junge Menschen ironisch zu Helden erklärt werden, wenn sie sich in Coronazeiten brav aufs heimische Sofa -faul wie Waschbären - gesetzt haben. Er überschreibt seinen Kommentar mit „Der Preis der Einsamkeit“ und macht die Verlustrechnung für die Sportvereine auf: 10 bis 15 Prozent weniger Vereinsmitgliedschaften, das sind bei bisher 27 Millionen Mitgliedern in 90.000 Vereinen vier Millionen weniger Sporttreibende, ein Manko von ungefähr 600 Millionen Euros in den Vereinskassen, Startgelder und Ticketeinnahmen nicht mitgerechnet. Und das in einer Zeit, in denen die Sportbegeisterung den Vereinen noch Anfang des Jahres große Zahlen an Neueintritten gebracht hatte. Sein abschließender Kommentar: „Ein Aufheulen ist nicht zu hören, von Widerstand und Auflehnung keine Spur. So ist der Sport: Regeln werden befolgt. Die Verlustrechnung bedeutet schließlich auch: 85 bis 90 Prozent der Mitglieder bleiben. Diese Treue ist ein Verdienst des Engagements der Vereine. Sie bleiben auf Trab, indem sie auf allen Kanälen sportliche Angebote wie menschliche Zuwendung in die Wohnungen tragen. Den Bedarf an Flexibilität seiner Mitglieder hat der Vereinssport gemeistert. Bald steht er vor der Herausforderung, Sport wieder zum Gemeinschaftserlebnis zu machen. Und zu beweisen: Auch Waschbären sind Gesellschaftstiere“.

FAZ vom 30. November 2020

 

Am Adventssonntag treten in Berlin die verschärften Corona-Regeln in Kraft. Auch Weihnachten sollen sie nicht gelockert werden. Zwei der drei Corona-Ampeln sind vorübergehend auf Rot gesprungen. Mehrere Krankenhäuser schließen ihre Notaufnahmen und suchen Personal. Das Corona-Notfallkrankenhaus auf dem Messegelände soll aktiviert werden. Der Senat wird innerhalb von 14 Tagen sechs Impfzentren in Berlin eröffnen. „Corona-Pandemie“ ist das Wort des Jahres, so die Gesellschaft für deutsche Sprache. Der Monat November war einsam, der Monat Dezember wird noch einsamer. Auch für den Sport.

Stand: 30. November 2020

Text: Manfred Nippe

Die nächsten Wochen werden nun besonders hart.

Das Robert-Koch Institut meldet zum Monatsende mit 19.059 neuen Fällen einen neuen Höchstwert innerhalb von 24 Stunden. In Berlin liegt die Zahl der Infizierten derzeit bei 31.440 Covid-19 Erkrankten. Es geht ums Überleben, auch durch den Sport. Der November 2020 wird ein stiller Monat.
Stand: 31. Oktober 2020

Unter der Überschrift „Der Sport darf nicht den ganzen Winter über dicht machen“ kommentiert Claudio Catuogno die auf den Sport zukommenden neuen Corona-Einschränkungen. Die Schließung der Sportstätten im Gegensatz zu den Schulen schmerzt ihn, denn ist der Sport nicht genau das: Lebensschule? Er schließt mit den Aussagen: Der Sport, auch das zeigt sich gerade, mag in vielen Bereichen des Profigeschäfts auf kranke Weise finanziert sein. Aber das ändert nichts an seiner Bedeutung: Sport ist gesund. Natürlich muss jetzt vieles pausieren: Fahrgemeinschaften zum Wettkampf, Spielbetrieb mit Zweikämpfen, Mannschaftsansprachen in der Kabine. Und das Aerobic- oder Yoga-Angebot funktioniert auch noch mal eine Zeitlang digital statt in der Turnhalle. Aber acht 13-Jährige auf dem Dorfsportplatz, die sich aus der Distanz die Bälle zupassen? Zwei Seniorinnen, die sich in einer gut gelüfteten Tennishalle an der Grundlinie gegenüberstehen? Nach allem, was man weiß, ist das nicht der Treiber der Pandemie. Es ist für viele die wichtigste Stütze, um halbwegs unbeschadet durch sie hindurch zu kommen.
Süddeutsche Zeitung vom 30. Oktober 2020

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, appelliert in einer Videobotschaft an die 8 Millionen freiwilligen Helferinnen und Helfer in Sportdeutschland, mit dem Einsatz für Gesundheit, Lebensfreude, Fair Play und die gesellschaftlichen Werte des Sports nicht nachzulassen. Hörmann „Bitte bleibt mit uns zusammen“.
DOSB vom 30. Oktober 2020

Die Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zu den Coronamaßnahmen führt im Bundestag zu einem Schlagabtausch zwischen den Parteien und teilweise tumultartigen Szenen. Merkel: „Die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig. Wenn wir stattdessen warten würden, bis die Intensivstationen voll sind, dann wäre es zu spät.“
Tagesschau vom 29. Oktober 2020

Der Präsident des Landessportbundes Berlin, Thomas Härtel, erklärt zu den Regierungsbeschlüssen: „Wir haben wenig Verständnis dafür, wie undifferenziert hier verschiedene Bereiche behandelt werden. Gerade jetzt wäre es im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts wichtig, Sportangebote aufrechtzuerhalten, besonders für Kinder und Jugendliche“.
Tagesspiegel u.a. vom 29. Oktober 2020

Der DOSB bedauert sehr, dass der temporäre Lockdown inklusive eines Verbots des Amateursports offenbar nötig geworden ist. Leider berücksichtigt der generelle Lockdown nicht die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten des Sports, der durch ein hohes Maß an Disziplin und mit der konsequenten Umsetzung von Hygienekonzepten erreicht hat, dass der Sport nachweislich kein Infektionstreiber ist.
DOSB vom 28. Oktober 2020

In einem offenen Brief an die Berliner Fußball-Interessen-Gemeinschaft wenden sich Trainer(innen) im Amateur-, Kinder- und Jugendbereich gegen pauschale Spiel- und Trainingsverbote und fordern mindestens kleinteilige Trainingsformate unter freien Himmel. Unter Beachtung der Hygieneregeln gehen sie auf Grund eines DFB-Gutachtens von einer sehr begrenzten Ansteckungsgefahr beim Fußball im Freien aus.
Facebook vom 28. Oktober 2020

Die Bundesregierung informiert die Öffentlichkeit über die Beschlüsse der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Bundesländern und die neuen, erweiterten Maßnahmen zur Corona-Eindämmung. Es bedarf einer „gemeinsamen nationalen Anstrengung“. Im Mittelpunkt steht ein angepasster Lockdown bei Offenhaltung der Schulen und Kitas bis Ende November. Die Bevölkerung wird angehalten, die eigenen Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Zu den Maßnahmen gehört auch die Einstellung des Amateursports und die Schließung von Schwimmbädern und Sportstätten. Profisport kann nur ohne Zuschauer stattfinden.
Bundesregierung vom 28. Oktober 2020

Mit der Moral des Sports in Coronazeiten setzen sich Sabine Beikler, Julia Graeber und Jörg Leopold auseinander. Wie vertragen sich staatlich geforderte Kontaktsperren mit offenen Stadien bei Fußballspielen? Kann der Profisport teure Hygienekonzepte überhaupt finanzieren und seine Fans weiterhin einladen? Die Pandemie nimmt auf Konzepte keine Rücksicht und erfordert immer mehr spontane Entscheidungen der Politik. Augenmaß im Chaos ist vonnöten. Toll wäre es, die Fans überhaupt an die Vereine zu binden und nicht mehr mit Zuschauern zu rechnen. Ein Fazit der Autoren: Dem professionellen Sport und seinen Fans droht in diesem Herbst ein weiteres böses Erwachen.
Tagesspiegel vom 27. Oktober 2020

Nach den Herbstferien treten weitere Einschränkungen für den Mund-Nasenschutz an den Berliner Oberschulen und Berufsschulen in Kraft. Auch während des Unterrichts besteht Maskenpflicht in den Schulräumen, für Lehrkräfte auch in den Lehrerzimmern.
Tagesspiegel vom 26. Oktober 2020

Der Senat bereitet ein Lockdown-Szenario für die nächste Woche vor. Erst einmal werden 1.000 Polizisten, davon 500 von der Bundespolizei, zur Kontrolle und Durchsetzung der bisher getroffenen Maßnahmen am Tage und in den Nachtstunden eingesetzt.
RBB vom 24. Oktober 2020

Als wichtigen Baustein in der Pandemie hat der Deutsche Olympische Sportbund sein vom TÜV Rheinland zertifiziertes „Hygienekonzept“ vorgelegt. Es kann von den Verbänden und Vereinen als Rahmenkonzept eingesetzt werden und reicht vom Sportfest im Verein bis zu Weltmeisterschaften. Dazu DOSB-Präsident Alfons Hörmann: „Der Sport hat und wird sich auch weiterhin konsequent und diszipliniert an die Regen halten und ist nachweislich kein Infektionstreiber. Mit diesen national einheitlichen Standards ermöglichen wir allen Verantwortungsträgern, auf abgesicherter Grundlage verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“
DOSB vom 23. Oktober 2020

Mit mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner überschreitet Deutschland deutlich die in der ersten Welle vom März und April gemeldeten Infektionsfälle von Covid-19-Erkrankten.
RKI vom 21. Oktober 2020

Als „letzte Chance vor einem neuen Lockdown“ bezeichnet der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die vom Senat am 20.10. verschärften Corona-Anordnungen. Die bestehenden Sperrstunden und das Alkoholverbot wurden um eine Maskenpflicht auf Wochen- und Weihnachtsmärkten sowie zehn Einkaufsstraßen erweitert. In der Pressekonferenz platzte dem Regierenden der Kragen: „Wir sind hier nicht die einzigen Doofen“ und verwies auf die ansteigenden Infektionskurven für Berlin. “Was gibt’s hier eigentlich noch zu diskutieren? Es müsste doch jedem eingängig sein, was das für ein Lebensrisiko ist.“
Tagesspiegel vom 21. Oktober 2020

In Polen ist die Kapazitätsgrenze des Gesundheitswesens erreicht. Die Regierung macht das EM-Stadion von Warschau zum Corona-Notkrankenhaus. Der Gesundheitsminister verweist auf ein „schwarzes Szenario“ und gibt den Plan bekannt, in allen Regierungsbezirken Notkrankenhäuser zu errichten.
Tagesschau vom 19. Oktober 2020

Die Bundeskanzlerin verweist auf „Rücksicht und Vernunft als wirksamstes Mittel, das wir zurzeit gegen die Pandemie haben. Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag“. Die Wissenschaft sagt uns klar: „Wenn alle ihre Begegnungen außerhalb der eigenen Familie jetzt eine Zeit lang deutlich verringert, dann kann es gelingen, den Trend zu immer mehr Infektionen zu stoppen und umzukehren“.
Podcast der Bundeskanzlerin vom 17. Oktober 2020

Die Coronalage wird für die Bevölkerung unübersichtlich nachdem Gerichte Beherbergungsverbote und Sperrstunden aufheben oder verbieten. Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, weist auf die steigende Infektionszahl die zeigen „dass wir gerade am Beginn einer wirklich großen zweiten Welle sind“. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci bereitet eine Maskenpflicht auf vollen Straßen und Plätzen vor, während die Bezirksämter den Einsatz ihres Personals auf die Gesundheits- und Ordnungsämter fokussieren. Bis auf Kreuzberg-Friedrichshain übernimmt die Bundeswehr Telefondienste, auch die Bundespolizei rückt ein. Die Lage wird jetzt richtig ernst.
RBB vom 16. Oktober 2020

Der Berliner Fußball-Verband informiert über die Verschärfung der Dokumentationspflicht von Anwesenden auf Sportanlagen, die auch alle Zuschauer einbezieht. Personalien einschließlich Anschrift und Telefonnummern müssen erfasst und durch Unterschrift bestätigt werden. Dazu hat der BFV Anwesenheitslisten auf seiner Homepage freigeschaltet. Damit werden die Datenschutzbestimmungen außer Kraft gesetzt, wenn Nicht-Berechtigte Einsicht in die Listen bekommen.
Berliner Fußball-Verband vom 15. Oktober 2020

Nach dem Corona-Gipfel im Bundeskanzleramt hat der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, die Politik aufgefordert „den Sport nicht aus den Augen zu verlieren“. Er wies auf die in der Krise vom Sport übernommene Verantwortung hin und bittet „unsere Partner in Politik und Verwaltung aber gleichzeitig um das notwendige Fingerspitzengefühl, um abgestimmte und auf den Einzelfall und die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort angepasste Lösungen zu entwickeln“. Seinen Appell schloss er mit den Worten: „Wir sehen die sportliche Aktivitäten in unserem Land als wichtigen Teil der Problemlösung der kommenden Monate und setzen uns dafür ein, dass die Strukturen des Sports die Krise überdauern, damit sie ihre wertvolle Arbeit für das Gemeinwohl auch künftig leisten können.“
DOSB und SID vom 15. Oktober 2020

Großstädte als Hotspots, Beherbergungsverbote in Deutschland und dazu die Feststellung der Bundeskanzlerin über den Ausgang ihrer Gespräche mit den Ministerpräsidenten: „Das ist nicht hart genug, um das Unheil abzuwenden“. Der zweite Lockdown hat begonnen, Sperrstunden machen das ganze Land zum Risikogebiet.
Tagesspiegel vom 15. Oktober 2020

Die Angst vor Corona hat zu einem Novum im Handball geführt: Erstmals trugen im Spiel der höchsten spanischen Liga zwischen Ademar Leon und Liberbank Cantabria alle Spieler sowie der Schiedsrichter Masken. Die Grundlage hierfür war ein Beschluss der stark von der Pandemie betroffenen Region Kastilien und Leon, wonach bei Kontaktsportarten ein Mund-Nase-Schutz zu tragen sei. Für Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball Bundesliga (HBL) ist das natürlich keine Option. „Das ist völlig absurd und ein schlechter Witz. Mir tun die beteiligten Spieler und Schiedsrichter leid. So kann man keinen Profisport treiben.“
SID vom 12. Oktober 2020

Ganz Berlin ist jetzt Corona-Hotspot.
RBB vom 10. Oktober 2020

Arena am Ostbahnhof: Alba Berlin durfte am 9. Oktober das erste Mal seit März wieder vor Publikum spielen. Der Gegner ist der FC Bayern, in München sind Schlachtenbummler verboten, in Berlin wurden 700 Zuschauer in der großen Halle gut verteilt, einige Ränge hat man unter dunklen Vorhängen verborgen. Fieber wird am Eingang gemessen, Kontaktlisten werden geführt, die Frage nach vorherigem Aufenthalt in Corona-Hotspots gestellt. Ball und Hände werden desinfiziert, Klatschpappen liegen bereit. Wofür? Basketball in einer fast leeren Hall? Alba verliert das Euroleague-Spiel. Schlechte Zeiten für den Profisport und die Fans.
RBB 24 vom 10. Oktober 2020

Vor der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Bürgermeistern großer Städte warnte Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, zusammen mit Wissenschaftlern vor Engpässen im medizinischen Bereich. Er schloss nicht aus, dass Berlin seine medizinischen Notfallplätze noch erweitern könnte. Ulrich Frei vom Charité Vorstand wies auf einen absoluten Mangel an Intensivkräften hin. Gerade der Anstieg von Infektionen unter den oft jungen Pflegekräften verschärft die aktuelle Lage bei steigenden Zahlen von Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen.
RBB 24 vom 9. Oktober 2020

Aktuelle Entwicklungen und steigende Infektionszahlen haben den DOSB bewogen, die umfassende Erklärung der Konferenz der Landessportbünde vom 25. September 2020 zur Zukunft des Vereinssports erst 14 Tage später zu veröffentlichen. Es wurde eine Grundsatzerklärung: „Der Sport in Deutschland mit seinen 90.000 Vereinen erlebt in der anhaltenden, globalen Corona-Pandemie die größte gesellschaftspolitische und ökonomische Herausforderung seit 1945“. Abschließend bleibt dem DOSB nur die Aufforderung an sich selbst und die Politik: „Setzen Sie auf die wertvollen Fähigkeiten des Sports, sich selbst zu organisieren und sich diszipliniert an die Regeln zu halten, um die Fähigkeiten zur Selbsthilfe zu stärken!“
DOSB vom 9. Oktober 2020

Thomas Härtel, Präsident des LSB Berlin, sorgt sich angesichts steigender Corona-Infektionszahlen um die mittelfristige Zukunft des Berliner Sports. „Ein zweiter Lockdown hätte auf den Berliner Sport katastrophale Auswirkungen. Sowohl für den gemeinnützigen Sport, wie auch für den Profisport“, sagte er in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Er ging auf die vorliegenden Anträge für den „Rettungsschirm“ des Senats ein, der dann nachgebessert werden müsste und hob die bisherige Vorbildfunktion des Sports hervor: „Je konsequenter wir unsere eigenen Hygiene- und Abstandregelungen einhalten, umso mehr sind wir in der Lage zu zeigen, dass wir im Sport kein signifikantes Infektionsgeschehen haben – im Vergleich zu großen Hochzeitsfeiern oder anderen privaten Feiern. Die Normalität wird künftig anders aussehen – im Bereich der Hygieneregeln, der Fitnessangebote, in der Reha, in den Sporthallen, in den Angeboten, die wir machen“. Auch auf Mängel in der Infrastruktur weist er hin: „Da, wo jahrelang nicht saniert wurde, wo Sportstätten verfallen, da bekommen wir ein Problem – auch ohne Pandemie“.
Süddeutsche Zeitung vom 9. Oktober 2020

Der Senat von Berlin handelt: Die Explosion der Coronazahlen in Berlin führt zu drastischen Einschränkungen für die Bevölkerung. Dazu gehören die erstmalige Einführung einer Sperrstunde ab 23 Uhr und ein Alkoholverbot sowie Beschränkungen beim Zusammentreffen von Bürgern drinnen und draußen. Ganz Berlin wird Risikogebiet.
RBB vom 6. Oktober 2020

Mit der Situation des Schulsports beschäftigen sich Hannes Garten und Vito Su Komaro in einem größeren Beitrag. Probleme gibt es bei Grundschülern, die sich den Hygieneregeln verschließen und immer wieder den im Sport üblichen Körperkontakt suchen. Was passiert in der kalten Jahreszeit, wenn der Draußen-Unterricht nicht mehr möglich ist? Eine passende Antwort auf die Durchsetzung der Coronaregeln stellt Lehrer und Schüler unter Druck und überfordert den Schulsport. Die Angst beginnt schon beim Umziehen, wenn nicht genügen Kabinen für die Klassen bereitstehen und Sichtschutzwände in Hallen aufgestellt werden müssen. Das gilt auch für die Oberschulen. Der Mindestabstand kann beim Sport nicht eingehalten werden, dazu kommt das Auf- und Absetzen der Masken. Wenn dann noch die Desinfektionsregeln nicht eingehalten werden, steigt das Infektionsrisiko. Auch gegenüber den Risikogruppen der Lehrer, Eltern und Großeltern, Schulsport unter Angst – das geht nicht.
Tagesspiegel vom 2. Oktober 2020

Für den Wintersport haben sich alle Hoffnungen auf eine Rückkehr zur Normalität zerschlagen. Internationale Wettbewerbe und Meisterschaften wurden abgesagt oder verschoben. Die Biathleten sind zu Kompromissen jeglicher Art bereit, weil es um die Lebensgrundlage ihrer Sportart geht. Die für Großveranstaltungen vorgesehenen Corona-Zuschauerzahlen werden durch aktuelle Entwicklungen durchkreuzt, wenn die Austragungsorte plötzlich zu Risikogebieten werden. Auch die Sportarten auf den Eisbahnen und Eiskanälen treffen neue Absagen. Den Eiskunstläufern und Eisschnellläufern droht die Beschäftigungslosigkeit. Es ist vollkommen offen, ob die für die Olympischen Winterspiele in China vorgesehenen Test-Veranstaltungen stattfinden können.
Frankfurter Rundschau vom 1. Oktober 2020

Neue Formel: Mehr Akzeptanz = weniger Infektionen.

Die Zahl der Neuinfektionen in Berlin ist auf 1.833 gestiegen, seit Beginn der Pandemie haben sich 14.499 Menschen mit dem Virus infiziert. Eine der drei Corona-Ampeln schaltet auf Rot. Wissenschaft und Politik warnen die Bevölkerung: Nur mehr Akzeptanz führt zu weniger Infektionen.
Stand: 30. September 2020

Am September-Wochenende kam es dicke: Nach den Vorgaben der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten zog auch der Senat von Berlin die Coronabremsen weiter an. Unabhängig von den Fallzahlen wurden die Maskenpflicht in Büros verfügt und die Teilnahmezahlen an privaten Feiern drinnen auf 25 und draußen auf 50 Personen begrenzt. Dazu höhere Bußgelder bei falschen Identitätsangaben und arbeitsrechtliche Konsequenzen bei Missachtung der Maskenpflicht. Die allgemeinen AHA-Hygienevorschriften wurden um L wie Lüften und C wie Corona-App erweitert. Der Regierende dazu: „Wir müssen jetzt alles tun, damit sich die Situation nicht noch weiter entwickelt“.
RBB vom 29. September 2020

Gleich mehrere Autoren beschäftigen sich mit dem Schulunterricht im Winter und schlagen neben dem Digitalschooling auch ganz allgemein „Freiluftunterricht“ vor. Ein Thema, mit dem sich Pädagogen mehrerer Universitäten bereits beschäftigt haben und zu dem neue Handreichungen und Praxisanweisungen vorliegen. Winterfest angezogen, in Kleingruppen und vor allem „draußen“ wird nicht nur das Infektionsrisiko gemindert, sondern auch Lernmotivation und Ausgeglichenheit zwischen Schülern und Lehrern gefördert. Rousseaus „Zurück zur Natur“ als Medizin gegen Corona, ein gutes Rezept nicht nur im Sport. Oder, wie es getitelt wurde: „Besser einen Schnupfen, als Oma mit Sars-CoV-2 anstecken“.
Tagesspiegel vom 28. September 2020

Der jährlich von der Commerzbank und dem DOSB vergebene Preis „Das Grüne Band 2020“ für den Nachwuchsleistungssport wird von Veronika Rücker, der DOSB-Vorstandsvorsitzenden, in Zeiten von Corona und der unsicheren Perspektive der Nachwuchsförderung „als vielleicht bedeutsamer als je zuvor“ bezeichnet. Preisträger des jeweils mit 5.000 Euro dotierten Preises sind 50 Sportvereine, unter ihnen auch der Bogensportclub BB Berlin und die Handballer der Füchse Berlin.
DOSB vom 23. September 2020

Auf die anhaltenden Probleme für „kleine“ Vereine durch Corona weist Thomas Frey in seinem Bericht über die Schwimmvereine in Reinickendorf hin. Stefanie Lieke, Sprecherin im Bezirkssportbund, berichtet von einem Mitgliederrückgang von 40 Prozent in ihrem Verein bei gleichzeitig 180 Kindern auf den Wartelisten für Kinderschwimmkurse. Die vorherige Übermittlung von Teilnehmerlisten an die Bäderbetriebe und das Zutrittsverbot von Eltern in den Schwimmbädern sind von den Ehrenamtlichen nur mit logistischem Aufwand zu schaffen. Kritik wird an den Kleingruppen von nur 8 Kindern im Schwimmbad geübt, wenn in anderen Sportarten bereits größere Gruppen erlaubt sind. Auch ist bekannt, dass eine Ausbreitung von Corvid-19-Viren im chlorhaltigen Wasser nahezu ausgeschlossen ist.
Berliner Woche vom 23. September 2020

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci äußerte sich besorgt über die sprunghaft in Berlin ansteigenden Neuinfektionen von Corvid-19. Berlin ist bei den Inzidenzzahlen innerhalb von einer Woche Spitzenreiter noch vor Bayern geworden, der Indikator von zwei Corona-Ampeln steht jetzt auf gelb. Aus dem Hotspot Kreuzberg-Friedrichshain wird berichtet, dass der Anstieg auch mit dem „Partyverhalten“ junger Menschen zusammenhängt. Sorgen macht der Senatorin die nahende kalte Jahreszeit und das in Innenräumen ansteigende Infektionsrisiko.
Berliner Zeitung vom 21. September 2020

Das Magazin Urban Sports des Tagesspiegels titelt mit der Zeile „Berlin läuft jetzt anders“ und beschäftigt sich mit den Sorgen vieler Sportler und auch Veranstalter. Im Gegensatz zum Spitzensport, „der immer noch auf die Anfänge von Normalität wartet“, ist der Verlag beim Breitensport optimistisch, „denn Möglichkeiten, intensiv Sport zu treiben, gibt es in unserer wunderbaren Stadt nach wie vor“. Die Titelzeile erscheint nicht nur in Corona-Zeiten weitaus aktueller und spannender als das Motto der neuen Senatskampagne „Wir sind ein Berlin“.
Der Tagesspiegel vom 20. September 2020

Jeanette Hagen beschäftigt sich in ihrer regelmäßigen Kolumne „Losgelaufen“ mit der Berlin-Challenge anstelle des abgesagten Berlin-Marathons. Alle angemeldeten Aktiven haben ein Bändchen mit dem Aufruf erhalten, unter dem Hashtag ?berlin42united zu einer 2:01-39 Challenge anzutreten und sich mit der 2018 von Eliud Kipchoge gelaufenen Weltrekordzeit zu messen. Sie hofft auf viele, die mitlaufen und sich einer dafür geschalteten App bedienen. Wegen einer Verletzung kann sie nur walken und vermisst „vor allem das Kribbeln im Bauch, das sich schnell überall im Körper ausbreitet, wenn man mit anderen Läuferinnen und Läufern aus aller Welt am Start steht, den Countdown zählt und dann die ersten Schritte läuft“.
Tagesspiegel vom 17. September 2020

Auch der LSB Brandenburg hofft auf eine Stabilisierung des Vereinssports in den nächsten fünf bis sechs Monaten. Das erklärte Andreas Gerlach, der LSB-Vorstandsvorsitzende, anlässlich des 30-jährigen Bestehens unseres benachbarten Landessportbundes. An eine vorzeitige Beendigung der Krise glaubt er nicht und geht davon aus, dass der Stand von vor der Pandemie „erst in ein bis zwei Jahren erreicht sein wird“.
Berlin.de vom 15. September 2020

Die Zeit der Geisterspiele ist vorbei, zumindest für eine Testphase von sechs Wochen. Die Bundesländer haben sich geeinigt und lassen 20 Prozent der Plätze in Stadien für Zuschauer zu. Auch die Sporthallen werden wieder geöffnet. Ein Silberstreifen für die Profisportarten und für die Fans, die sich ohne analoges Sportgeschehen langweilen.
RBB vom 16. September 2020

Viele Sportvereine haben ihr Engagement inzwischen wieder aufgenommen, Trainingszeiten und Abnahmetermine für das Deutsche Sportabzeichen anzubieten. Elf Initiativen in sechs Bezirken laden dazu ein, das ist immerhin die Hälfte des Stadtgebietes. Man kann davon ausgehen, dass die Beliebtheit des „Breitensportordens“ durch Corona nicht allzu gelitten hat.
Sport in Berlin, Ausgabe 05-2020

Bund und Länder streben schneller als geplant eine einheitliche Lösung für die Fan-Rückkehr in die Stadien an. Die Chefs der Staatskanzleien und das Bundeskanzleramt wollen Zuschauer auch in Sporthallen wieder zulassen und rücken vom ursprünglichen Plan ihrer Arbeitsgruppe ab, darüber bundeseinheitlich erst Ende Oktober zu entscheiden.
Tagesspiegel vom 15. September 2020

Logistisch erfolgreich und unter großem Helferaufwand konnten 3.500 Zuschauer am diesjährigen ISTAF im Olympiastadion teilnehmen. Die Presse verglich das Stadiongelände mit einem Erlebnispark, in dem „nach erfolgreich gemeisterter Schnitzeljagd, der eigene Sitzplatz die Belohnung war“. Der Applaus im Stadion der 70.000 war etwas leiser als sonst, feuerte aber die Athleten bei ihrem ersten Wettkampfauftritt hervorragend an. Zehn Kilometer Flatterband in drei Farben sorgten dafür, dass die Abstände während der Veranstaltung eingehalten werden konnten.
Berliner Zeitung vom 13. September 2020

Fast das gesamte deutsche Nationalteam der Amateurboxer hat sich im Trainingslager im österreichischen Längenfeld mit dem Coronavirus infiziert. Von 18 Boxern sind 16 betroffen, so dass erst einmal eine 14-tägige Quarantäne vor Ort und mehrere Tests verfügt wurden. Nach Rückkehr in die Heimat sollen die Sportler an den Olympia- und Bundesstützpunkten gründlich untersucht werden.
ARD Sportschau vom 13. September 2020

Ihre Impressionen vom 5. Halbmarathon „Rund um den Müggelturm“ am 6. September beschreibt Dr. Erdmute Nieke mit den Worten „Endlich! Ein echter Wettkampf – mein erster nach der Corona-Pause, der Sommer ist mit vielen virtuellen Läufen und ohne Marathontraining irgendwie vorbei gegangen“. Aus dem „Lauf in den Frühling“ ist 2020 ein Lauf in den Herbst geworden. Die Zahl der Läufer und Läuferinnen hat sich gegenüber 2019 mehr als halbiert. 435 Aktive gingen im Seebad Wendenschloss an den Start, 155 im Halbmarathon, 196 über 10 km und 84 über 5 km. Eine herrliche Wald- und Seenstrecke bei bestem Wetter, in Schmetterlingshorst blühten die Krokusse. Alle freuen sich schon, im nächsten Jahr wieder in den Frühling laufen zu können, hoffentlich ohne Corona.
German Road Races vom 9. September 2020

Nadine Hildebrand, Sprecherin der Leichtathleten, hat im Sportausschuss des Deutschen Bundestages auf die Langzeitwirkungen der Pandemie hingewiesen und befürchtet, dass durch die Krise „der Marktwert des Sports sinkt und nächstes Jahr schon von vornherein weniger Geld für den Sport zur Verfügung steht“. Sie meint damit deutliche Kürzungen oder Kündigungen von Sponsorengeldern und die Sorge, dass im kommenden Jahr „die noch größere Schieflage entsteht“.
Deutschlandfunk vom 9. September 2020

Obwohl seit März keine internationalen Wettkämpfe im Tischtennis stattfinden, will der TT-Weltverband ab 13. November in China den World Cup der Männer und Frauen sowie die ITTF Finals durchführen. Zahlreiche Spieler in Europa wenden sich gegen eine mehrwöchige Chinareise in Corona-Zeiten und halten den Zwang durch den ITTF als „inakzeptabel und Verstoß gegen alle Prinzipien des Fair Play“. Dazu gehört auch der deutsche Spitzenspieler Timo Boll. Thomas Weikert, der deutsche Präsident des Weltverbandes hat Verständnis für den Protest der Spieler, will sich an das Exekutivkomitee wenden und hofft „dass das letzte Wort nicht gesprochen ist“.
Der Spiegel vom 9. September 2020

Frau Prof. Talja Blokland vom Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität hat der Deutschen Presse Agentur das Ergebnis einer Online-Befragung zu Corona berichtet: Die Berliner haben im Frühjahr am meisten ihre Sportvereine, Selbsthilfegruppen, Clubs und Tanzlokale vermisst. „Die Menschen, die bis jetzt an der Umfrage teilnahmen, sehnten sich während der Corona-Schließungen gerade nach den Orten, an denen sie normalerweise sowohl Bekannte wiedersehen als auch mit Fremden ins Gespräch kommen.“
RBB vom 8. September 2020

Fabian Scheler beschäftigt sich mit der Wiederaufnahme des Amateurfußballbetriebs in Berlin und Bayern und überschreibt seinen Beitrag mit der Frage „Tod des Amateurfußballs?“. Das ist eine Aussage von Weltmeister Thomas Häßler, der den Landesligisten BFC Preußen trainiert. Die neuen Regelvorgaben für Berlin werden von Gerd Thomas, Vorsitzender des FC Internationale, kritisiert, „das ist nicht der Sport, für den jemand in einen Verein eintritt.“ Inzwischen hat ein Verein den alten Spielplan gefordert und vor dem Sportgericht Einspruch eingelegt. Er will, dass der BFV Klage gegen Senat und Bezirke vor dem Verwaltungsgericht androht, so wie es in Bayern bereits erfolgt. Ein Fazit aus Bayern: Vor uns hat keiner Angst, vor den Kleingärtnern schon. Die Teamfähigkeit der Fußballverbände und ihrer Mitgliedsvereine wird zu Coronazeiten herausgefordert.
Zeit Online vom 8. September 2020

In einem ganzseitigen Interview berichtet der Füchse-Manager Bob Hannig über den Überlebenskampf des Handball-Bundesligisten. Bereits früh hat er alle Szenarien für seinen Club bis zu Verhandlungen mit Insolvenzverwaltern durchgespielt. Den Zusammenhalt und Vertrauensvorschuss der Fans, Förderer und Mitglieder in der Krise hält er für phänomenal und möchte ihn im Nachhinein nicht mehr missen. „Wissen Sie, für viele Menschen gibt es nur sie selbst. Dann gibt es Menschen, die können mit Krisen gar nicht umgehen, die verstecken sich. Dann gibt es Denunzianten, die habe ich jetzt auch kennen gelernt. Und dann gibt es Menschen, die wenig haben und die dieses Wenige noch zu dir bringen. Sie schreiben dir „wir leben hier von einer kleinen Rente, aber wir finden das mit eurer Jugendarbeit so schön – wir spenden hundert Euro“.
Tagesspiegel vom 6. September 2020

Spürbar nachgelassen hat in Japan die Begeisterung für die Olympischen Spiele. Man diskutiert über die gesundheitlichen Risiken durch die Pandemie, die hohen Zusatzkosten durch die Verschiebung und die Frage, ob man mit dem Geld nicht sinnvolleres tun könnte. In Vergessenheit geraten vor allem die Paralympics. Der Soziologe Prof. Hiroki Ogasawara von der Universität Kobe sagt: „Das ganze Bild dreht sich um die Olympischen Spiele, nicht die Paralympics. Auch beim Thema Covid-19 geht es mehr um die olympischen Athleten als um die paralympischen.“ Es gibt keine klinischen Studien, die zeigen, dass sich paralympische Athleten eher infizieren als Sportler ohne Behinderung. Ogasawara würde Wetten darauf abschließen, dass die Paralympics zu den größten Verlierern gehören werden, wenn die Spiele verschoben oder verschlankt werden. Was das IOC vehement ablehnt: „Die Spiele gibt es nur im Paar. Wenn die Olympischen Spiele stattfinden, dann auch die Paralympischen Spiele.“
Deutschlandfunk vom 5. September 2020

Unter der Überschrift „Senioren müssen draußen bleiben“ beschäftigt sich Martin Einsiedler mit den über 65-Jährigen, die 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen und sowieso gesundheitlich von Bewegungseinschränkungen bedroht sind. In Coronazeiten sind jetzt die Türen der Sportvereine für sie oft verschlossen. Michael Pape vom TSV Spandau 1860 befürchtet weitere Einschränkungen und zwangsläufig auch Mitgliederaustritte. Sein Verein hat 5.000 Mitglieder an 70 Standorten, darunter viele Ältere. Anke Nöcker, LSB-Abteilungsleiterin Sportentwicklung, prognostiziert ohne Sport eine Isolation der älteren Generation und neue gesellschaftliche Probleme: „Wenn diese Menschen einmal aus dem Sport heraus sind, wird es sehr schwer, sie wieder zurückzuholen“.
Tagesspiegel vom 4. September 2020

Die zuschauerabhängigen Sportarten gehen zunehmend auf die Barrikaden und verlangen politische Lösungen. Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handballliga, äußert seinen Unmut: „Es müssen künftig endlich Entscheidungen auf Faktenbasis getroffen werden und nicht mehr – so wie es aktuell der Fall ist – nach politischer Kurzwetter-Lage. Wir haben monatelang in unser Konzept investiert und fühlen uns jetzt alleingelassen“.
Süddeutsche Zeitung vom 3. September 2020

Annette Kögel berichtet über den Kampf eines ehrenamtlichen Jugendtrainers, der sich in einem Offenen Brief „Rettet den Berliner Freizeitfußball“ an Politik und Bezirke, Trainerkollegen und Fußballkinder-Eltern wendet. Dierk Borstel von den BSC Kickers 1900 versteht die Logik nicht, wenn es Freundschaftsspiele gibt, aber Spielklassen im Amateurfußball abgesagt werden, halbiert durch Wegfall der Rückrunden, ohne Duschen, Begrüßungskreis und Spielvorbereitung. Er kämpft um individuelle Lösungen für Plätze und Vereine und Kontakte zu den Schulen, z.B. durch Umziehmöglichkeiten. Konkret sieht er die Gefahr, dass Trainer streiken oder gar aufhören wollen.
Tagesspiegel vom 3. September 2020

Neue Formel: Mehr Akzeptanz = weniger Infektionen.

Die in Berlin mit zehntausenden von Teilnehmern stattgefundenen Proteste gegen die Coronapolitik haben ein weltweites Echo ausgelöst und werden von Medien, Politik und Bevölkerung kontrovers diskutiert und aufgearbeitet. Die Berliner Morgenpost titelt zum Beispiel mit „Anti-Corona-Proteste: Eine gefährliche Gratwanderung“.
Berliner Morgenpost vom 30. August 2020

Eine neue Coronastudie des Karlsruher Instituts für Sport und Sportwissenschaft zum Bewegungsdrang von Kindern im Lockdown zeigt erstaunliche Ergebnisse. In allen Altersgruppen hat sich die Bildschirmnutzung in der Freizeit um etwa eine Stunde am Tag erhöht. Vor allem in der Gruppe der 14- bis 17-Jährigen, wobei der Anstieg bei den Jungen stärker anstieg. Das ‚organisierte Sporttreiben‘, im Schnitt sonst 28,5 Minuten täglich, ist durch die Schließung der Vereine weggefallen. Trotzdem hat sich bei den Sechs- bis Zehnjährigen das ‚unorganisierte Sporttreiben‘ im Freien um durchschnittlich 17,7 Minuten zusätzlich erhöht. Die Wissenschaftler aus Karlsruhe führen das auf den natürlichen Bewegungsdrang der Heranwachsenden zurück. Sie fordern den Bau von Sport- und Bewegungsflächen und vor allem mehr Sportstunden an Schulen nach Corona. Bewegung erlernt man in frühen Lebensjahren, für Englisch hat man noch Zeit im Alter.
Der Spiegel vom 29. August 2020

Nach dem Politgipfel dringen die Proficlubs in Deutschland auf verbindliche Corona-Regeln. Die Clubs brauchen ihre Fans zum Überleben, auch wenn die Politik ihnen dazu nichts sagen kann. Ohne Zuschauer bis Ende Dezember taumelt der Spitzensport dem Abgrund entgegen.
Tagesspiegel vom 28. August 2020

Alarm beim Schwimmverband und der Lebensrettungs-Gesellschaft: Jeden vierten Tag schließt ein Schwimmbad in Deutschland, 60 Prozent der 10-jährigen Kinder können nicht sicher schwimmen, und es gibt einen enormen Mitgliederschwund bei den Schwimmvereinen. Deutschland entwickelt sich mehr und mehr zum Nichtschwimmerland. DSV-Vizepräsident Wolfgang Hein befürchtet, dass es „sicherlich zum Winter hin, spätestens aber zum Frühjahr nach dem Bädersterben auch ein Vereinssterben geben wird“. Die DLRG bedauert den Anstieg der Badetoten, der in diesem Jahr auf 192 stieg. Die im vergangenen Jahr dem Sportausschuss des Bundestages übergebene Petition „Rettet die Bäder“ mit 120.000 Unterschriften bringt in Coronazeiten nur Teilerfolge.
ARD Sportschau vom 27. August 2020

Der Berliner Fußball-Verband sagt alle Fußballspiele unterhalb der Berlin-Liga ab. Die unterschiedlichen Konzepte der Gesundheitsämter und die Nutzungsordnungen der Sportämter für ungedeckte Sportanlagen (z.B. Kabinennutzung) können nicht in allen Bezirken von den Vereinen eingehalten werden. Der BFV verlangt zeitnahe Gespräche mit den Senats- und Bezirksbehörden über ein einheitliches Vorgehen. Nur so kann der Amateur-Fußballbetrieb für die nächsten Wochen sichergestellt werden. Die kurzfristige Absage stellt die Vereine vor riesige organisatorische Probleme und rückt die Wiederaufnahme eines normalen Spielbetriebes in weite Ferne.
RBB 24 vom 27. August 2020

Der Politgipfel der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten brachte keine guten Nachrichten für den Sport. Wegen der angespannten Coronalage wird der Bundesliga-Saisonstart Mitte September definitiv ohne größeres Publikum stattfinden. Auch Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und Einhaltung der Hygieneregelungen nicht möglich ist, sollen bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden. Die Einschränkungen treffen neben den Fußballclubs von der Bundesliga bis zur Regionalliga auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten. In Sachen Fans gibt es vorerst auch in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen keine Ausnahmeregeln.
Berliner Zeitung vom 27. August 2020

In Berlin nehmen die städtischen Hallenbäder ihren Betrieb wieder auf. Somit können Schulen, Vereine und andere Schwimmerinnen und Schwimmer wieder die Hallenbäder nutzen. Es gelten die Corona-Vorschriften: Abstandshaltung, Mundschutz außerhalb des Wassers und Anwesenheitslisten zur Kontaktnachverfolgung. Rutschen und Sprungtürme werden wieder geöffnet, Saunen bleiben zunächst geschlossen.
Tagesspiegel vom 27. August 2020

Jugendliche Bewegungsmuffel müssen nach Einschätzung der Sportpsychologin Chloé Chermette dringend dazu motiviert werden, Sport zu treiben. Während des Corona-Lockdowns hätten sich viele Jugendliche kaum bewegt, sagte die Dozentin der Deutschen Sporthochschule Köln. Insbesondere bei Jugendlichen bestehe nun die Gefahr, dass sich die Phase des Bewegungsmangels weiter negativ auf ihr Verhalten auswirkt. „Den Jugendlichen kann jetzt der Antrieb fehlen, sich aufzuraffen und sich überhaupt zu bewegen.“
Redaktionsnetzwerk Deutschland vom 26. August 2020

Der Frankfurter Rugby-Vizepräsident Uli Byszio sieht die Sportart Rugby durch Corona und die mindestens einjährige Spielpause in ihren Grundfesten erschüttert: „Meiner Meinung ist das ein Sterben auf Raten. Gerade für eine Randsportart wie die unsere wird es zunehmend schwieriger, danach wieder ins Rollen zu kommen.“ Es werde „sehr schwierig, das Überleben der Sportart sicherzustellen“.
FAZ vom 25. August 2020

Für Jakob Maske, den Präsidenten des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte in Berlin, sind bei steigenden Infektionszahlen die Schulen und Kitas keine Hotspots. Sorgen machen sollte man sich um Omas und Opas und im Umfeld der Schüler um Menschen mit Vorerkrankungen.
Berliner Morgenpost vom 22. August 2020

Wenn alles klappt, wie sich die Veranstalter vom SCC Berlin das vorstellen, wird es am 27. September gespenstisch werden rund um ein ansonsten belebtes Wahrzeichen in der Hauptstadt. Insgesamt etwa 20 Läufer und Skater sollen dann beim Berlin-Marathon ihre Runden um die Siegessäule drehen. Rings um sie herum dann kaum eine Menschenseele. Neben der geplanten Rumpftruppe aus deutschen Spitzenläufern flüchtet sich der Marathon ins Digitale. Läufer und Läuferinnen aus aller Welt sollen aufgefordert werden, sich allein oder in Gruppen an einer Marathon-Challenge zu beteiligen.
Tagesspiegel vom 20. August 2020

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hält das Konzept des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union zur Rückkehr der Fans ins Stadion momentan nicht für realistisch. Er verwies auf fehlende Kapazitäten, um die angedachten Corona-Tests für die Zuschauer im Vorfeld umzusetzen. Auch könne derzeit kein Wissenschaftler zusichern, dass man 24 bis 48 Stunden nach einem Testergebnis tatsächlich negativ ist und keinen anderen Menschen mit dem Virus anstecken kann.
Tagesspiegel vom 18. August 2020

Die Zahl steigender Corona-Verstöße und die inzwischen verordneten Tests von Reiserückkehrern werden in der Öffentlichkeit breit diskutiert. Mit den für Lehrer und Erzieher versprochenen Testmöglichkeiten an Schulen und Kitas gelangen die Gesundheitsämter an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit.
Berliner Morgenpost vom 18. August 2020

Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt wegen der ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen weitere Lockerungen aus. Dies gelte auch für Fußballspiele, so die Kanzlerin anlässlich der ersten Sitzung des CDU-Präsidiums nach der Sommerpause.
Stuttgarter Zeitung vom 17. August 2020

Leere Turnhallen, geschlossene Schwimmbäder, gesperrte Plätze – zu Hochzeiten der Corona-Pandemie die Realität für viele Sportvereine. Und das Virus behindert den Sport weiterhin. Eine Umfrage des Deutschen Schwimmverbandes hat ermittelt, dass gerade mal 53 Prozent der Vereinsmitglieder einen Zugriff zu Schwimmbädern hat. Damit stellt sich die Frage, ob die Vereine ohne Schwimmangebote für ihre Mitglieder überleben können. Auch der Hockeysport, der noch im Freien ausgetragen werden kann, befürchtet die Winterzeit und die Hallennutzungen. Durch geschlossene Schulen und Kitas konnten Kinder und Jugendliche nicht für die Sportart geworben werden. Auch die Ruderer haben trotz des Freilufttrainings ihre Probleme. Wie können Talente gefördert werden, wenn Wettkämpfe nicht stattfinden und das wichtigste Gemeinschaftserlebnis fehlt?
Deutschlandfunk vom 16. August 2020

Kurz nach Beginn des neuen Schuljahres gibt es an drei Berliner Schulen die ersten positiven Coronainfektionen. Schüler und Lehrer, die Kontakt hatten, kamen in Quarantäne, die Schulen blieben geöffnet.
Berliner Morgenpost vom 13. August 2020

Die Berliner Proficlubs BR Volleys, Eisbären, Füchse und Alba wollen mit einem gemeinsamen Anti-Corona-Konzept den Wiedereinstieg in den Wettkampfbetrieb möglichst mit Fans ermöglichen. Dazu gehören Vereinbarungen mit den Betreibern der Mercedes-Benz-Arena und der Max-Schmeling-Halle. Kaweh Niroomand, der Manager der Berlin Volleys, und die Clubs werden sich mit der Senatsverwaltung und den zuständigen Behörden über das Gesamtkonzept verständigen. Dabei geht es auch um die Rückkehr von Fans und die derzeit zugelassene Zahl von 1.000 Teilnehmern.
Süddeutsche Zeitung vom 13. August 2020

Der Deutsche Olympische Sportbund hat die Entwicklung eines allgemeinen Hygiene-Rahmenkonzeptes für Sportveranstaltungen in Auftrag gegeben. DOSB-Präsident Alfons Hörmann dazu: „Wir wollen und wir müssen sukzessive den Sportbetrieb auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene wieder hochfahren, um unseren Athleten und Athletinnen wieder Ziele zu geben und die einzigartige Vielfalt von Sportdeutschland zu sichern“. Das Konzept besteht aus grundsätzlichen Leitlinien, die durch ein Modul der jeweiligen sportartspezifischen Aspekte von den Verbänden erweitert werden können. Auch ein dritter Baustein für Sport-Großveranstaltungen kann hinzugefügt werden.
DOSB vom 12. August 2020

Erstmals seit dem Beginn der Coronakrise kam es in Hoppegarten wieder zu einem Renntag unter strengen Auflagen. Es konnte nicht nur online, sondern wieder an den Schaltern gewettet werden, was ja nun mal ein Stück weit das Flair einer ordentlichen Galopprennbahn ausmacht. Und das alles bei 34 Grad im Schatten.
Tagesspiegel vom 9. August 2020

„Die ganze Leichtathletikwelt wird nach Braunschweig schauen“, so sagte es DLV-Präsident Jürgen Kessing zum Auftakt der Deutschen Meisterschaften. Er sei stolz, dass die Meisterschaften durch ein umfassendes Hygienekonzept gerettet werden konnten. Nur 999 Zuschauer dürfen sich gleichzeitig im Stadion aufhalten, das in vier Zonen und Einbahnstraßen aufgeteilt wurde. Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen, die Werfer müssen sich ihre eigenen Geräte mitbringen und die Sieger und Siegerinnen ihre Medaillen selber umhängen.
Neues Deutschland vom 8. August 2020

Der traditionsreiche London-Marathon findet am 4. Oktober unter strengen Corona-Bedingungen und unter Ausschluss der Zuschauer und Amateurläufer statt. Auf einem abgesperrten Rundkurs im Londoner St. James-Park wird lediglich das Profi-Rennen für Männer, Frauen und Rollstuhlathleten ausgerichtet. Das Ergebnis gilt weiterhin für die Olympia-Qualifikation.
Süddeutsche Zeitung vom 6. August 2020

Nach Angaben des Chefs des japanischen Organisationskomitees finden die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Sommer „auch mit Corona“ statt, so wurde Toshiro Muto in der Financial Times zitiert. „Ich weiß nicht, wie der Stand der Corona-Infektionen sein wird, aber die Chancen, dass es ein Ding der Vergangenheit ist, sind nicht sehr hoch“ sagte Muto demnach. „Vielmehr ist es wichtig, Olympische Spiele für Menschen zu veranstalten, die mit Covid-19 leben müssen.“
Grenzecho vom 5. August 2020

Die Beschlüsse der Fußball-Bundesliga zur Wiederzulassung von Zuschauern – ohne Gästefans, Stehplätze und Alkohol – haben zu bundesweiten Diskussionen geführt. Über den Saisonstart im September entscheiden vor Ort die Gesundheitsbehörden, Politiker zweifeln am Sinn des vorgelegten Leitfadens. Kritik kommt auch von den Fans, die den Gesundheitsschutz bei aller Sehnsucht nach dem Stadionbesuch als vordringlich ansehen. Jost Peter, vom Vorstand des Fan-Bündnisses „Unsere Kurve“, sagte dazu: „Wenn die Fallzahlen steigen und sich daraus ergibt, dass das Fußballspiel nicht zu besuchen ist, dann habe ich das zu akzeptieren“.
taz vom 4. August 2020

Im letzten Schuljahr kam der Schulsport und damit auch der Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ fast vollständig zum Erliegen. Mit einem Aktionstag am 30. September 2020 unter dem Motto „Jugend trainiert – gemeinsam bewegen“ wird deshalb an die Öffentlichkeit gegangen. Die Deutsche Schulsportstiftung, die Kultusministerien der Länder und die am Wettbewerb beteiligten Sportverbände sehen darin einen wichtigen Schritt in Richtung der Wiederaufnahme des Schulsports in Zeiten der Corona-Einschränkungen.
Deutsche Schulsportstiftung vom 4. August 2020

Obwohl die Fitnessstudios längst wieder offen sind, bleiben viele aus Furcht vor Corona halbleer. Fitness im Freien boomt dagegen. So werden die von „Trimmy“ in den siebziger Jahren in den Wäldern eingerichteten Trimm-Pfade – mit moderner Ausstattung - wieder reaktiviert. Sie finden sich jetzt in den Parks der Städte und nennen sich „Fitnessparcour“. Betrieben werden sie sowohl kommerziell als auch gemeinnützig – ein Angebot nicht nur für Coronazeiten.
Zeit Online vom 4. August 2020

In Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten veranstaltet die NADA am 1. September ein Online-Workshop zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Für die Diskussion stehen Tom May (Direktor NADO/RADO), Jorge Leyva (INADO) und die Boxerin Nadine Apetz als Athletensprecherin bereit.
VDS und NADA vom 4. August 2020

Als „fahrlässige Körperverletzung“ bezeichnet der Sportrechtler Roland Nasse die Teilnahme des Bonner Spielers Joshiko Saibou von Telecom Baskets an der Groß-Demo der Coronakritiker in Berlin. Saibou wurde von seinem Club fristlos gekündigt, was er als einen „Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit“ bezeichnete.
Bonner Generalanzeiger vom 4. August 2020

Die Verdrängung der Profi-Radsportsaison auf nur dreieinhalb Monate im Herbst sieht der Bora-Teammanager Ralph Denk als „riesige Chance für den Radsport“. So bei den drei großen Landesrennen in Frankreich, Italien und Spanien. Wir können unsere Saison nach hinten verschieben, anders als im Fußball oder Eishockey, und freuen uns mit unseren Fans, uns vor einem breiten Publikum zu präsentieren. Wir haben keine Mitbewerber wie sonst die Olympischen Spiele und Fußball-WM oder EM, die ins nächste Jahr verschoben wurden. Denk hofft dabei auf eine gute Umsetzung der Hygienekonzepte.
Frankfurter Rundschau vom 4. August 2020

Die Deutsche Eishockey Liga hat nach wochenlanger Unsicherheit den Klubs mit dem erhofften Termin für den Saisonauftakt eine Perspektive aufgezeigt. Am 13. November soll möglichst mit Zuschauern der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. „Das ist wichtig für die Kommunikation mit den Jungs“, sagte Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer, „mit diesem Datum können wir nun besser planen“. Fragezeichen bleiben aber.
Berliner Zeitung vom 4. August 2020

Wer auf dem Fußballplatz künftig einen Schiedsrichter oder Spieler absichtlich anhustet, kann dafür mit einer Roten Karte bestraft werden. Dieser Beschluss wurde vom International Football Association Board (Ifab) zum Schutz vor dem Coronavirus in das Regelwerk aufgenommen. Jede Bestrafung liegt im Ermessen des Schiedsrichters.
Stuttgarter Zeitung vom 4. August 2020

Der Anstieg der vom RKI gemeldeten Neu-Infektionen führt nach Aussagen der Vorsitzenden des Marburger Bundes, Susanne Johna, zu der vielfach befürchteten zweiten Coronawelle: „Wir befinden uns schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle.“ Sie versicherte, dass die Krankenhäuser darauf vorbereitet seien.
FAZ vom 4. August 2020

Die Deutsche Sporthilfe hat die Auszeichnung „Juniorsportler des Jahres“ erstmals in der 40-jährigen Geschichte abgesagt. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sei „eine aus sportfachlicher Sicht faire und alle Sportarten umfassende Wahl in diesem Jahr unmöglich“, so ein Statement zu der für Mitte Oktober in Düsseldorf geplanten Veranstaltung.
SID vom 3. August 2020

Die Wasserball-Bundesliga wird ihre unterbrochene Saison am 22. und 23. August 2020 mit einem halben Viertelfinalturnier fortsetzen. „Wir spielen weiter“ sagte Hagen Stamm, der Präsident der Wasserfreunde Spandau 04. Eine Woche später werden im Hin- und Rückspiel die Finalisten für die Best-of-Five-Serie ab 2. September und die Meisterschaft ermittelt.
RBB 24 vom 3. August 2020

Trotz Corona gehen die deutschen Skisportler „mit extrem hoher Motivation und Flexibilität“ ans Werk, so äußerte sich Wolfgang Maier, Alpinchef des Deutschen Skiverbands (DSV) zuversichtlich. Die Trainingsgebiete in Südamerika sind zwar derzeit unerreichbar, aber man will im Oktober auf jeden Fall ein Rennen fahren, egal mit welchem Sicherheitskonzept. Auch ohne 25.000 Zuschauer können Emotionen über Bilder transportiert können. Man hofft auf die Ski-WM, die absolut unersetzbar ist.
BR 24 vom 2. August 2020

Im neuen Olympiastadion von Tokio wird am 23. August ein erstes Leichtathletik-Meeting ausgetragen. Ausgetragen werden neun Männer- und Frauenwettbewerbe. Hauptsächlich auf nationaler Ebene und mit in Japan trainierenden kenianischen und äthiopischen Athleten.
SID vom 1. August 2020

Die Volleyball Bundesliga hat ein Konzept zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs vorgelegt. Es ist die Grundlage für einen national einheitlichen Spielbetrieb, vergleichbare Bedingungen für Aktive, bestmöglichen Schutz für alle Beteiligten und Regeln für die Zulassung von Zuschauern. Die im März abgebrochene Saison soll für die Frauen am 3. Oktober und für die Männer am 17. Oktober aufgenommen werden. Es gilt, beim vorgelegten Konzept „auf Sicht zu fahren“, so Klaus-Peter Jung von der VBL.
Focus online vom 1. August 2020

Lockdown oder zweite Welle?

Zum Monatsende ist die Zahl der Neuinfizierten in Berlin am 31.7. auf 9.192 gestiegen. Am 30. Juni waren es 8.220, an den Monatsenden Mai 6.815, April 5.881 und März 2.777. Die zurzeit ansteigenden Zahlen sind besorgniserregend und eine zweite Welle ist wahrscheinlich bereits unterwegs. Mit den gerade optimistisch angegangenen Lockerungen steigt auch im Sport die Sorge vor einem neuen Lockdown. Die Ungewissheit lähmt.
Stand am 31. Juli 2020

Der Landessportbund Berlin veröffentlicht das mit den Fachverbänden für Handball, Volleyball, Basketball und Hockey erarbeitete gemeinsame Schutz- und Hygienekonzept. Damit wird eine Rückkehr in den Wettkampf- und Spielbetrieb der Spielsaison 2020/21 ab Anfang September abgesichert. Auch Trainingsspiele und Freundschaftsturniere sind ab sofort wieder möglich. Das Konzept enthält auch einen Plan B, falls die Coronafallzahlen dramatisch ansteigen.
LSB Berlin vom 30. Juli 2020

In einem Kommentar stellt Claus Vetter die Frage „Fechten oder daddeln?“ und beschäftigt sich mit dem darniederliegenden Breitensport durch Corona und dem Abwandern des Nachwuchses zu elektronischen Endgeräten. Wenn die bisherige Sportkultur den Bach runtergeht, bricht auch die Basis für den Profisport weg. Kinder suchen im Sport das Spiel und haben ein Anrecht auf Bewegung, das gilt nicht nur für die Profis, die mit Geisterspielen jetzt noch ihr Geld verdienen. Corona wird für den Vereinssport existenziell.
Tagesspiegel vom 30. Juli 2020

An den als Ersatz für das Schulschwimmen der Drittklässler angebotenen Schwimmkursen in sechs Schwimmhallen haben bisher 4.000 Grundschulkinder teilgenommen und 2.000 Schwimmabzeichen erworben. Beim Besuch des Kombibades Gropiusstadt zogen Senatorin Scheeres, LSB-Präsident Härtel und Sportjugendvorsitzender Sambill ein positives Ergebnis der gemeinsamen Initiative. Steffen Sambill dazu: „Die Kinder lernen nicht nur schwimmen. Sie bewegen sich, werden selbstbewusster und sind mal weg vom Computer. So sind die Schwimmkurse ein ideales Sommerferienangebot.“
Landespressedienst vom 29. Juli 2020

Auch der Tanzsport lebt wieder auf. Allerdings mit festen Abstandsregeln von 1,50 Metern, Mund-Nasen-Schutz vor und nach den Trainingsteilen sowie einer Clusterbildung von jeweils gleichen Paaren. Dazu ein ausgeklügeltes Hygienekonzept, Lüftungspausen und Desinfektion. Ein Problem wird die Nutzung von Schulturnhallen werden.
rbb vom 29. Juli 2020

Die stark steigenden Corona Fallzahlen und eine einsetzende „Nachlässigkeit“ von Teilen der Bevölkerung hat das Robert-Koch-Institut hochgradig alarmiert. Für RKI-Präsident Lothar Wieler besteht die Gefahr eine unkontrollierten Ausbreitung von Covid 19. Professor Wieler: „Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie“.
Berliner Zeitung vom 28. Juli 2020

Die „Verhältnismäßigkeit“ staatlicher Restriktionen rückt immer mehr in den Vordergrund der Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und seinen Bürgern. So werden schnelle Anordnungen, wie die verbindlichen Tests von Urlaubsrückkehrern, vor einer langwierigen juristischen Prüfung zu treffen sein. Politik muss handeln, nicht auf Juristen warten.
Berliner Morgenpost vom 28. Juli 2020

Eine neue Studie aus den USA stellt den Lockdown und die Rückkehr der Fans in die Stadien grundsätzlich in Frage. Gerade bei Großveranstaltungen führen Tröpfcheninfektionen und Aerosole zu einer immensen Ansteckungsgefahr weiter Bevölkerungskreise. Es wird noch lange bei „Geisterspielen“ bleiben um ein zweites Bergamo zu vermeiden. Jeder neue Hotspot erhöht auch das finanzielle Desaster nicht nur des Profisports, sondern der Weltwirtschaft.
Tagesspiegel vom 28. Juli 2020

Fachleute sehen mit Skepsis dem Vollbetrieb der Berliner Schulen ab 10. August entgegen. Die Einhaltung von Abstandsregelungen und die Maskenpflicht werden nicht möglich sein, auch fehlen die älteren Lehrerinnen und Lehrer aus den Corona-Risikogruppen. Es wird individuelle Konzepte geben müssen, um Schulschließungen zu vermeiden.
Berliner Morgenpost vom 28. Juli 2020

Ein für dieses Jahr in Tokio vorgesehenes bilaterales Jugendlager für jeweils 50 deutsche und japanische Jugendliche wird auf 2021 verschoben. Darauf einigen sich die Deutsche Sportjugend, die Japanische Sportjugend und die Deutsche Olympische Akademie.
DOSB vom 28. Juli 2020

Der Berliner Fußball-Verband wird nach dem Senatsbeschluss vom 21. Juli am Wochenende den Betrieb der Amateurligen mit „Testspielen“ wieder aufnehmen.
BFV vom 22. Juli 2020

Neben den weiterlaufenden Sommerkursen der Sportjugend gibt es auch während der Schulferien Initiativen und Angebote der Sportvereine für Kinder. So bietet die Reit- und Fahrgemeinschaft Süd einwöchige Reiterferien im Sommer und Herbst an.
Tagesspiegel vom 21. Juli 2020

LSB-Präsident Thomas Härtel begrüßt die vom Senat beschlossene Lockerung für den Sport und die Änderung der Infektionsschutzverordnung für Mannschafts- und Kontaktsportarten. Er erwartet, dass die Verwaltung und die Bezirke das auch durchsetzen und einheitliche Regelungen erlassen. Auch die Schulsporthallen müssen nach den Ferien wieder in gereinigtem Zustand den Vereinen zur Verfügung stehen.
LSB Berlin vom 21. Juli 2020

Für das ISTAF im Olympiastadion am 13. September gehen die Veranstalter statt von 45.000 nun von 3.500 Zuschauern aus.
rbb vom 21. Juli 2020

Die japanische Bevölkerung spricht sich überwiegend gegen die Veranstaltung der Olympischen Spiele 2021 in Tokio aus. Auch die für 2022 in Peking vorgesehenen Olympischen Winterspiele sieht IOC-Präsident Thomas Bach für gefährdet.
sid vom 17. Juli 2020

Die Sportministerkonferenz spricht sich für eine bundesweite Regelung von Sportwettkämpfen aus. Die SMK-Vorsitzende Anja Stahmann (Bremen) dazu: „Für die sportlichen Wettbewerbe müssen wir von der föderalen wieder auf die nationale Entscheidungsebene zurückkehren. Mit einem Flickenteppich an Regelungen und Kleinstaaterei lässt sich ein geordneter Ligabetrieb nicht wieder aufnehmen.“ Auch eine Öffnung der Sportstätten für Fans, deren Registrierung und ein weiterer, bisher vorbildlicher Gesundheitsschutz ist vertretbar.
Tagesspiegel vom 17. Juli 2020

In einer Pressemitteilung begrüßt der DOSB die positiven Signale im Vorfeld der Sportministerkonferenz zur Wiederaufnahme des Sportbetriebes in Deutschland.
DOSB vom 16. Juli 2020

Die älteste mit 94 Jahren noch aktive Turnerin der Welt, Johanna Quaas (Halle/S.), lädt zu Coronazeiten zur „Bettgymnastik“ ein. Die Übungen macht sie schon immer gleich nach dem Munterwerden und hat sie auf einer DVD gesammelt. Ihr Spruch: Von wegen „Risikogruppe“, wer inaktiv bleibt, der geht ein viel größeres Risiko ein.“
GymMedia vom 16. Juli 2020

Prof. Dr. Helmut Digel geht in seinem Blog auf die gesellschafts- und kulturpolitische Bedeutung des Sports ein und vermisst gerade in Coronazeiten Führungsstärke, Transparenz und Aufbruchsstimmung bei den deutschen Sportverbänden. Er fordert mehr Kompetenz, moderne Strukturen und stärkere Beteiligung der Hauptamtlichen in den Leitungsgremien der Bundes- und Landesverbände. Das Verhalten der Athletinnen und Athleten findet er vorbildlich.
Sport quergedacht vom 15. Juli 2020

IOC-Präsident Thomas Bach gibt die Verschiebung der Olympischen Jugendspiele von 2022 auf 2026 bekannt. Die Spiele sollen in Dakar, der Hauptstadt Senegals, und damit erstmals in Afrika stattfinden.
IOC vom 15. Juli 2020

Strenge Regeln für das internationale Tennisturnier in Berlin werden eingehalten: Fiebermessen für die nicht mehr als 800 Zuschauer, Handschuhe und Mundschutz, Bälle dürfen nicht zurückgeworfen werden und auf Linienrichter wird verzichtet.
Tagesspiegel vom 15. Juli 2020

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hält eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio 2021 für möglich. Die Vorbereitung für die Spiele wird vom DOSB professionell betrieben, aber mögliche alternative Szenarien werden mit bedacht.
Tagesspiegel vom 15. Juli 2020

Auch im zweitgrößten Sportverband, dem Deutschen Turner-Bund, gibt es für alle Zielgruppen verbindliche Coronaregeln. So erläutert die Deutsche Turnerjugend den Übungsbetrieb im Baby-, Eltern-Kind-, Kleinkinder- und Kinderturnen auf sechs Seiten unter den Rubriken Distanzregeln, Körperkontakte, Freiluftaktivitäten, Hygieneregeln, Nutzung von Umkleide- und Sanitärräumen sowie Vereinsheimen. Hervorgehoben werden die Verkleinerung der Trainingsgruppen, der Schutz der Risikogruppen und die gezielte Minimierung von Risiken in allen Bereichen.
Deutscher Turner-Bund vom 12. Juli 2020

Die Frankfurter Allgemeine berichtet über einen geheim gehaltenen und subversiv organisierten Laufwettbewerb vom 12. Juli im Südosten Berlins. Zwischen Rauchfangswerder und dem Schmöckwitzer Damm waren nach dem Vorbild des „10K Berlin Invitational“ mehrere Läufergruppen unterwegs, die sich auf einen 5 Kilometer Parcours begaben. Der von Horst Milde redigierte Dienst „German Road Races“ hatte kryptisch zu Rekordversuchen durch Alina Zeh und Amanal Petros an nicht bekannten Terminen und Orten aufgerufen. Es ist nicht geheim, dass die anvisierten Zeiten nicht erreicht wurden. Aber es wurde gelaufen.
FAZ vom 12. Juli 2020

Weitsprung-Weltmeisterin Maleika Mihambo kann ihr Training in den USA bei Carl Lewis wegen Corona nicht aufnehmen. Sie wartet auf die Einreise nach Texas und die ihr dort versprochenen optimalen Trainingsbedingungen. Vorerst bleibt sie in Saarbrücken.
Süddeutsche Zeitung vom 13. Juli 2020

Sportsenator Andreas Geisel unterbricht seinen Urlaub und entscheidet: Die Einschränkungen beim Kontaktsport fallen weg, sowohl für drinnen als auch für draußen. Der LSB Berlin hat auf diese politische Entscheidung gewartet.
LSB Berlin vom 13. Juli 2020

Landessportbund und Sportjugend rufen zu einem 8-tätigen Sommercamp auf dem Tempelhofer Feld auf. Die benachbarte Turngemeinde in Berlin organisiert Sport und Spiel für 140 Kinder in 15 Sportarten. Die Kinder kommen zu einem Drittel aus den Sportvereinen, zu zwei Dritteln aus Flüchtlingsfamilien.
LSB Berlin vom 13. Juli 2020

Vor dem Roten Rathaus protestieren 250 Sportlerinnen und Sportler für Wettkämpfe und Training ohne Abstandsregeln. Sie fordern den Senat auf, auch Kontakt-Sportarten wie Fußball, Handball, Hockey und Judo wieder zu erlauben. LSB-Präsident Thomas Härtel hat sich wegen der Ungleichbehandlung des Amateursports an den Regierenden Bürgermeister gewandt und ihn um Hilfe gebeten.
BZ vom 12. Juli 2020

Als letztes Bundesland wendet sich die Berliner Sportverwaltung gegen Zugeständnisse beim erleichterten Sporttreiben und geht mit ihren Hausjuristen auf Tauchstation. Mehrere Sportverbände wollen gegen den Senat klagen und rufen zu Protesten auf. Ziel: Wir wollen uns wieder um die Kinder kümmern.
Tagesspiegel vom 12. Juli 2020

Mit einem „dramatischen Hilferuf des Sports“ wendet sich der Sportpolitiker Frank Steffel, Präsident der Füchse Berlin, an die Bundeskanzlerin. Er schreibt, dass keine der Ligen im Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey ihren Spielbetrieb zu Ende spielen wird und „die über Jahrzehnte gewachsene Sport- und Vereinskultur in Deutschland dauerhaft zerstört wird“.
Berliner Morgenpost vom 1. Juli 2020

Lockdown oder zweite Welle?

Während sich die Freizeitsportler auf die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen freuen, gibt es Ärger bei den Ruderern, die zurzeit nicht in einem Boot mit der Sportverwaltung sitzen. Der Mindestabstand von 1,50 Metern kann im Ruderboot nicht eingehalten werden. Er liegt zwischen 1,35 und 1,45 Metern. Es drohen Bußgelder zwischen 50 und 500 Euro. Ruderpräsident und LSB-Vize Karsten Finger stellt fest: „Ein Ruderboot kann man nicht umbauen“.
Tagesspiegel vom 26. Juni 2020

Erstmals seit 1974 fällt der Berlin Marathon wegen Corona in diesem Jahr aus. Er sollte am 26./27. September stattfinden. Im Vorjahr hatten sich am Marathon 47.000 Läuferinnen und Läufer beteiligt, mit den Vortagsveranstaltungen waren es insgesamt 75.000 Beteiligte.
Süddeutsche Zeitung vom 24. Juni 2020

Der Pharmakologe Prof. Dr. Fritz Sörgel hält eine Öffnung der Bundesligastadien je nach Größe durchaus für möglich. So könnten im Berliner Olympiastadion 15.000 Zuschauer dabei sein. Von früheren Zuschauerzahlen sollten alle Veranstalter Abstand nehmen: „Wir müssen mit dem Virus für immer in irgendeiner Form leben.“
DPA vom 24. Juni 2020

Der LSB Berlin erwartet über 1000 Anträge auf finanzielle Hilfen durch den Mitte Mai eingerichteten „Rettungsschirm Sport“. Bisher wurden 350.000 Euro an 75 Vereine ausgezahlt. 300 neue Anträge sind eingegangen.
Welt vom 17. Juni 2020

Der LSB Berlin hat mit den Berliner Profisportclubs und der Bildungsverwaltung die Initiative „Bewegte Pause“ gestartet. Übungsleiter und Trainer kümmern sich um Spiel und Sport auf den Schulhöfen und sorgen damit für Bewegung anstelle des ausfallenden Sportunterrichts.
DOSB vom 9. Juni 2020

Bei seinem Besuch der Turnerinnen vom SC Siemensstadt sah LSB-Präsident Thomas Härtel viele fröhliche Gesichter. „Die Kinder dort waren happy, dass sie wieder trainieren können. Der Verein sei hervorragend organisiert und habe die Lockerungen, die vom Senat beschlossen worden seien, sehr gut umgesetzt“. Sport im Verein mit Spaß und Abstand unter Einhaltung der Hygieneregeln funktioniert, das war die Erkenntnis seines Besuchs.
Berliner Morgenpost vom 9. Juni 2020

Auch der Straßenlaufsport ist wieder da. Beim „Berlin 10K Invitational“ sorgt Alina Reh für eine international hochklassige Leistung auf einer flachen Pendelstrecke bei Rauchfangswerder mit 31:26 Minuten. „Es war eine schöne Erfahrung, wieder ein Rennen laufen zu dürfen“ sagte die EM-Vierte über 10.000 Meter von 2018.
German Road Races vom 8. Juni 2020

Der Vereinssport kommt zurück. Der Senat setzt sich für eine Öffnung der Schulturnhallen und Sportplätze ab 8. Juni ein. Das ist ein erfreuliches Beratungsergebnis mit den Bezirken. In den Hallenteilen dürfen maximal 12 Personen kontaktfrei Sport treiben. Die Nutzung von kleineren Schulturnhallen, Umkleide- und Sanitärräumen wird von den Bezirken im Einzelfall entschieden. Hygienekonzepte, regelmäßiges Lüften und Anwesenheitslisten müssen vorliegen.
rbb vom 8. Juni 2020

Ernst Karbe, Jugendtrainer beim Steglitzer FC Stern 1900, zweifelt an der Vorbildrolle der hochbezahlten Bundesligafußballer. Wie soll er seinen Schüler- und Jugendmannschaften beim zurzeit kontaktlosen Training klarmachen, dass Körperkontakte, Umarmen und Küssen tabu sind, wenn bei Bundesligaspielen im Fernsehen umarmt und gejubelt wird wie in coronafreien Zeiten? So bei den Profis von Hertha BSC, was dann von der Presse als „Emotionalität“ verkauft wird. An Hygienekonzepte müssen sich alle halten.
Tagesspiegel vom 6. Juni 2020

Wegen der Pandemie sind die regelmäßigen Dopingkontrollen um 90 Prozent zurückgegangen. Experten sehen darin verheerende Folgen für zukünftige Wettkämpfe, wenn im Spitzensport jetzt nach der Devise „Gelegenheit macht Doper“ unkontrolliert zu illegalen Substanzen gegriffen werden kann.
Deutschlandfunk vom 6. Juni 2020

Die vom DOSB bereits im April verabschiedeten 10 Leitplanken zur Coronapandemie sind nun auch in Polnisch, Türkisch, Russisch, Persisch und Arabisch verfügbar. Die Abstands- und Hygieneregeln werden ständig aktualisiert und bilden die Grundlage für das Sporttreiben in den Mitgliedsorganisationen und Sportvereinen.
DOSB vom 4. Juni 2020

Die Sportfreunde 06 Berlin erhalten als erster Berliner Verein Mittel aus dem Rettungsschirm Sport des Senats. LSB-Präsident Härtel wird den positiven Bescheid dem Pankower Sportverein am 4. Juni überreichen.
Landespressedienst vom 3. Juni 2020

Die Berliner Zwillingsbrüder Max und Marcus Laudan – beide schwer erkrankt und an den Rollstuhl gefesselt - wollen an den Paralympics 2024 in Paris teilnehmen und mussten wegen Corona ihre Qualifikationsturniere in den USA vorzeitig abbrechen. Sie haben so viel Power, dass sie auch zur Not gegen den Rat der Ärzte ihr Rollstuhltennis-Training fortsetzen wollen – als selbstbestimmten Lebensinhalt.
Tagesspiegel vom 3. Juni 2020

Auch die Handball-Bundesliga plant den Re-Start. Uwe Schwenker, Präsident des Ligaverbandes, geht davon aus, dass im September, spätestens aber Anfang Oktober wieder gespielt werden kann.
NDR vom 1. Juni 2020

Tennis-Stars kommen nach Berlin. Die Freude über das Pilotprojekt ist groß, ein internationales Tennisturnier im Steffi-Graf-Stadion auf Rasen und im Hangar des Tempelhofer Flughafens auf Hartplatz zu veranstalten. Berlin ist vom 13. bis 19. Juli weltweiter Vorreiter.
Berliner Zeitung vom 1. Juni 2020

Der Deutschland-Achter geht wieder aufs Wasser. Ruder-Bundestrainer Uwe Bender begrüßt den Wiederbeginn des Trainings im Großboot nach der Corona-Pandemie: „Es ist absolut wichtig für uns, dass wir wieder einen relativ normalen Sportbetrieb durchführen können und beim Training andere Möglichkeiten als bislang haben.“
sid vom 1. Juni 2020

Der Weg zur Normalität ist noch lang

Zum Monatsende ist die Zahl der Corona Infizierten in Berlin auf 6.815 gestiegen, zum 30. April waren es 5.881, davor im Krisenmonat März waren die Zahlen von 1 auf 2.777 in die Höhe gegangen. Der Spruch des Monats Mai: Hinter jeder Maske steckt ein Lächeln.
Stand 31. Mai 2020

Am Pfingstwochenende hat der Jugendferienpark Ahlbeck auf Usedom wieder seine Tore geöffnet. Philipp Schneckmann mit dem Charlottenburger TSV von 1858 gehörte zu den ersten Gästen des Sportjugendparadie ses am Ostseestrand.
facebook vom 31. Mai 2020

Bei den Berliner Sportvereinen gibt es große Unsicherheiten über die Einhaltung der Abstands und Hygienevorschriften nach der Erlaubnis des Sporttreibens im Freien. Alexander Fuchs von der LSB Stabsstelle Grundsatzfragen sagte dazu gegen über DPA: Unser Coronatelefon steht einfach nicht still. Täglich haben wir 150 bis 200 Anruf e von Vereinen.
Berliner Morgenpost vom 31. Mai 2020

Sportsenator Andreas Geisel will die Bundesligavereine außerhalb des Fußballs mit einer Finanzhilfe von 2,2 Millionen Euro unterstützen. Der Senat tritt als Trikotsponsor auf und ernennt die Vereine zu Botschaftern der Sportmetropole Berlin.
Berliner Morgenpost vom 31. Mai 2020

Der Senat hat bei Einhaltung der Corona Hygienevorschriften und der Mund Nase Bedeckung einige Lockerungsmaßnahmen für den Berliner Sport beschlossen: Öffnung der Sporthallen für Vereine und Schulen ab frühestens 8. Juni, Kommerzielle Einrichtungen, die das gemeinsame Sporttreiben beinhalten, dürfen ab dem 16. Juni wieder öffnen.
Pressemitteilung vom 29. Mai 2020

Die neue Sport in Berlin liegt im Briefkasten. Schwerpunkt Corona Krise mit der Schlagzeile Solidarität ist jetzt das Wichtigste und Meldungen aus Wissenschaft, Verbänden und Vereinen. Wir wollen uns wieder näher kommen schreibt der LSB Präsident und erwartet dazu Ausdauer, neue Kraft und Impulse. Das LSB Magazin beschäftigt sich auch mit der Corona Sportpraxis, dem Sport vor der Videokamera und dem Training in den eigenen vier Wänden.
Deutsche Post vom 28. Mai 2020

DOSB Präsident Alfons Hörmann erwartet Sch ä den durch die Coronakrise in Milliardenhöhe. Er hat dem Sportausschuss des Bundestages über die bisherigen Ergebnisse der Mitgliederbefragung bei den Bundesverbänden u nd Landessportbünden berichtet: 75 Prozent der Verbände sehen sich zum Jahresende in ihrer Existenz stark oder sehr stark bedroht. Bei den 90.000 Vereinen erreicht eine Hochrechnung der Schäden durch Corona 1 Milliarde Euro. Die Vielfalt des Vereinssports in Deutschland hält Hörmann f ü r akut gefährdet.
DOSB PM vom 27. Mai 2020

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bekräftigt, dass die Olympischen Spiele nur dann im Juli 2021 eröffnet werden können, wenn bis dahin Medikamente und ein Impfstoff gegen Coronaviren zur Verfügung stehen.
Welt vom 27. Mai 2020

Eine Woche nach der Zusicherung von Sportsenator Geisel über finanzielle Zuwendungen an Vereine und Verbände zur Überwindung der Coronakrise wurde am 26. Mai 2020 der erste Antrag bewilligt. LSB Sprecher Oliver Weiß sagt dazu: Wir wollen die Übergabe der Gelder zeitnah durchführen.
Berliner Morgenpost vom 26. Mai 2020

In Berlin werden schrittweise ab 25. Mai die Frei und Sommerbäder wieder geöffnet. Allerdings unter Auflagen: Eintritt nur mit Online Ticket, unterschiedliche Zeitfenster, vor jedem Zeitfenster Reinigung und Desinfektion, Toiletten geöffnet, Duschen geschlossen, beschränkte Zahl von Gästen im Schwimmbecken, kein Spielen und Toben, Wasserrutschen und Sprungtürmerbleiben ,geschlossen, Mindestabstand auf den Liegewiesen. Das verlangt von den Badegästen und dem Personal eine ganze Menge.
rbb vom 25.Mai 2020

Viele Vereine halten sich beim Wieder Hochfahren ihres Trainingsbetriebes noch zurück, wegen der Unwägbarkeiten. Claudia Becker von der Berliner Turnerschaft möchte in Kleingruppen und auf abgeteilten Flächen des Sportplatzes wieder mit ihren Leichtathletikgruppen trainieren und stellt sich die Fragen: Wie kann ich die Hygienevorschriften einhalten, was verlangt das Sportamt von mir, habe ich genügend Übungsleiter und wie erreiche ich überhaupt meine Kinder und Jugendlichen? Eine große Verantwortung, die auf den Vereinen lastet und die ihnen keiner abnehmen kann. Ein langer Weg zur Normalität.
taz vom 25. Mai 2020

In Berlin i st die Corona Ampel zum dritten Mal in Folge im roten Bereich der Reproduktionszahl. Wenn sich das stabilisiert, müssen wir uns Sorgen machen so Gesundheitssenatorin Kalayci am 25. Mai im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Im Hinblick auf die totale Lockerung in Thüringen ergänzte die Senatorin ihre Worte mit Vorsicht, die Pandemie ist noch nicht vorbei. Tagesspiegel vom 25. Mai 2020

Neue Ideen für Bewegung in Bibliotheken. In der Leselounge der Philologischen Bibliothek der FU Berlin steht vor dem Lesetisch ein Ergometer als Anreiz stundenlanges Sitzen zu vermeiden. Beim Radfahren wird durch den erzeugten Strom gleich das Handy mit aufgeladen. Die Sauerstoffversorgung durch Bewegung verbessert das Lernen, ein Rezept das in wissenschaftlichen Bibliotheken Skandinaviens gang und gäbe ist. Stehpulte, Yogamatte n, höhenverstellbare Schreibtische und Fahrräder geh ö ren dort zur Ausstattung. In Bayreuth steht in der Zentralbibliothek ein Laufband mit Schreibtischplatte, nicht zum Joggen, aber zum Walken und Lesen.
Deutschlandfunk Kultur vom 24. Mai 2020

Max Hartung, vierfacher Europameister im Fechten und Vorsitzender von Athleten Deutschland, attestiert dem DOSB in der Krise einen sehr guten Job gemacht zu haben und weist auf die Probleme der Aktiven durch Corona hin, die nicht bei öffentlichen Arbeitsgebern tätig sind und jetzt ohne Sponsoren dastehen. Hartung: Der schwere Schlag ist erst mal die Lebensplanung. Wir bereiten uns nahezu minutiös auf die Olympischen Spiele vor, erstellen einen Plan über vier Jahre. Und das wird dir plötzlich weggerissen. Das ist wie ein Kartenhaus, mit deiner sportlichen Karriere als oberster Karte, das dann zusammenbricht.
Münchener Merkur vom 23. Mai 2020

Das IOC hat sich mit den Organisatoren der Olympischen Sommerspiele und Paralympics in Tokio darauf verständigt, diese abzusagen, sofern sie nicht spätestens im nächsten Sommer ausgetragen werden können. IOC Präsident Thomas Bach schließt nicht aus, das Wettkämpfe ohne Zuschauer stattfinden könnten, sagt aber: Wir wollen das nicht.
FAZ vom 21. Mai 2020

Die Deutsche Sportjugend und der DOSB haben ein Positionspapier zur Corona Pandemie unter dem Titel Bildung braucht Bewegung! Kein Verzicht auf Sport in der Schule trotz Corona verabschiedet. In sieben Punkten geht es darum, die Schulen durch den Sportunterricht wieder in Bewegung zu bringen und auch beim Homeschooling und in den Pausen für Bewegungsangebote zu sorgen. Ziel ist eine bewegte Schule.
DSJ vom 20. Mai 2020

Der LSB Berlin hat die Antragsvordrucke für den Rettungsschirm getrennt nach Sportverbänden und Sportvereinen einschließlich eines Kriterienkataloges im Netz freigeschaltet.
LSB Berlin vom 20. Mai 2020

Über Move at Home diskutieren Staatssekretär Dzembritzki, LSB Präsident Härtel, Vereinsvorsitzende Duda unter Moderation von VdKI Geschäftsführer Marin und beantworten Fragen zur Coronokrise im Sport. Hier einige Kernpunkte der Video Schalte. Dzembritzki: Rettungsschirm 1 und 2 auch für Großvereine. Pausensport auf Schulhöfen und Bolzplätzen durch Kooperation Schule Verein. Vereinsnutzung nach 16 Uhr möglich. Freigabe Wiesen für Sport im Park noch schwierig. Mitgliedschaften und Bundesligisten erhalten. Härtel: Mitglieder und Übungsleiter im Verein halten. Rehasport auch im Freien. In Notlagen kommt Hilfe. Kommunikation zu den Vereinen ist gewachsen und soll erhalten bleiben. Digitalisierung hat Sport in der Krise geholfen, Hochfahren des Miteinander ist von zentraler Bedeutung. Duda: Zusammengehörigkeit durch Krise gewachsen. Die Zukunft nach Corona kostet richtig Geld. Gesundheitssport für 60 plus muss erhalten bleiben. Vereine möchten Bolzplätze und Schulhöfe nutzen. Soziales Miteinander kann nicht digital ersetzt werden.
Move at Home vom 20. Mai 2020

Sportsenator Geisel hat beim Runden Tisch des Sports am 19. Mai dem Vereinssport und dem Profisport 8,2 Millionen Euro zugesagt. Ein Rettungsschirm von 6 Mio. kann von den gemeinnützigen Sportvereinen bis zum 28. Februar 2021 über einen Online Tool beim LSB Berlin beantragt werden. Die Mindereinnahmen und Ausfälle müssen glaubhaft dargelegt werden Gleichzeitig wurde eine Berliner Erklärung Gemeinsam für den Sport vom Senator und 33 Persönlichkeiten unterschrieben.
Berliner Zeitung vom 20. Mai 2020

Die Hotels in Bayern öffnen zum 30. Mai 2020. In München lassen sich zehn Basketballteams à 22 Personen plus Spiel und Turnierleitung für 3 Wochen in einem Hotel einschließen. Von dort pendeln sie zu ihren Trainingshallen und den Sportstätten, um die Saison zu Ende zu spielen. Dieser Plan eines Quarantäne Turniers der Basketball Liga wurde von der Politik genehmigt und gilt als sportliches Experiment.
Tagesspiegel vom 19. Mai 2020

Die Lotterie GlücksSpirale hat auf Grund von Corona ihre turnusmäßigen Zahlungen an den DOSB, die Stiftung Denkmalschutz und die Freien Wohlfahrtsverbände vorgezogen. Das sind für jede Organisation 1 Million Euro, subito.
DOSB PM vom 19. Mai 2020

Schulsport fällt aus. Die Turnhalle des Eckner Gymnasiums in Tempelhof ist ein großes Klassenzimmer mit Einzeltischen für 32 Schübbler und Sch ü lerinnen. Die Lehrerin unterrichtet Englisch mit Mikrofon und Nachhall. Danach folgen Mathe und Deutsch. Bewegung kommt auf, wenn die vom Hausmeister desinfizierten Stühle nach draußen getragen werden. Auf dem Schulhof finde n die Proben der Big Band statt. Der Präsenzunterrichtet ist ein bis zweimal im Monat, ansonsten gibt es für die 7. Klassen nur Homeschooling. Im Juni dürfen auch die 5 Klässler in Präsenz zur Schule kommen.
Interview vom 18. Mai 2020

Mit einem Milliardenpublikum in den Medien rechnet Karl Heinz Rummenigge, Vorstandschef von Bayern München, wenn der Spielbetrieb der deutschen Bundesliga als erster in der Welt wieder aufgenommen wird.
Sport Informations Dienst vom 13. Mai 2020

Der Sport Ausschuss des Bundestages stellt fest, dass es in fast allen Bundesländern Öffnungsszenarien für den Breiten sport gibt und inzwischen auch die Sportministerkonferenz ein Papier zur Öffnung der Sportstätten verabschiedet hat.
Deutscher Bundestag vom 13. Mai 2020

Die Sprecherin der Konferenz der 16 Landessportbünde und LSVBW Präsidentin, Elvira Menzer Haasis, glaubt nicht, dass das große Vereinssterben droht. Die laufenden Mittel würden bei 5 bis 10 Prozent der Vereine mit hauptamtlichen Mitarbeitern noch ausreichen, ausgenommen einige Einzelfälle. DOSB Präsident Alfons Hörmann sieht die Lage dramatischer: Die Stunde der Wahrheit ist näher als manchem im Moment bewusst ist.
Deutschlandfunk vom 13. Mai 2020

Die Elternvertreter des Schul und Leistungssportzentrums in Hohenschönhausen bitten den Senat von Berlin in einem offenen Brief um Trainingsmöglichkeiten für ihre Kinder. Seit neun Wochen ruht das Training an der Eliteschule des Sports. Die Kinder haben nicht abtrainiert, werden total vergessen. Keiner sieht die körperlichen und seelischen Schäden so die Mutter eines 14 j ä hrigen Schwimmtalents.
Berliner Zeitung vom 13. Mai 2020

Die Sportminister der Europäischen Union unterstützen ein Positionspapier zur Coronakrise, das von 44 europäischen Sportverbänden der EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übergeben wurde. Damit sollen die Sportorganisationen im Rahmen der EU Finanzierungsprogramme zur Überwindung der Krise förderfähig sein.
DOSB Presse vom 12 Mai 2020

Die Sportjugend weist alle Vereine des Kooperationsprogramms Schule und Verein darauf hin, dass anstelle der Sport Arbeitsgemeinschaften nun auch Bewegungs Sport und Spielangebote während der Pausen und der Mittagsbetreuung der Schulen gefördert werden können. Voraussetzung ist, dass sie draußen und mit Mindestabstand stattfinden.
Sportjugend Berlin vom 11. Mai 2020

Nach Aussage von LSB Direktor Friedhard Teuffel überwinden Podcasts, digitale Sprechstunden und Onlinekurse des Sports die momentanen Distanz und Kontaktverbote, vertreiben Einsamkeit und beleben Wohnzimmer, Terrasse und Balkon. Er sieht darin auch eine Weiterentwicklung der digitalen Ausbildung, z.B. für Übungsleiter(innen) an der Gerhard Schlegel Sportschule.
FAZ Net vom 6. Mai 2020

Das war die erwartete Aussage des Berliner Sportsenators Andreas Geisel: Wir werden für die gemeinnützigen, ehrenamtlichen Vereine, einschließlich des Behinderten und Rehasports, also für die gesamte vom LSB abgedeckte Bandbreite, einen Rettungsschirm zur Verfügung stellen. Dabei geht es um Abwehr der Existenzbedrohung der Vereine, nicht um eine hundertprozentige Erstattung der Einnahmeausf ä ll e Der LSB Berlin hatte in einer Umfrage unter den 2.500 Sportvereinen einen Bedarf von 6 Millionen Euro als staatliche Hilfe ermittelt.
Berliner Zitung vom 6. Mai 2020

Prof. Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln warnt vor fatalen Folgen bei Profisportlern mit dem Coronavirus. Auch bei jungen Menschen erwartet er schwere Krankheitsverläufe, wenn die Viren durch zu große körperliche Anstrengung gleich in die Lunge gelangen, irreparable Schäden auslösen und zum Karriere Ende der Aktiven führen.
Süddeutsche Zeitung vom 6. Mai 2020

International bekannte Sporthelden wie Katharina Witt, Britta Heidemann, Fabian Hambüchen, Henry Maske, Kristina Vogel, Stefan Kretzschmar und Boris Becker unterstützen eine Kampagne des DOSB für die Sportvereine. Sie erinnern daran, dass ihre Erfolge im Sportverein begonnen haben und jetzt wichtiges Ziel ist, die Mitglieder in den Vereinen zu halten und ihm gegenüber Solidarität zu zeigen. DOSB Präsident Alfons Hörmann hat besonders die Lockerungen im Breiten und Freizeitsport und die Einleitung eines Wegs zur Normalität unter Beachtung der Infektionsregeln begrüßt.
DOSB vom 6. Mai 2020

Der Verband des Deutschen Sportartikelhandels kritisiert, dass jeder Branchenverband, von der Automobilindustrie bis zu Hoteliers und Gastronomen, sein eigenes Konjunkturprogramm für die Zeit nach Corona fordert. Er hat als kleiner Verband keine Lobby und stellt die Frage, Wo bleibt sie also, die Mehrwertsteuersenkung auf Sportartikel? Wo die Abwrackprämie für alte Laufschuhe? Wo die staatliche Förderung von Lauf Communities? 
Sport Fachhandel vom 5. Mai 2020

Der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Jan Holze, wendet sich in der FAZ vom 2. Mai gegen das Wegsperren von Kindern in der Coronakrise. Geschlossene Spielplätze und Kindertagesstätten gelten nicht der Gesundheitsvorsorge der Kinder, sonder n dem Schutz des Gesundheitssystems. Das muss sich ändern. Kinder brauchen Bewegung und erleben jetzt Phasen vollkommener Inaktivität. Holze weist auf das Beispiel Berlins hin, wo Spielstraßen und Pop Up Bike Lanes den Kindern Bewegungsmöglichkeiten an frischer Luft ermöglichen. Die Sportvereine sind erfahrene Partner für Kooperationen mit Schulen, Kitas und Kiezinitiativen, also den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.
DOSB Presse vom 5. Mai 2020

Thomas Weber, der Olympiapfarrer der Evangelischen Kirche, sieht durch die Verschiebung der Olympischen Spiele die Spitzensportler mental extrem gefordert sind und bis 2021 eine lange Geduldsprobe bestehen müssen. Weber stellt einen erfreulichen und wachsenden Einfluss der Athleten auf die Sportpolitik fest. Wenn der Punkt erreicht ist, dass die Öffentlichkeit den Eindruck hat, die Sportler seien nur noch Gladiatoren und das Andere das Geschäft mit ihnen machen, dann ist das generell kritisch zu sehen.
Katholische Nachrichten Agentur vom 3 Mai 2020

Der Weg zur Normalität ist noch lang.

Die Sportministerkonferenz fordert, den Sportvereinsbetrieb behutsam wieder zu starten. Martin Einsiedler stellt das behutsam in den Vordergrund seines Beitrages. Die soziale Kraft der Sportvereine ist keine Mär der Funktionäre. Der Sportverein gibt seinen Mitgliedern Struktur, Bewegung und Gemeinschaft. Besonders für Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren und wohnräumlich beengten Verhältnissen ist der Verein essentiell Er stellt die Frage, inwieweit der Infektionsschutz in der Praxis des gemeinsamen Sporttreibens gewährleistet werden kann, auch wenn der Sport sich nach außen als regelkonform und bestens gerüstet darstellt.
Tagesspiegel vom 30. April 2020

Ute Blessing kommentiert das Abschieben der ü ber 65 Jährigen als besondere Risikogruppe im Sport. Der DOSB hat gegen ü ber der Bundeskanzlerin dargestellt, was der Sport dazu beitragen kann, ins gesellschaftl iche Leben zurückzukehren. Risikogruppen müssen besonders geschützt werden, aber es ist diskriminierend das am kalendarischen Alter oder einer Behinderung festzumachen. Sie fordert dazu auf, den wundervollen gleichberechtigten Zusammenhalt im Sportverein nicht zu schädigen.
DOSB Presse vom 28. April 2020

In einem Interview mit der Berliner Morgenpost hält Kaweh Niroomand von den Berliner Profisportvereinen die Reaktion des Senats gegen über dem Sport als bisher völlig unbefriedigend Fast 700.000 Mitglieder in den Sportvereinen Berlins praktizieren Integration und Jugendarbeit und erwarten Rettungsprogramme wie in Hamburg, Nordrhein Westfalen und Schleswig Holstein.
Süddeutsche Zeitung vom 26. April 2020

Nach einer Videokonferenz des DOSB mit den 16 Landessportbünden und den Beratungen der Sportministerkonferenz gibt es erste Signale zur Wiederaufnahme des Vereinssports.
DOSB vom 26. April 2020

Nach der Absage des Marathons zeigt sich LSB Präsident Thomas Härtel sehr überrascht über das vom Senat bis zum 24. Oktober ausgesprochene Verbot von Sportveranstaltungen vor Zuschauern. Das trifft besonders hart die Berliner Leuchttürme, die beiden Fußball Bundesligisten, die BRV olleys, die Handballer der Füchse und die Basketballspieler von Alba Berlin. Der LSB erläutert den Sportvereinen die Lockerungen der jüngsten Eindämmungsverordnung des Senats.
Tagesspiegel vom 24. April 2020

Claus Vetter kommentiert unter dem Titel Schluss mit dem Termin Bingo die Unwägbarkeiten der Coronakrise auf geplante Sportveranstaltungen und den Zuschauersport. Organisatoren und Veranstalter werden verunsichert und können weder Einnahmen planen noch mit ihnen rechnen. Er schlägt der Politik ein klare Aussage vor: Liebe Leute, Sportveranstaltungen mit Zuschauern sind nicht möglich, plant damit nicht. Wir können euch auch keine Termine nennen, werden das aber sofort machen, wenn wir zuverlässige Aussagen haben.
Tagesspiegel vom 23. April 2020

Für den Berliner Sportphilosophen Prof. Gunter Gebauer war selbst in Kriegszeiten der sportliche Stillstand nicht so allumfassend wie jetzt. Menschen brauchen aber gerade in Krisenzeiten die Ablenkung und die Entspannung durch Sport. Der Sport bildet ein sehr feines Netz und trägt zum Funktionieren der Gesellschaft bei. Es muss so schnell wieder losgehen, da Live Sport nicht ersetzt werden kann.
Tagesspiegel vom 18. April 2020

Prof. Hansjürgen Schulke ( sieht in der Coronakrise ein Wie dererstarken des Sports, in dem Menschen ihre körperliche und soziale Immunkompetenz sprich Residienz stärken. Die Politik sollte den Gedanken Gesundheit für alle einschließlich des sozialen Miteinanders aufgreifen und stärker die Potentiale des Vereinssports als nur die Abwehr von Krankheiten berücksichtigen. Die Sportvereine sind fü r ihn Hotspots der Gesundheitsprävention von den Kleinen bis zu den Großen, sie sollten von der Politik nicht in Stich gelassen werden.
Sport quergedacht vom 17. A pril 2020

Homeoffice und Reisebeschränkungen machen auch die Dopingkontrollen der NADA fast unmöglich. Einen kleinen Beweis der Sauberkeit der eigenen Leistungen bringt das Projekt Dried Blood Spot Unter Video Aufsicht wird ein Tropfen Blut auf Millimeterpapier aufgebracht und der NADA zugesandt. Eine Innovation im Anti Dopingkampf, sonst angewandt zur Erkennung von Stoffwechselkrankheiten bei Neugeborenen.
Neues Deutschland vom 16. April 2020

Ulrike Spitz widmet sich im Kommentar der Woche den bei vielen Athleten nach der Absage der Olympischen Spiele geplatzten Lebensträumen. Sie hält es mit einer Aussage aus der Psychologie: Wenn Du mit dieser Krise umgehen kannst, dann ist alles andere, was später mal an schwierigen Situationen im Wettkampf folgt, ein Witz dagegen.
DOSB Presse vom 7. April 2020

Wir stehen vor einer fundamentalen Neuordnung des Systems Fußball so äußert sich der Zukunftsforscher Prof. Sascha Schmidt von der WHU Düsseldorf.
Deutschlandfunk vom 5. April 2020

Sarah Voss, eine der aussichtsreichen deutschen Turnerinnen, versetzt sich durch Mentaltraining in die unerreichbare Trainingshalle. Nur ihren Schwebebalken kann sie im Flur ihrer Wohnung nicht aufstellen, sie fragt sich Wie simuliert man ihn mental.
FAZ vom 5. April 2020

Kreative im Spitzensport lassen sich beim Corona Training etwas einfallen. Fußballer Jerome Boateng jongliert mit Toilettenrollen, Toni Kroos zeigt im Video kurze Trainingsaufgaben, die jeder nachmachen kann. Weitsprung Weltmeisterin Malaika Mihambo richtet sich täglich mit einer Übungsstunde aus ihrem Wohnzimmer an Grundschulkinder. Ironman WM Jan Frodeno wird zu Ost ern zu Hause einen Tri@home absolvieren, 3,8 km Schwimmen im neun Meter langen Pool, 180,2 km mit dem Rad auf der Rolle und abschließend einen Marathon auf dem Laufband.
Tagesspiegel vom 5. April 2020

Der Abbruch der Tischtennis Saison hat einen Shitstorm an der grünen Platte ausgelöst. Enttäuschte Sportler und jede Menge Frust, so kommentiert Daniel Theweleit den Schluss der Mannschaftskä mpfe 2020.
Deutschlandfunk vom 4. April 2020

Nach Meinung nahezu aller Virologen geht es im Kern der Maßnahmen gegen Corona um die Vermeidung von direkten Kontakten, nicht um die Vermeidung von Bewegung. Prof. Jonas Schmidt Chanasit vom Hamburger Institut für Tropenmedizin: Sport ist förderlich für die Gesundheit, auch jetzt. Insbesondere auch allein im Freien. Das sorgt Stresssituationen vor, die zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen können. Sein Kollege Prof Christian Drosten von der Charité sieht besonders auch die Förderung der psychischen Stabilität durch Sport positiv.
Deutsche Welle vom 3. April 2020

März 2020: Ein Monat, der die Welt und den Sport verändert

Ein Großteil der Beschäftigten des Landessportbundes Berlin geht ab 1. April 2020 auf Kurzarbeit. Die LSB-Einrichtungen und der Jugendferienpark Ahlbeck bleiben geschlossen. Auch bei den Betreuungsprogrammen der Sportjugend Berlin, der Gesellschaft für Sport- und Jugendsozialarbeit sowie der Kinder in Bewegung gGmbH kommt es zu Einschränkungen. Die 160 in den Sportvereinen im „Freiwilligen Sozialen Jahr“ tätigen jungen Erwachsenen werden vom Bund weiterbeschäftigt, auch wenn direkte Hilfsprogramme vorübergehend wegfallen oder ersetzt werden müssen.
Die Zahl der durch Corona Infizierten ist in Berlin innerhalb von 31 Tagen von 1 auf 2777 gestiegen. In der Metropole an der Spree wird es still.
Stand 31. März 2020

Der LSB Berlin schaltet in der ersten Aprilwoche im Internet einen Fragebogen frei, in dem die Mitgliedsorganisationen und Sportvereine ihre bisher durch die Coronakrise entstandenen Einnahmenausfälle und Zusatzkosten auflisten können. Eine zur Sicherung des gemeinnützigen Sports existentielle Iniative aus Berlin als Grundlage eines „Förderungsfonds“ für den Sport.
DOSB vom 31. März 2020

Das DOSB-Präsidium hat beschlossen, einen Solidarfonds zur „Erhaltung der Vielfalt“ des Sports in Deutschland einzurichten. Dazu stellt die Stiftung Deutscher Sport einen Grundstock von 1 Million Euro bereit, der durch Spendenaufrufe noch verstärkt werden soll. Angesichts der dramatischen Einnahmeverluste geht es um den Erhalt der 90.000 Sportvereine und Verbände, deren Leistungen für die Gesellschaft unverzichtbar sind.
DOSB vom 31. März 2020

Auch am Ende des Monats gilt der am Anfang von Jens Spahn zitierte Aufruf „zu Hause zu bleiben“. Sein Ministerium postet jetzt ein Video unter ?WirBleibenZuhause.
Facebook vom 30. März 2020

In den Vereinszeitungen und auf den Webseiten Berliner Sportvereine werden die vom LSB Berlin zusammengestellten Fragen und Antworten zu Corona im Sport (FAQ) nachgedruckt und aktualisiert. Einer der Vereine, der VfL Lichtenrade, warnt seine Mitglieder davor, auf Verschwörungstheorien in sozialen Medien und auf Fake-News von Kriminellen hereinzufallen, die mit E-Mails und Kettenbriefen zu Geldzahlungen auffordern.
VfL Lichtenrade vom 30. März 2020

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Prof. Dr. Lothar Wieler, warnt in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vor Entwicklungen wie in Italien, wenn das Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt. Wieler: „Wir stehen immer noch am Anfang der Welle, und ich kann nur alle auffordern, die Pandemie sehr ernst zu nehmen“.
ZDF vom 29. März 2020

Horst Milde – Mister Marathon – Herausgeber eines Pressedienstes zum Laufsport weist auf die Absagen aller großen Marathon- und Stadtläufe hin und bittet um Unterstützung. Die Veranstalter und Organisatoren sind unverschuldet in Not geraten und es besteht die Gefahr, dass die Lauf-Events in die Pleite gehen.
German Road Races vom 28. März 2020

Der rbb berichtet über ein längeres und ausführliches Interview des LSB-Direktors Friedhard Teuffel mit der Berliner Morgenpost. Es geht um die Sportförderung und die gegenwärtigen Sorgen und Nöte des Vereinssports. Die dabei angesprochenen Themen stehen an anderer Stelle dieser Schwerpunktausgabe von Sport in Berlin.
Berliner Morgenpost vom 27. März 2020

Italienische Zeitungen bringen den explosiven Ausbruch der „Corona-Bombe“ in Bergamo/Lombardei mit dem Achtelfinale der Champions-League zwischen Atalanta und Valencia vom 19. Februar im San Siro Stadion in Mailand in Verbindung. 45.000 der 125.000 Einwohner der Krisenstadt waren dabei und haben vermutlich den Ausbruch des Virus mit verursacht. Die Meldung erinnert an das Jahr 1918: Sumo-Ringern aus Japan wurde vorgeworfen, die „Spanische Grippe“ nach Europa gebracht zu haben.
Tagesspiegel vom 27. März 2020/s.a. Spinney, „1918 – Die Welt im Fieber“.

Julian, Nathan, Domé und Jonas arbeiten über die Sportjugend in Berliner Sportvereinen im Rahmen ihres „Freiwilligen Sozialen Jahres“. Betreuungstätigkeiten fallen derzeit aus und sie sind in Homeoffice. Sie halten den Kontakt zwischen den jetzt arbeitslosen Trainern und Übungsleitern ihrer Vereine aufrecht, übernehmen Verwaltungstätigkeiten, kommunizieren mit ihren bisherigen Schützlingen und unterstützen ihre Vereine bei der Gestaltung der Homepage. Sie machen sich nützlich und lernen fürs Leben etwas vom Ehrenamt. Das alles berichten sie täglich über Facebook.
Facebook vom 27./28. März 2012

In einer Regierungserklärung vor dem Abgeordnetenhaus zur Coronakrise hebt der Regierende Bürgermeister Michael Müller die Förderung des Breitensports für die Gesunderhaltung der Bevölkerung hervor und setzt sich für einen Hilfsfonds zur Unterstützung der Sportvereine ein.
Landespressedienst vom 26. März 2020

Die Sportmedizinerin, Prof. Petra Platen von der Uni Potsdam warnt vor übermäßigen Training während der Infektionsphasen: „Auch Leistungs- und Freizeitsportler(innen) sind während und nach höheren Belastungen besonders anfällig für Corona, vor allem beim Ausdauersport.“
DOSB vom 26. März

Der Berliner Fußballverband geht mit seinen Trainingsstunden online und bietet Konditions-, Technik- und Taktikkurse an. Er berichtet von Solidaritätsaktionen seiner Vereine, so bei der Betreuung von älteren Vereinsmitgliedern durch Einkaufshilfen, Übersetzungstätigkeiten und der Spende von nicht verbrauchten Lebensmitteln aus geschlossenen Clubhäusern an Bedürftige.
BFV vom 26. März 2020

Der LSB Berlin fordert ein „Sofort-Hilfe-Paket“ des Senats für Freiberufler und Selbstständige im Sport und übermittelt dem Senat seine Wünsche für den Fortbestand der gemeinnützigen Sportvereine und schlägt einen „Schutzschirm“ des Landes vor.
LSB Berlin vom 24. März 2020

Der Bundesligaclub Alba Berlin streamt seine erste Sportstunde für Kinder nun auch auf einem youtube-Kanal. Er setzt damit ein Zeichen für neue digitale Angebote des Sports.
Alba Berlin vom 24. März 2020

Der DOSB-Pressedienst analysiert die bundesweiten Diskussionen über Corona im Zusammenhang mit dem Sport und den Olympischen Spielen. Er begrüßt diese und hebt dabei besonders die kreativen Ideen und Solidaritätsaktionen hervor, die von den Sportvereinen in der Krise überall entwickelt werden.
DOSB vom 24. März 2020

Nach langem Ringen entscheiden der Ministerpräsident von Japan, die Gouverneurin von Tokio und der IOC-Präsident, die Olympischen Spiele und die Paralympics 2020 zu verschieben. Der Weltsport erwacht aus seiner Schockstarre.
FAZ vom 24. März 2020

LSB-Präsident Thomas Härtel richtet einen Appell an die Mitglieder der Sportvereine: „Bleibt bitte in den Vereinen, auch wenn die Angebote jetzt nicht bereitgestellt werden. Das ist die beste Unterstützung überhaupt, die ihr den Vereinen bieten könnt“.
LSB Berlin vom 23. März 2020

Der LSB Berlin hofft auf fortlaufende finanzielle Unterstützung des Vereinssports durch den Senat und richtet sich dabei besonders an die Mitglieder des Abgeordnetenhauses.
rbb vom 23. März 2020

DOSB-Präsident Alfons Hörmann bangt um die Fortführung des für 2021 beschlossenen „Goldenen Plans“ für den Bau und die Sanierung von Sportstätten durch jetzt eventuell anstehende Umverteilungen im Bundeshaushalt für die Coronakrise.
DOSB vom 23. März 2020

Der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, Bob Hanning, hält die Ausrichtung der Olympischen Spiele für abwegig und fügt hinzu: „In Zeiten wo Ausgangssperren verschärft werden, überhaupt darüber nachzudenken, ist fast schon amüsant“.
DOSB vom 23. März 2020

Überregionale Zeitungen berichten über das vom LSB Berlin mit dem rbb und Partnern angebotene Online-Fitnessprogramm „move at home“ und kommentieren: „Der organisierte Sport steht zusammen und zeigt, dass auch in der Corona Krise der Alltag mit Sport gestaltet und bereichert werden kann“. Ein erfolgversprechendes Zukunftsprojekt.
Süddeutsche Zeitung/DPA vom 22. März 2020

In einer Analyse des Profisports in den USA, in Südkorea, Russland und Spanien wird aus der spanischen Zeitung AS zitiert: „Der Sport erweist sich als Disneyland, geschaffen für Freundschaft und Glückseligkeit. Nicht für dunkle Zeiten“.
taz vom 21. März 2020

Die Zentraleinrichtungen der Freien Universität und der Humboldt-Universität danken allen Studierenden, die auf die Rückzahlung der Gebühren für abgesagte Sportkurse des Hochschulsports verzichten
Hochschulsport vom 20. März 2020

LSB-Präsident Thomas Härtel stellt in der Presse die Forderung heraus: „Wir brauchen einen Schutzschirm für den Berliner Sport“. Eine Formulierung, die vom DOSB und den Landessportbünden in einem Wunschkatalog gegenüber der Politik übernommen wird.
LSB Berlin vom 19. März 2020

Beim LSB Berlin sind an einem Tag über 100 Anfragen zum Corona Virus eingegangen, die den Dachverband mit einer Vielzahl von Sorgen und Nöten konfrontieren. Im Vordergrund der Fragen stehen für Aktive und Vereine die Nutzung der Sportinfrastruktur, die Bezahlung von haupt- und nebenberuflichen Trainern und Übungsleitern sowie die Kosten für den Ausfall von Trainingslagern, Wettkämpfen und Veranstaltungen. Für den LSB hat die Gesundheit der Bevölkerung und die Sicherung der Zukunft der Sportvereine Priorität. Besonders wichtig ist für ihn in der Krise die Solidarität der Sportfamilie.
DPA-Bericht über Berlin vom 19. März 2020

Der Kajak-Olympiasieger Max Hoff muss sich privat auf die Spiele von Tokio vorbereiten, nachdem sein Essener Trainingsstützpunkt geschlossen wurde. Sein Boot versteckt er an einem Berliner See, sein Auto ist Umkleidekabine, sein Wohnzimmer Trainingsstätte. Im Gegensatz zu seiner Freundin darf er nicht im Kanuzentrum in Tegel trainieren. Auch eine Art von Solidarität.
Berliner Zeitung vom 19. März 2020

Mit einem Milliardenschaden durch Corona rechnet der DOSB und setzt hinter die Veranstaltung der Olympischen Sommerspiele in Japan ein dickes Fragezeichen.
DOSB vom 19. März 2020

Bundeskanzlerin Angela Merkel richtet sich in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung: „Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst. Und was das Schwerste ist, uns allen fehlen die Begegnungen, was sonst selbstverständlich ist.“
DPA vom 18. März 2020

Das Programm der digitalen Sportstunde von Alba Berlin trifft bundesweit auf Interesse. Jugendsenatorin Sandra Scheeres sagt dazu: „Gerade von Kita- und Schulschließungen ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche ausreichend Bewegung bekommen und ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt“.
Süddeutsche Zeitung vom 18. März 2020

Die Tagespresse veröffentlicht Aussagen des LSB-Präsidenten Thomas Härtel auf ihren Titelseiten: „In der Coronakrise ist Solidarität jetzt das Allerwichtigste. Das schließt die Solidarität mit unseren Sportvereinen ein“.
BZ u.a. vom 17. März 2020

Die Berliner Sportverwaltung wird auf Notbetrieb und Homeoffice umgestellt. Das gilt auch für das Sportmuseum im Olympiapark, die Bauarbeiten am Maifeld laufen aber weiter. Forum für Sportgeschichte vom 17. März 2020

Das Robert-Koch-Institut ruft für die Pandemie die Gefahrenstufe „Hoch“ aus.
RKI vom 17. März 2020

Der LSB Berlin untersucht die Auswirkungen auf den Wasser- und Pferdesport und begrüßt die Veröffentlichung von Corona-Empfehlungen auf den Webseiten des Seglerverbandes, Landesruderverbandes und der Reiter.
LSB Berlin vom 17. März 2020

Das Manfred-von-Richthofen Haus am Olympiastadion, die Gerhard-Schlegel Sportschule in Schöneberg und die Jugendbildungsstätte im Olympiapark werden geschlossen. Die Mitarbeiter(innen) gehen ins Homeoffice oder nehmen Urlaub, ein Notbetrieb wird aufrechterhalten.
LSB Berlin vom 16. März 2020

Die Sportstättenschließung betrifft auch private und kommerzielle Einrichtungen wie Fitnessstudios, die ihren Betrieb einstellen müssen.
Berliner Morgenpost vom 14. März 2020

Der Senat veröffentlicht die „Verordnung zur Eindämmung des Corona-Virus in Berlin“. Schulen, Kitas und Sportstätten werden geschlossen. Damit kommt der Vereins- und Breitensport zum Erliegen.
Landespressedienst vom 14. März 2020

Thomas Wheeler bescheinigt im Rundfunk dem Sport „Flickschusterei statt klarer Linie“ und meint damit die Profiligen im Eishockey, Fußball und Handball. Bissig kommentiert er die Empfehlung des Handballverbandes Berlin, auf das Abklatschen zu verzichten, aber den Ball noch in die Hand nehmen zu dürfen.
Deutschlandfunk Kultur vom 11. März 2020

Der DOSB veröffentlicht eine erste Zusammenfassung aller bisherigen Corona-Meldungen für den Sport und übernimmt ab sofort die täglichen Hinweise und Erkenntnisse des Robert-Koch-Institutes auf seiner Homepage.
DOSB vom 10. März 2020

Auf Grund der Reduzierung des Profisports und massenhafter Absage von Sportveranstaltungen wird in den Medien die Frage „E-Sport als Alternative?“ diskutiert.
DOSB vom 9. März 2020

Der Sportausschuss des Bundestages setzt für den 11. März 2020 die Auswirkungen des Coronavirus auf den Sport und die Beteiligung von Aktiven an internationalen Sportveranstaltungen auf seine Tagesordnung.
DOSB vom 6. März 2020

In der Schweiz wird die Gelassenheit von IOC-Präsident Thomas Bach bewundert, an Stelle von Corona über Klimaprojekte und Baumpflanzungen in Verbindung mit den Olympischen Spielen in Tokio zu sprechen.
Schweizer Tagblatt vom 5. März 2020

Beim Fußballspiel RB Leipzig – Bayer Leverkusen in Leipzig wird eine Gruppe japanischer Sportwissenschaftler wegen Corona-Angst des Stadions verwiesen.
Neues Deutschland vom 5. März 2020

Der Deutsche Olympische Sportbund richtet für seine Pressedienste eine täglich aktualisierte „Corona-Rubrik“ ein.
DOSB vom 4. März 2020

Im Heiligen Hain von Olympia soll am 12. März 2020 trotz kritischer Stimmen das Olympische Feuer entzündet und nach Japan gebracht werden. Diskussionen über Tokio sind für das IOC „kein Thema“.
Deutsche Presse-Agentur vom 3. März 2020

Prof. Dr. Jeremy Farras vom Hamburger Institut für Tropenmedizin hält das Corona-Virus für eine „beispiellose globale Bedrohung“ der Welt.
Tagesspiegel vom 3. März 2020

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht das „Gemeinwohl“ als einer seiner wichtigsten Aufgaben und unterstützt die Vorschläge der Wissenschaftler an die Bevölkerung „Bleibt zuhause“.
Bundesministerium für Gesundheit vom 2. März 2020

Das neuartige Coronavirus hat sich seit 26. Dezember 2019 explosionsartig über China, Japan und Südkorea ausgebreitet und im Januar 2020 Europa erreicht. Risikogebiete sind nach wenigen Wochen Italien/Lombardei und Spanien/Madrid. Deutschland wird mit Nordrhein-Westfalen, Bayern und dem Saarland zuerst betroffen. Die Bundesregierung bildet einen Krisenstab und beschließt einen Maßnahmenkatalog. Das Robert-Koch-Institut übernimmt die tägliche Information der Regierung und Bevölkerung. Der Norddeutsche Rundfunk schaltet einen regelmäßigen Podcast mit dem Virologen Prof. Dr. Christian Drosten von der Charité. Berlin meldet den ersten Infizierten. Das Leben ändert sich.
Stand am 1. März 2020